Marktentwicklung: Papier und Pappe (CN 48) — 2015–2025
Einleitung
Dieser Bericht analysiert die Handelsentwicklung der Europäischen Union im Bereich der Warengruppe CN 48 (Papier und Pappe; Waren aus Papierhalbstoff, Papier oder Pappe) im Zeitraum von 2015 bis 2025. Die Warengruppe CN 48 umfasst ein breites Spektrum von Erzeugnissen — von Zeitungsdruckpapier und grafischen Papieren über Verpackungsmaterialien bis hin zu Hygieneartikeln und Spezialpapieren — und bildet somit eine der wichtigsten industriellen Warengruppen der EU.
Im analysierten Zeitraum ist die EU im Bereich Papier und Pappe durchgehend ein Nettoexporteur. Die Handelsbilanz (Exporte minus Importe) betrug im Jahr 2015 rund 16,9 Mrd. EUR und sank bis 2025 auf 14,9 Mrd. EUR, was einem Rückgang von 11,6 % entspricht. Die Netto-Importabhängigkeit lag im gesamten Zeitraum im negativen Bereich (von −9,7 % auf −10,9 %), was die Position der EU als Überschussexporter bestätigt. Gleichzeitig stiegen sowohl die Handelsintensität (von 17,9 % auf 22,2 %, +24,2 %) als auch die Exportquote (von 13,8 % auf 16,8 %, +21,4 %) — ein Zeichen für die zunehmende Internationalisierung des Sektors.
Die folgende Analyse gliedert sich in drei Kernbereiche: Erstens die auffällige Entkopplung von Mengen- und Wertentwicklung, die insbesondere durch den Preisschock von 2022 geprägt ist. Zweitens die geopolitisch bedingten Verschiebungen in der Handelspartnerschaft. Drittens den strukturellen Wandel des Produktmixes weg von grafischen Papieren hin zu Verpackungspapieren.
1. Steigende Preise bei rückläufigen Mengen: Eine Entkopplung der Marktdynamik
Die auffälligste Entwicklung im EU-Papierhandel zwischen 2015 und 2025 ist die zunehmende Entkopplung von Handelsvolumen und Handelswert. Während die physischen Mengen insbesondere im Exportbereich deutlich schrumpften, kompensierten stark steigende Einheitswerte diese Verluste — und ließen den Gesamthandelswert teilweise sogar wachsen.
Exporte: Mengenrückgang von fast 20 % bei gleichzeitigem Wertwachstum
Die Gesamtentwicklung der EU-Exporte zeigt ein differenziertes Bild. Der Exportwert stieg von 24,6 Mrd. EUR (2015) auf 25,5 Mrd. EUR (2025), was einem moderaten Plus von 3,5 % entspricht. Die exportierten Mengen fielen jedoch im gleichen Zeitraum von 24,6 Mio. Tonnen auf 19,7 Mio. Tonnen — ein Rückgang von 19,8 %. Kompensiert wurde dies durch einen Anstieg des durchschnittlichen Exportpreises von 1.000 EUR/t auf 1.291 EUR/t (+29,1 %).
| Kennzahl | 2015 | 2022 (Peak) | 2025 | Veränderung 2015→2025 |
|---|---|---|---|---|
| Exportwert (Mrd. EUR) | 24,6 | 31,3 | 25,5 | +3,5 % |
| Exportmenge (Mio. t) | 24,6 | — | 19,7 | −19,8 % |
| Exportpreis (EUR/t) | 1.000 | 1.446 | 1.291 | +29,1 % |
Das Jahr 2022 stellte mit einem Exportwert von rund 31,3 Mrd. EUR und einem durchschnittlichen Exportpreis von 1.446 EUR/t den absoluten Höhepunkt dar. Der Exportwert des Jahres 2020 — mit rund 23,0 Mrd. EUR der Tiefststand im Betrachtungszeitraum — spiegelt die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie wider.
Importe: Wertexpansion trotz moderater Mengenentwicklung
Auch bei den Importen zeigt sich ein ähnliches Muster. Der Importwert wuchs von 7,7 Mrd. EUR (2015) auf 10,6 Mrd. EUR (2025), was einem Anstieg von 36,6 % entspricht — ein deutlich stärkeres Wachstum als bei den Exporten. Die importierte Menge stieg hingegen nur um 1,9 % (von 6,7 Mio. t auf 6,8 Mio. t). Der durchschnittliche Importpreis erhöhte sich von 1.157 EUR/t auf 1.551 EUR/t (+34,0 %), wobei der Höchststand 2022 bei 1.775 EUR/t lag.
| Kennzahl | 2015 | 2022 (Peak) | 2025 | Veränderung 2015→2025 |
|---|---|---|---|---|
| Importwert (Mrd. EUR) | 7,7 | 12,5 | 10,6 | +36,6 % |
| Importmenge (Mio. t) | 6,7 | — | 6,8 | +1,9 % |
| Importpreis (EUR/t) | 1.157 | 1.775 | 1.551 | +34,0 % |
Die Importmenge erreichte ihren Tiefststand im Jahr 2020 mit rund 5,9 Mio. Tonnen, als die Pandemie die globalen Lieferketten stark beeinträchtigte.
2022 als Wendepunkt: Der Preisschock der Energiekrise
Das Jahr 2022 markiert einen Wendepunkt in der gesamten Marktentwicklung. Die Energiekrise im Zuge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine trieb die Produktionskosten in der energieintensiven Papierindustrie in die Höhe. Dies spiegelt sich in den Preisschocks wider: Die stärksten identifizierten Schockereignisse lagen allesamt im Jahr 2022, darunter ein Exportpreisschock in die Ukraine (Anormalitätsindex 106,7, Preisanstieg +30,2 %), ein Importpreisschock aus Norwegen (Anormalitätsindex 34,5, +39,9 %) und ein Exportpreisschock in die USA (Anormalitätsindex 32,4, +38,7 %). Der russische Handelspartner weist mit einem Variationskoeffizienten von 0,66 (Importe) bzw. 0,67 (Exporte) die mit Abstand höchste Volatilität aller Handelspartner auf.
Die Preise haben sich seit 2022 zwar teilweise korrigiert, blieben aber deutlich über dem Niveau von 2015. Der Exportpreis sank von 1.446 EUR/t (2022) auf 1.291 EUR/t (2025), lag damit aber noch immer 29 % über dem Ausgangsniveau. Der Importpreis folgte einem ähnlichen Muster (1.775 → 1.551 EUR/t). Dies deutet darauf hin, dass die Krise nicht nur einen temporären Preisschock auslöste, sondern ein strukturell höheres Preisniveau etablierte.
2. Geopolitische Verwerfungen und die Neuausrichtung der Handelspartnerschaften
Die Periode 2015–2025 war durch erhebliche geopolitische Umbrüche gekennzeichnet, die die Handelsströme im Papiersektor nachhaltig umformten. Drei Entwicklungen prägen das Bild: der Zusammenbruch des Handels mit Russland, der Aufstieg Chinas und der Türkei als neue Schlüsselpartner sowie die Auswirkungen des Brexits auf den Handel mit dem Vereinigten Königreich.
Russland: Vom wichtigen Partner zum nahezu bedeutungslosen Handelsakteur
Die drastischste Veränderung vollzog sich im Handel mit der Russischen Föderation. Die EU-Importe aus Russland brachen von 356 Mio. EUR (2015) auf lediglich 2,9 Mio. EUR (2025) zusammen — ein Rückgang von 99,2 %. Noch stärker betroffen waren die EU-Exporte nach Russland: von 1.420 Mio. EUR auf 131 Mio. EUR (−90,8 %). Der Variationskoeffizient von 0,66 bzw. 0,67 für russische Handelsströme unterstreicht die extreme Instabilität dieses Handelsverhältnisses. Die Sanktionen im Zuge des Ukraine-Kriegs haben Russland als Handelspartner im Papierbereich praktisch eliminiert.
China und Türkei: Dynamische neue Handelsströme
Gleichzeitig gewannen andere Partner stark an Bedeutung. Die EU-Importe aus China stiegen von 1.402 Mio. EUR auf 3.362 Mio. EUR — ein Anstieg von 139,8 %. China entwickelte sich damit zum mit Abstand wichtigsten Importpartner der EU im Papierbereich, noch vor dem Vereinigten Königreich. Noch dynamischer war das Wachstum der Importe aus der Türkei: von 306 Mio. EUR auf 868 Mio. EUR (+183,9 %). Beide Länder profitierten vermutlich sowohl von der Neuausrichtung der Handelsströme nach den Russland-Sanktionen als auch von eigenen Investitionen in Papierproduktionskapazitäten.
| Partner | Importe 2015 (Mio. EUR) | Importe 2025 (Mio. EUR) | Veränderung |
|---|---|---|---|
| China | 1.402 | 3.362 | +139,8 % |
| Türkei | 306 | 868 | +183,9 % |
| Russland | 356 | 3 | −99,2 % |
| Vereinigtes Königreich | 1.938 | 1.640 | −15,4 % |
| USA | 1.086 | 932 | −14,2 % |
| Schweiz | 881 | 737 | −16,3 % |
| Norwegen | 300 | 381 | +26,8 % |
Vereinigtes Königreich: Brexit-bedingte Handelsverschiebungen
Das Vereinigtes Königreich bleibt der wichtigste Exportmarkt der EU, doch die Handelsbeziehungen haben sich spürbar verändert. Die EU-Exporte in das Vereinigte Königreich sanken von 5.605 Mio. EUR (2015) auf 4.935 Mio. EUR (2025), ein Rückgang von 12,0 %. Gleichzeitig gingen auch die Importe aus dem Vereinigten Königreich um 15,4 % zurück (von 1.938 Mio. EUR auf 1.640 Mio. EUR). Diese bilateralen Rückgänge — trotz steigender Weltmarktpreise — deuten auf handelspolitische Friktionen nach dem Brexit hin, die den Papierhandel zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich nachhaltig belastet haben.
Diversifizierung der Exportmärkte und steigende Importkonzentration
Die Handelskonzentration, gemessen am Herfindahl-Hirschman-Index (HHI), entwickelte sich bei Im- und Exporten in entgegengesetzte Richtungen. Der HHI der Exporte (nach Wert) sank von 808 auf 737 (−8,8 %), was auf eine Diversifizierung der Absatzmärkte hindeutet. Der HHI der Importe hingegen stieg von 1.366 auf 1.525 (+11,6 %), was die wachsende Konzentration auf wenige Lieferländer — insbesondere China — widerspiegelt. Auch die neuen Exportmärkte gewannen an Bedeutung: Die EU-Exporte in die USA stiegen um 42,1 % (von 2.312 Mio. EUR auf 3.286 Mio. EUR), jene in die Türkei um 16,5 % und jene nach Ägypten um 19,6 %.
| Kennzahl (HHI, Wert) | 2015 | 2025 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Importe | 1.366 | 1.525 | +11,6 % |
| Exporte | 808 | 737 | −8,8 % |
3. Struktureller Wandel des Produktmixes: Verpackung gewinnt, Grafikpapier verliert
Neben den preislichen und geopolitischen Dynamiken zeigt sich im analysierten Zeitraum ein tiefgreifender struktureller Wandel in der Zusammensetzung des EU-Papierhandels. Die Nachfrage verschiebt sich zunehmend von grafischen Papieren und Zeitungsdruckpapier hin zu Verpackungspapieren und -pappen — ein Trend, der sowohl die Digitalisierung als auch das Wachstum des E-Commerce widerspiegelt.
Der Niedergang von Zeitungsdruckpapier und grafischen Papieren
Der schärfste Rückgang betraf das Zeitungsdruckpapier (KN 4801). Die EU-Exporte brachen von 1.301.000 Tonnen (2015) auf nur noch 267.000 Tonnen (2025) ein — ein Rückgang von 79,5 %. Der Exportwert sank im gleichen Zeitraum von 574 Mio. EUR auf 144 Mio. EUR (−75,0 %). Dieser dramatische Einbruch spiegelt den anhaltenden Rückgang der gedruckten Presse und die Verlagerung hin zu digitalen Medien wider.
Auch bei den grafischen Papieren (KN 4802) — also ungestrichenen Schreib- und Druckpapieren — ist der Trend deutlich: Die Exportmengen sanken von 3,77 Mio. Tonnen auf 2,31 Mio. Tonnen (−38,6 %), der Exportwert von 3.201 Mio. EUR auf 2.591 Mio. EUR (−19,0 %). Der geringere Rückgang im Wert gegenüber der Menge erklärt sich durch den Anstieg der Exportpreise von 850 EUR/t auf 1.120 EUR/t (+31,8 %).
Aufstieg der Verpackungspapiere
Im Gegensatz dazu profitierten vor allem die Verpackungsmaterialien. Die EU-Exporte von Verpackungsmitteln aus Papier und Pappe (KN 4819) — einschließlich Schachteln, Kartons, Säcke und Beutel — wuchsen im Wert von 2.196 Mio. EUR auf 2.879 Mio. EUR (+31,2 %), bei weitgehend stabilen Mengen (1,13 Mio. t → 1,08 Mio. t). Der Exportpreis stieg dabei von 1.947 EUR/t auf 2.673 EUR/t (+37,3 %).
Noch dynamischer entwickelte sich Kraftpapier und Kraftpappe (KN 4804): Die Exportmengen stiegen von 2,39 Mio. Tonnen auf 3,06 Mio. Tonnen (+27,6 %), der Exportwert von 1.701 Mio. EUR auf 2.579 Mio. EUR (+51,6 %). Gleichzeitig sanken die Importe von Kraftpapier jedoch um 47,1 % in der Menge (von 1,27 Mio. t auf 0,67 Mio. t) und um 30,0 % im Wert — ein Hinweis auf gesteigerte inländische Produktionskapazitäten.
Der Import von Verpackungsmitteln (KN 4819) stieg im Wert sogar um 61,5 % (von 1.392 Mio. EUR auf 2.247 Mio. EUR) und in der Menge um 38,3 %, was auf die wachsende Nachfrage im E-Commerce-Sektor hindeutet.
Veränderungen im Produktmix — Überblick
Die folgende Tabelle zeigt die Veränderungen der wichtigsten Produktsegmente im EU-Handel:
| Segment | Beschreibung | Exp.-Menge 2015 (t) | Exp.-Menge 2025 (t) | Δ Menge | Exp.-Wert 2015 (Mio. EUR) | Exp.-Wert 2025 (Mio. EUR) | Δ Wert |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 4801 | Zeitungsdruckpapier | 1.301.242 | 266.563 | −79,5 % | 574 | 144 | −75,0 % |
| 4802 | Grafische Papiere | 3.766.152 | 2.312.631 | −38,6 % | 3.201 | 2.591 | −19,0 % |
| 4804 | Kraftpapier/-pappe | 2.394.503 | 3.055.516 | +27,6 % | 1.701 | 2.579 | +51,6 % |
| 4805 | Andere ungestr. Papiere | 3.214.134 | 4.587.745 | +42,7 % | 1.704 | 2.428 | +42,5 % |
| 4810 | Gestrichene Papiere | 8.217.053 | 4.866.221 | −40,8 % | 6.095 | 5.070 | −16,8 % |
| 4811 | Gestrichen/überzogen | 1.679.879 | 1.418.213 | −15,6 % | 3.521 | 3.747 | +6,4 % |
| 4819 | Verpackungsmittel | 1.127.677 | 1.077.333 | −4,5 % | 2.196 | 2.879 | +31,2 % |
Auffällig ist, dass bei den gestrichenen Papieren (KN 4810) — dem mengenmäßig größten Exportsegment — die Menge um 40,8 % sank, der Wert aber nur um 16,8 % zurückging, da die Exportpreise von 742 EUR/t auf 1.042 EUR/t (+40,4 %) stiegen.
Spezialisierung innerhalb der EU: Skandinavische Papiermächte und Handelsdrehscheiben
Die Spezialisierungsanalyse für das Jahr 2025 zeigt, dass Finnland (RSCA 0,71, RCA 5,91) und Schweden (RSCA 0,55, RCA 3,48) die mit Abstand größten komparativen Vorteile im Papiersektor aufweisen. Beide Länder profitieren von großen Waldressourcen und einer langen Tradition der Papierherstellung. Finnland allein erwirtschaftete 2025 Exporte in Höhe von 2.833 Mio. EUR, Schweden sogar 3.889 Mio. EUR — Letzteres ein Anstieg von 26,8 % gegenüber 2015.
| Land | RSCA | RCA | Veränderung Exp. 2015→2025 |
|---|---|---|---|
| Finnland | 0,71 | 5,91 | −23,5 % |
| Schweden | 0,55 | 3,48 | +26,8 % |
| Portugal | 0,32 | 1,94 | — |
| Österreich | 0,29 | 1,80 | — |
| Deutschland | — | — | −1,1 % |
Bemerkenswert ist der divergierende Trend der beiden skandinavischen Hauptakteure: Während Schweden seine Exporte deutlich ausbaute, verlor Finnland trotz hoher Spezialisierung an Exportvolumen — möglicherweise bedingt durch den Rückgang der grafischen Papiere, auf die Finnland historisch stark ausgerichtet war.
Deutschland blieb mit 5.627 Mio. EUR Exportwert (2025) der größte einzelne EU-Exporteur, verzeichnete aber nur ein minimales Wachstum (−1,1 %). Auf der Importseite gaben die deutschen Papierimporte von 1.646 Mio. EUR auf 1.482 Mio. EUR nach (−10,0 %), während die Importe in andere große EU-Märkte — darunter Frankreich (+43,5 %), die Niederlande (+58,9 %) und Belgien (+69,1 %) — deutlich stiegen.
Die EU-Produktion von Papier und Pappe wuchs im Betrachtungszeitraum erheblich: Die Produktionsmenge stieg von 100,0 Mrd. kg auf 143,2 Mrd. kg (+43,2 %), der Produktionswert von 97,9 Mrd. EUR auf 152,1 Mrd. EUR (+55,3 %). Dieses kräftige Wachstum unterstreicht, dass die Papierindustry trotz rückläufiger grafischer Segmente insgesamt expandiert — vor allem getrieben durch die Verpackungsnachfrage.
Schlussfolgerung
Der EU-Papierhandel im Zeitraum 2015–2025 ist durch drei zentrale Dynamiken geprägt: Erstens eine strukturelle Entkopplung von Mengen und Werten, bei der sinkende Handelsvolumina durch drastisch gestiegene Preise — insbesondere nach dem Energiepreisschock von 2022 — mehr als kompensiert wurden. Zweitens eine tiefgreifende geopolitische Umorientierung der Handelsströme, die den russischen Handel zusammenbrechen ließ, China und die Türkei als neue Schlüsselpartner etablierte und die Handelsbeziehungen mit dem Vereinigten Königreich nach dem Brexit deutlich abkühlte. Drittens einen Produktmix-Wandel weg von grafischen Papieren und Zeitungsdruckpapier — dessen Niedergang die Digitalisierung widerspiegelt — hin zu Verpackungspapieren und Kraftpapier, die vom E-Commerce-Boom profitieren.
Die EU bleibt trotz dieser Umbrüche ein bedeutender Nettoexporteur im Papierbereich, mit einer Handelsbilanz von +14,9 Mrd. EUR im Jahr 2025 und einer steigenden Exportquote. Die skandinavischen Länder Finnland und Schweden sowie Deutschland bilden das industrielle Rückgrat der europäischen Papierexporte. Die zunehmende Importkonzentration auf wenige Lieferanten — insbesondere China — stellt jedoch ein potenzielles strategisches Risiko dar, das die EU bei der Gestaltung ihrer Handelspolitik berücksichtigen sollte.