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Marktentwicklung: Schmieröle (CN 27101981) — 2015–2025

Einleitung

Dieser Bericht analysiert die Entwicklung des EU-Außenhandels mit dem Zollprodukt 27101981 (Motorenöle, Kompressorenöle und Turbinenöle) im Zeitraum 2015 bis 2025. Der CN-Code umfasst Schmieröle auf Erdölbasis mit einem Anteil von mindestens 70 Gewichtsprozent, die nicht für chemische Umwandlungsprozesse bestimmt sind. Die Analyse konzentriert sich auf Importe und Exporte zwischen der EU und Drittländern und zeigt signifikante Veränderungen in Handelsvolumen, -wert, -preisen und -partnerschaften auf. Die EU hat sich in diesem Zeitraum als Exporteur von Spezialölen konsolidiert, wobei geopolitische Ereignisse und Preisentwicklungen die Handelsströmungen nachhaltig beeinflussten.

1. Deutliches Exportwachstum und ein sich stark verbessernder Handelsüberschuss

Die EU-Exporte von Schmierölen haben im betrachteten Zeitraum sowohl im Wert als auch in der Menge erheblich zugenommen, während die Importe relativ gering blieben und die Handelsbilanz sich massiv verbesserte.

1.1 Starker Anstieg der Exportpreise und -mengen trieb das Exportwachstum an

Der EU-Exportwert stieg von 1,59 Mrd. EUR im Jahr 2015 auf 2,80 Mrd. EUR im Jahr 2025, was einem Anstieg von 75,6 % entspricht (Gesamtübersicht). Dieses Wachstum wurde durch zwei Faktoren getrieben: Eine Steigerung der exportierten Menge um 28,7 % (von 765.908 t auf 985.659 t) sowie einen deutlichen Preisanstieg um 36,5 % (von 2.082 EUR/t auf 2.840 EUR/t). Der Höchstwert im Exportwert wurde 2022 mit 2,89 Mrd. EUR erreicht.

1.2 Importe stagnierten preisbereinigt, wobei die Mengen zurückgingen

Im Gegensatz zu den Exporten verlief die Importentwicklung gedämpfter. Der Importwert stieg im selben Zeitraum lediglich um 13,6 % (von 138,8 Mio. EUR auf 157,7 Mio. EUR). Dies geschah jedoch bei einem gleichzeitigen drastischen Rückgang der importierten Menge um 30,6 % (von 88.746 t auf 61.625 t). Der Grund hierfür ist ein überproportionaler Preisanstieg bei den Importen um 63,6 % (von 1.564 EUR/t auf 2.559 EUR/t). Dies deutet darauf hin, dass die EU zwar mengenmäßig weniger importierte, dafür aber zu wesentlich höheren Preisen.

1.3 Der Handelsüberschuss der EU verdoppelte sich fast

Aus der asymmetrischen Entwicklung von Exporten und Importen resultierte eine dramatische Verbesserung der Handelsbilanz. Der Überschuss wuchs von 1,46 Mrd. EUR (2015) auf 2,64 Mrd. EUR (2025), was einem Anstieg von 81,5 % entspricht (Gesamtübersicht). Die EU hat sich damit als Nettoexporteur von Spezialölen weiter etabliert.

2. Geopolitische Umbrüche und Diversifizierung der Handelspartner

Die Zusammensetzung der wichtigsten Handelspartner hat sich unter dem Einfluss von geopolitischen Ereignissen und neuen Handelsbeziehungen stark verändert, wobei die Konzentration des Marktes insgesamt abnahm.

2.1 Die EU diversifizierte ihre Importquellen weg von traditionellen Partnern

Bei den Importen verloren etablierte Partner an Bedeutung. Die Einfuhren aus dem Vereinigten Königreich sanken um 23,8 % auf 52,7 Mio. EUR, obwohl es weiterhin der wichtigste Importpartner blieb (Partner nach Wert). Besonders auffällig ist der fast vollständige Wegfall der Importe aus der Russischen Föderation (Rückgang um 97,4 %) ab 2022, offensichtlich eine Folge der Sanktionen nach dem Beginn des Krieges in der Ukraine. Gleichzeitig gewannen neue Lieferanten stark an Bedeutung: Importe aus den Vereinigten Arabischen Emiraten stiegen um phänomenale 1.666 %, aus Serbien um 419 % und aus der Türkei um 90 %. Dies zeigt eine klare Neuorientierung der EU-Importströme.

2.2 Russland fiel als Exportmarkt weg, die Türkei und die Ukraine gewannen stark an Bedeutung

Die stärkste Veränderung bei den Exporten betraf die Russische Föderation. Die EU-Exporte nach Russland, einst der drittgrößte Exportmarkt (288 Mio. EUR im Jahr 2015), brachen um 96,8 % auf nur noch 9,4 Mio. EUR im Jahr 2025 ein (Partner nach Wert). Diese Lücke wurde teilweise durch andere Märkte geschlossen. Die Exporte in die Türkei stiegen um 437 % auf 151,7 Mio. EUR, und in die Ukraine um 189 % auf 174,4 Mio. EUR. Zudem stiegen die Exporte in die Kategorie „Länder und Gebiete ohne Angabe im Rahmen des Außengemeinschaftshandels“ stark an.

2.3 Der EU-Markt wurde weniger konzentriert und spezialisierter

Die Konzentration des Handels, gemessen am Herfindahl-Hirschman-Index (HHI), nahm sowohl bei Importen als auch Exporten deutlich ab. Der HHI für Importe sank um 43,8 % und für Exporte um 56,3 % (Konzentration). Dies bestätigt die in den Partnerveränderungen beobachtete Diversifizierung. Innerhalb der EU zeigt die Spezialisierungsanalyse für 2025, dass kleine Länder wie Litauen (RSCA: 0,60), Belgien (RSCA: 0,46) und Kroatien (RSCA: 0,30) eine hohe relative komparative Advantage im Export dieses Produkts aufweisen (Spezialisierung).

3. Volatilität, Preisschocks und die Auswirkungen geopolitischer Krisen

Der Handel zeigte über den gesamten Zeitraum eine hohe Volatilität bei bestimmten Partnern und wurde von markanten, durch externe Ereignisse ausgelösten Schocks geprägt.

3.1 Hohe Handelsvolatilität bei einzelnen Partnerländern

Die Preisschwankungen im Handel mit einigen Partnern waren beträchtlich, gemessen am Variationskoeffizienten (CV). Besonders volatil war der Import aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (CV: 1,29) und aus Japan (CV: 0,97), sowie der Export nach Südafrika (CV: 0,66), in die Türkei (CV: 0,54) und in den Irak (CV: 0,45) (Volatilität). Diese Volatilität kann auf politische Instabilität, währungsbedingte Schwankungen oder Schwankungen in der Nachfrage zurückzuführen sein.

3.2 Dramatische Handelsschocks prägten spezifische Jahre und Partner

Die Datenanalyse identifiziert mehrere bemerkenswerte Handelsschocks (Schockereignisse):

  • Ein extremer Preisschock bei den EU-Exporten nach Nigeria im Jahr 2021 (Anormalitätsindex: 11,2). Die Preise sprangen um 104,8 % an.
  • Ein Angebotschock bei den EU-Exporten in die Russische Föderation im Jahr 2024 (Anormalitätsindex: 6,2). Das Exportvolumen brach um 99,3 % ein, was die Endphase der restriktiveren Handelspolitik widerzuspiegeln scheint.
  • Ein moderater Preisschock bei den Exporten nach Brasilien im Jahr 2022 (Anormalitätsindex: 6,1) mit einem Preisanstieg von 47,4 %.

Diese Ereignisse unterstreichen die Anfälligkeit des Spezialöle-Handels für geopolitische und marktbedingte Turbulenzen.

Fazit

Zwischen 2015 und 2025 hat sich der EU-Markt für Schmieröle (CN 27101981) grundlegend verändert. Die EU festigte ihre Position als starker Nettoexporteur mit einem signifikant gewachsenen Handelsüberschuss. Der Exportboom wurde sowohl durch Preis- als auch Mengensteigerungen getrieben. Die schärfste Zäsur markierte der geopolitische Konflikt mit Russland ab 2022, der zu einer fast vollständigen Handelsunterbrechung führte und eine massive Neuordnung der Handelsströme auslöste. Die EU diversifizierte ihre Handelspartner sowohl bei Importen als auch Exporten erfolgreich, wie die sinkende Konzentrationsmesszahl unter Beweis stellt. Gleichzeitig blieb der Markt anfällig für extreme Preisschwankungen und geopolitische Schocks. Die zukünftige Entwicklung wird maßgeblich von der weiteren geopolitischen Lage, der globalen Nachfrage nach Schmierölen und den Erfolgen der Diversifizierungs- und Energiewende-Bemühungen abhängen.

Erstellt am 2026-08-08. Die Zahlen geben die Eurostat-Daten zum Zeitpunkt der Erstellung wieder und enthalten keine späteren Revisionen.

Automatisch erstellt: Dieser Bericht soll die menschliche Analyse beschleunigen, aber nicht ersetzen.

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