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Marktentwicklung: Mineralische Waren (CN 6815) — 2015–2025

Einleitung

Der Zolltarifcode CN 6815 umfasst als Sammelposition ein breites Spektrum mineralischer Waren: Kohlenstofffasern und deren Verarbeitungserzeugnisse, Graphitwaren, Torfprodukte sowie Erzeugnisse aus Steinen und anderen mineralischen Stoffen (u. a. Magnesit, Dolomit, Chromit). Seit der HS-Revision 2022 ist die Position in sieben Untergliederungen aufgeteilt, was eine differenziertere Analyse ermöglicht.

Im Zeitraum 2015 bis 2025 hat sich der Außenhandel der EU mit Drittländern in diesem Segment sowohl in der Größenordnung als auch in der Struktur erheblich verändert. Die Exporte übertrafen die Importe sowohl im Wert- als auch im Mengenwachstum, die Handelsbilanz kehrte sich vom Defizit zum Überschuss um, und innerhalb der Produktsegmente vollzog sich eine bemerkenswerte Verschiebung hin zu höherwertigen Verarbeitungserzeugnissen aus Kohlenstofffasern. Parallel dazu veränderten sich die Handelspartnerstrukturen — alte Beziehungen wurden neu gewichtet, neue Märkte gewannen an Bedeutung.

Der vorliegende Bericht analysiert diese Entwicklungen in drei zentralen Themenfeldern: die Verbesserung der Wettbewerbsposition der EU im Gesamthandel, die strukturelle Verlagerung innerhalb der Produktsegmente und die geopolitische Neuausrichtung der Handelsbeziehungen.


1. Vom Handelsdefizit zum Überschuss: Die EU gewinnt an Wettbewerbskraft im Außenhandel

1.1 Die Wertschöpfung des Handels wächst deutlich schneller als die Mengen

Im Beobachtungszeitraum stiegen die EU-Exporte mineralischer Waren (CN 6815) um 65,4 % — von 946 Mio. € (2015) auf 1.565 Mio. € (2025). Die Importe wuchsen im gleichen Zeitraum um 35,4 %, von 1.037 Mio. € auf 1.405 Mio. € (Handelsübersicht). Damit entwickelten sich die Ausfuhren nahezu doppelt so dynamisch wie die Einfuhren.

Kennzahl 2015 2025 Veränderung
Exportwert 946 Mio. € 1.565 Mio. € +65,4 %
Importwert 1.037 Mio. € 1.405 Mio. € +35,4 %
Handelsbilanz −91 Mio. € +160 Mio. €
Exportmenge 187.981 t 232.920 t +23,9 %
Importmenge 178.030 t 205.392 t +15,4 %
Ø Exportpreis 5.033 €/t 6.717 €/t +33,5 %
Ø Importpreis 5.827 €/t 6.839 €/t +17,4 %

Bemerkenswert ist, dass das Wertwachstum bei beiden Handelsströmen das Mengenwachstum weit übertraf. Die Exportpreise stiegen um 33,5 %, die Importpreise um 17,4 %. Dies deutet zum einen auf eine Verschiebung der Produktmischung hin zu höherwertigen Erzeugnissen — insbesondere im Bereich der Kohlenstofffaser-Verarbeitung — und zum anderen auf allgemeine Kostensteigerungen (Energie, Rohstoffe, Logistik) hin, die im Zuge der Energiekrise 2022/23 besonders ausgeprägt waren. Der maximale durchschnittliche Exportpreis wurde mit 7.747 €/t erreicht, der maximale Importpreis mit 8.590 €/t; bis 2025 waren beide wieder auf 6.717 bzw. 6.839 €/t gesunken.

1.2 Strukturelle Wende: Die EU wird zum Nettexporteur

Die auffälligste Entwicklung des gesamten Beobachtungszeitraums ist die Umkehr der Handelsbilanz. Im Jahr 2015 verzeichnete die EU bei CN 6815 ein Defizit von 91 Mio. € — sie war also Nettoimporteur. Im Jahr 2025 lag ein Überschuss von 160 Mio. € vor (Netto-Importabhängigkeit).

Kennzahl 2015 2025
Handelsbilanz −91 Mio. € +160 Mio. €
Netto-Importabhängigkeit +19,1 % −2,6 %

Der maximale Überschuss wurde mit 249 Mio. € erreicht, der Höhepunkt der Importabhängigkeit lag bei 20,4 %. Die Netto-Importabhängigkeit, die positiv bei Importüberschuss und negativ bei Exportüberschuss liegt, sank um 113,4 % — ein eindeutiger Indikator für die gestiegene Wettbewerbsfähigkeit der EU in diesem Segment. Parallel dazu sank die Handelsintensität von 69,2 % auf 57,5 % und die Exportquote von 47,4 % auf 41,1 %. Dies ist konsistent mit einem stark expandierenden EU-Binnenmarkt für diese Produkte: Die Produktionsmenge stieg von 242 Mio. kg auf 12.098 Mio. kg, der Produktionswert von 317 Mio. € auf 3.779 Mio. €. Der extreme Anstieg der Produktionsmenge (über 4.900 %) bei einem moderateren Wertwachstum (~1.100 %) deutet darauf hin, dass große Volumina niedrigpreisiger Erzeugnisse — insbesondere Torfprodukte für den Gartenbau — in die Statistik eingehen.

1.3 COVID-19 als temporärer Einbruch in einer Aufschwungphase

Das Jahr 2020 markierte einen spürbaren Einbruch in der ansonsten positiven Gesamttendenz. Die Exporte sanken auf ihr Minimum von 927 Mio. €, die Importe auf 978 Mio. € — beides unter dem Ausgangsniveau von 2015. Die Erholung verlief jedoch rasch: Bereits 2021 übertrafen die Exporte das Vorkrisenniveau, und 2022 lag der Gesamthandel mit einem Import-Spitzenwert von 1.499 Mio. € deutlich über allen Vorjahren.

Der temporäre Einbruch durch die COVID-19-Pandemie erscheint im Rückblick als Unterbrechung eines strukturellen Aufwärtstrends, der sich sowohl in der Handelsbilanz als auch in der Wertschöpfungszunahme manifestiert.


2. Strukturelle Verlagerung: Kohlenstofffasern als neuer Wertschöpfungsmotor

2.1 Die HS-Revision 2022 schafft neue Transparenz in den Produktsegmenten

Seit der HS-Revision 2022 untergliedert sich CN 6815 in sieben sechsstellige Unterkategorien. Vor 2022 waren nur drei Segmente (681591, 681599, 681520) separat ausgewiesen; die Kohlenstofffaser-Untergliederungen (681511, 681512, 681513, 681519) traten erstmals als eigenständige Positionen in Erscheinung (Produktsegmentvergleich). Diese Revision ermöglicht erstmals eine gezielte Analyse der Binnenstruktur — und die Ergebnisse sind aufschlussreich.

2.2 Verarbeitete CF-Produkte gewinnen, Rohfasern verlieren an Bedeutung

Die Daten von 2022 bis 2025 zeigen eine bemerkenswerte Verlagerung innerhalb der Kohlenstofffaser-Segmente. Während Rohkohlenstofffasern (681511) sowohl im Export als auch im Import an Bedeutung verlieren, wachsen die verarbeiteten Segmenten stark:

Exporte nach Produktsegment (Wert in Mio. €):

Code Segment 2022 2025 Veränderung
681511 Kohlenstofffasern (Rohstoff) 312 171 −45 %
681512 CF-Flächenerzeugnisse 167 253 +52 %
681513 CF-Waren (ohne Flächen) 270 402 +49 %
681519 Graphit-/Kohlenstoffwaren 420 456 +9 %
681591 Magnesit-/Dolomitwaren 78 63 −19 %
681599 Mineralische Waren, a.n.g. 254 215 −15 %
681520 Torfwaren 8 5 −38 %

Importe nach Produktsegment (Wert in Mio. €):

Code Segment 2022 2025 Veränderung
681511 Kohlenstofffasern (Rohstoff) 556 436 −22 %
681512 CF-Flächenerzeugnisse 120 149 +24 %
681513 CF-Waren (ohne Flächen) 210 368 +75 %
681519 Graphit-/Kohlenstoffwaren 182 201 +11 %
681591 Magnesit-/Dolomitwaren 136 119 −12 %
681599 Mineralische Waren, a.n.g. 220 131 −40 %
681520 Torfwaren 9 1 −86 %

Im Export sanken Rohkohlenstofffasern (681511) von 312 Mio. € auf 171 Mio. € — ein Rückgang von 45 % in nur drei Jahren. Parallel dazu wuchsen CF-Waren (681513) von 270 Mio. € auf 402 Mio. € (+49 %) und CF-Flächenerzeugnisse (681512) von 167 Mio. € auf 253 Mio. € (+52 %). Die EU exportiert also zunehmend verarbeitete, höherwertige Kohlenstofffaser-Produkte anstelle von Rohfasern — ein klares Signal für eine Aufwertung der Exportstruktur und eine Verlagerung der Wertschöpfungskette.

Im Importbild zeigt sich ein analoges Muster: Rohkohlenstofffasern verloren 22 % ihres Wertes (von 556 Mio. € auf 436 Mio. €), während CF-Waren (681513) um 75 % auf 368 Mio. € stiegen. Dies deutet darauf hin, dass die EU zwar weniger Rohfasern importiert, aber gleichzeitig den Bedarf an verarbeiteten CF-Produkten — möglicherweise für die Luftfahrt-, Automobil- und Windenergiebranche — stark steigt.

Auch die Preisentwicklung bestätigt den Trend: Die Exportpreise für CF-Waren (681513) sanken von 53.873 €/t auf 47.452 €/t, was auf zunehmende Skaleneffekte und möglicherweise wettbewerbsbedingten Preisdruck hindeutet. CF-Flächenerzeugnisse (681512) hingegen verteuerten sich von 53.960 €/t auf 59.610 €/t — ein Hinweis auf eine Premiumisierung dieses Segments.

2.3 Der Torf-Anstieg und die Entwicklung traditioneller Mineralprodukte

Ein besonders auffälliges Phänomen betrifft das Segment Torfwaren (681520) im Export. Exportierten die EU-Länder in den Jahren 2015–2023 durchschnittlich 1.200 bis 3.000 Tonnen Torfprodukte pro Jahr zu Preisen von 1.500 bis 3.300 €/t, so explodierten die Volumina 2024 sprunghaft auf 61.871 Tonnen — bei einem durchschnittlichen Preis von lediglich 97 €/t. In absoluten Zahlen:

Jahr Menge (t) Wert (Mio. €) Preis (€/t)
2015 1.187 3,9 3.246
2022 2.468 7,9 3.190
2023 3.002 6,4 2.137
2024 61.871 6,0 97
2025 55.607 4,9 88

Das 20-fache Mengenwachstum bei einem Wert, der nahezu unverändert blieb, ist ein starker Hinweis auf eine Reklassifizierung oder eine Verschiebung der Handelsströme: Offenbar werden seit 2024 große Mengen niedrigpreisiger Torfprodukte (vermutlich für den Gartenbau) unter dieser Position erfasst. Dieses Segment hat zwar erheblichen Einfluss auf die Produktionsmengenstatistik, trägt aber wertmäßig kaum zum Gesamthandel bei.

Im Bereich der traditionellen mineralischen Waren (681591 — Magnesit, Dolomit, Chromit-haltige Erzeugnisse) stiegen die Importe von 54.716 Tonnen/43 Mio. € (2015) auf 124.973 Tonnen/119 Mio. € (2025), was auf eine wachsende industrielle Nachfrage nach feuerfesten Werkstoffen und Spezialmineralien hindeutet. Die Importe des allgemeinen Segments 681599 (mineralische Waren, a.n.g.) sanken dagegen von 89.904 Tonnen/119 Mio. € auf 41.303 Tonnen/131 Mio. € — weniger Mengen, aber höhere Werte, was auf eine Verschiebung hin zu spezielleren, höherwertigen Produkten schließen lässt.


3. Geopolitische Neuausrichtung: Diversifizierte Handelsbeziehungen und neue Partnerschaften

3.1 Importquellen diversifizieren sich deutlich

Die Marktkonzentration, gemessen am Herfindahl-Hirschman-Index (HHI), sank bei den Importen von 2.988 auf 1.974 — ein Rückgang von 34 %. Dieser Wert liegt nun deutlich unter der Schwelle von 2.500, die oft als Hinweis auf moderate Konzentration gilt. Die EU bezieht mineralische Waren also aus einer breiteren Palette von Lieferländern als noch zu Beginn des Beobachtungszeitraums.

Für Exporte fiel der HHI von 1.202 auf 1.094 (−9 %), was bereits auf ein niedrigeres Konzentrationsniveau hindeutet und eine leichte weitere Diversifizierung der Absatzmärkte zeigt.

Allerdings ist zu beachten, dass der HHI für Importmengen (Werte) von 4.619 auf 5.372 stieg (+16 %). Während also die Importwerte breiter gestreut sind, konzentrieren sich die physischen Importvolumen zunehmend — ein Hinweis darauf, dass wenige Länder große Mengen niedrigpreisiger Produkte liefern, während die Wertschöpfung breiter verteilt ist.

3.2 Türkei, China und Ukraine: Dynamische Neuzuschnitte der Partnerschaften

Die Analyse der wichtigsten Handelspartner zeigt teils dramatische Verschiebungen:

Die Türkei — vom Überschusspartner zum Defizitpartner: Der bilateralste Wandel vollzog sich im Handel mit der Türkei. Die EU-Importe aus der Türkei stiegen von 13 Mio. € (2015) auf 70 Mio. € (2025) — ein Anstieg von 436 %. Gleichzeitig wuchsen die Exporte nur moderat von 34 Mio. € auf 38 Mio. € (+10 %). Resultat: Die EU wandelte einen Handelsüberschuss von 21 Mio. € (2015) in ein Defizit von 33 Mio. € (2025) — eine bemerkenswerte Umkehr, die auf die gestiegene Wettbewerbskraft der türkischen mineralverarbeitenden Industrie hindeutet.

China — wachsender Handel in beide Richtungen: China gewann sowohl als Lieferant als auch als Abnehmer stark an Bedeutung. Importe aus China verdoppelten sich nahezu von 116 Mio. € auf 269 Mio. € (+132 %), Exporte nach China stiegen von 72 Mio. € auf 195 Mio. € (+169 %). Das bilaterale Defizit der EU wuchs dabei von 44 Mio. € auf 74 Mio. €. China ist damit sowohl im Volatilitätsvergleich als Importpartner mit einem Variationskoeffizienten von 0,14 relativ stabil als auch als Exportpartner (CV 0,41) moderat volatil.

Ukraine — Exportboom als dynamischster Wachstumsmarkt: Die EU-Exporte in die Ukraine verfünffachten sich von 7 Mio. € (2015) auf 52 Mio. € (2025), ein Plus von 639 %. Die Ukraine ist damit einer der am schnellsten wachsenden Exportmärkte für mineralische Waren der EU — ein Trend, der sich vor dem Hintergrund des seit 2022 laufenden Krieges und des Wiederaufbaubedarfs erklärt.

Weitere bemerkenswerte Entwicklungen:

Partner Import-Trend Export-Trend Bilanz-Entwicklung
USA Stabil (505 → 500 Mio. €) Steigend (223 → 344 Mio. €) Defizit schrumpft (−282 → −157 Mio. €)
Vereinigtes Königreich Stabil (200 → 199 Mio. €) Steigend (207 → 283 Mio. €) Überschuss wächst (+7 → +84 Mio. €)
Japan Moderat steigend (99 → 122 Mio. €)
Norwegen Steigend (6 → 14 Mio. €) Stabil (27 → 26 Mio. €) Überschuss schrumpft
Nordmazedonien Explodierend (0,1 → 3,3 Mio. €)

Der Handel mit dem Vereinigten Königreich zeigt, dass die EU trotz des Brexits ihren Überschuss im Mineralwarenhandel mit dem UK sogar deutlich ausgebaut hat — von 7 Mio. € auf 84 Mio. €. Nordmazedonien verzeichnete mit einem Importwachstum von 2.968 % den prozentual stärksten Anstieg aller Partnerländer, wenngleich das absolute Volumen mit 3,3 Mio. € nach wie vor gering bleibt.

Einzelne Angebotschocks wurden insbesondere im Exportpreis identifiziert: Bei Exporten nach Kanada (2023: +79,6 % Preissprung), Indien (2017: +100,6 %) und Ägypten (2023: +49,8 %) traten außergewöhnliche Preisbewegungen auf, die jedoch aufgrund ihrer geringen Wertanteile (0,6–4,1 %) den Gesamthandel nur begrenzt beeinflussten.

3.3 EU-interne Spezialisierungsmuster und Deutschlands dominante Rolle

Innerhalb der EU zeigt die Spezialisierungsanalyse für das Jahr 2025 ein deutliches Gefälle:

Mitgliedstaat RCA RSCA Anteil am EU-Export
Luxemburg 3,35 0,54 1,1 %
Frankreich 1,81 0,29 14,2 %
Deutschland 1,67 0,25 35,3 %
Österreich 1,39 0,16 4,6 %
Ungarn 1,37 0,16 3,7 %

Deutschland dominiert den EU-Außenhandel in diesem Segment mit einem Exportvolumen von 658 Mio. € (+86 % gegenüber 2015) und einem Anteil von über einem Drittel am gesamten EU-Export (EU-Mitgliedstaaten). Die Importe Deutschlands blieben mit 327 Mio. € nahezu unverändert (−2,4 %), was die Verbesserung der deutschen Handelsbilanz in diesem Segment unterstreicht.

Unter den aufstrebenden Exporteuren stechen mehrere mittel- und osteuropäische Mitgliedstaaten hervor:

Mitgliedstaat Export 2015 (Mio. €) Export 2025 (Mio. €) Veränderung
Polen 23 86 +276 %
Ungarn 57 131 +131 %
Italien 42 92 +120 %
Spanien 66 106 +61 %

Polens Exportwachstum von 276 % ist besonders bemerkenswert und spiegelt die zunehmende industrielle Integration des Landes in europäische Wertschöpfungsketten wider. Auf der Importseite verzeichneten Spanien (+281 %) und Belgien (+396 %) die stärksten Zuwächse, was auf steigende industrielle Nachfrage in diesen Ländern hindeutet.


Schlussfolgerung

Der EU-Außenhandel mit mineralischen Waren (CN 6815) hat sich im Zeitraum 2015–2025 grundlegend gewandelt. Drei zentrale Ergebnisse prägen das Bild:

Erstens hat die EU ihre Wettbewerbsposition spürbar gestärkt. Aus einem Handelsdefizit von 91 Mio. € wurde ein Überschuss von 160 Mio. €; die Exporte wuchsen mit +65 % nahezu doppelt so schnell wie die Importe (+35 %). Der Anstieg der Durchschnittspreise — um 34 % bei Exporten und 17 % bei Importen — signalisiert eine Verschiebung hin zu höherwertigen Produkten.

Zweitens vollzieht sich innerhalb der Produktsegmente ein struktureller Wandel zugunsten verarbeiteter Kohlenstofffaser-Produkte. Rohkohlenstofffasern verloren als Exportgut 45 % ihres Wertes, während CF-Waren und CF-Flächenerzeugnisse um jeweils rund 50 % wuchsen. Die EU positioniert sich damit verstärkt als Anbieter von hochwertigen Verarbeitungserzeugnissen in der Wertschöpfungskette der modernen Werkstoffe.

Drittens haben sich die Handelsbeziehungen deutlich diversifiziert und geopolitisch neu ausgerichtet. Die Importkonzentration (HHI) sank um 34 %. Die Türkei entwickelte sich vom Überschuss- zum Defizitpartner, China gewann in beide Handelsrichtungen stark an Gewicht, und die Ukraine wurde zum am schnellsten wachsenden Exportmarkt der EU. Innerhalb der EU dominiert Deutschland zwar weiterhin mit einem Drittel der Exporte, doch Länder wie Polen, Ungarn und Italien gewinnen rasch Marktanteile.

Die COVID-19-Pandemie und die Energiekrise 2022/23 stellten zwar temporäre Störungen dar, konnten den übergeordneten Aufwärtstrend jedoch nicht nachhaltig brechen. Die Daten legen nahe, dass CN 6815 — getrieben von der Nachfrage nach Kohlenstofffaser-Technologien in Luftfahrt, Automobilbau und erneuerbaren Energien — auch in den kommenden Jahren ein dynamisches Wachstumssegment im EU-Außenhandel bleiben wird.

Erstellt am 2026-08-07. Die Zahlen geben die Eurostat-Daten zum Zeitpunkt der Erstellung wieder und enthalten keine späteren Revisionen.

Automatisch erstellt: Dieser Bericht soll die menschliche Analyse beschleunigen, aber nicht ersetzen.

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