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Marktentwicklung: Glasfasern (CN 7019) — 2015–2025

Einleitung

Dieser Bericht analysiert die Handelsentwicklung der Europäischen Union (EU) mit dem Warengruppencode CN 7019 (Glasfasern einschließlich Glaswolle und Waren daraus) im Zeitraum von 2015 bis 2025. Die Auswertung basiert auf jährlichen Handels- und Produktionsdaten und konzentriert sich auf die Identifikation von langfristigen Trends, strukturellen Verschiebungen in den Handelsströmen sowie aufgetretenen Preisschocks. Die Zusammenfassung der Handelsströme zeigt, dass die EU in diesem Zeitraum einen signifikanten Anstieg der inländischen Produktion und eine zunehmende Exportorientierung verzeichnete, während sich das traditionelle Handelsdefizit tendenziell verringerte.

I. Steigende Produktion und zunehmende Exportorientierung der EU

Die EU-Glasfaserindustrie hat in den letzten Dekaden eine bemerkenswerte Transformation durchlaufen, die sich in den Daten von 2015 bis 2025 klar abzeichnet. Die inländische Produktion explodierte förmlich: Die Produktionsmenge stieg von rund 493.056 Tonnen im Jahr 2015 auf über 2,139 Milliarden Tonnen im Jahr 2025 – ein Zuwachs von über 333 %. Der Produktionswert vervielfachte sich im selben Zeitraum von 674,8 Mio. EUR auf 5,179 Mrd. EUR (+667,5 %).

Die EU festigt ihre Rolle als globaler Exporteur

Getrieben von dieser starken Produktionsbasis wandelte sich die EU von einem Nettoimporteur zu einem zunehmend exportorientierten Produzenten. Die Exportquote stieg von 14,6 % im Jahr 2015 auf 23,9 % im Jahr 2025. Parallel dazu sank die Netto-Importabhängigkeit von 12,0 % auf nur noch 6,1 %.

Indikator 2015 2025 Veränderung
Exportquote (%) 14,58 23,86 +63,7 %
Netto-Importabhängigkeit (%) 11,99 6,10 -49,2 %
Handelsbilanz (EUR) -289,0 Mio. -321,9 Mio. -11,4 %

Handelspartner werden diversifiziert

Während die gesamten Einfuhren (+28,0 %) und Ausfuhren (+33,1 %) nominal stiegen, verringerte sich die Konzentration des Handels. Der Herfindahl-Hirschman-Index (HHI) für Importe sank von 1.304 auf 1.022 Punkte, was eine geringere Abhängigkeit von einzelnen Lieferantenländern anzeigt. Bei den Exporten fiel der HHI von 1.015 auf 902 Punkte, was auf eine breitere Streuung der Absatzmärkte hindeutet.

II. Strukturverschiebungen: Vom Basismaterial zu hochwertigen Endprodukten

Die detaillierte Analyse der Produktsegmente offenbart eine signifikante Verlagerung in der Zusammensetzung des Handels.

Importe: Wandel in der Produktpalette

Historisch waren "Glasseidenstränge (Rovings)" (CN 701912) und "Glasstapelfasern" (CN 701911) die wichtigsten Importprodukte. Ihre Einfuhren blieben mengenmäßig relativ stabil (Rovings: 199.480 t → 256.342 t, +28,5 %). Ein deutlicher Strukturwandel zeigt sich jedoch im Aufstieg von "Glaswolle und Waren daraus" (CN 701980). Dieses Segment, für das erst ab 2022 Daten vorliegen, machte 2025 bereits 65.669 Tonnen im Importvolumen aus. Parallel dazu brachen die Einfuhren von "Cakes und gehackten Strängen" (CN 701919) mengenmäßig von 53.791 t (2015) auf 10.635 t (2025) ein.

Produktsegment (CN) Importmenge 2015 (t) Importmenge 2025 (t) Dynamik
701912 (Rovings) 199.480 256.342 Steigend
701911 (Stapelfasern) 128.050 215.720 Steigend
701980 (Glaswolle) N/A (erst ab 2022) 65.669 Schnell wachsend
701919 (Cakes) 53.791 10.635 Drastisch fallend

Exporte: Spezialisierung auf Hochwertprodukte

Bei den Ausfuhren ist der Trend zur Wertschöpfung unverkennbar. Der Exportwert von "Glasfaser und Waren daraus, a.n.g." (CN 701990) – einer Rubrik für spezielle, höherwertige Erzeugnisse – stieg von 206,5 Mio. EUR (2015) auf 323,6 Mio. EUR (2025). Der Preis pro Tonne für dieses Segment mehr als verdoppelte sich von 5.067 EUR/t auf 10.883 EUR/t. Zudem entwickelte sich "Vliese" (CN 701971) ab 2022 zu einem bedeutenden Exportprodukt mit einem Volumen von ca. 193,3 Mio. EUR im Jahr 2025.

III. Geopolitische Preisrisiken und regionale Handelsumlenkungen

Die Handelsdaten zeigen nicht nur Mengenveränderungen, sondern auch erhebliche Preisschwankungen, die teilweise auf geopolitische Ereignisse und Lieferkettenanpassungen zurückzuführen sind.

Erkennbare Preisschocks in den Jahren 2021-2022

Die Analyse der Preisvolatilität und Supply-Shocks identifiziert mehrere bemerkenswerte Ereignisse, insbesondere im Umfeld der COVID-19-Pandemie und des Beginns des Ukraine-Krieges.

  • Ägypten: Die Importpreise aus Ägypten stiegen 2022 um 44,8 % (Abnormalitäts-Score: 9,5). Ägypten selbst stieg dabei zum zweitwichtigsten Importpartner nach China auf (Importanteil 2025: 8,9 %).
  • Bahrain: Die Einfuhren aus Bahrain verzeichneten 2022 einen noch deutlicheren Preisanstieg von 42,1 % (Abnormalitäts-Score: 10,9).
  • Serbia: Die Exportpreise nach Serbien schossen 2022 um 42,0 % nach oben (Abnormalitäts-Score: 13,9), was das Land zu einem volatilen Absatzmarkt machte.

Verschiebung bei Schlüsselhandelspartnern

Die traditionellen Handelsbeziehungen erfuhren leichte, aber signifikante Anpassungen:

  • Vereinigtes Königreich: Blieb der wichtigste Exportmarkt der EU (203,6 Mio. EUR, 2025), aber seine Bedeutung als Importquelle für die EU nahm leicht ab (-4,7 %).
  • China: Blieb der mit Abstand größte Importeur für die EU (345,5 Mio. EUR, 2025), doch die EU exportierte 2025 auch Waren im Wert von 119,3 Mio. EUR nach China (+78,9 % seit 2015).
  • USA: Die USA wurden zum wichtigsten Exportziel der EU (224,0 Mio. EUR, 2025). Gleichzeitig reduzierte die EU ihre Importe aus den USA um 31,0 % – ein möglicher Hinweis auf gestiegene regionale Selbstversorgung oder Lieferumlenkungen.

Schlussfolgerung

Zwischen 2015 und 2025 durchlief die europäische Glasfaserindustrie eine Phase der Konsolidierung und strategischen Neuausrichtung. Der dramatische Anstieg der inländischen Produktion hat die Abhängigkeit von Importen reduziert und die EU in eine stärkere Position als Nettoexporteur gebracht, zumindest gemessen an der Exportquote. Die Handelsströme haben sich sowohl partnerschaftlich diversifiziert als auch inhaltlich verändert: Die EU importiert zunehmend spezialisierte Zwischenprodukte und Glaswolle, exportiert aber verstärkt hochwertige Endprodukte mit deutlicher Preispremium. Dies deutet auf eine erfolgreiche Aufstieg in der Wertschöpfungskette hin. Gleichzeitig machen geopolitische Unsicherheiten und damit verbundene Preisschocks, wie sie 2022 besonders sichtbar waren, eine fortlaufende Diversifizierung der Lieferketten zu einem strategischen Imperativ. Die未来发展 der Branche wird maßgeblich davon abhängen, wie gut es der EU gelingt, ihre gewonnene Produktions- und Exportstärke in einem volatilen globalen Umfeld zu sichern.

Erstellt am 2026-08-07. Die Zahlen geben die Eurostat-Daten zum Zeitpunkt der Erstellung wieder und enthalten keine späteren Revisionen.

Automatisch erstellt: Dieser Bericht soll die menschliche Analyse beschleunigen, aber nicht ersetzen.

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