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Marktentwicklung: Kleie (CN 2302) — 2015–2025

Einleitung

Dieser Bericht analysiert die Handelsentwicklung der Europäischen Union (EU) mit dem Zolltarifcode CN 2302, der Kleie und andere Rückstände aus der Verarbeitung von Getreide oder Hülsenfrüchten umfasst, im Zeitraum von 2015 bis 2025. Die Betrachtung konzentriert sich auf den Handel mit Nicht-EU-Ländern. Die Daten zeigen eine signifikante Verstärkung der EU als Nettoexporteur, begleitet von dynamischen Veränderungen bei den Handelspartnern, Preisen und der Marktkonzentration.

1. Strukturelle Verschiebung: Stärkung der Exportdominanz bei gleichzeitigem Importwachstum

Der EU-Handel mit CN 2302 hat zwischen 2015 und 2025 ein deutliches Wachstum erfahren, wobei die Exporte sowohl in Wert als auch in Menge stärker zulegten als die Importe. Dies führte zu einer Konsolidierung der EU-Position als Nettoexporteur.

Exporte überwachsen Importe in Wert und Volumen

Die Gesamthandelsübersicht offenbart eine bemerkenswerte Entwicklung. Während der Exportwert um 91,6 % auf 136,3 Mio. EUR stieg, erhöhte sich der Importwert sogar um 150,7 % auf 75,4 Mio. EUR. Entscheidend ist jedoch, dass die Exportmenge um 31,7 % auf 548.104 Tonnen zunahm, während die Importmenge mit einem Plus von 158,2 % auf 355.191 Tonnen ein noch stärkeres Wachstum verzeichnete. Dieses Muster führt dazu, dass die EU ihr positives Handelsbilanzdefizit von 41,1 Mio. EUR auf 60,9 Mio. EUR ausweiten konnte.

Kennzahl Einheit 2015 2025 Veränderung (%)
Exportwert EUR 71,16 Mio. 136,32 Mio. +91,6
Exportmenge Tonnen 416.214 548.104 +31,7
Importwert EUR 30,10 Mio. 75,44 Mio. +150,7
Importmenge Tonnen 137.540 355.191 +158,2
Handelsbilanz (Wert) EUR 41,07 Mio. 60,88 Mio. +48,2

Preisentwicklung zeigt unterschiedliche Dynamiken

Die Preisentwicklung verlief bei Exporten und Importen gegenläufig. Der durchschnittliche Exportpreis stieg von 170 EUR/t auf 249 EUR/t (+46,1 %). Dies deutet auf eine höhere Wertschöpfung oder einen Nachfrageüberhang in den Absatzmärkten hin. Im Gegensatz dazu blieb der Importpreis mit einer leichten Verringerung von 219 EUR/t auf 212 EUR/t (-2,9 %) relativ stabil, was auf einen gut versorgten und wettbewerbsorientierten Beschaffungsmarkt hindeutet.

2. Wandel der Handelsbeziehungen: Neue Schlüsselpartner und erhöhte Volatilität

Die Zusammensetzung der wichtigsten Handelspartner hat sich zwischen 2015 und 2025 erheblich verändert. Während einige traditionelle Märkte an Bedeutung verloren, sind neue, stark wachsende Partner hinzugekommen, was zu einer veränderten Risiko- und Chancenlandschaft führte.

Türkei und Großbritannien dominieren den Exportmarkt

Eine Analyse der Top-Exportpartner zeigt, dass die Türkei zum mit Abstand wichtigsten Exportziel aufstieg. Der Exportwert in die Türkei stieg um 187,1 % auf 43,8 Mio. EUR. Großbritannien blieb ein stabiler, wichtiger Markt mit einem Wachstum von 85,7 % auf 35,9 Mio. EUR. Gleichzeitig verloren traditionelle Märkte wie Tunesien (-52,8 %) und Marokko (-72,3 %) stark an Bedeutung.

Partner (Export) 2015 (Mio. EUR) 2025 (Mio. EUR) Veränderung (%)
Türkei 15,27 43,83 +187,1
Großbritannien 19,35 35,93 +85,7
Tunesien 10,62 5,02 -52,8
Marokko 6,51 1,81 -72,3

Importquellen diversifizieren sich stark

Die Importseite zeigt eine deutliche Diversifizierung. Großbritannien blieb zwar der größte Lieferant (Wachstum auf 27,9 Mio. EUR), doch verzeichneten afrikanische und osteuropäische Länder ein explosionsartiges Wachstum. Angola (+900,9 %) und die Ukraine (+13.629,5 %) entwickelten sich zu signifikanten Quellen. Diese Diversifizierung spiegelt sich im starken Rückgang des Herfindahl-Hirschman-Index (HHI) für Importe wider, der von 4.200 auf 1.905 Punkte fiel, was eine geringere Konzentration und geringere Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten bedeutet.

Preischocks und Volatilität bei Schlüsselpartnern

Trotz der Diversifizierung traten bei einigen Handelspartnern erhebliche Preisschwankungen und Schocks auf. So wurde bei Importen aus Angola 2022 ein Preisschock mit einer abnormalen Preissteigerung von 60,9 % und einem Anstieg der Abnormalität um 54,5 % festgestellt. Die Ukraine, als neuer Großlieferant, weist mit einem Variationskoeffizienten von 1,31 die höchste Volatilität aller Hauptimportpartner auf. Dies unterstreicht, dass die neuen, wachstumsstarken Beschaffungskanäle auch mit erhöhten Preisrisiken verbunden sein können.

3. Zunahme der Marktdurchdringung und verminderte Verwundbarkeit der EU

Über die reinen Handelsströme hinaus zeigen Kennzahlen zur Handelsintensität und Exportneigung, dass der globale Markt für CN 2302 für die EU an Bedeutung gewonnen hat. Gleichzeitig hat sich die Netto-Importabhängigkeit vertieft, was auf eine gestärkte autonome Position hindeutet.

EU-Exporte werden global relevanter

Die Handelsintensität und die Exportneigung sind im Zeitraum 2015–2025 drastisch gestiegen. Die Handelsintensität, die den Anteil des Handels am Produktionswert misst, stieg von 2,8 % auf 10,9 % (+293,7 %). Noch deutlicher war der Anstieg der Exportneigung (Anteil der Exporte an der Produktion) von 1,8 % auf 7,1 % (+295,3 %). Dies zeigt, dass die EU einen wachsenden Teil ihrer Kleieproduktion auf dem Weltmarkt absetzt und sich stärker in den globalen Handel integriert.

Geringere Anfälligkeit durch veränderte Importabhängigkeit

Die Netto-Importabhängigkeit der EU für CN 2302 ist negativ, was bedeutet, dass die EU ein Nettoexporteur ist. Dieser Wert ist von -0,8 % im Jahr 2015 auf -2,9 % im Jahr 2025 gefallen (-263,8 %). Ein stärker negativer Wert kennzeichnet eine festere Position als Nettoexporteur. In Kombination mit der Diversifizierung der Importquellen (sinkender HHI) bedeutet dies, dass die EU weniger anfällig für Versorgungsengpässe bei einzelnen Lieferanten ist und ihre eigene Versorgung besser sichern kann.

Produktion stagniert, während Handel wächst

Interessanterweise stand das Wachstum des Handels im leichten Gegensatz zur Entwicklung der inländischen Produktion. Die Produktionsmenge in der EU sank von 11,6 Mrd. kg (2015) auf 10,5 Mrd. kg (2025), ein Rückgang von 9,9 %. Der Produktionswert stieg jedoch um 36,0 % auf 1,65 Mrd. EUR, was auf steigende Preise oder eine Verschiebung hin zu höherwertigen Produkten schließen lässt. Der gleichzeitige Anstieg der Exportintensität deutet darauf hin, dass die EU ihre Produktion zunehmend auf den Export ausrichtet oder die Binnen- und Außenmärkte enger verknüpft sind.

Fazit

Die Marktentwicklung von CN 2302 in der EU zwischen 2015 und 2025 ist von einer klaren strukturellen Verschiebung gekennzeichnet: Die EU hat ihre Position als globaler Nettoexporteur erheblich ausgebaut. Dies geschah nicht nur durch ein starkes Wachstum der Exporte, sondern auch durch eine massive Diversifizierung der Importquellen, die die Versorgungssicherheit erhöht. Der Handel ist für die EU-Industrie deutlich an Bedeutung gewonnen, wie die stark gestiegene Exportneigung belegt. Diese Integration in den globalen Markt bringt jedoch auch Volatilität mit sich, insbesondere bei neu hinzugekommenen Handelspartnern. Insgesamt zeigt die Entwicklung einen reiferen, exportorientierten und global stärker verflochtenen Markt für Kleie und Getreiderückstände innerhalb der EU.

Erstellt am 2026-08-07. Die Zahlen geben die Eurostat-Daten zum Zeitpunkt der Erstellung wieder und enthalten keine späteren Revisionen.

Automatisch erstellt: Dieser Bericht soll die menschliche Analyse beschleunigen, aber nicht ersetzen.

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