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Marktentwicklung: Gusseiserne Waren (CN 7325) — 2015–2025

Einleitung

Dieser Bericht analysiert die Handelsentwicklung der Europäischen Union mit Drittländern für die Kombinierte Nomenklatur-Position 7325 (Waren aus Eisen oder Stahl, gegossen, a.n.g.) im Zeitraum 2015 bis 2025. Die Position umfasst drei Unterpositionen: nichtverformbares Gusseisen (732510), Mahlkugeln und ähnliche Mahlkörper (732591) sowie sonstige gegossene Waren aus Eisen oder Stahl (732599). Die Daten beziehen sich auf den Gesamtüberblick des EU-Drittlandhandels und ermöglichen eine differenzierte Betrachtung von Volumen, Wert, Preisen und Partnerschaftsstrukturen.


1. Strukturelle Verschärfung des Handelsdefizits

Das EU-Handelsdefizit hat sich mehr als verdoppelt

Der Saldo im Drittlandhandel der EU mit CN 7325 hat sich von −317 Mio. EUR im Jahr 2015 auf −671 Mio. EUR im Jahr 2025 verschlechtert, was einer Verschlechterung um 112 % entspricht. Der Saldo erreichte seinen niedrigsten Wert im Zeitraum 2022 bei rund −776 Mio. EUR, bevor er sich leicht erholte.

Die Netto-Importabhängigkeit ist stark angestiegen

Die Netto-Importquote (Nettoimporte als Anteil des heimischen Verbrauchs) stieg von lediglich 4,5 % im Jahr 2015 auf 28,0 % im Jahr 2025 — ein Anstieg um über 500 %. Der Höchstwert wurde 2022 mit 32,2 % erreicht. Dies signalisiert eine zunehmende strukturelle Abhängigkeit der EU von Importen in diesem Segment.

Importe wachsen dynamisch, Exporte stagnieren nominal

Die Importe stiegen im Wert von 842 Mio. EUR auf 1.186 Mio. EUR (+40,8 %), während das Volumen von 465.047 t auf 580.912 t zunahm (+24,9 %). Die Exporte blieben nominal leicht unter dem Ausgangsniveau (526 Mio. EUR → 515 Mio. EUR, −2,1 %), verloren jedoch im Volumen drastisch (201.705 t → 122.194 t, −39,4 %).

Kennzahl 2015 2025 Veränderung
Importwert (Mio. EUR) 842 1.186 +40,8 %
Importmenge (t) 465.047 580.912 +24,9 %
Exportwert (Mio. EUR) 526 515 −2,1 %
Exportmenge (t) 201.705 122.194 −39,4 %
Saldo (Mio. EUR) −317 −671 −112,0 %
Netto-Importquote (%) 4,5 28,0 +523,7 %

2. Preisanstieg und Aufwertung der Exportstruktur

Exportpreise haben sich um über 60 % erhöht

Der durchschnittliche Exportpreis stieg von 2.607 EUR/t auf 4.210 EUR/t (+61,5 %). Im Gegensatz dazu stieg der durchschnittliche Importpreis lediglich von 1.811 EUR/t auf 2.042 EUR/t (+12,7 %). Die Differenz zwischen Export- und Importpreis hat sich damit von rund 795 EUR/t auf über 2.168 EUR/t vergrößert.

Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass die EU zunehmend höherwertige Gusserzeugnisse exportiert und gleichzeitig preisgünstigere Standardprodukte importiert.

Innerhalb der Unterpositionen zeigen sich unterschiedliche Preistrends

Die Segmentaufschlüsselung zeigt, dass der Preisanstieg bei Exporten insbesondere bei CN 732599 (sonstige gegossene Waren, nicht Gusseisen) und CN 732510 (nichtverformbares Gusseisen) stattfand:

Unterposition Exportpreis 2015 (EUR/t) Exportpreis 2025 (EUR/t) Veränderung
732510 – Nichtverformbares Gusseisen 2.468 3.316 +34,4 %
732591 – Mahlkugeln 1.273 2.193 +72,3 %
732599 – Sonstige gegossene Waren 2.909 4.954 +70,3 %

Bei den Importen lag der Preisanstieg deutlich niedriger:

Unterposition Importpreis 2015 (EUR/t) Importpreis 2025 (EUR/t) Veränderung
732510 – Nichtverformbares Gusseisen 1.423 1.693 +19,0 %
732591 – Mahlkugeln 945 1.224 +29,5 %
732599 – Sonstige gegossene Waren 2.370 2.341 −1,2 %

Die heimische Produktion verliert an Volumen, gewinnt aber an Wert

Die EU-Produktion von CN 7325 verlor mengenmäßig 7,5 % (von 710 Mio. kg auf 657 Mio. kg), während der Produktionswert um 70,6 % stieg (von 1.027 Mio. EUR auf 1.753 Mio. EUR). Die Handelsintensität (Anteil von Im- und Exporten am Produktionswert) lag 2025 bei 57,5 %, was auf eine weiterhin hohe Offenheit des Marktes hindeutet.

Das Volumen der Exporte ist in allen Unterpositionen eingebrochen

Der mengenmäßige Rückgang der Exporte betrifft alle drei Unterpositionen, ist jedoch bei Mahlkugeln (CN 732591) am dramatischsten:

Unterposition Exportmenge 2015 (t) Exportmenge 2025 (t) Veränderung
732510 – Nichtverformbares Gusseisen 75.208 52.385 −30,4 %
732591 – Mahlkugeln 17.006 1.869 −89,0 %
732599 – Sonstige gegossene Waren 109.491 67.940 −38,0 %

3. Verschiebung der Handelspartner und Preisschocks

China, Indien und die Türkei dominieren die Importe

Die drei wichtigsten Importpartner der EU waren 2025 China (440 Mio. EUR), Indien (249 Mio. EUR) und die Türkei (167 Mio. EUR). Indien verzeichnete mit +96,9 % das stärkste Wachstum im Vergleich zum Ausgangswert, gefolgt von der Türkei (+75,7 %) und China (+23,7 %). Thailand entwickelte sich als neuer, wenn auch kleinerer Lieferant mit einem Anstieg von 2,2 Mio. EUR auf 26,5 Mio. EUR (+1.124 %).

Partner Importwert 2015 (Mio. EUR) Importwert 2025 (Mio. EUR) Veränderung
China 356 440 +23,7 %
Indien 127 249 +96,9 %
Türkei 95 167 +75,7 %
Vereinigtes Königreich 69 89 +28,4 %
Norwegen 28 47 +66,4 %
Thailand 2 26 +1.124 %

Die Exportmärkte sind stabiler, wenngleich mit Umverteilungen

Die wichtigsten Exportziele blieben das Vereinigte Königreich (99 Mio. EUR), die Schweiz (87 Mio. EUR) und die USA (86 Mio. EUR). Auffällig ist der Rückgang der Exporte nach Algerien um 92,8 % (von 17 Mio. EUR auf 1,2 Mio. EUR), während die Ausfuhren nach Serbien um 311 % auf 12,5 Mio. EUR stiegen. Frankreich verzeichnete als Exporteur den mit Abstand stärksten Anstieg innerhalb der EU-Mitgliedstaaten: von 33 Mio. EUR auf 84 Mio. EUR (Exporte nach Ländern).

Signifikante Preisschocks wurden 2022 festgestellt

Im Jahr 2022 wurden bei den Importen zwei erhebliche Preisschocks registriert:

  • Indien: Preisanstieg von 33,6 % bei einem abnormalen Faktor von 65,0 und einem Wertanteil von 23,9 % an den Gesamtimporten.
  • Türkei: Preisanstieg von 33,0 % bei einem abnormalen Faktor von 8,0 und einem Wertanteil von 19,6 %.

Diese Schocks fallen zeitlich mit der globalen Energie- und Rohstoffpreiskrise 2022 zusammen, die die Produktionskosten in energieintensiven Gießereiprozessen erheblich erhöhte.

Die Importkonzentration ist leicht gesunken

Der Herfindahl-Hirschman-Index (HHI) für Importe nach Wert sank von 2.324 auf 2.117 (−8,9 %), was auf eine geringfügige Diversifizierung der Bezugsquellen hindeutet. Der HHI für Exporte blieb mit rund 1.063 auf einem niedrigeren und stabilen Niveau, was auf eine breitere Streuung der Absatzmärkte hinweist. Dennoch bleibt die Importkonzentration mit drei Ländern, die zusammen rund 72 % der Importe ausmachen, auf einem hohen Niveau.

Dänemark, Spanien und Tschechien sind die am stärksten spezialisierten EU-Exporteure

Gemäß dem balancierten revidierten Komparativkostenvorteil (RSCA) weisen innerhalb der EU folgende Länder die höchste Spezialisierung bei CN 7325 auf:

Land RSCA RCA Anteil am EU-Exportvolumen
Dänemark 0,523 3,19 5,5 %
Spanien 0,468 2,76 16,0 %
Tschechien 0,446 2,61 12,6 %
Frankreich 0,302 1,87 14,6 %
Polen 0,257 1,69 11,2 %

Fazit

Der EU-Markt für gegossene Waren aus Eisen oder Stahl (CN 7325) hat sich im Zeitraum 2015–2025 grundlegend gewandelt. Die EU ist von einer nahezu ausgeglichenen Netto-Importposition (4,5 % Abhängigkeit) zu einer zunehmend importabhängigen Wirtschaft geworden (28,0 %). Während das Importvolumen um rund 25 % wuchs, brach das Exportvolumen um fast 40 % ein — ein Trend, der sich über alle drei Unterpositionen erstreckt, bei Mahlkugeln (CN 732591) jedoch besonders drastisch ausfällt.

Gleichzeitig vollzog sich eine qualitative Verschiebung: Die EU exportiert zwar mengenmäßig weniger, aber zu deutlich höheren Preisen, was auf eine Spezialisierung auf hochwertigere Gusserzeugnisse hindeutet. Die heimische Produktion verlor mengenmäßig leicht, gewann aber an Wert, was auf steigende Produktkomplexität oder gestiegene Inputkosten schließen lässt.

Die Importseite wird zunehmend von asiatischen Lieferanten — allen voran China und Indien — geprägt, wobei der Preisschock von 2022 die Verwundbarkeit der EU gegenüber Lieferanten in energieintensiven Produktionsländern verdeutlichte. Trotz einer leichten Diversifizierung der Bezugsquellen bleibt die Konzentration der Importe auf wenige Partner hoch und stellt ein potenzielles strategisches Risiko dar.

Erstellt am 2026-08-07. Die Zahlen geben die Eurostat-Daten zum Zeitpunkt der Erstellung wieder und enthalten keine späteren Revisionen.

Automatisch erstellt: Dieser Bericht soll die menschliche Analyse beschleunigen, aber nicht ersetzen.

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