Marktentwicklung: Aluminiumwaren (CN 7616) — 2015–2025
Einleitung
Der Zolltarifcode 7616 „Waren aus Aluminium, a.n.g." (anderweitig nicht genannt) bildet eine Sammelposition innerhalb des Kapitels 76 (Aluminium und Waren daraus). Er umfasst drei Unterpositionen: Befestigungselemente wie Nägel, Schrauben und Niete (761610), Gewebe, Gitter und Geflechte aus Aluminiumdraht (761691) sowie sonstige Aluminiumwaren (761699), die nicht in spezifischeren Positionen erfasst sind. Mehr zur Produktposition im Trade Dashboard.
Der Analysezeitraum 2015 bis 2025 war von drei zentralen Entwicklungen geprägt: Erstens stiegen die Exportwerte der EU kräftig an, obwohl die exportierten Mengen gleichzeitig deutlich zurückgingen — ein klares Zeichen für preisgetriebenes Wachstum. Zweitens verschob sich die Handelsbilanz von einem Überschuss von 293 Mio. € (2015) hin zu einem Defizit von 178 Mio. € (2025). Drittens nahm die Konzentration der Importe erheblich zu, wobei China seine Stellung als mit Abstand wichtigster Lieferant der EU massiv ausbaute.
Im Folgenden werden diese Entwicklungen in drei Abschnitten analysiert: zunächst die divergierende Wert- und Mengendynamik, sodann die Veränderungen in der Partnerstruktur und der Importkonzentration und schließlich die Preisvolatilität, Schocks und die zunehmende strukturelle Verwundbarkeit der EU.
1. Preisgetriebenes Wachstum: Wertsteigerung trotz sinkender Exportmengen
1.1 Exporte: Rekordwerte durch Preis-, nicht Mengenwachstum
Die EU-Exporte von Aluminiumwaren (CN 7616) verzeichneten im Zeitraum 2015–2025 ein bemerkenswertes Wertwachstum von +54,7 % — von 1,66 Mrd. € auf 2,56 Mrd. €. Gleichzeitig sank die exportierte Menge um 18,4 %, von 164.205 Tonnen auf 133.978 Tonnen. Zum allgemeinen Handelsüberblick.
Diese Diskrepanz erklärt sich durch einen drastischen Preisanstieg: Der durchschnittliche Exportpreis stieg von 10.087 €/t im Jahr 2015 auf 19.123 €/t im Jahr 2025 — ein Plus von 89,6 %. Die EU exportierte also weniger Tonnen, verdiente aber erheblich mehr pro Tonne. Dies reflektiert sowohl den globalen Rohstoffpreisanstieg (insbesondere nach der COVID-19-Pandemie und der Energiekrise 2022) als auch eine mögliche Verschiebung hin zu höherwertigen Produkten im EU-Exportmix.
1.2 Importe: Sowohl Mengen- als auch Wertexpansion
Im Gegensatz zu den Exporten wuchsen die EU-Importe sowohl in Wert als auch in Menge. Der Importwert verdoppelte sich nahezu — von 1,36 Mrd. € (2015) auf 2,74 Mrd. € (2025), was einem Anstieg von 101,0 % entspricht. Die importierte Menge stieg im gleichen Zeitraum von 160.937 Tonnen auf 236.854 Tonnen (+47,2 %), während der Importpreis von 8.471 €/t auf 11.569 €/t kletterte (+36,6 %).
| Indikator | 2015 | 2025 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Exportwert | 1,66 Mrd. € | 2,56 Mrd. € | +54,7 % |
| Exportmenge | 164.205 t | 133.978 t | −18,4 % |
| Exportpreis | 10.087 €/t | 19.123 €/t | +89,6 % |
| Importwert | 1,36 Mrd. € | 2,74 Mrd. € | +101,0 % |
| Importmenge | 160.937 t | 236.854 t | +47,2 % |
| Importpreis | 8.471 €/t | 11.569 €/t | +36,6 % |
| Handelsbilanz | +293 Mio. € | −178 Mio. € | — |
Auffällig ist, dass der Exportpreis mit 19.123 €/t deutlich über dem Importpreis von 11.569 €/t lag. Dies deutet darauf hin, dass die EU tendenziell höherwertige oder stärker verarbeitete Aluminiumwaren exportiert und preisgünstigere Grundprodukte importiert.
1.3 Intra-EU-Perspektive: Deutschland als größter Handelsakteur
Innerhalb der EU war Deutschland sowohl der größte Importeur als auch der größte Exporteur von Aluminiumwaren. Die deutschen Importe stiegen von 337 Mio. € auf 609 Mio. € (+80,5 %), die Exporte von 472 Mio. € auf 770 Mio. € (+63,0 %). Weitere bedeutende Handelsakteure waren Frankreich, Italien, die Niederlande und Polen. Zur Übersicht der EU-Mitgliedstaaten.
| EU-Mitgliedstaat | Imp. 2015 (Mio. €) | Imp. 2025 (Mio. €) | Δ | Exp. 2015 (Mio. €) | Exp. 2025 (Mio. €) | Δ |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Deutschland | 337 | 609 | +80,5 % | 472 | 770 | +63,0 % |
| Frankreich | 234 | 421 | +79,4 % | 242 | 369 | +52,2 % |
| Italien | 132 | 216 | +63,9 % | 272 | 318 | +16,6 % |
| Niederlande | 98 | 240 | +144,3 % | 65 | 163 | +152,5 % |
| Polen | 87 | 206 | +136,4 % | 79 | 157 | +100,0 % |
| Spanien | 57 | 102 | +79,1 % | 123 | 153 | +24,5 % |
| Tschechien | 82 | 128 | +56,8 % | — | — | — |
| Österreich | — | — | — | 85 | 79 | −6,6 % |
Besonders hervorzuheben ist das rasante Wachstum der Niederlande (+144 % bei Importen, +153 % bei Exporten) und Polens (+136 % bei Importen, +100 % bei Exporten), was auf eine zunehmende Bedeutung dieser Länder als Handelsdrehscheiben innerhalb der EU hindeutet. Österreich war der einzige der erfassten großen EU-Exporteure, der einen Rückgang der Exporte verzeichnete (−6,6 %).
2. Chinas wachsende Dominanz und zunehmende Konzentration der Importströme
2.1 China als mit Abstand größter Importpartner der EU
China war 2015 mit 545 Mio. € bereits der wichtigste Lieferant von Aluminiumwaren an die EU. Bis 2025 wuchsen die Importe aus China auf 1.353 Mio. € — ein Anstieg von 148,1 %. Damit machte China im Jahr 2025 nahezu die Hälfte aller EU-Importe aus Drittländern aus. Zu den Handelspartnern im Detail.
| Importpartner | 2015 (Mio. €) | 2025 (Mio. €) | Veränderung |
|---|---|---|---|
| China | 545 | 1.353 | +148,1 % |
| Schweiz | 105 | 206 | +96,8 % |
| Türkei | 115 | 206 | +79,3 % |
| USA | 182 | 273 | +50,5 % |
| Vereinigtes Königreich | 109 | 127 | +16,8 % |
| Indien | 45 | 76 | +70,2 % |
| Südkorea | 40 | 55 | +38,2 % |
Auch die Schweiz (+96,8 %) und die Türkei (+79,3 %) verzeichneten kräftige Zuwächse, blieben aber mit jeweils rund 206 Mio. € weit hinter China zurück. Interessanterweise war die Volatilität der Importe aus China relativ moderat (Variationskoeffizient von 0,21), was auf ein stetiges und planbares Wachstum hindeutet. Im Gegensatz dazu wiesen die Importe aus dem Vereinigten Königreich (CV 0,43) und Südkorea (CV 0,39) deutlich höhere Schwankungen auf. Zur Volatilitätsanalyse.
Auf der Exportseite dominierten das Vereinigte Königreich (338 Mio. €) und die USA (461 Mio. €) als wichtigste Absatzmärkte. Die Exporte in die USA wuchsen dabei mit +73,6 % besonders stark, während die Exporte in die Russische Föderation um 45,0 % sanken — ein Rückgang, der zeitlich mit den Sanktionen nach 2022 zusammenfällt.
2.2 Steigende Importkonzentration gemessen am Herfindahl-Hirschman-Index
Die zunehmende Dominanz Chinas spiegelt sich in einer deutlichen Erhöhung der Importkonzentration wider. Der Herfindahl-Hirschman-Index (HHI) für den Wert der EU-Importe stieg von 2.022 im Jahr 2015 auf 2.722 im Jahr 2025 (+34,6 %). Ein HHI-Wert über 2.500 gilt international als Schwelle für einen hochkonzentrierten Markt — die EU-Importe haben diese Schwelle im Analysezeitraum überschritten. Zur Konzentrationsanalyse.
Im Gegensatz dazu sank der HHI für Exporte von 926 auf 748 (−19,3 %), was bedeutet, dass die EU ihre Exporte über ein breiteres Spektrum von Märkten verteilte.
| Kennzahl | 2015 | 2025 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| HHI Importe (nach Wert) | 2.022 | 2.722 | +34,6 % |
| HHI Importe (nach Menge) | 2.883 | 4.425 | +53,5 % |
| HHI Exporte (nach Wert) | 926 | 748 | −19,3 % |
| HHI Exporte (nach Menge) | 920 | 748 | −18,7 % |
Die Kombination aus stark steigender Importkonzentration und gleichzeitig sinkender Exportkonzentration zeigt eine zunehmende Asymmetrie: Während die EU ihre Absatzmärkte diversifizierte, wurde ihre Importbasis immer abhängiger von wenigen Quellen — allen voran China.
2.3 Spezialisierungsmuster innerhalb der EU
Im Jahr 2025 wiesen Italien (RSCA 0,43, RCA 2,51) und Österreich (RSCA 0,42, RCA 2,47) die höchsten Spezialisierungsindizes innerhalb der EU auf. Beide Länder exportierten Aluminiumwaren (CN 7616) in einem deutlich überproportionalen Verhältnis zu ihrem Gesamtexport. Zur Spezialisierungsanalyse.
| EU-Mitgliedstaat | RSCA | RCA | Anteil an EU-Produktion |
|---|---|---|---|
| Italien | 0,43 | 2,51 | 20,1 % |
| Österreich | 0,42 | 2,47 | 8,2 % |
| Kroatien | 0,31 | 1,88 | 0,8 % |
| Slowenien | 0,26 | 1,72 | 1,7 % |
| Polen | 0,22 | 1,57 | 10,4 % |
Am anderen Ende des Spektrums standen Zypern (RSCA −0,94), Malta (−0,89) und Irland (−0,85), die in diesem Segment kaum oder gar nicht exportaktiv waren. Italien und Polen vereinigten zusammen rund 30 % der EU-weiten Produktion von Aluminiumwaren auf sich. Die starke Spezialisierung Italiens und Österreichs unterstreicht die Bedeutung traditioneller Metallverarbeitungsstandorte innerhalb der EU.
3. Von Überschuss zu Defizit: Preisvolatilität, Schocks und wachsende Verwundbarkeit
3.1 Preisvolatilität und detektierte Handelsschocks
Die Analyse der Preisvolatilität (gemessen am Variationskoeffizienten) zeigt erhebliche Unterschiede zwischen den Handelspartnern. Auf der Importseite war die Handelsbeziehung mit Serbien am schwankungsanfälligsten (CV 1,14), was auf eine stark volatile, von Einzelereignissen geprägte Handelsstruktur hindeutet. Es folgten das Vereinigte Königreich (CV 0,43), Südkorea (CV 0,39) und Südafrika (CV 0,32). Auf der Exportseite wiesen die Russische Föderation (CV 0,48), Serbien (CV 0,37) und das Vereinigte Königreich (CV 0,31) die höchste Volatilität auf, während die USA (CV 0,14) und die Schweiz (CV 0,15) als besonders stabile Absatzmärkte erschienen. Zur Volatilitätsanalyse.
Im Analysezeitraum wurden drei signifikante Preisschocks identifiziert, die allesamt die Exportseite betrafen:
| Schock | Partner | Zeitpunkt | Preissprung | Anomaliewert | Anteil am Exportwert |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | China | 2017 | +63,7 % | 23,3 | 9,2 % |
| 2 | Algerien | 2022 | +40,2 % | 9,2 | 2,1 % |
| 3 | Mexiko | 2022 | +31,8 % | 6,7 | 3,7 % |
Der markanteste Schock war der chinesische Preisschock von 2017 mit einem abnormalen Preisanstieg von 63,7 % und einem Anomaliewert von 23,3 — ein extrem hoher Wert, der auf eine außergewöhnliche Veränderung im Produktmix oder in den Handelsbedingungen hindeutet. Die Schocks in Algerien und Mexiko (beide 2022) fielen zeitlich mit der globalen Energiekrise und den Lieferkettenstörungen nach dem Beginn des Ukraine-Konflikts zusammen, als Rohstoff- und Energiepreise weltweit stark anstiegen.
3.2 Wandel der Handelsbilanz und steigende Nettoimportabhängigkeit
Die EU-Handelsbilanz bei Aluminiumwaren (CN 7616) durchlief im Zeitraum 2015–2025 einen grundlegenden Wandel. War die EU im Jahr 2015 noch Nettoexporteur mit einem Überschuss von 293 Mio. €, so wurde sie bis 2025 zum Nettoimporteur mit einem Defizit von 178 Mio. €. Innerhalb des Betrachtungszeitraums schwankte die Handelsbilanz zwischen einem maximalen Überschuss von 438 Mio. € und einem maximalen Defizit von 417 Mio. €. Zur Nettoimportabhängigkeit.
Die Nettoimportabhängigkeit verschob sich von −10,4 % (2015, d.h. die EU exportierte netto mehr als sie importierte) auf +1,1 % (2025, d.h. leichte Nettoimportabhängigkeit). Der maximale Wert lag bei +6,1 %, der minimale bei −16,3 % — eine Schwankungsbreite von über 22 Prozentpunkten.
Gleichzeitig stieg die Handelsintensität (das Verhältnis von Außenhandel zur Wirtschaftsleistung) von 42,0 % auf 60,0 % (+42,9 %), und die Exportquote erhöhte sich von 30,0 % auf 42,6 % (+41,7 %). Zur Handelsintensität. Zur Exportquote.
| Kennzahl | 2015 | 2025 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Handelsbilanz | +293 Mio. € | −178 Mio. € | — |
| Nettoimportabhängigkeit | −10,4 % | +1,1 % | — |
| Handelsintensität | 42,0 % | 60,0 % | +42,9 % |
| Exportquote | 30,0 % | 42,6 % | +41,7 % |
Dieses Bild lässt sich als eine Art „Offenheitsfalle" interpretieren: Die EU ist im Segment der Aluminiumwaren zunehmend in den globalen Handel eingebunden — sowohl als Exporteur als auch als Importeur —, hat dabei aber ihre Nettoexportposition vollständig verloren und sich in eine leichte Abhängigkeit von Drittlandimporten begeben.
3.3 Produktsegmente im Detail: 761699 dominiert Handelsströme
Die Unterposition 761699 („Waren aus Aluminium, a.n.g.") dominierte sowohl die Importe als auch die Exporte mit großem Abstand. Im Jahr 2025 entfielen auf dieses Segment 229.313 Tonnen bzw. 2.538 Mio. € bei den Importen und 126.913 Tonnen bzw. 2.370 Mio. € bei den Exporten. Zum Produktvergleich.
| Segment | Beschreibung | Imp.-Menge 2025 (t) | Imp.-Wert 2025 (Mio. €) | Exp.-Menge 2025 (t) | Exp.-Wert 2025 (Mio. €) |
|---|---|---|---|---|---|
| 761699 | Sonstige Aluminiumwaren | 229.313 | 2.538 | 126.913 | 2.370 |
| 761610 | Befestigungselemente | 5.996 | 188 | 6.264 | 180 |
| 761691 | Gewebe und Gitter | 1.546 | 14 | 801 | 13 |
Die Mengenentwicklung über den gesamten Zeitraum zeigt ein divergentes Bild:
-
Importe verzeichneten in allen Segmenten sowohl Mengen- als auch Wertzuwächse. Die Menge bei 761699 stieg von 154.341 t auf 229.313 t (+48,6 %), der Wert von 1.249 Mio. € auf 2.538 Mio. € (+103,2 %). Auch bei 761610 (Befestigungselemente) wuchsen sowohl Menge (+17,0 %) als auch Wert (+79,4 %).
-
Exporte verloren in allen Segmenten an Volumen: Bei 761699 sank die Menge von 155.771 t auf 126.913 t (−18,5 %), bei 761610 von 7.107 t auf 6.264 t (−11,9 %) und bei 761691 von 1.328 t auf 801 t (−39,7 %). Die Exportwerte stiegen dennoch — bei 761699 um +55,9 % (von 1.520 Mio. € auf 2.370 Mio. €) und bei 761610 um +45,7 % (von 123 Mio. € auf 180 Mio. €). Lediglich bei 761691 blieb der Exportwert mit rund 13 Mio. € nahezu unverändert (−3,4 %).
Bemerkenswert ist der signifikante Preisunterschied zwischen Im- und Exportpreisen: Für 761699 lag der Exportpreis 2025 bei 18.669 €/t gegenüber einem Importpreis von 11.067 €/t — eine Exportprämium von rund 69 %. Dies unterstreicht, dass die EU in diesem Segment tendenziell hochwertigere Güter exportiert und günstigere Standardprodukte importiert. Auch bei Befestigungselementen (761610) lag der Exportpreis mit 28.560 €/t deutlich über dem Importpreis von 31.336 €/t — hier war das Preisniveau insgesamt am höchsten.
Schlussfolgerung
Die Marktentwicklung von Aluminiumwaren (CN 7616) im Zeitraum 2015–2025 lässt sich als ein Prozess grundlegender struktureller Veränderung zusammenfassen. Die drei zentralen Befunde sind:
Erstens war das beeindruckende Wertwachstum der Exporte (+54,7 %) klar preis- und nicht mengengetrieben. Die EU exportierte 2025 rund 18 % weniger Tonnen als 2015, verdiente aber fast das Doppelte pro Tonne. Der Exportpreis stieg um 89,6 % auf 19.123 €/t. Dies ist ein zweischneidiges Schwert: Einerseits signalisiert es Wertschöpfung, andererseits schrumpfende Wettbewerbsfähigkeit im Mengenvergleich.
Zweitens hat sich die EU-Handelsbilanz von einem soliden Überschuss (+293 Mio. €) in ein Defizit (−178 Mio. €) verwandelt. Die Nettoimportabhängigkeit verschob sich um über 11 Prozentpunkte. Parallel dazu hat sich die Importkonzentration drastisch erhöht (HHI von 2.022 auf 2.722), wobei China seine Stellung als dominierender Lieferant mit einem Importwert von 1.353 Mio. € und einem Zuwachs von 148 % weiter ausbaute. Die Exportkonzentration hingegen sank (HHI von 926 auf 748), was auf eine Diversifizierung der Absatzmärkte hindeutet.
Drittens zeigt die Analyse der Handelsintensität (Anstieg auf 60,0 %) und der Exportquote (42,6 %), dass die EU in diesem Segment zunehmend vom globalen Handel abhängig ist. Die identifizierten Preisschocks — insbesondere der extreme Anomaliewert bei Exporten nach China (2017) sowie die Schocks in Algerien und Mexiko (beide 2022) — unterstreichen die Exposition gegenüber externen Störungen.
Für die Zukunft der EU-Aluminiumwarenindustrie ergeben sich daraus erhebliche Herausforderungen: Die zunehmende Abhängigkeit von chinesischen Importen bei gleichzeitig schrumpfenden Exportmengen deutet auf strategische Verwundbarkeit hin. Politische Maßnahmen zur Diversifizierung der Importquellen und zur Stärkung der inländischen Wertschöpfungsketten könnten angesichts dieser Entwicklungen an Bedeutung gewinnen.