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Marktentwicklung: Hunde und Katzenfutter (CN 23091031) — 2015–2025

Einleitung

Der europäische Markt für Hunde- und Katzenfutter (Zolltarifnummer 23091031) hat sich im Zeitraum 2015 bis 2025 dynamisch entwickelt. Der analysierte Produktcode umfasst Futtermittel in Einzelverkaufsverpackungen, die Glucose, Glucosesirup, Maltodextrin oder Maltodextrinsirup enthalten, mit einem Stärkegehalt von über 10 bis 30 Prozent, ohne nennenswerten Milcherzeugnisanteil. Die Europäische Union ist in diesem Segment ein Nettoexporteur, wobei sich der Handelsüberschuss im Betrachtungszeitraum mehr als verdoppelt hat. Dieser Bericht analysiert die wichtigsten Entwicklungen im EU-Außenhandel, identifiziert die zentralen Markttreiber und bewertet die strukturelle Position der EU im globalen Wettbewerb.


1. Beschleunigtes Exportwachstum mit steigender Wertschöpfung

1.1 EU-Exporte wachsen deutlich stärker als Importe

Die EU hat im Zeitraum 2015–2025 ein überproportionales Wachstum bei den Exporten verzeichnet. Der Exportwert stieg von rund 408 Mio. EUR im Jahr 2015 auf rund 962 Mio. EUR im Jahr 2025, was einem Anstieg von 135,8 % entspricht. Die Exportmenge wuchs im gleichen Zeitraum von ca. 265.500 Tonnen auf rund 395.400 Tonnen (+48,9 %). Die Importe entwickelten sich zwar ebenfalls positierend, blieben aber deutlich hinter dem Exportwachstum zurück: Der Importwert erhöhte sich von rund 166 Mio. EUR auf 381 Mio. EUR (+129,8 %), das Importvolumen von ca. 92.900 Tonnen auf rund 119.000 Tonnen (+28,1 %).

Kennzahl 2015 2025 Veränderung
Exportwert (Mio. EUR) 407,8 961,8 +135,8 %
Exportmenge (t) 265.475 395.418 +48,9 %
Exportpreis (EUR/t) 1.536 2.432 +58,3 %
Importwert (Mio. EUR) 165,8 381,0 +129,8 %
Importmenge (t) 92.852 118.965 +28,1 %
Importpreis (EUR/t) 1.786 3.203 +79,4 %
Handelsbilanz (Mio. EUR) 242,0 580,8 +140,0 %

1.2 Steigende Preise als Indiz für Premiumisierung

Ein zentrales Merkmarktmerkmal der Periode ist der starke Preisanstieg in beiden Handelsrichtungen. Der durchschnittliche Exportpreis erhöhte sich um 58,3 %, der Importpreis sogar um 79,4 %. Während die Exportpreise von 1.536 EUR/t auf 2.432 EUR/t stiegen, lag der Importpreis zuletzt bei 3.203 EUR/t. Dieser Preisanstieg übertrifft die reine Mengenentwicklung deutlich und deutet auf eine zunehmende Verschiebung hin zu hochwertigeren Produktvarianten hin — ein Trend, der auch im breiteren Petfood-Markt zu beobachten ist. Die EU importiert tendenziell teureres Futter als sie exportiert, was auf eine Spezialisierung der europäischen Produktion auf mittlere Qualitätssegmente schließen lässt.

1.3 Frankreich dominiert den EU-Exportmarkt

Die Exportstruktur nach EU-Mitgliedstaaten zeigt eine klare Führungsrolle Frankreichs, das mit einem Exportwert von 315 Mio. EUR im Jahr 2025 (Steigerung von 197 Mio. EUR, +59,7 %) mit Abstand größter Exporteur in der EU ist. Deutliche Wachstumsraten verzeichnen zudem:

EU-Exporteur 2015 (Mio. EUR) 2025 (Mio. EUR) Veränderung
Frankreich 197,0 314,6 +59,7 %
Deutschland 43,6 107,5 +146,3 %
Italien 21,8 85,0 +289,1 %
Niederlande 36,4 84,3 +131,7 %
Tschechien 6,6 96,3 +1.354,6 %
Spanien 1,1 79,2 +6.887,7 %
Polen 8,5 47,0 +451,2 %

Besonders hervorzuheben sind Tschechien und Spanien, deren Exporte sich von marginalen Ausgangsbasen aus exponentiell entwickelt haben. Tschechien stieg von 6,6 Mio. EUR auf 96,3 Mio. EUR, Spanien gar von nur 1,1 Mio. EUR auf 79,2 Mio. EUR. Diese Entwicklung spiegelt Investitionen in Produktionskapazitäten und eine zunehmende Integration in europäische Lieferketten wider.


2. Diversifizierung der Handelspartner und geopolitische Verschiebungen

2.1 Neue Importpartner gewinnen an Bedeutung

Die Importpartner der EU haben sich im betrachteten Zeitraum deutlich verändert. Neben traditionellen Partnern wie dem Vereinigten Königreich (117 Mio. EUR, +81,5 %) und Kanada (122 Mio. EUR, +116,1 %) haben sich neue Lieferanten stark positioniert:

Herkunftsland 2015 (Mio. EUR) 2025 (Mio. EUR) Veränderung
Vereinigtes Königreich 64,2 116,6 +81,5 %
Kanada 56,6 122,3 +116,1 %
USA 31,2 23,6 −24,4 %
Serbien 0,2 47,0 +20.778 %
China 4,8 45,0 +843,3 %
Ukraine 0,3 11,0 +3.566 %
Türkei 0,03 7,6 +29.826 %

Serbien, China, die Ukraine und die Türkei haben sich von vernachlässigbaren Basiswerten zu relevanten Lieferanten entwickelt. Serbien hat dabei den stärksten absoluten Anstieg verzeichnet und das Importvolumen praktisch aus dem Nichts auf 47 Mio. EUR gesteigert. Die USA als traditioneller Partner verloren hingegen Marktanteile (−24,4 %).

2.2 Exportziele zeigen geoökonomische Neuausrichtung

Auf der Exportseite fallen besonders zwei Entwicklungen auf. Erstens der dramatische Rückgang der Exporte in die Russische Föderation: von 22,3 Mio. EUR auf nur noch 3,2 Mio. EUR (−85,7 %). Diese Entwicklung ist unmittelbar mit den Sanktionen nach 2022 und den geopolitischen Spannungen erklärbar. Zweitens ein außergewöhnliches Wachstum bei der Türkei (+638 %, von 13,7 Mio. EUR auf 100,8 Mio. EUR) und der Ukraine (+381 %, von 13,2 Mio. EUR auf 63,6 Mio. EUR).

Exportpartner 2015 (Mio. EUR) 2025 (Mio. EUR) Veränderung
Vereinigtes Königreich 137,4 197,3 +43,7 %
Japan 51,9 80,5 +55,1 %
Türkei 13,7 100,8 +638,0 %
Ukraine 13,2 63,6 +381,2 %
Russische Föderation 22,3 3,2 −85,7 %
Schweiz 24,5 61,3 +149,7 %
Australien 8,9 19,1 +115,2 %

2.3 Sinkende Konzentration der Handelsströme

Der Herfindahl-Hirschman-Index (HHI) für den Import sank von 3.035 auf 2.312 (−23,8 %), für den Export von 1.455 auf 798 (−45,2 %). Diese Entwicklung zeigt eine zunehmende Diversifizierung der Handelspartner. Die Exportseite ist dabei deutlich weniger konzentriert als die Importseite, was die EU als Lieferantin weniger abhängig von einzelnen Abnehmern macht.


3. Steigende Autonomie und wachsende Rolle der EU als Global Player

3.1 EU verstärkt ihre Position als Nettoexporteur

Die Netto-Importabhängigkeit der EU war über den gesamten Zeitraum negativ, d. h. die Union war stets Nettoexporteur. Dieser Überschuss verstärkte sich von −6,5 % im Jahr 2015 auf −15,3 % im Jahr 2025 (Veränderung −137,5 %). Die EU exportiert also zunehmend mehr als sie importiert, was auf eine gestärkte Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Tierfutterindustrie im globalen Kontext hindeutet.

3.2 Exportneigung und Handelsintensität steigen deutlich

Die Exportneigung — der Anteil der Produktion, der exportiert wird — stieg von 13,0 % auf 23,4 % (+80,6 %). Ebenso erhöhte sich die Handelsintensität (Anteil von Exporten und Importen an der Produktion) von 18,6 % auf 30,5 % (+63,9 %). Diese Kennzahlen unterstreichen die zunehmende Internationalisierung des europäischen Petfood-Marktes.

Kennzahl 2015 2025 Veränderung
Netto-Importabhängigkeit (%) −6,5 −15,3 −137,5 %
Handelsintensität (%) 18,6 30,5 +63,9 %
Exportneigung (%) 13,0 23,4 +80,6 %

3.3 Produktionswachstum untermauert Handelsexpansion

Das fundamentale Fundament dieser Handelsentwicklung bildet ein starkes Produktionswachstum in der EU. Die Produktionsmenge stieg von rund 5,7 Mrd. kg auf 10,1 Mrd. kg (+78,2 %), der Produktionswert von 5,0 Mrd. EUR auf 16,5 Mrd. EUR (+228,3 %). Der überproportionale Anstieg des Produktionswerts gegenüber der Menge bestätigt den Premiumisierungstrend und die steigende Wertschöpfung in der europäischen Tierfutterindustrie.

Zudem zeigt die Spezialisierungsanalyse für das Jahr 2025, dass Tschechien (RSCA: 0,47), Polen (0,34), Frankreich (0,31) und Ungarn (0,23) die stärksten komparativen Vorteile in diesem Segment aufweisen. Diese Länder dürften die Hauptprofiteure der beschriebenen Marktentwicklung sein.


Fazit

Der EU-Markt für Hunde- und Katzenfutter der Tarifnummer 23091031 hat sich zwischen 2015 und 2025 zu einer dynamischen Wachstumsstory entwickelt. Die EU hat ihre Position als globaler Nettoexporteur kontinuierlich ausgebaut und dabei sowohl die Exportmengen als insbesondere den Exportwert stark gesteigert. Die Handelsbilanz verdoppelte sich nahezu auf über 580 Mio. EUR Überschuss. Wesentliche Treiber dieser Entwicklung sind: (1) ein starkes Produktionswachstum von über 78 %, gepaart mit einer Premiumisierung der Erzeugnisse, (2) eine geopolitisch bedingte Neuausrichtung der Handelsströme — insbesondere der Rückgang der Exporte nach Russland und der Aufstieg der Türkei und der Ukraine als Schlüsselmärkte — sowie (3) eine zunehmende Diversifizierung der Handelspartner, die das Konzentrationsrisiko senkt. Gleichzeitig ist die EU von einigen neuen Lieferanten wie Serbien und China abhängiger geworden, was bei zunehmender geopolitischer Fragmentierung künftig genauer beobachtet werden sollte. Insgesamt zeigt der Markt eine robuste Aufwärtstendenz, die auf einer breiten Basis von Produktions- und Exportmitgliedstaaten ruht — von den etablierten Akteuren Frankreich und Deutschland bis zu den schnell wachsenden Märkten Tschechien, Spanien und Polen.

Erstellt am 2026-08-08. Die Zahlen geben die Eurostat-Daten zum Zeitpunkt der Erstellung wieder und enthalten keine späteren Revisionen.

Automatisch erstellt: Dieser Bericht soll die menschliche Analyse beschleunigen, aber nicht ersetzen.

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