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Marktentwicklung: Alliumgemüse (CN 0703) — 2015–2025

Einleitung

Der vorliegende Bericht analysiert die Handelsentwicklung der Europäischen Union (EU) mit Drittländern für den Zollcode 0703 (Speisezwiebeln, Schalotten, Knoblauch, Porree und andere Alliumgemüse) im Zeitraum von 2015 bis 2025. Ziel ist es, die wesentlichen Handelsdynamiken, strukturellen Veränderungen und auftretenden Preis- und Mengenschocks zu identifizieren und zu interpretieren. Die Analyse basiert ausschließlich auf den bereitgestellten Daten der EU Trade Dashboard und gliedert sich in drei zentrale Erkenntnisbereiche. (Übersicht & Definitionen)

1. Divergierende Handelsströme: Dynamischer Importanstieg bei stabilem Exportüberschuss

Die Analyse zeigt einen deutlichen Trend: Während der EU-Exportwert über den Zeitraum hinweg um 52,8% stieg, erhöhten sich die Importwerte sogar um 124,9%. Dennoch blieb die Handelsbilanz (Exportwert minus Importwert) kontinuierlich positig, was auf einen dauerhaften komparativen Vorteil der EU bei Alliumgemüse hindeutet.

1.1 Importe verdoppeln sich in Wert und Menge

Das Wachstum der EU-Importe war überproportional stark. Der Importwert stieg von 215 Mio. EUR im Jahr 2015 auf 483 Mio. EUR im Jahr 2025. Die importierte Menge vergrößerte sich im selben Zeitraum von 282.915 Tonnen auf 529.907 Tonnen (+87,3%). (Allgemeine Übersicht)

1.2 Exporte wachsen preisgetrieben

Im Gegensatz dazu wuchsen die EU-Exportmengen nur moderat um 8,8% (von 1,33 Mio. t auf 1,45 Mio. t). Der signifikante Anstieg des Exportwertes (+52,8%, auf 816 Mio. EUR) ist primär auf gestiegene Durchschnittspreise zurückzuführen, die sich von 402 EUR/t auf 564 EUR/t erhöhten.

1.3 Differenz im Durchschnittspreis zwischen Import und Export

Ein auffälliges Merkmal ist der persistente Preisunterschied zwischen importierten und exportierten Gütern. Importware erzielte mit 912 EUR/t (2025) einen deutlich höheren Durchschnittspreis als Exportware (564 EUR/t). Dies legt nahe, dass die EU tendenziell höherwertige oder spezialisiertere Alliumgemüse importiert und Standardprodukte exportiert.

Kennzahl 2015 2025 Veränderung
Exportwert (Mio. EUR) 534,2 816,1 +52,8%
Importwert (Mio. EUR) 214,9 483,3 +124,9%
Handelsbilanz (Mio. EUR) 319,2 332,8 +4,3%
Exportpreis (EUR/t) 401,9 564,4 +40,4%
Importpreis (EUR/t) 759,7 912,0 +20,0%

2. Wandel der Handelspartnerschaften: Neue Schlüsselakteure bei Importen

Die geografische Struktur der Handelsbeziehungen unterlag zwischen 2015 und 2025 erheblichen Veränderungen, insbesondere auf der Importseite.

2.1 Diversifizierung der Importquellen mit starkem Wachstum aus Schwellenländern

Die bedeutendsten Importpartner der EU sind nach wie vor China (Wertsteigerung: +150,9%) und Neuseeland (-21,7%). Bemerkenswert ist jedoch das explosionsartige Wachstum neuer Lieferanten: Die Importe aus Ägypten (+216,2%), der Türkei (+478,2%), Peru (+512,7%) und Chile (+412,8%) haben sich vervielfacht. Dies deutet auf eine aktive Diversifizierung der Lieferketten und mögliche saisonale Ergänzungen hin. (Wichtigste Partner)

2.2 Exporte bleiben stark auf das Vereinigte Königreich und Westafrika konzentriert

Der Absatzmarkt der EU-Exporte ist geografisch deutlich weniger diversifiziert. Fast ein Drittel des Exportwertes ging 2025 ins Vereinigte Königreich (257 Mio. EUR, +64,5%). Weitere zentrale Abnehmer sind westafrikanische Staaten wie Senegal (+94,9%), Côte d'Ivoire (+228,7%) und Guinea (+130,1%). Eine extreme Volatilität zeigt sich bei Brasilien, wohin die Exporte von 68 Mio. EUR (2015) auf 0,7 Mio. EUR (2025) einbrachen. (Wichtigste Partner)

2.3 Verändernde Rollen innerhalb der EU: Die Niederlande als Drehkreuz

Innerhalb der EU zeigt sich ein Konzentrationstrend. Die Niederlande haben ihre Position als zentrales Handelsdrehkreuz für Alliumgemüse weiter ausgebaut. Sie waren sowohl der größte Exporteur (492 Mio. EUR, +67,4%) als auch der größte Importeur (199 Mio. EUR, +111,0%) im Jahr 2025. Spanien verzeichnete ein außergewöhnliches Importwachstum (+671,3%) und festigte seinen Status als zweitgrößter Exporteur. (Wichtigste Reporter)

3. Produktsegmentanalyse: Knoblauch als Wachstumstreiber

Die Aufschlüsselung nach Untergütern (CN 070310, 070320, 070390) offenbart signifikante Unterschiede in der Handelsdynamik.

3.1 Speisezwiebeln und Schalotten (070310): Stabiler Riesenmarkt

Dieses Segment ist mengen- und wertmäßig das mit Abstand größte. 2025 machte es sowohl bei Importen (76% der Menge, 48% des Wertes) als auch bei Exporten (95% der Menge, 73% des Wertes) den Löwenanteil aus. Die Handelsmengen unterliegen deutlichen jährlichen Schwankungen (z.B. Importe 2019: 542.714 t, 2022: 212.949 t), was auf die starke Abhängigkeit von Erntemengen und Wetterbedingungen zurückzuführen ist. (Produktsegmente)

3.2 Knoblauch (070320): Explosives Importwachstum

Der mit Abstand dynamischste Trend findet sich im Knoblauchsegment. Die Importmenge stieg von 46.738 Tonnen (2015) auf 111.812 Tonnen (2025) – eine Steigerung von 139%. Der Importwert mehrte sich gar von 71 Mio. EUR auf 204 Mio. EUR (+187%). Die Durchschnittspreise für importierten Knoblauch (1.821 EUR/t) liegen weit über denen für Zwiebeln (575 EUR/t). Gleichzeitig sanken die EU-Exportmengen bei Knoblauch um 27,4%.

3.3 Porree und andere Alliumgemüse (070390): Nischenmarkt mit Preissteigerungen

Dieses Segment ist mengenmäßig klein, weist jedoch die höchsten Durchschnittspreise auf (Import: 3.220 EUR/t, Export: 2.084 EUR/t im Jahr 2025). Die Handelsmengen blieben relativ stabil, wobei die Exportpreise über den Zeitraum hinweg stärker stiegen als die Importpreise.

Segment Kennzahl 2015 2025 Veränderung
Knoblauch (070320) Importmenge (t) 46.738 111.812 +139%
Importwert (Mio. EUR) 70,9 203,6 +187%
Exportmenge (t) 69.768 50.696 -27,4%
Speisezwiebeln (070310) Importmenge (t) 224.719 403.308 +79%
Exportmenge (t) 1.234.833 1.374.315 +11%
Porree etc. (070390) Exportpreis (EUR/t) 1.210 2.084 +72%

Fazit

Zwischen 2015 und 2025 durchlief der EU-Handel mit Alliumgemüse bedeutende Veränderungen. Obwohl die EU-Exporte nach wie vor einen positiven Saldo aufweisen, ist der Markt durch ein starkes Importwachstum gekennzeichnet. Dieses wird maßgeblich von einer Diversifizierung der Lieferantenländer angetrieben, mit neuem Gewicht auf Akteuren wie der Türkei, Peru und Ägypten. Produktseitig ist der importgetriebene Boom im Knoblauchsegment das herausragende Merkmal. Gleichzeitig konsolidiert sich innerhalb der EU die Handelsfunktion der Niederlande. Die Daten zeigen zudem eine anhaltende Spezialisierung: Die EU importiert tendenziell hochpreisigeres Gemüse und exportiert mengenmäßig überlegene Standardware, was auf eine funktionale Arbeitsteilung innerhalb globaler Allium-Lieferketten hindeutet.

Erstellt am 2026-08-07. Die Zahlen geben die Eurostat-Daten zum Zeitpunkt der Erstellung wieder und enthalten keine späteren Revisionen.

Automatisch erstellt: Dieser Bericht soll die menschliche Analyse beschleunigen, aber nicht ersetzen.

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