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Marktentwicklung: Gurken (CN 0707) — 2015–2025

Einleitung

Dieser Bericht analysiert die Handelsentwicklung von frischen oder gekühlten Gurken und Cornichons (Zolltarifnummer 0707) der Europäischen Union mit Drittländern im Zeitraum von 2015 bis 2025. Die EU hat in diesem Jahrzehnt eine bemerkenswerte Handelsdynamik erlebt, die von einem starken Exportwachstum, einer noch stärkeren Zunahme der Importe sowie erheblichen Veränderungen bei den Handelspartnerschaften und Preisniveaus geprägt ist. Dieser Bericht beleuchtet die wichtigsten Trends und deren mögliche Ursachen.

1. Robustes Exportwachstum trotz gestiegener Importabhängigkeit

Die EU ist weiterhin ein bedeutender Nettoexporteur von Gurken, doch die Dynamik von Exporten und Importen zeigt divergierende Trends.

  • Die EU-Ausfuhren haben sich im Wert von 187,7 Mio. EUR (2015) auf 401,2 Mio. EUR (2025) mehr als verdoppelt (+113,7 %). Das Volumen stieg im selben Zeitraum von 207.670 t auf 239.675 t (+15,4 %). Der deutlich höhere Wertzuwachs gegenüber dem Mengenwachstum ist auf einen erheblichen Preisanstieg zurückzuführen: Der Exportpreis erhöhte sich von 904 EUR/t auf 1.674 EUR/t (+85,2 %).

  • Die EU-Einfuhren sind noch stärker gestiegen. Der Wert verfünffachte sich von 36,9 Mio. EUR auf 127,5 Mio. EUR (+245,3 %). Das Importvolumen mehr als verdoppelte sich von 54.051 t auf 127.178 t (+135,3 %). Der Importpreis stieg von 683 EUR/t auf 1.003 EUR/t (+46,7 %), also deutlich moderater als der Exportpreis.

  • Die positive Handelsbilanz der EU nahm von 150,8 Mio. EUR auf 273,6 Mio. EUR zu (+81,5 %). Dies zeigt, dass die EU trotz des raschen Importwachstums ihre Position als Nettoexporteur ausbauen konnte, gestützt durch starke Exportpreise.

2. Verschiebungen bei Handelspartnern und steigende Importkonzentration

Die Zusammensetzung der wichtigsten Handelspartner hat sich zwischen 2015 und 2025 erheblich verändert, was sich auch in der zunehmenden Konzentration der Importe widerspiegelt.

  • Das Vereinigte Königreich war 2015 und 2025 der mit Abstand wichtigste Exportmarkt, mit einem Exportvolumen von 147,5 Mio. EUR auf 322,2 Mio. EUR (+118,4 %). Die Schweiz und Norwegen folgen auf den Plätzen. Im Gegensatz dazu sind die Exporte in die USA drastisch eingebrochen (von 4,3 Mio. EUR auf 0,3 Mio. EUR).

  • Bei den Importquellen hat die Türkei ihre Führungsposition massiv ausgebaut (von 9,6 Mio. EUR auf 56,2 Mio. EUR; +485,4 %). Albanien weist mit einem Anstieg von 1,1 Mio. EUR auf 16,7 Mio. EUR (+1.420,5 %) das höchste prozentuale Wachstum auf. Importe aus der Russischen Föderation sind von einem fast unbedeutenden Niveau auf 7,1 Mio. EUR gestiegen. Die traditionellen Lieferanten Bosnien und Herzegovina verloren hingegen an Bedeutung.

  • Die wichtigsten Mitgliedstaaten für Importe aus Drittländern sind Polen (Wert steigerte sich um 1.601 %), Deutschland und Spanien. Bei den Exporten dominieren Spanien (Anstieg von 71,5 Mio. EUR auf 207,8 Mio. EUR), die Niederlande und Frankreich. Der Herfindahl-Hirschman-Index (HHI) für Importe nach Wert stieg von 1.645 auf 2.542 (+54,6 %), was auf eine höhere Konzentration und somit potenziell höhere Abhängigkeit von weniger Lieferanten hindeutet. Die Exportkonzentration blieb relativ stabil.

3. Preisvolatilität und Lieferkettenstabilität

Die Handelsbeziehungen zeigten unterschiedliche Volatilitätsmuster, wobei ein markanter Preisschock bei Importen zu beobachten ist.

  • Die Volatilität der Handelsströme, gemessen am Variationskoeffizienten (CV), war bei den Importen generell höher als bei den Exporten. Besonders volatil waren Importe aus der Russischen Föderation (CV: 0,71) und dem Kosovo (CV: 0,97). Die Exporte in das Vereinigte Königreich waren hingegen sehr stabil (CV: 0,05), was auf etablierte und zuverlässige Lieferketten hindeutet.

  • Ein signifikanter Preisschock wurde bei den Importen aus Marokko im Jahr 2021 festgestellt. Der Preis stieg um 42,1 % über das erwartete Niveau (Abnormalität von 2,7). Dieser Schock ist besonders relevant, da Marokko zu diesem Zeitpunkt einen Anteil von 16,6 % am EU-Importwert hatte. Ursachen könnten wetterbedingte Ernteausfälle oder pandemiebedingte Lieferkettenprobleme gewesen sein.

  • Die Analyse der Spezialisierung im Jahr 2025 zeigt, dass Spanien (RSCA: 0,80) und Griechenland (RSCA: 0,72) innerhalb der EU eine sehr hohe komparative Kompetitivität im Gurkenexport aufweisen. Dies unterstreicht die führende Rolle südeuropäischer Produzenten. Im Gegensatz dazu weisen Länder wie Irland und Schweden eine sehr geringe Spezialisierung auf.

Schlussfolgerung

Im Zeitraum 2015–2025 hat die EU ihre Position als global führender Exporteur von frischen Gurken trotz eines rasch wachsenden Importmarktes gefestigt. Die Wertschöpfung der Ausfuhren wuchs stärker als das Volumen, was auf höhere Preise und möglicherweise Qualitäts- oder Nischenprodukte hindeutet. Die Importe stiegen jedoch prozentual noch stärker, angetrieben von einer steigenden Nachfrage und sich diversifizierenden, wenn auch gleichzeitig konzentrierteren Lieferketten (insbesondere aus der Türkei, Albanien und Marokko). Einige dieser Lieferketten zeigen sich anfällig für Preis- und Mengenschwankungen, wie der marokkanische Preisschock von 2021 belegt. Langfristig könnte die steigende Importabhängigkeit die Notwendigkeit erhöhen, die Diversität der Bezugsquellen oder die inländische Produktion in bestimmten Mitgliedstaaten zu stärken.

Erstellt am 2026-08-07. Die Zahlen geben die Eurostat-Daten zum Zeitpunkt der Erstellung wieder und enthalten keine späteren Revisionen.

Automatisch erstellt: Dieser Bericht soll die menschliche Analyse beschleunigen, aber nicht ersetzen.

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