Marktentwicklung: Hunde- oder Katzenfutter (CN 23091011) — 2015–2025
Einleitung
Dieser Bericht analysiert die Handelsentwicklung der EU im Zeitraum 2015 bis 2025 für den Zolltarifcode 23091011. Dieses Produkt umfasst Stärke, Glucose, Glucosesirup, Maltodextrin oder Maltodextrinsirup enthaltende Zubereitungen, die primär als Hunde- oder Katzenfutter für den Einzelverkauf eingestellt werden. Die Analyse basiert auf den verfügbaren Handels-, Produktions- und Spezialisierungsdaten. Der Markt zeigt eine bemerkenswerte Entwicklung: Er ist nicht nur stark gewachsen, sondern hat sich auch strukturell gewandelt, wobei die EU ihre Position als globaler Exporteur deutlich ausgebaut hat.
Eine detaillierte Übersicht der Produktdefinition und der Datenabdeckung ist hier verfügbar: Scope & Definitions.
1. Dynamisches Exportwachstum und wachsender Handelsüberschuss
Die EU hat in diesem Sektor ein überdurchschnittlich starkes Exportwachstum verzeichnet, das den Importanstieg bei Weitem übertraf. Dies führte zu einer massiven Verbesserung der Handelsbilanz.
Die Exportentwicklung übertrifft das Importwachstum deutlich
Im betrachteten Zeitraum stiegen die EU-Exporte dieses Futtermittels um 178,8 % im Wert (von 563 Mio. EUR auf 1,57 Mrd. EUR) und um 77,7 % in der Menge. Im Gegensatz dazu wuchsen die Importe im Wert zwar ebenfalls kräftig um 130,7 %, aber nur um 27,2 % in der Menge. Dies deutet auf steigende Einheitspreise der Importe hin. Die Handelsbilanz entwickelte sich äußerst positiv: Der Überschuss wuchs von rund 150 Mio. EUR zu Beginn des Zeitraums auf fast 617 Mio. EUR am Ende, was einem Anstieg von über 311 % entspricht. Die EU war durchgehend ein Nettoexporteur; die negative Nettoimportabhängigkeit verstärkte sich von -6,5 % auf -15,3 %.
| Kennzahl | 2015 | 2025 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Exportwert (EUR) | 563 Mio. | 1,57 Mrd. | +178,8 % |
| Exportmenge (t) | 411.571 | 731.558 | +77,7 % |
| Importwert (EUR) | 414 Mio. | 954 Mio. | +130,7 % |
| Importmenge (t) | 211.617 | 269.085 | +27,2 % |
| Handelsbilanz (EUR) | 150 Mio. | 617 Mio. | +311,9 % |
Quelle: General Overview - Trade.
Die Wertschöpfung pro Tonne stieg bei Exporten stärker als bei Importen
Der durchschnittliche Exportpreis pro Tonne erhöhte sich um 56,9 % (von 1.369 EUR auf 2.147 EUR). Bei den Importen war der Preisanstieg mit 81,4 % (von 1.954 EUR auf 3.545 EUR) sogar noch steiler. Dies könnte auf eine zunehmende Spezialisierung und höhere Qualitätsprodukte auf der Exportseite hindeuten, während importierte Waren aus bestimmten Regionen möglicherweise stärker von Preissteigerungen bei Rohstoffen oder Energie betroffen waren.
2. Reorientierung der Handelspartnerschaften
Die wichtigsten Handelspartner der EU haben sich zwischen 2015 und 2025 erheblich verändert. Es zeigt sich eine klare Trendwende bei den Lieferanten und eine Diversifizierung der Absatzmärkte.
Der UK-Markt blieb trotz Brexit der wichtigste Exportpartner
Das Vereinigte Königreich war und blieb mit Abstand der wichtigste Exportmarkt für die EU. Die Exporte dorthin verdoppelten sich nahezu von 354 Mio. EUR auf 709 Mio. EUR (+100,2 %). Weitere stark wachsende Exportziele waren die Türkei (+960 %), die Ukraine (+645 %) und die Philippinen (+429 %). Der einst wichtige Markt Russland verlor an Bedeutung, blieb aber ein signifikanter Abnehmer.
Importlieferanten: Aufstieg Asiens, Rückgang traditioneller Partner
Auf der Importseite fand eine dramatische Umstrukturierung statt. Traditionelle Lieferanten verloren massiv an Marktanteilen:
- Die Einfuhren aus dem Vereinigten Königreich sanken um 65,9 %.
- Lieferungen aus der Schweiz brachen um 92,2 % ein.
- Importe aus Russland wurden praktisch eingestellt (-100 %).
Diesen Rückgängen stand ein massiver Anstieg der Importe aus Asien gegenüber:
- Einfuhren aus Thailand stiegen um 174 % auf 325 Mio. EUR.
- Lieferungen aus China wuchsen um 892 % auf 294 Mio. EUR.
- Überraschend stark war der Anstieg der Importe aus Liechtenstein (+1.672 %), was möglicherweise auf Handlungsströme über die Schweiz oder Umstrukturierungen innerhalb multinationaler Konzerne zurückzuführen ist.
| Top Exportpartner (Wert 2025) | Veränderung | Top Importpartner (Wert 2025) | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Vereinigtes Königreich | +100,2 % | Thailand | +173,8 % |
| Ukraine | +644,5 % | China | +891,6 % |
| Russland | +103,2 % | Vereinigtes Königreich | -65,9 % |
| Schweiz | +126,6 % | Liechtenstein | +1.672,2 % |
| Türkei | +959,9 % | USA | +63,4 % |
Quelle: General Overview - Top Partners.
3. Produktionsausbau und steigende Exportneigung als Basis für Selbstversorgung
Das starke Exportwachstum wurde durch eine massive Ausweitung der EU-Inlandsproduktion und eine erhöhte Exportorientierung ermöglicht.
Die inländische Produktionsbasis wurde stark ausgebaut
Die EU-Produktion von Hunde- und Katzenfutter (CN 23091011 und verwandte Codes) nahm im Zeitraum erheblich zu. Die Produktionsmenge (in Kilogramm) stieg um 78,2 % (von 5,68 Mrd. kg auf 10,12 Mrd. kg). Noch deutlicher war der Anstieg des Produktionswerts, der sich mehr als verdreifachte (+228,3 %) und 2025 rund 16,5 Mrd. EUR erreichte. Dies weist auf eine gesteigerte Wertschöpfung und möglicherweise eine Verschiebung zu höherwertigen Produkten hin.
Quelle: Market Structure - Production Volumes.
Polens Exportexplosion und die Spezialisierung innerhalb der EU
Innerhalb der EU ist eine klare Spezialisierung erkennbar. Poland verzeichnete ein extremes Exportwachstum um 3.948 % (von 8,5 Mio. EUR auf 345,6 Mio. EUR) und stieg zum zweitwichtigsten Exporteur der EU auf. Frankreich, Deutschland und Italien sind ebenfalls bedeutende Exporteure mit solidem Wachstum. Dies spiegelt sich in den Spezialisierungsindizes wider: Länder wie Polen, Ungarn und Litauen weisen eine hohe komparative Spezialisierung (RSCA > 0,5) in diesem Produktsegment auf.
| Wichtigste EU-Exporter (Wert 2025) | Veränderung |
|---|---|
| Frankreich | +74,8 % |
| Polen | +3.948,0 % |
| Deutschland | +229,3 % |
| Irland | +27,0 % |
| Italien | +426,8 % |
Quelle: General Overview - Top Reporters.
Steigende Exportquote unterstreicht die Bedeutung des Welthandels
Die Exportquote (Anteil der Exporte an der gesamten Produktion) stieg von 13,0 % im Jahr 2015 auf 23,4 % im Jahr 2025. Dies zeigt, dass ein zunehmender Teil der EU-Produktion für den Export bestimmt ist. Die Handelsintensität (Handelsvolumen als Anteil der Produktion) erhöhte sich ebenfalls von 18,6 % auf 30,5 %, was die zunehmende Integration des Sektors in globale Wertschöpfungsketten unterstreicht.
Quelle: Autonomy & Vulnerability - Export Propensity.
Schlussfolgerung
Die Entwicklung des EU-Marktes für Hunde- und Katzenfutter (CN 23091011) zwischen 2015 und 2025 war von drei zentralen Dynamiken geprägt:
- Außenhandelsboom: Die EU hat ihre Rolle als globaler Nettoexporteur massiv gestärkt. Das Exportwachstum übertraf die Importentwicklung bei Weitem, was zu einem stark verbesserten Handelsüberschuss führte.
- Strategische Neuausrichtung: Die Handelsströme haben sich grundlegend verändert. Auf der Exportseite wurde das Vereinigte Königreich trotz geopolitischer Umwälzungen gefestigt, während neue Absatzmärkte in Asien und Osteuropa erschlossen wurden. Bei den Importen wurde die Lieferbasis von traditionellen Partnern zu deutlich kostengünstigeren Produktionsstandorten in Asien verlagert.
- Stärkung der Produktionsbasis und Exportorientierung: Das nachhaltige Exportwachstum wurde durch eine substanzielle Ausweitung der inländischen Produktion und einer erhöhten Exportquote ermöglicht. Insbesondere Polen hat sich zu einem Export-Champion entwickelt, unterstützt durch eine klare Spezialisierung mehrerer EU-Mitgliedstaaten in diesem Segment.
Insgesamt zeigt sich ein resilienzstärkendes Bild: Die EU hat ihre inländische Produktionskapazität erhöht, ihre Exportmärkte diversifiziert und ihre Importlieferanten strategisch neu ausgerichtet, was zu einer verbesserten Handelsposition und einer geringeren Abhängigkeit von einzelnen Partnern geführt hat.