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Marktentwicklung: Zubereitungen von der zur Fütterung verwendeten Art (ausg. Hunde- und Katzenfutter, in Aufmachungen für den Einzelverkauf) (CN 230990) — 2015–2025

Einleitung

Der Zolltarifcode 230990 umfasst ein breites Spektrum an Futtermittelzubereitungen — von Glucose- und Stärke enthaltenden Präparaten über Maisstärke-Rückstände bis hin zu milchhaltigen Futterzusätzen — mit Ausnahme von Hunde- und Katzenfutter im Einzelverkauf. Im Zeitraum 2015 bis 2025 entwickelte sich die EU in diesem Segment zu einem zunehmend dominanten Nettoexporteur. Die Exporte stiegen von 2,32 Mrd. € auf 4,05 Mrd. €, während die Einfuhren von 681 Mio. € auf 1,05 Mrd. € wuchsen. Damit verbreiterte sich der positive Handelsüberschuss von 1,64 Mrd. € auf 3,00 Mrd. € (Übersicht). Dieser Bericht analysiert die wesentlichen Marktdynamiken und beleuchtet die Triebkräfte hinter diesem Wachstum.


1. Stärkeres Wertwachstum als Mengenwachstum — Preiseffekte als zentraler Wachstumstreiber

Der Exportwert stieg fast dreimal so stark wie die exportierte Menge

Zwischen 2015 und 2025 wuchsen die EU-Ausfuhren von CN 230990 um 74,6 % im Wert, aber nur um 24,2 % in der Menge. Dies ergibt einen Preisanstieg von 40,6 % — von 1.068 €/t auf 1.501 €/t. Der durchschnittliche Exportpreis erreichte 2022 mit 1.555 €/t sein Maximum. Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung:

Kennzahl 2015 2020 2022 2025 Veränderung 2015–2025
Exportwert (Mrd. €) 2,32 3,12 3,89 4,05 +74,6 %
Exportmenge (Mio. t) 2,17 2,69 2,51 2,69 +24,2 %
Ø Exportpreis (€/t) 1.068 1.158 1.555 1.501 +40,6 %

Die Preiserhöhungen sind zum Teil auf global gestiegene Rohstoff- und Energiekosten zurückzuführen, spiegeln aber auch eine qualitative Aufwertung der exportierten Produkte wider — insbesondere bei den hochwertigeren Zubereitungen (z. B. 23099035 mit Milcherzeugnissen ≥ 50 %, deren Exportpreis von 1.157 €/t auf 1.892 €/t stieg).

Die Importseite zeigt ein ähnliches, aber schwächeres Muster

Die Einfuhren stiegen um 53,6 % im Wert und 22,6 % in der Menge, was einem Preisanstieg von 25,3 % entspricht (von 691 €/t auf 865 €/t). Die Importe erreichten ihren mengenmäßigen Höchststand 2024 mit knapp 1,70 Mio. Tonnen, fielen aber 2025 auf 1,21 Mio. t zurück — ein Rückgang von 28,7 % in nur einem Jahr. Die Importpreise lagen durchgehend unter den Exportpreisen, was auf eine strukturelle Wertschöpfungsdifferenz zwischen EU-Ausfuhren und Drittlandseinfuhren hindeutet.

Die EU-Produktion hat sich mehr als verdreifacht

Die heimische EU-Produktion von Futtermittelzubereitungen (CN 230990) stieg im gleichen Zeitraum erheblich: Die Produktionsmenge wuchs von 135,9 Mrd. kg (2015) auf 147,1 Mrd. kg (2024), mit einem Spitzenwert von 179,6 Mrd. kg im Jahr 2023. Der Produktionswert stieg von 43,3 Mrd. € (2015) auf 59,5 Mrd. € (2024) (Produktionsvolumen). Dieses rasante Produktionswachstum — +204,1 % mengenmäßig seit 2003 — unterstreicht die zunehmende Bedeutung der EU als globaler Hersteller und Exporteur in diesem Segment.


2. Geopolitische Umbrüche und Umstrukturierung der Handelsströme

Russland verliert als Exportmarkt, während Großbritannien und die USA stark zulegen

Die dramatischste Veränderung auf der Exportseite war der Bedeutungsverlust Russlands als Absatzmarkt. Die Ausfuhren nach Russland sanken von 267 Mio. € (2015) auf 139 Mio. € (2025) — ein Rückgang um 48,1 %. Parallel dazu stiegen die Exporte in das Vereinigte Königreich um 121,9 % (von 216 Mio. € auf 480 Mio. €), in die USA um 108,2 % (von 168 Mio. € auf 350 Mio. €) und nach Norwegen um 117,4 % (von 68 Mio. € auf 148 Mio. €) (Top-Partner Exporte).

Exportpartner 2015 (Mio. €) 2025 (Mio. €) Veränderung
Vereinigtes Königreich 216 480 +121,9 %
USA 168 350 +108,2 %
Russland 267 139 −48,1 %
Norwegen 68 148 +117,4 %
China 70 131 +88,4 %
Philippinen 60 80 +33,2 %

Auf der Importseite gewinnen China und die Ukraine stark an Bedeutung

Die Einfuhren aus China vervierfachten sich nahezu — von 58 Mio. € auf 227 Mio. € (+294,4 %). Die Ukraine stieg von unter 1 Mio. € auf 5,4 Mio. € (+526,8 %), mit einem Spitzenwert von 40,3 Mio. € im Jahr 2019. Die Importe aus Serbia stiegen um 77,5 % auf 26 Mio. €. Demgegenüber verloren die USA als Importquelle an Boden (−18,0 %) (Top-Partner Importe).

Importpartner 2015 (Mio. €) 2025 (Mio. €) Veränderung
Vereinigtes Königreich 309 378 +22,4 %
China 58 227 +294,4 %
USA 185 151 −18,0 %
Russland 3 18 +499,1 %
Ukraine 0,9 5,4 +526,8 %
Brasilien 32 37 +17,5 %

Die Importkonzentration nahm deutlich ab

Der Herfindahl-Hirschman-Index (HHI) für Einfuhren sank von 2.907 (2015) auf 2.053 (2025), was einem Rückgang von 29,4 % entspricht (Konzentration). Dies signalisiert eine zunehmende Diversifizierung der Importquellen. Ursprünglich dominierte das Vereinigte Königreich mit über 45 % des Importwerts; 2025 lag sein Anteil bei rund 36 %, während China von 8 % auf 22 % anstieg. Auf der Exportseite blieb die Konzentration mit einem HHI von unter 400 throughout sehr niedrig und sank leicht um 8,8 %.


3. Produktsegmente und Marktspezialisierung bestimmen die strukturelle Dynamik

„Sonstige Zubereitungen" (23099096) dominieren mit Abstand

Im Jahr 2025 entfielen auf den Segmentcode 23099096 (Zubereitungen ohne Stärke, Glucose, Maltodextrin oder Milcherzeugnisse) Exporte im Wert von 2,29 Mrd. € — das entspricht 56,7 % des Gesamtwerts. Mit 1,35 Mio. t machte dieses Segment auch mengenmäßig über die Hälfte aller Ausfuhren aus. Der durchschnittliche Exportpreis lag bei 1.694 €/t und damit deutlich über dem Gesamtdurchschnitt von 1.501 €/t (Produktsegmente Exporte).

Produktsegment (Export) 2015 (Mio. €) 2025 (Mio. €) Veränderung
23099096 — Ohne Stärke/Glucose/Dairy 1.376 2.295 +66,8 %
23099031 — Glucose/Stärke/Dairy 280 660 +135,7 %
23099041 — Stärke 10–30 %, kein Dairy 179 265 +48,2 %
23099035 — Dairy ≥ 50 %, Stärke ≤ 10 % 102 306 +200,1 %
23099051 — Stärke > 30 %, kein Dairy 88 145 +65,5 %
23099020 — Maisstärke-Rückstände 80 42 −47,9 %

Auf der Importseite dominieren ebenfalls die allgemeinen Zubereitungen

Die drei größten Importsegmente waren 23099031 (Glucose-/Stärke-Präparate: 369 Mio. €), 23099096 (sonstige Zubereitungen: 335 Mio. €) und 23099041 (Stärke 10–30 %: 101 Mio. €). Besonders auffällig ist der explosive Anstieg der Rübenschnitzel-Importe (23099091): von 4 Mio. € (2015) auf 19 Mio. € (2025), mit einem Spitzenwert von 87 Mio. € im Jahr 2023 — vermutlich bedingt durch steigende Nachfrage nach kostengünstigen Futtermittelzusätzen während der Rohstoffpreiskrise 2022/23 (Produktsegmente Importe).

Spezialisierung und Volatilität variieren stark zwischen Mitgliedstaaten

Dänemark weist mit einem RSCA von 0,44 und einem RCA von 2,59 die höchste Spezialisierung in diesem Segment auf, gefolgt von den Niederlanden (RSCA 0,28, RCA 1,77) und Belgien (RSCA 0,25, RCA 1,65). Diese drei Länder sind zugleich die größten Produzenten und Exporteure innerhalb der EU (Spezialisierung). Am anderen Ende des Spektrums stehen Rumänien (RSCA −0,89), Schweden (−0,78) und Irland (−0,63), die bei diesem Produkt deutlich unterdurchschnittlich spezialisiert sind.

Die Niederlande waren 2025 mit 931 Mio. € Exportwert (23,0 % des EU-Gesamtwerts) der mit Abstand wichtigste Exporteur innerhalb der EU, gefolgt von Frankreich (644 Mio. €), Belgien (444 Mio. €) und Deutschland (441 Mio. €). Bei den Importen führt Irland mit 224 Mio. €, dicht gefolgt von den Niederlanden (160 Mio. €) und Deutschland (103 Mio. €) (Top-Reporter Exporte | Top-Reporter Importe).

Preisvolatilität bei Schlüsselpartnern verdeutlicht strukturelle Risiken

Die Analyse der Volatilität (Variationskoeffizient) zeigt, dass Russland mit einem CV von 1,41 bei Importmengen die mit Abstand volatilste Handelsbeziehung aufweist, gefolgt von der Ukraine (CV 0,90) und Malaysia (CV 0,93) (Volatilität). Mehrere signifikante Preisschocks wurden identifiziert, darunter ein drastischer Preisanstieg bei Importen aus China um 82,6 % im Jahr 2022 (von 930 €/t auf 1.698 €/t) und Preisschocks bei Exporten in die Vereinigten Arabischen Emirate (+89 %, 2017), die Philippinen (+135 %, 2022) und Japan (+104 %, 2017) (Schocks). Diese Schocks deuten auf plötzliche Angebots- oder Nachfrageverschiebungen hin, die sich aus geopolitischen Ereignissen (z. B. der Krieg in der Ukraine) oder pandemiebedingten Lieferkettenstörungen ergeben.


Fazit

Der EU-Handel mit Futtermittelzubereitungen (CN 230990) hat sich zwischen 2015 und 2025 dynamisch entwickelt. Drei zentrale Erkenntnisse lassen sich zusammenfassen:

  1. Die EU ist ein zunehmend dominanter Nettoexporteur. Der Handelsüberschuss hat sich von 1,64 Mrd. € auf 3,00 Mrd. € nahezu verdoppelt. Dies wird durch ein starkes Produktionswachstum und steigende Exportpreise getragen, die auf eine qualitative Aufwertung der Exporte hindeuten.

  2. Geopolitische Verschiebungen haben die Handelsströme umstrukturiert. Der Bedeutungsverlust Russlands als Exportmarkt und der Aufstieg des Vereinigten Königreichs, der USA und Norwegens spiegeln sowohl Sanktionswirkungen als auch neue Handelsmuster nach dem Brexit wider. Auf der Importseite haben China und südostasiatische Quellen erheblich an Gewicht gewonnen, was die Diversifizierung der Bezugsquellen verstärkt hat.

  3. Die Marktstruktur ist geprägt von Konzentration und Volatilität. Wenige Mitgliedstaaten — allen voran die Niederlande, Frankreich, Belgien und Deutschland — dominieren die EU-Exporte, während einzelne Handelsbeziehungen (insbesondere mit Russland und China) erheblichen Preis- und Mengenschwankungen unterliegen. Die abnehmende Importkonzentration (HHI −29 %) ist ein positives Zeichen für die Versorgungssicherheit, doch die identifizierten Preisschocks unterstreichen die Notwendigkeit diversifizierter und widerstandsfähiger Lieferketten in der EU-Futtermittelwirtschaft.

Erstellt am 2026-08-04. Die Zahlen geben die Eurostat-Daten zum Zeitpunkt der Erstellung wieder und enthalten keine späteren Revisionen.

Automatisch erstellt: Dieser Bericht soll die menschliche Analyse beschleunigen, aber nicht ersetzen.

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