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Marktentwicklung: Gewürzfrüchte (CN 0909) — 2015–2025

Einleitung

Dieser Bericht analysiert die Handelsentwicklung der Europäischen Union mit Gewürzfrüchten (Zolltarifnummer 0909) im Zeitraum von 2015 bis 2025. Die Kategorie umfasst Anis, Sternanis, Fenchel, Koriander, Kreuzkümmel, Kümmel sowie Wacholderbeeren. Die EU agiert in diesem Markt sowohl als bedeutender Importeur als auch Exporteur. Die folgende Auswertung basiert auf den verfügbaren Handelsdaten und beleuchtet die wesentlichen Trends und Dynamiken.

Stärkeres Wachstum der Einfuhren und eine sich vertiefende Handelslücke

Die Importe von Gewürzfrüchten in die EU sind im Betrachtungszeitraum deutlich stärker gestiegen als die Ausfuhren, was zu einer Erweiterung des Handelsdefizits führte. Dieses Muster deutet auf eine steigende inländische Nachfrage hin, die durch die einheimische Produktion und Exporte nicht gedeckt werden kann.

Der Importwert hat sich nahezu verdoppelt, während die Exporte moderater wuchsen

Die Einfuhren in die EU stiegen im Wert von rd. 56,2 Mio. EUR (2015) auf rd. 109,8 Mio. EUR (2025), was einem Anstieg von 95,3 % entspricht. Die Ausfuhren wuchsen im selben Zeitraum von rd. 55,3 Mio. EUR auf rd. 90,6 Mio. EUR, einem Plus von 63,9 %. Damit überstieg der Anstieg des Importwerts den der Exporte um mehr als 30 Prozentpunkte. (Zum Gesamtüberblick)

Kennzahl 2015 (Mio. EUR) 2025 (Mio. EUR) Veränderung
Importwert 56,21 109,80 +95,3 %
Exportwert 55,31 90,65 +63,9 %
Handelsbilanz -0,90 -19,15 -2025,2 %

Das Handelsdefizit hat sich dramatisch vergrößert

Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen Export- und Importwert, entwickelte sich von einem leichten Defizit von -0,9 Mio. EUR im Jahr 2015 zu einem erheblichen Defizit von -19,2 Mio. EUR im Jahr 2025. Die starke Zunahme um über 2000 % verdeutlicht die wachsende Abhängigkeit der EU von externen Lieferanten für diese Produktegruppe.

Die importierten Mengen stiegen, aber die Preise explodierten

Während die importierte Menge von rd. 28.374 t (2015) auf rd. 34.852 t (2025) zunahm (+22,8 %), stiegen die durchschnittlichen Importpreise von rd. 1.981 EUR/t auf rd. 3.150 EUR/t (+59,0 %). Dies zeigt, dass die höhere Importrechnung sowohl auf größere Mengen als auch auf deutlich höhere Preise zurückzuführen ist. Die Exportpreise entwickelten sich mit +18,9 % weniger dynamisch.

Geografische Neuausrichtung der Handelsbeziehungen

Die Herkunftsländer der EU-Importe und die Bestimmungsländer der Exporte haben sich im Zeitraum 2015–2025 signifikant verschoben. Der Importmarkt konzentrierte sich stärker auf wenige Schlüsselpartner, während sich die Exportmärkte diversifizierten.

Indien wurde zum dominanten Importpartner der EU

Der Anteil Indias an den EU-Importen nach Wert stieg von rd. 8,5 Mio. EUR im Jahr 2015 auf rd. 46,9 Mio. EUR im Jahr 2025, was einem spektakulären Anstieg von 450 % entspricht. Im selben Zeitraum verloren traditionelle Lieferanten wie die Syrische Arabische Republik (-40,2 %) und die Türkei (-23,7 %) an Bedeutung. (Zu den Handelspartnern)

Importpartner (Top 3 nach Wert 2025) 2015 (Mio. EUR) 2025 (Mio. EUR) Veränderung
Indien 8,53 46,93 +450,0 %
Ägypten 8,36 13,51 +61,7 %
China 3,83 6,92 +80,7 %

Die Konzentration der EU-Importe nahm zu

Der Herfindahl-Hirschman-Index (HHI) für den Importwert stieg von rd. 1.132 (2015) auf rd. 2.157 (2025), ein Anstieg von 90,5 %. Ein HHI-Wert über 2.500 gilt als hochkonzentriert. Die Zunahme zeigt, dass der EU-Importmarkt von weniger, größeren Lieferanten dominiert wird, was potenzielle Lieferkettenrisiken birgt. (Zur Marktkonzentration)

Das Vereinigte Königreich wurde zum wichtigsten Exportmarkt, während China an Bedeutung verlor

Das Vereinigte Königreich entwickelte sich zum größten Einzelexportziel der EU mit einem Anstieg von 6,5 Mio. EUR (2015) auf 10,5 Mio. EUR (2025), was einem Wachstum von 62,7 % entspricht. Im Gegensatz dazu brachen die Exporte nach China um 82,7 % ein, von 3,6 Mio. EUR auf nur noch 0,6 Mio. EUR. Bangladesh verzeichnete das stärkste prozentuale Wachstum (+225,8 %), blieb aber absolut kleiner.

Produktsegmente: Preisexplosionen und veränderte Nachfragemuster

Innerhalb der Warengruppe 0909 gibt es erhebliche Unterschiede in der Preis- und Mengendynamik der einzelnen Unterpositionen. Besonders auffällig sind die Preisentwicklungen bei bestimmten Gewürzarten.

Kreuzkümmel (gemahlen) verzeichnete das stärkste Preiswachstum bei Importen

Die Importe von gemahlenem Kreuzkümmel (CN 090932) stiegen preislich von rd. 2.727 EUR/t (2015) auf rd. 4.761 EUR/t (2025), was einem Anstieg von rd. 75 % entspricht. Die importierte Menge verdreifachte sich nahezu von rd. 1.302 t auf rd. 4.164 t. (Zum Produktvergleich)

Produkt (CN) Importpreis 2015 (EUR/t) Importpreis 2025 (EUR/t) Veränderung
Kreuzkümmel, gemahlen (090932) 2.726,78 4.761,26 +74,6 %
Kreuzkümmel, ungemahlen (090931) 2.472,39 3.821,23 +54,6 %
Koriander, ungemahlen (090921) 1.046,08 1.237,00 +18,2 %

Wacholderbeeren und Anisfrüchte (ungemahlen) zeigten hohe Preisvolatilität

Der Exportpreis für die Unterposition 090961 (Wacholderbeeren, Anis- etc., ungemahlen) war stark schwankend. Er lag 2015 bei rd. 3.666 EUR/t, sank bis 2020 auf rd. 2.507 EUR/t und stieg bis 2025 auf einen Rekordwert von rd. 5.749 EUR/t. Diese extreme Volatilität auf dem Exportmarkt spiegelt möglicherweise Angebotsengpässe oder Nachfrageschocks wider. Ein einzelner signifikanter Preisschock wurde im Export nach Malaysia im Jahr 2019 identifiziert. (Zu Volatilität und Schocks)

Die EU-Länder weisen eine unterschiedliche Spezialisierung auf

Im Jahr 2025 wiesen Finnland (RSCA: 0,71) und die baltischen Staaten Litauen, Estland und Lettland die höchste Spezialisierung im Export von Gewürzfrüchten innerhalb der EU auf. Im Gegensatz dazu hatte Irland eine nahezu vollständige Despezialisierung (RSCA: -1,0). Dies zeigt, dass die Produktion und der Export dieser Güter sich regional in der EU konzentrieren. (Zur Spezialisierung)

Schlussfolgerung

Der EU-Markt für Gewürzfrüchte (CN 0909) hat sich zwischen 2015 und 2025 erheblich verändert. Die drei zentralen Entwicklungen sind: (1) eine wachsende Importabhängigkeit, die zu einem sich vertiefenden Handelsdefizit führte; (2) eine geografische Neuausrichtung der Lieferketten mit einer starken Konzentration auf Indien; und (3) erhebliche Preisanstiege und Volatilität, insbesondere bei Kreuzkümmel und Wacholderbeeren. Die gestiegene Konzentration der Importe auf wenige Partnerländer und die starken Preisschwankungen bei Schlüsselprodukten deuten auf mögliche Anfälligkeit der EU-Versorgungskette hin. Gleichzeitig haben sich innerhalb der EU klare Spezialisierungsmuster herausgebildet, mit einigen Mitgliedstaaten als bedeutende Exporteure.

Erstellt am 2026-08-07. Die Zahlen geben die Eurostat-Daten zum Zeitpunkt der Erstellung wieder und enthalten keine späteren Revisionen.

Automatisch erstellt: Dieser Bericht soll die menschliche Analyse beschleunigen, aber nicht ersetzen.

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