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Marktentwicklung: Schwefelarmes Gasöl (CN 27101944) — 2015–2025

Einleitung

Dieser Bericht analysiert die Handelsentwicklung der Europäischen Union mit dem Produkt CN 27101944 – schwefelarmem Gasöl (Schwefelgehalt ≤ 0,001 %) – im Zeitraum von 2015 bis 2025. Die Auswertung basiert auf verfügbaren Handelsdaten, die einen detaillierten Einblick in die Struktur des Handels, die geografischen Partnerschaften sowie die Wettbewerbsposition der EU-Mitgliedstaaten geben. Da für den gesamten Zeitraum nur aggregierte Jahresdaten vorliegen, konzentriert sich die Analyse auf den aktuellen Zustand und die strukturellen Merkmale des Marktes im Jahr 2025.

1. Grundlegende Handelsstruktur und Nettodefizit der EU

Die EU weist im Handel mit schwefelarmem Gasöl ein erhebliches Handelsdefizit auf, was ihre Rolle als Nettoimporteur dieses Energierohstoffs unterstreicht. Die Handelsstruktur zeigt ein deutliches Ungleichgewicht zwischen Import- und Exportvolumen.

Die EU als Nettoimporteur mit großem Handelsdefizit

Im Jahr 2025 importierte die EU schwefelarmes Gasöl im Wert von 23.297.870.616,45 EUR und exportierte Waren im Wert von 16.350.409.873,91 EUR. Dies resultiert in einem negativen Handelsbilanzsaldo von -6.947.460.742,54 EUR. Die Importe überstiegen die Exporte somit um mehr als 70 % (Handelsübersicht).

Mengen- und Preisstruktur des Handels

Das mengenmäßige Bild bestätigt das Defizit. Die EU importierte 37.054.238,676 Tonnen des Produkts, exportierte jedoch nur 25.741.685,419 Tonnen. Der durchschnittliche Importpreis lag bei 626,30 EUR pro Tonne, während der Exportpreis mit 635,17 EUR pro Tonne leicht höher war. Dieser Preisunterschied könnte auf unterschiedliche Qualitäten, Herkunftsländer oder logistische Kosten hindeuten.

2. Geografische Partnerschaften: Konzentration auf wenige Hauptakteure

Der Handel der EU ist geografisch stark konzentriert. Sowohl die Import- als auch die Exportseite werden von wenigen Partnerländern dominiert, was Anfälligkeiten und strategische Abhängigkeiten schafft.

Dominanz ölproduzierender Länder bei den Importen

Die wichtigsten Lieferanten für die EU sind große Ölproduzenten. Saudi-Arabien ist mit einem Importwert von 7.093.564.391,95 EUR der mit Abstand wichtigste Partner, gefolgt von den Vereinigten Staaten mit 4.362.530.465,66 EUR und Indien mit 3.119.181.846,07 EUR. Zusammen mit Kuwait, der Türkei und Katar liefern diese sieben Top-Partner den überwiegenden Teil der EU-Importe (Top-Handelspartner nach Wert).

Rang Importpartner Wert (EUR)
1 Saudi-Arabien 7.093.564.391,95
2 Vereinigte Staaten 4.362.530.465,66
3 Indien 3.119.181.846,07
4 Kuwait 2.219.621.050,48
5 Türkei 1.229.794.936,71
6 Nicht spezifizierte Länder 1.035.812.930,94
7 Katar 1.111.070.194,61

Exporte vorwiegend in europäische Nachbarländer und strategische Partner

Auf der Exportseite sind die Handelsströme regionaler ausgerichtet. Das Vereinigte Königreich ist mit 4.273.182.705,53 EUR das wichtigste Exportziel, was die anhaltende Handelsverflechtung trotz des Brexits widerspiegelt. Es folgen die Ukraine mit 3.235.137.044,50 EUR und Gibraltar mit 1.277.552.508,00 EUR. Der Export dient primär der Versorgung benachbarter Märkte in Europa, Nordafrika und dem Nahen Osten.

3. Marktkonzentration und Spezialisierung innerhalb der EU

Der Binnenmarkt für schwefelarmes Gasöl zeigt eine heterogene Leistungsfähigkeit und Spezialisierung der einzelnen Mitgliedstaaten, bei einer mittleren Konzentration auf Lieferantenseite.

Mittlere Konzentration bei Importen, höhere Diversifizierung bei Exporten

Die Konzentration des Handels, gemessen am Herfindahl-Hirschman-Index (HHI), ist bei den Importen mit einem Wert von 1.941,77 höher als bei den Exporten mit 1.332,92. Werte unter 1.500 deuten auf einen unkonzentrierten, wettbewerbsintensiven Markt hin, während Werte darüber auf eine moderate Konzentration hindeuten. Die EU bezieht ihr Gasöl also aus einer weniger diversifizierten Gruppe von Lieferanten, als sie es an verschiedene Abnehmer exportiert (Konzentrationsanalyse).

Stark unterschiedliche Spezialisierung der EU-Mitgliedstaaten

Die Fähigkeit, schwefelarmes Gasöl zu exportieren, variiert innerhalb der EU erheblich. Malta (RSCA: 0,77), Litauen (RSCA: 0,77) und Finnland (RSCA: 0,74) weisen eine hohe exportseitige Spezialisierung auf. Im Gegensatz dazu haben Länder wie Luxemburg (RSCA: -1,0), Estland (RSCA: -0,99) und Irland (RSCA: -0,93) eine negative Spezialisierung, was bedeutet, dass sie relativ zu ihrer Größe weniger Gasöl exportieren oder sogar Nettoimporteur sind (Spezialisierungsanalyse).

Stärkste Spezialisierung (Exporter) RSCA Schwächste Spezialisierung RSCA
Malta 0,77 Luxemburg -1,0
Litauen 0,77 Estland -0,99
Finnland 0,74 Irland -0,93

Schlussfolgerung

Der EU-Markt für schwefelarmes Gasöl (CN 27101944) ist im Jahr 2025 durch ein signifikantes Handelsdefizit gekennzeichnet, das die Abhängigkeit der EU von Importen aus ölproduzierenden Ländern im Nahen Osten und den USA unterstreicht. Die Exporte sind stark auf europäische Nachbarländer fokussiert. Innerhalb der EU existieren große Unterschiede in der Handelsposition: Einige kleinere Mitgliedstaaten wie Malta und Litauen sind stark auf den Export dieses Produkts spezialisiert, während große Volkswirtschaften wie Deutschland und Frankreich zu den führenden Importeuren zählen. Diese Struktur macht den EU-Energiemarkt anfällig für geopolitische und preisliche Schocks auf der Angebotsseite, während gleichzeitig binnenwirtschaftliche Disparitäten in der Verarbeitungs- und Exportfähigkeit bestehen.

Erstellt am 2026-08-08. Die Zahlen geben die Eurostat-Daten zum Zeitpunkt der Erstellung wieder und enthalten keine späteren Revisionen.

Automatisch erstellt: Dieser Bericht soll die menschliche Analyse beschleunigen, aber nicht ersetzen.

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