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Marktentwicklung: Schlacken und Aschen (CN 2621) — 2015–2025

Einleitung

Die Zollposition 2621 umfasst ein breites Spektrum mineralischer Reststoffe: Schlacken und Aschen (einschließlich Seetangasche) sowie Aschen und Rückstände aus der Verbrennung von Siedlungsabfällen — ausgenommen Schlacken, einschließlich granulierter Schlacke, aus der Eisen- und Stahlherstellung sowie Aschen und Rückstände, die Arsen, Metalle oder Metallverbindungen enthalten (genaue Produktdefinition). Innerhalb der übergeordneten Kategorie KN 26 (Erze sowie Schlacken und Aschen) stellt CN 2621 eine Restposition dar, die unter anderem die Subheadings 262190 (sonstige Schlacken und Aschen) und 262110 (Aschen und Rückstände vom Verbrennen von Siedlungsabfällen) zusammenfasst.

Der Berichtszeitraum 2015–2025 war von einer tiefgreifenden strukturellen Transformation des EU-Außenhandels mit diesem Produkt geprägt. Die EU wandelte sich von einem Nettexporteur mit einem Handelsüberschuss von +4,4 Mio. € (2015) zu einem erheblichen Nettimporteur mit einem Defizit von −78,5 Mio. € (2025). Dieser Wandel resultierte aus einem Importwachstum von +250,6 % bei gleichzeitigem Exportrückgang von −9,3 %.

Kennzahlen im Überblick:

Kennzahl 2015 2025 Veränderung
Exportwert 36,2 Mio. € 32,8 Mio. € −9,3 %
Exportmenge 1.328.000 t 1.029.000 t −22,5 %
Exportpreis 27,24 €/t 31,89 €/t +17,1 %
Importwert 31,7 Mio. € 111,3 Mio. € +250,6 %
Importmenge 403.000 t 833.000 t +106,6 %
Importpreis 78,71 €/t 133,59 €/t +69,7 %
Handelsbilanz +4,4 Mio. € −78,5 Mio. €
Nettoimportabhängigkeit 37,6 % 24,5 % −34,8 %

Quelle: Gesamtübersicht des EU-Handels mit CN 2621

Die drei zentralen Dynamiken dieses Zeitraums — die strukturelle Wende der Handelsbilanz, die geographische Neuausrichtung der Handelsströme sowie die segmentgetriebene Preisdynamik — werden in den folgenden Abschnitten analysiert.


1. Von Handelsüberschuss zum chronischen Defizit: Die fundamentale Wende der EU-Handelsbilanz

1.1 Das anhaltende Wachstum der EU-Importe

Die EU-Importe von CN 2621 stiegen im Berichtszeitraum sowohl mengen- als auch wertmäßig erheblich an. Der Importwert erhöhte sich von 31,7 Mio. € (2015) auf 111,3 Mio. € (2025), was einem Anstieg von 250,6 % entspricht (Gesamtübersicht). Parallel dazu wuchs die Importmenge von 403.314 Tonnen auf 833.127 Tonnen (+106,6 %), während der durchschnittliche Importpreis von 78,71 €/t auf 133,59 €/t anstieg (+69,7 %). Die Preiserhöhung trug damit etwa ein Drittel zum Wertwachstum bei; die restlichen zwei Drittel waren volumengetrieben.

Besonders auffällig war der Sprung in den Jahren 2020–2021: Der Importwert erhöhte sich von 57,6 Mio. € auf 97,7 Mio. € und verdoppelte sich damit nahezu innerhalb eines Jahres. Dieser Sprung dürfte auf eine Kombination aus nachholender Industrienachfrage nach der COVID-19-Pandemie, gestiegenen Energie- und Rohstoffkosten sowie einer zunehmenden Nachfrage nach sekundären Rohstoffen im Rahmen der Kreislaufwirtschaft zurückzuführen sein.

1.2 Der schleichende Rückgang der EU-Exporte

Im Gegensatz zu den dynamischen Importen verloren die EU-Exporte an Schwung. Der Exportwert sank von 36,2 Mio. € (2015) auf 32,8 Mio. € (2025), ein Rückgang um 9,3 % (Gesamtübersicht). Mengenmäßig war der Rückgang mit −22,5 % (von 1.328.000 t auf 1.029.000 t) sogar noch deutlicher. Der durchschnittliche Exportpreis stieg zwar um 17,1 % (von 27,24 auf 31,89 €/t), konnte jedoch den Mengenrückgang nicht kompensieren.

Der Exportwert erreichte seinen Höhepunkt im Jahr 2017 mit 38,0 Mio. € und sank danach kontinuierlich, mit einem Tiefpunkt im Jahr 2020 (26,4 Mio. €). Bis 2025 erholte er sich nur teilweise auf 32,8 Mio. € und blieb damit unter dem Niveau von 2015. Der Mengenrückgang bei gleichzeitig moderatem Preisanstieg deutet darauf hin, dass die EU ihre Exportmengen an Schlacken und Aschen reduzierte, möglicherweise weil ein wachsender Anteil dieser Materialien im Binnenmarkt nachgefragt wurde.

1.3 Die strukturelle Wende der Handelsbilanz

Die gegenläufigen Entwicklungen bei Importen und Exporten führten zu einer fundamentalen Umkehr der Handelsbilanz:

Jahr Exportwert (Mio. €) Importwert (Mio. €) Handelsbilanz (Mio. €)
2015 36,2 31,7 +4,4
2016 35,7 28,0 +7,7
2017 38,0 28,3 +9,7
2018 30,7 40,6 −9,9
2019 32,0 55,6 −23,7
2020 26,4 57,6 −31,2
2021 29,0 97,7 −68,7
2022 36,8 100,6 −63,8
2023 31,9 96,8 −64,8
2024 30,0 100,0 −70,0
2025 32,8 111,3 −78,5

Quelle: Eigene Berechnung auf Basis der Gesamtübersicht

Der Wendepunkt lag zwischen 2017 (Höchstüberschuss: +9,7 Mio. €) und 2018 (erstes Defizit: −9,9 Mio. €). Ab 2018 verschärfte sich das Defizit kontinuierlich, mit einer Beschleunigung ab 2021. Der kumulative Handelsbilanzverlust über den gesamten Zeitraum betrug damit fast das 19-fache des Ausgangswertes. Die anhaltende Zunahme des Defizits trotz partieller Exporterholung (2022: 36,8 Mio. €) zeigt, dass dieser Trend strukturell bedingt und nicht lediglich konjunkturell ist.


2. Geographische Neuausrichtung: Neue Lieferanten, veränderte Abnehmer und wachsende Konzentration

2.1 Der Aufstieg der Türkei und Südostasiens als Importquellen

Die geographische Struktur der EU-Importe von CN 2621 hat sich zwischen 2015 und 2025 grundlegend verändert (Wichtigste Handelspartner nach Handelswert):

Partnerland 2015 2025 Veränderung
Türkiye 241 € 33.883.537 €
Vereinigtes Königreich 12.251.018 € 30.380.494 € +148,0 %
Singapur 678 € 10.232.014 €
Bosnien und Herzegowina 193.280 € 2.820.712 € +1.359,4 %
Schweiz 2.159.072 € 1.620.676 € −24,9 %
Ukraine 2.187.403 € 293.977 € −86,6 %
Vereinigte Staaten 287.184 € 2.238.003 € +679,3 %

Die dramatischste Veränderung betraf die Türkei: Von einem quasi nicht-existenten Handelsvolumen (241 € im Jahr 2015) stieg sie zum mit Abstand größten Importlieferanten der EU auf (33,9 Mio. € im Jahr 2025). Ebenfalls bemerkenswert ist der Aufstieg Singapurs als Importquelle (von 678 € auf 10,2 Mio. €), was auf globale Lieferkettenverflechtungen hindeutet.

Gleichzeitig verloren traditionelle Partner an Bedeutung: Die Ukraine-Importe sanken um 86,6 %, die Schweiz-Importe um 24,9 %. Der starke Rückgang bei der Ukraine dürfte mit dem Kriegsausbruch 2022 und den damit verbundenen Handelsunterbrechungen zusammenhängen.

Innerhalb der EU waren die Niederlande (15,5 Mio. € → 45,8 Mio. €, +195 %), Deutschland (5,0 Mio. € → 18,0 Mio. €, +261 %) und Italien (0,1 Mio. € → 17,9 Mio. €) die größten Importeure (Wichtigste EU-Mitgliedstaaten). Italiens Importwachstum von nahezu Null auf 17,9 Mio. € ist besonders bemerkenswert und deutet auf eine fundamentale Nachfrageverschiebung im italienischen Markt hin.

2.2 Verschiebungen bei den wichtigsten EU-Exportmärkten

Auch auf der Exportseite veränderte sich die geographische Struktur erheblich (Wichtigste Handelspartner):

Zielland 2015 2025 Veränderung
Norwegen 5.177.735 € 7.674.242 € +48,2 %
Vereinigtes Königreich 3.722.803 € 9.072.319 € +143,7 %
Schweiz 11.204.232 € 6.963.592 € −37,8 %
Vereinigte Staaten 4.016.705 € 847.566 € −78,9 %
Kolumbien 179.018 € 1.157.296 € +546,5 %
Georgien 66.379 € 196.421 € +195,9 %
Kanada 1.860 € 107.100 € +5.658,1 %

Norwegen und das Vereinigte Königreich festigten ihre Position als wichtigste Exportziele mit solidem Wachstum (+48,2 % bzw. +143,7 %). Demgegenüber verloren die USA (−78,9 %) und die Schweiz (−37,8 %) als Abnehmer stark an Bedeutung. Neue, wenn auch volumenmäßig kleinere Märkte traten hinzu: Kolumbien (+546,5 %), Georgien (+195,9 %) und Kanada (von 1.860 € auf 107.100 €).

Auf der Ebene der EU-Mitgliedstaaten (Wichtigste EU-Mitgliedstaaten) ergab sich ein differenziertes Bild:

  • Rückläufige Exporteure: Deutschland (von 15,2 Mio. € auf 10,6 Mio. €, −30,1 %) und die Niederlande (von 9,2 Mio. € auf 7,2 Mio. €, −21,7 %) verloren als traditionell größte Exporteure an Boden.
  • Wachsende Exporteure: Spanien (+137,8 %), Litauen (+257,6 %) und Belgien (+427,9 %) gewannen an Bedeutung.
  • Italiens Kehrtwende: Italien kollabierten die Exporte von 5,8 Mio. € auf 0,8 Mio. € (−85,4 %) — ein bemerkenswerter Kontrast zum gleichzeitigen Importboom. Italien wandelte sich damit vom Nettoexporteur zum deutlichen Nettoimporteur.

2.3 Veränderte Konzentrationsmuster und Spezialisierung

Die Handelskonzentration, gemessen am Herfindahl-Hirschman-Index (HHI), entwickelte sich bei Importen und Exporten gegenläufig (Handelskonzentration (HHI)):

Kennzahl 2015 2025 Veränderung
Import-HHI (Wert) 2.265 2.082 −8,1 %
Export-HHI (Wert) 1.488 1.828 +22,8 %

Die Importe wurden im Zeitverlauf etwas diversifizierter (HHI-Rückgang), blieben aber im Bereich mäßiger Konzentration. Hingegen verschoben sich die Exporte von einem unkonzentrierten zu einem mäßig konzentrierten Markt — die EU exportierte zunehmend in weniger, aber größere Märkte.

Innerhalb der EU wiesen die Mitgliedstaaten sehr unterschiedliche Spezialisierungsgrade auf (Spezialisierung der EU-Mitgliedstaaten):

Mitgliedstaat RCA RSCA Anteil am EU-Export
Finnland 10,24 0,82 1,0 %
Niederlande 2,17 0,37 14,5 %
Tschechien 1,74 0,27 4,8 %
Polen 1,60 0,23 6,6 %
Estland 0,98 −0,01 0,3 %

Finnland weist mit einem RCA-Wert von 10,24 die mit Abstand höchste Spezialisierung auf, ist aber mengenmäßig ein kleiner Akteur (1,0 % des EU-Gesamtexports). Die Niederlande kombinieren hohe Spezialisierung (RCA 2,17) mit einem substanziellen Marktanteil von 14,5 %. Am anderen Ende des Spektrums stehen Bulgarien (RCA 0,0002), Rumänien (RCA 0,0003) und Lettland (RCA 0,0004), die praktisch keine Exporte in diesem Segment tätigen.


3. Siedlungsabfallasche als Importtreiber: Segmentanalyse, Preischocks und Produktionsdynamik

3.1 Die dramatisch divergierende Entwicklung der Teilsegmente

Die Zollposition CN 2621 lässt sich in zwei Subsegmente untergliedern, deren Handelsentwicklung im Berichtszeitraum fundamental auseinanderging (Produktvergleich nach Segmenten):

Imports nach Segmenten:

Segment Kennzahl 2015 2025 Veränderung
262190 (sonstige Schlacken/Aschen) Menge 310.786 t 708.509 t +128,0 %
262190 Wert 30.377.220 € 69.204.639 € +127,8 %
262190 Preis 97,74 €/t 97,67 €/t −0,1 %
262110 (Siedlungsabfallasche) Menge 92.527 t 124.618 t +34,7 %
262110 Wert 1.368.492 € 42.094.928 € +2.976 %
262110 Preis 14,78 €/t 337,79 €/t +2.186 %

Exports nach Segmenten:

Segment Kennzahl 2015 2025 Veränderung
262190 Menge 1.068.454 t 748.930 t −29,9 %
262190 Wert 34.652.490 € 26.332.858 € −24,1 %
262190 Preis 32,43 €/t 35,16 €/t +8,4 %
262110 Menge 259.644 t 280.252 t +7,9 %
262110 Wert 1.527.859 € 6.486.342 € +324,5 %
262110 Preis 5,88 €/t 23,14 €/t +293,5 %

Die Ergebnisse zeigen zwei grundverschiedene Dynamiken:

  • 262190 (sonstige Schlacken und Aschen): Das Importwachstum war rein mengengetrieben. Die Menge verdoppelte sich nahezu (+128 %), während der Preis mit 97,74 €/t bzw. 97,67 €/t praktisch unverändert blieb. Der Wertanstieg (+128 %) spiegelt exakt die Mengenausweitung wider.

  • 262110 (Siedlungsabfallasche): Hier dominierte der Preiseffekt in extremer Weise. Während die Importmenge nur um 34,7 % stieg, ver-23-fachte sich der durchschnittliche Preis nahezu — von 14,78 auf 337,79 €/t (+2.186 %). Dies führte zu einem Wertwachstum von fast 3.000 % (von 1,4 Mio. € auf 42,1 Mio. €). Die Siedlungsabfallasche wurde damit zum dominanten Treiber des gesamten Importbooms.

Die jährliche Preisentwicklung der 262110-Importe zeigt einen kontinuierlichen Aufwärtstrend: von 14,78 €/t (2015) über 139,17 €/t (2018) und 260,07 €/t (2022) bis hin zu 337,79 €/t (2025). Diese fundamentale Neubewertung könnte auf regulatorische Änderungen im Bereich der Kreislaufwirtschaft, eine steigende Nachfrage nach sekundären Rohstoffen aus Müllverbrennungsaschen oder veränderte Entsorgungs- und Verwertungsvorschriften zurückzuführen sein.

Ein weiteres auffälliges Merkmal ist die Preisasymmetrie zwischen Importen und Exporten: Die EU importiert 262110-Materialien im Durchschnitt zu 337,79 €/t und exportiert sie zu 23,14 €/t. Diese Diskrepanz legt nahe, dass importierte Siedlungsabfallasche einen deutlich höheren Verarbeitungsgrad oder Materialwert aufweist als exportierte Mengen.

3.2 Preischocks und Volatilität in Schlüsselhandelsbeziehungen

Die Volatilitätsanalyse identifizierte mehrere signifikante Preischocks in zentralen Handelsbeziehungen (Identifizierte Angebotschocks):

Ereignis Handelsfluss Zeitpunkt Preissprung Abnormalität Betroffener Anteil
Vereinigtes Königreich Import 2017 +548,8 % 26,6 55,8 %
Vereinigtes Königreich Export 2018 +104,1 % 9,6 29,4 %
Türkiye Import 2022 +113,6 % 7,1 34,0 %

Der extremste Schock trat 2017 bei den Importen aus dem Vereinigten Königreich auf: Der durchschnittliche Importpreis stieg um 548,8 % und betraf 55,8 % des Importwertes aus dem Vereinigten Königreich. Die hohe Abnormalität (26,6) unterstreicht die Einmaligkeit dieses Ereignisses. Es folgte 2018 ein Preischock bei den Exporten in das Vereinigte Königreich (+104,1 %), was auf eine Volatilitätsübertragung in dieser bilateralen Handelsbeziehung hindeutet. Der türkische Preisschock von 2022 (+113,6 %) fiel in die Phase des raschen Ausbaus der türkischen Importe und könnte mit Lieferengpässen oder Neupreisbildung zusammenhängen.

Zusätzlich wiesen mehrere Handelsbeziehungen eine persistente Volatilität auf, gemessen am Variationskoeffizienten (CV) (Volatilitätsanalyse):

Hochvolatile Importbeziehungen:

Partner CV
Ukraine 1,50
Serbien 1,43
Vereinigtes Königreich 1,10
Norwegen 1,08
Singapur 1,06
Türkiye 1,01

Hochvolatile Exportbeziehungen:

Partner CV
Israel 2,30
Türkei 1,56
Russische Föderation 1,21
Kanada 1,12

Werte über 1,0 deuten auf eine hohe Schwankungsbreite hin. Die hohe Volatilität bei aufstrebenden Handelsbeziehungen — insbesondere mit der Türkei, die sowohl bei Import- als auch bei Exportvolatilität auffällig ist — wirft Fragen zur Verlässlichkeit dieser Handelsströme auf.

3.3 Produktionsrückgang bei steigendem Produktionswert

Die EU-eigene Produktion von CN 2621 zeigte im Berichtszeitraum eine bemerkenswerte Gegenläufigkeit zwischen Mengen- und Wertentwicklung (EU-Produktionsvolumina):

Kennzahl 2015 2025 Veränderung
Produktionsmenge 13.600.000 t 11.602.716 t −14,7 %
Produktionswert 1.200.000.000 € 1.322.956.752 € +10,2 %

Die Produktionsmenge sank um 14,7 %, während der Produktionswert um 10,2 % stieg. Daraus ergibt sich eine deutliche Steigung des durchschnittlichen Produktionswertes pro Tonne — ein Hinweis auf eine Verschiebung hin zu höherwertigen Verarbeitungsprozessen, gestiegene Inputkosten (Energie, Arbeitskraft, Compliance) oder eine Veränderung der Produktmischung zugunsten wertvollerer Teilsegmente.

Trotz des dramatischen Importwachstums in absoluten Zahlen blieb die EU-Produktion mit 1,3 Mrd. € weitaus dominanter als die Importe (111 Mio. €). Dies erklärt den Rückgang der Nettoimportabhängigkeit von 37,6 % auf 24,5 %: Obwohl die absoluten Importe stiegen, expandierte der heimische Produktionswert noch stärker, sodass der relative Importanteil an der Gesamtversorgung sank.

Ebenfalls rückläufig waren die Handelsintensität (von 57,9 % auf 48,2 %) und die Exportneigung (von 22,9 % auf 20,7 %). Dies deutet darauf hin, dass ein wachsender Anteil der EU-Produktion im Binnenmarkt verbleibt — möglicherweise bedingt durch die steigende Nachfrage nach sekundären Rohstoffen im Rahmen der europäischen Kreislaufwirtschaftsstrategie.


Schlussfolgerung

Der Zeitraum 2015–2025 war für den EU-Außenhandel mit Schlacken und Aschen (CN 2621) von einer tiefgreifenden strukturellen Transformation geprägt. Drei zentrale Ergebnisse lassen sich zusammenfassen:

Erstens vollzog sich eine fundamentale Wende der Handelsbilanz: Die EU wandelte sich vom Nettexporteur zum substanziellen Nettimporteur. Der Handelsüberschuss von +4,4 Mio. € (2015) kehrte sich 2018 erstmals ins Negative und verschärfte sich bis 2025 auf ein Defizit von −78,5 Mio. €. Diese Entwicklung wurde durch das Importwachstum von +250,6 % bei gleichzeitigem Exportrückgang von −9,3 % getrieben.

Zweitens verschob sich die geographische Struktur der Handelsströme erheblich. Die Türkei und Singapur traten als neue, volumenstarke Importquellen auf, während traditionelle Partner wie die Ukraine an Bedeutung verloren. Auf der Exportseite konzentrierte sich der Handel auf weniger Märkte (steigender HHI). Innerhalb der EU vollzog Italien eine bemerkenswerte Kehrtwende vom Exporteur zum Importeur.

Drittens war die Segmentanalyse der aufschlussreichste Befund: Während das Segment 262190 (sonstige Schlacken und Aschen) ein mengengetriebenes Wachstum mit stabilen Preisen zeigte, erlebte das Segment 262110 (Siedlungsabfallasche) eine fundamentale Preisaufwertung von +2.186 % (von 14,78 auf 337,79 €/t). Dieses Segment wurde damit zum dominanten Treiber des gesamten Importwertwachstums.

Trotz des wachsenden Handelsdefizits blieb die EU-Produktion mit 1,3 Mrd. € weitaus dominanter, was die sinkende Nettoimportabhängigkeit erklärt. Gleichzeitig deuten die hohe Volatilität in aufstrebenden Handelsbeziehungen und die zunehmende Exportkonzentration auf mögliche Risiken für die Versorgungssicherheit und den Marktzugang hin, die eine fortlaufende Beobachtung erfordern.

Erstellt am 2026-08-07. Die Zahlen geben die Eurostat-Daten zum Zeitpunkt der Erstellung wieder und enthalten keine späteren Revisionen.

Automatisch erstellt: Dieser Bericht soll die menschliche Analyse beschleunigen, aber nicht ersetzen.

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