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Marktentwicklung: Hundefutter und Katzenfutter, in Aufmachungen für den Einzelverkauf (CN 230910) — 2015–2025

Einleitung

Der Markt für Hundefutter und Katzenfutter in Einzelverkaufsaufmachungen (Zollcode 230910) hat sich im Zeitraum 2015–2025 zu einem der dynamischsten Segmente der europäischen Lebensmittel- und Futtermittelindustrie entwickelt. Die Europäische Union ist in diesem Markt sowohl als Produzentin als auch als Handelsakteurin von herausragender Bedeutung. Im analysierten Zeitraum stiegen die EU-Exporte in diesem Segment von 1,72 Mrd. EUR (2015) auf 4,02 Mrd. EUR (2025) — ein Plus von 134 %. Die EU-Produktion verdoppelte sich mengenmäßig nahezu auf über 10 Mrd. kg im Jahr 2024. Gleichzeitig veränderten sich die Handelspartnerstrukturen, die Marktmechanismen und die Preisaufbau der Branche erheblich. Dieser Bericht analysiert die wichtigsten Entwicklungstrends und deren Ursachen.

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1. Stärkere Exportexpansion als Importwachstum: Die EU festigt ihre Position als Nettoexporteur

1.1 Exporte wachsen deutlich schneller als Importe

Über den gesamten Betrachtungszeitraum hinweg verzeichnete die EU ein außergewöhnliches Handelswachstum im Segment der Einzelhandelspackungen für Tierfutter. Die Exporte stiegen um 134,1 % im Wert (von 1,72 Mrd. EUR auf 4,02 Mrd. EUR), während die Importe um 109,3 % wuchsen (von 791 Mio. EUR auf 1,66 Mrd. EUR). Mengenmäßig stiegen die Exporte um 45,1 % (von 1,23 Mio. Tonnen auf 1,78 Mio. Tonnen), die Importe hingegen nur um 26,7 % (von 402.000 Tonnen auf 509.000 Tonnen). Damit wuchs der Handelsüberschuss der EU von 927 Mio. EUR im Jahr 2015 auf 2,37 Mrd. EUR im Jahr 2025 — ein Plus von 155 %.

Kennzahl 2015 2020 2025 Veränderung 2015–2025
Exportwert (Mrd. EUR) 1,72 2,52 4,02 +134,1 %
Importwert (Mrd. EUR) 0,79 1,36 1,66 +109,3 %
Handelsbilanz (Mrd. EUR) 0,93 1,16 2,37 +155,2 %
Exportmenge (1000 t) 1.228 1.560 1.782 +45,1 %
Importmenge (1000 t) 402 564 509 +26,7 %

Handelsentwicklung im Detail

1.2 Preisanstieg als Treiber des Wertsprungs — Mengenwachstum allein erklärt den Anstieg nicht

Ein wesentlicher Befund ist, dass der dramatische Anstieg des Handelswerts nicht allein auf steigende Mengen zurückzuführen ist. Die Exportpreise stiegen von 1.399 EUR/t (2015) auf 2.257 EUR/t (2025) — ein Plus von 61,3 %. Die Importpreise stiegen sogar um 65,2 % (von 1.970 EUR/t auf 3.255 EUR/t). Dies deutet auf eine signifikante Wertschöpfungsverschiebung hin: Die Produzenten — sowohl innerhalb als auch außerhalb der EU — verkaufen zunehmend hochwertigere, teurere Produkte im Segment der Einzelverpackungen. Die gestiegenen Produktionskosten (insbesondere Rohstoff- und Energiekosten nach 2021) und der Trend zu Premium-Futter spiegeln sich in den Preisentwicklungen wider.

Preisindikator 2015 2020 2025 Veränderung
Exportpreis (EUR/t) 1.399 1.616 2.257 +61,3 %
Importpreis (EUR/t) 1.970 2.419 3.255 +65,2 %

1.3 Niedrigere Importabhängigkeit bei gleichzeitig steigender Exportquote

Die Nettoimportabhängigkeit der EU sank im Analysezeitraum von −6,5 % (2003) auf −15,3 % (2024) — der negativere Wert unterstreicht die wachsende Exportstärke der EU. Parallel dazu stieg die Exportpropensity (Anteil der Exporte an der EU-Produktion) von 13,0 % (2003) auf 23,4 % (2024), wobei 2022 mit 24,1 % der Höchstwert erreicht wurde. Die Handelsintensität (Summe von Im- und Exporten im Verhältnis zur Produktion) nahm von 18,6 % auf 30,5 % zu. Dies zeigt, dass der EU-Binnenmarkt zwar selbst stark produziert, aber zunehmend international verflochten ist.

Nettoimportabhängigkeit


2. Strukturelle Verschiebungen in der Handelsgeografie: Asien und Osteuropa gewinnen, Russland verliert

2.1 Importe: China und Thailand zu dominanten Lieferanten aufgestiegen

Die Zusammensetzung der wichtigsten Importpartner hat sich zwischen 2015 und 2025 drastisch verändert. China stieg mit einem Anstieg von 506,7 % (von 67 Mio. EUR auf 409 Mio. EUR) zum zweitgrößten Importpartner der EU auf, wobei der Höchstwert 2024 mit 450 Mio. EUR erreicht wurde. Thailand, bereits 2015 ein bedeutender Lieferant (133 Mio. EUR), verdreifachte seine Exporte in die EU nahezu auf 336 Mio. EUR (+153 %). Liechtenstein verzeichnete mit +1.572 % den prozentual stärksten Anstieg (von 12 Mio. EUR auf 202 Mio. EUR), was auf Re-Exportströme über die Schweizer Grenze oder Umschlüsselungen in der Handelsstatistik zurückzuführen sein könnte. Serbien entwickelte sich von einem marginalen Lieferanten (10 Mio. EUR) zu einem relevanten Akteur (94 Mio. EUR; +857 %). Der Vereinigte Königreich blieb zwar der größte Einzelimporteur (284 Mio. EUR), verlor aber mit −8,4 % leicht an Bedeutung.

Top-Importpartner nach Werten

2.2 Exporte: Osteuropäische Märkte und die Türkei als neue Wachstumsmotoren

Auf der Exportseite zeigt sich ein differenziertes Bild. Das Vereinigte Königreich blieb mit Abstand der wichtigste Exportmarkt der EU (1,37 Mrd. EUR, +86 %). Hinter diesem stabilen Grundumsatz verbergen sich jedoch erhebliche strukturelle Verschiebungen bei den übrigen Partnern. Ukraine (+471 %), die Türkei (+585 %) und Norwegen (+96 %) entwickelten sich zu dynamischen Wachstumsmärkten. Die Ukraine stieg von 41 Mio. EUR (2015) auf 233 Mio. EUR (2025) und die Türkei von 29 Mio. EUR auf 195 Mio. EUR. Gleichzeitig ging der russische Markt zurück: Nach einem Höchststand von 261 Mio. EUR (2021) sanken die Exporte nach Russland auf 97 Mio. EUR (2025, −11,4 % gegenüber 2015) — ein klarer Effekt der westlichen Sanktionen nach Februar 2022. Auch mengenmäßig sanken die EU-Exporte nach Russland von 66.000 Tonnen (2015) auf 36.000 Tonnen (2025).

Top-Exportpartner nach Werten

2.3 Innerhalb der EU: Polen als stärkster neuer Exporteur, Deutschland und Frankreich dominieren weiter

Unter den EU-Mitgliedstaaten zeigt Polen den bemerkenswertesten Anstieg der Exporte: von 52 Mio. EUR (2015) auf 541 Mio. EUR (2025) — ein Plus von 948 %. Damit stieg Polen vom siebt- zum viertgrößten EU-Exporteur innerhalb von zehn Jahren auf. Frankreich blieb mit 820 Mio. EUR der führende Exporteur (nach Produktion), Deutschland stieg mit 553 Mio. EUR (+149 %) zum zweitgrößten Exporteur auf. Auf der Importseite ist Deutschland mit 518 Mio. EUR (+331 %) der größte EU-Importeur, gefolgt von Italien (197 Mio. EUR) und den Niederlanden (136 Mio. EUR). Bemerkenswert ist der Rückgang Österreichs als Importeur: von 116 Mio. EUR (2015) auf nur 42 Mio. EUR (2025, −64 %), was auf eine Verschiebung der Handelsströme innerhalb der EU oder die Umstrukturierung der Lieferketten zurückzuführen sein könnte.

Top-Importländer innerhalb der EU


3. Produktionsboom, sinkende Konzentration und Preisschocks prägen die Marktstruktur

3.1 EU-Produktion wächst exponentiell — sowohl mengen- als auch wertmäßig

Die EU-Produktion von Hundefutter und Katzenfutter (Einzelhandelspackungen) stieg mengenmäßig von 7,7 Mrd. kg (2015) auf 10,1 Mrd. kg (2024) — ein Plus von 78 %. Wertmäßig war der Anstieg noch dramatischer: von 8,6 Mrd. EUR auf 16,5 Mrd. EUR (+228 %), wobei 2023 mit 18 Mrd. EUR der Höchstwert erreicht wurde. Die durchschnittliche Produktionserzeugnispreise stiegen von 1,12 EUR/kg (2015) auf 1,63 EUR/kg (2024). Dieser Preisanstieg in der Produktion deckt sich weitgehend mit der Preisentwicklung im Export und spiegelt die Inflation bei Rohstoffen, Energie und Verpackungsmaterialien wider, die seit 2021 den gesamten Agri-Food-Sektor in der EU belasten.

EU-Produktionsvolumen

3.2 Spezialisierungsmuster: Ungarn und Polen als EU-Spezialisten im Tierfutterexport

Im Jahr 2025 weisen Ungarn (RSCA: 0,48, RCA: 2,83) und Polen (RSCA: 0,40, RCA: 2,35) die höchste Spezialisierung im Export von Hunde- und Katzenfutter unter allen EU-Mitgliedstaaten auf. Das bedeutet, dass diese Länder im Verhältnis zu ihrer gesamten Exportstruktur überproportional stark in diesem Segment tätig sind. Litauen (RSCA: 0,34, RCA: 2,05) und Tschechien (RSCA: 0,30, RCA: 1,87) folgen auf den Plätzen drei und vier. Auf der anderen Seite des Spektrums stehen Malta (RSCA: −1,00), Luxemburg (RSCA: −0,95) und Rumänien (RSCA: −0,84) mit einer extrem niedrigen Spezialisierung. Deutschland hält mit einem RSCA von 0,004 eine nahezu neutrale Position — es exportiert proportional zu seiner gesamten Exportstruktur.

Spezialisierungskarte

3.3 Marktkonzentration sinkt — Diversifizierung der Handelsströme nimmt zu

Der Herfindahl-Hirschman-Index (HHI) für die Konzentration der EU-Importe sank von 2.236 (2015) auf 1.596 (2025, −28,6 %). Für die Exporte sank der HHI von 2.083 auf 1.378 (−33,8 %). Beide Werte liegen nun unterhalb der Schwelle von 2.500, die oft als Indikator für moderate Konzentration gilt. Diese Entwicklung spiegelt die zunehmende Diversifizierung der Handelsströme wider: Neue Akteure wie China, Thailand und Serbien auf der Importseite sowie die Ukraine, die Türkei und Norwegen auf der Exportseite tragen zu einer breiteren Verteilung bei. Besonders bei den Exporten ist die Diversifizierung bemerkenswert: Im Zeitraum „Other" (alle Partner außer den Top-7) stiegen die Exporte von 414 Mio. EUR auf 1,46 Mrd. EUR — ein deutliches Zeichen für die Erschließung neuer Märkte.

Konzentrationsentwicklung (HHI)

3.4 Volatilität und Preisschocks: Brexit und COVID-19 prägen die Schwankungsmuster

Die Volatilitätsanalyse (Variationskoeffizient, CV) zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Handelspartnern. Bei den EU-Importen weisen Liechtenstein (CV: 0,46), China (CV: 0,49) und Serbien (CV: 0,48) die höchste Schwankungsbreite bei den Handelsmengen auf — ein Zeichen für den raschen Aufbau neuer Lieferbeziehungen. Auffällig ist die extrem hohe Volatilität der Schweizer Importmengen (CV: 1,86), die auf die dramatischen Verschiebungen im bilateralen Handelsstrom zwischen 2015 (79.000 t) und 2025 (2.000 t) zurückzuführen ist.

Zwei signifikante Preisschocks wurden identifiziert:

Schock-Ereignis Land Zeitpunkt Typ Abnormalitätswert Preisabweichung vom Basiswert
Importpreisschock Thailand 2022 Preis 151,4 +20,0 %
Importpreisschock Vereinigtes Königreich 2020 Preis 6,2 +31,2 %

Der Thailand-Schock 2022 (Preis: 5.160 EUR/t gegenüber dem Basiswert von 4.300 EUR/t) fällt in die Phase der globalen Lieferkettenkrise nach der COVID-19-Pandemie und der starken Energiepreisinflation, die asiatische Exportpreise für Verarbeitung und Verschiffung nachhaltig erhöhte. Der UK-Preisschock 2020 (Preis: 2.126 EUR/t gegenüber dem Basiswert von 1.621 EUR/t) korreliert zeitlich mit dem Brexit und der damit verbundenen Unsicherheit im Handel. Bemerkenswerterweise sanken die Importmengen aus dem UK in den Folgejahren erheblich (von 234.000 t im Peakjahr 2020 auf 123.000 t in 2025), was auf eine nachhaltige Handelsumlenkung hindeutet.

Volatilitätsanalyse

Preisschocks


Schlussfolgerung

Der EU-Markt für Hundefutter und Katzenfutter in Einzelverkaufsaufmachungen hat sich zwischen 2015 und 2025 erheblich gewandelt. Die EU hat ihre Position als globaler Nettoexporteur kontinuierlich ausgebaut: Der Handelsüberschuss verdreifachte sich nahezu auf 2,4 Mrd. EUR, und die Exportpropensity stieg von 13 % auf 23 %. Die inländische Produktion erfuhr eine bemerkenswerte Expansion — mengenmäßig um 78 %, wertmäßig um über 228 % — getrieben sowohl vom steigenden Binnenbedarf als auch von der wachsenden internationalen Nachfrage nach europäischen Tierfutterprodukten.

Strukturell haben sich die Handelsströme deutlich diversifiziert. Neue Lieferanten aus Asien (China, Thailand) und Südosteuropa (Serbien) gewannen auf der Importseite erheblich an Gewicht, während auf der Exportseite osteuropäische Märkte (Polen, Ukraine) und die Türkei zu wichtigen Wachstumsmotoren wurden. Die Verdrängung des russischen Marktes nach 2022 wurde durch das Wachstum in anderen Destinationen mehr als kompensiert. Innerhalb der EU zeigt sich eine klare Tendenz zur osteuropäischen Spezialisierung, wobei Polen und Ungarn die höchsten komparativen Vorteile in diesem Segment aufweisen.

Die Preisentwicklung — sowohl bei Exporten (+61 %) als auch bei Importen (+65 %) — signalisiert eine fundamentale Aufwertung des gesamten Segments, die auf höhere Produktionskosten, Premiumisierung und globale Inflationstrends zurückzuführen ist. Zwei identifizierte Preisschocks (Thailand 2022 und UK 2020) verdeutlichen die Anfälligkeit der Handelsströme gegenüber exogenen Schocks wie Pandemie und geopolitischen Umbrüchen. Die sinkende Marktkonzentration (HHI) zeigt jedoch, dass die EU ihre Handelsbeziehungen erfolgreich diversifiziert hat — ein Indikator für erhöhte Resilienz gegenüber künftigen Schocks.

Erstellt am 2026-08-04. Die Zahlen geben die Eurostat-Daten zum Zeitpunkt der Erstellung wieder und enthalten keine späteren Revisionen.

Automatisch erstellt: Dieser Bericht soll die menschliche Analyse beschleunigen, aber nicht ersetzen.

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