Marktentwicklung: Tafeln, Platten, Folien, Filme, Bänder und Streifen, aus ungeschäumten Poly"ethylenterephthalat", weder verstärkt noch geschichtet "laminiert" oder auf ähnl. Weise mit anderen Stoffen verbunden, ohne Unterlage, unbearbeitet oder nur mit Oberflächenbearbeitung oder nur quadratisch oder rechteckig zugeschnitten (ausg. selbstklebend sowie Bodenbeläge und Wand- und Deckenverkleidungen der Pos. 3918) (CN 392062) — 2015–2025
Einleitung
Der Zolltarifcode 392062 erfasst Folien, Platten, Tafeln, Filme, Bänder und Streifen aus ungeschäumtem Polyethylenterephthalat (PET), die weder verstärkt noch laminiert sind und keine Trägerunterlage aufweisen. PET-Folien finden breite Anwendung in der Verpackungsindustrie, im Druckwesen, in der Lebensmittelverpackung sowie in technischen Anwendungen wie Fotopolymer-Hochdruckplatten. Der vorliegende Bericht analysiert die Handelsentwicklung der Europäischen Union mit Drittländern im Zeitraum 2015 bis 2025 auf Jahresbasis. (Übersicht & Definitionen)
Die EU ist in diesem Segment traditionell ein Nettoimporteur: Im gesamten Betrachtungszeitraum überstiegen die Importe stets die Exporte — sowohl in Werten als auch in Mengen. Gleichzeitig verzeichnete der Markt ein bemerkenswertes Wachstum bei Importen und Exporten, das jedoch durch einen tiefgreifenden Preisschock im Jahr 2022 sowie geopolitische Verschiebungen geprägt war.
1. Marktausweitung bei gleichzeitiger Vertiefung des Handelsdefizits
Die EU als wachsender Nettoimporteur von PET-Folien
Im gesamten Beobachtungszeitraum verzeichnete die EU ein durchgehend negatives Handelsbilanz bei CN 392062. Dieses Defizit schwankte jedoch erheblich: von −202,5 Mio. EUR im Jahr 2015 vertiefte es sich bis 2018 auf −302,5 Mio. EUR, schrumpfte dann in der Pandemiephase auf −120,1 Mio. EUR (2021) und weitete sich zuletzt 2025 auf −241,3 Mio. EUR aus. (Handelsübersicht)
| Jahr | Exporte (Mio. EUR) | Importe (Mio. EUR) | Saldo (Mio. EUR) | Netto-Importquote (%) |
|---|---|---|---|---|
| 2015 | 417,4 | 619,8 | −202,5 | 9,0 |
| 2016 | 395,4 | 578,2 | −182,8 | — |
| 2017 | 420,6 | 705,4 | −284,8 | 18,3 |
| 2018 | 458,8 | 761,3 | −302,5 | 18,2 |
| 2019 | 493,9 | 758,3 | −264,5 | 17,2 |
| 2020 | 557,6 | 716,1 | −158,5 | 11,2 |
| 2021 | 664,3 | 784,4 | −120,1 | 6,6 |
| 2022 | 795,6 | 939,6 | −144,0 | 6,6 |
| 2023 | 626,2 | 760,1 | −133,9 | 8,5 |
| 2024 | 612,8 | 817,4 | −204,6 | 11,4 |
| 2025 | 554,4 | 795,8 | −241,3 | 11,4 |
Die Netto-Importquote stieg zwischen 2021 und 2024 von 6,6 % auf 11,4 % — ein Anstieg um 26,9 % gegenüber dem Ausgangswert von 2015. Dies signalisiert eine wachsende strukturelle Abhängigkeit der EU von Drittlandslieferungen, trotz einer ebenfalls expandierenden inländischen Produktion.
Mengen- und Wertschwankungen im Konjunkturverlauf
Die exportierten Mengen stiegen von 126.769 Tonnen (2015) auf einen Höhepunkt von 206.665 Tonnen (2021), bevor sie bis 2025 auf 157.434 Tonnen sanken — ein Nettowachstum von 24,2 %. Die Importmengen wuchsen von 245.603 Tonnen auf 323.072 Tonnen (+31,5 %). (Handelsübersicht)
Die Exportpreise lagen im gesamten Zeitraum über den Importpreisen, was auf eine Spezialisierung der EU auf höherwertige Qualitäten hindeutet:
| Kennzahl | 2015 (EUR/t) | 2022 (EUR/t) | 2025 (EUR/t) |
|---|---|---|---|
| Export-Preis | 3.292 | 4.053 | 3.522 |
| Import-Preis | 2.524 | 3.138 | 2.463 |
| Export-/Import-Ratio | 1,30 | 1,29 | 1,43 |
Die sich ausweitende Preisspanne zwischen Export- und Importpreisen (von 1,30 auf 1,43) legt nahe, dass die EU zunehmend qualitativ hochwertigere und spezialisiertere PET-Produkte exportiert, während der Bedarf an Standardfolien vermehrt durch Importe gedeckt wird.
Produktionswachstum innerhalb der EU reicht nicht aus
Die EU-Produktion stieg im selben Zeitraum deutlich:
| Kennzahl | 2015 | 2024 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Menge (Mio. kg) | 511,6 | 610,0 | +19,2 % |
| Wert (Mio. EUR) | 1.110 | 1.616 | +45,6 % |
| Preis (EUR/kg) | 2,17 | 2,65 | +22,1 % |
Obwohl die inländische Produktion nominal wuchs, konnte sie mit dem Anstieg der Importe (+31,5 % mengenmäßig) nicht Schritt halten. Die steigende Netto-Importquote trotz wachsender Produktion deutet darauf hin, dass die europäische Nachfrage das Produktionswachstum übersteigt — bedingt durch steigende Verpackungsnachfrage und technische Anwendungen.
2. Strategische Neuausrichtung der Handelspartnerlandschaft
Aufstärkung neuer Importquellen: Türkei, Indien und China gewinnen deutlich hinzu
Die bedeuteste Verschiebung der europäischen Importstruktur zeigt eine klare Umorientierung derentrum,(Top-Handelspartner): Die drei aufstrebenden Lieferanten — die Türkei, Indien und China — vergrößerten ihre Anteile massiv:
| Partnerland | e 2015 (Mio. EUR) | Importe 2025 (Mio. EUR) | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Türkei | 79,9 | 155,7 | +95,0 % |
| Indien | 62,6 | 111,3 | +77,8 % |
| China | 46,0 | 107,1 | +132,8 % |
| Vereinigtes Königreich | 93,8 | 78,8 | −16,0 % |
| Korea, Republik | 71,0 | 56,3 | −20,7 % |
| Oman | 34,1 | 25,0 | −26,7 % |
| Bahrain | 29,6 | 15,1 | −49,0 % |
Die Türkei entwickelte sich zum mit Abstand wichtigsten Importpartner und verdoppelte ihren Anteil nahezu. Indien und China folgen mit ähnlich dynamischem Wachstum. Demgegenüber verloren die klassischen Lieferanten aus dem Nahen Osten (Oman, Bahrain) sowie Korea deutlich an Bedeutung.
Exporte: Wachstumsmärkte ersetzen den russischen Markt
Auf der Exportseite vollzog sich eine ähnlich gravierende Neuausrichtung (Top-Handelspartner):
| Zielmarkt | Exporte 2015 (Mio. EUR) | Exporte 2025 (Mio. EUR) | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Vereinigtes Königreich | 140,8 | 162,5 | +15,4 % |
| Schweiz | 54,6 | 67,7 | +24,1 % |
| USA | 54,3 | 85,2 | +56,9 % |
| Türkei | 8,7 | 30,0 | +245,8 % |
| Mexiko | 3,1 | 14,3 | +358,6 % |
| Norwegen | 6,0 | 12,1 | +100,2 % |
| Russische Föderation | 14,5 | 0,0 | −100,0 % |
Der dramatischste Einbruch betraf die russische Föderation: Die EU-Exporte dorthin sanken von 14,5 Mio. EUR (2015) über einen Höhepunkt von 29,9 Mio. EUR (2022) auf praktisch null (2025) — ein vollständiger Handelsabbruch, der mit den Sanktionen nach dem Angriffskrieg gegen die Ukraine zusammenhängt. Dieser Ausfall wurde teilweise durch starkes Wachstum in andere Märkte kompensiert: Die USA (+56,9 %), die Türkei (+245,8 %) und Mexiko (+358,6 %) entwickelten sich zu dynamischen Wachstumszielen.
Veränderung der Konzentrationsstruktur
Die Konzentration (HHI) entwickelte sich bei Importen und Exporten in entgegengesetzte Richtungen:
| Kennzahl | 2015 | 2025 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| HHI Importe (Wert) | 948 | 1.098 | +15,8 % |
| HHI Exporte (Wert) | 1.644 | 1.341 | −18,4 % |
Die Importseite wurde konzentrierter — die drei größten Lieferanten (Türkei, Indien, China) deckten 2025 zusammen knapp 47 % des Importwerts ab. Die Exportseite hingegen diversifizierte sich, was teilweise auf die Abkehr vom russischen Markt und die Erschließung neuer Zielmärkte zurückzuführen ist. Die Mengen-Konzentration bei Importen nahm sogar noch deutlicher zu (HHI von 1.068 auf 1.624, +52,0 %), was auf eine zunehmende Dominanz weniger Lieferanten in den Volumina hindeutet.
Binnenmarkt: Portugal und Litauen als Spezialisten
Die Spezialisierungskarte für 2025 zeigt erhebliche Unterschiede innerhalb der EU:
| Land | RSCA | RCA | Produktionsanteil |
|---|---|---|---|
| Portugal | 0,822 | 10,23 | 14,1 % |
| Litauen | 0,811 | 9,58 | 5,9 % |
| Italien | 0,236 | 1,62 | 13,0 % |
| Polen | 0,207 | 1,52 | 10,1 % |
| Deutschland | 0,036 | 1,07 | 22,7 % |
Deutschland dominiert mit 22,7 % des EU-Produktionsvolumens und ist der mit Abstand größte Exporteur (227,5 Mio. EUR in 2025). Portugal und Litauen weisen eine überdurchschnittliche Spezialisierung auf, während Frankreich (RSCA −0,01) und die Niederlande (RSCA −0,45) importorientiert sind.
3. Der Preisschock 2022 und seine anhaltenden Nachwirkungen
Energiekrise treibt PET-Folienpreise auf Rekordhöhen
Das Jahr 2022 markierte einen deutlichen Wendepunkt. Die durch die Energiekrise nach dem russischen Überfall auf die Ukraine ausgelösten Preissteigerungen bei Rohstoffen und Energie schlugen sich unmittelbar in den PET-Folienpreisen nieder. Die analyse der Preisschocks identifiziert bei mehreren Importpartnern signifikante Anomalien:
| Partnerland | Schocktyp | Abnormalität | Preisabweichung | Zeitpunkt | Anteil am Importwert |
|---|---|---|---|---|---|
| Bahrain | Preis | 32,2 | +24,2 % | 2022 | 4,4 % |
| Türkei | Preis | 12,8 | +30,4 % | 2022 | 23,8 % |
| Oman | Preis | 7,6 | +44,3 % | 2022 | 5,0 % |
| Indien | Preis | 7,5 | +18,3 % | 2022 | 20,4 % |
Der Preisschock betraf sowohl mittelöstliche Lieferanten (Bahrain, Oman) als auch die drei größten Importpartner (Türkei, Indien, China). Der Importpreis aus Oman stieg 2022 um 44,3 % gegenüber dem Vorjahresdurchschnitt, der aus der Türkei um 30,4 %.
Asymmetrische Erholungsmuster
Die Erholung verlief bei den einzelnen Partnern unterschiedlich (Volatilitätsanalyse):
-
Türkei: Die Preise erholten sich rasch und kehrten nahe an das Ausgangsniveau zurück (2023/24: +15,3 % über Baseline). Gleichzeitig stabilisierten sich die Mengen auf hohem Niveau. Die Türkei konnte ihre Marktstellung als wichtigster Lieferant behaupten.
-
Indien: Die Preise normalisierten sich 2024/25 sogar unter dasBaselineeline (−die Basis Menglaufende nachuchs fast und Mengen (+16,5 % über), — ein deutlicher Erholungsbeit.
-
Oman und Bahrain: Beide litten unter einem erheblichen Preisschock. Die Preise blieben 2023/24 weiterhin über Baseline (2023/24: +9,0 % bzw. +109 %). Die Mengen gingen ebenfalls zurück. Die Lieferanten verloren Marktanteile.
-
Bahrain: Der Preis blieb 2023/24 weiterhin 9 % über der Baseline, und die Mengen sanken auf nur noch 61 % des Ausgangsniveaus — ein nachhaltiger Mengenrückgang.
Volatilität variiert stark zwischen Handelspartnern
Der Variationskoeffizient (CV) der Handelsmengen zeigt erhebliche Unterschiede in der Stabilität der Lieferbeziehungen:
| Partner (Importe) | CV | Bewertung |
|---|---|---|
| Vereinigte Staaten | 0,14 | Sehr stabil |
| Vereinigtes Königreich | 0,16 | Stabil |
| Oman | 0,22 | Moderat |
| Türkei | 0,22 | Moderat |
| Indien | 0,24 | Moderat |
| China | 0,32 | Schwankend |
| Thailand | 0,96 | Sehr volatil |
Die etablierten Handelsbeziehungen mit dem Vereinigten Königreich und den USA weisen die geringste Volatilität auf, was auf verlässliche, langfristige Lieferketten hindeutet. Demgegenüber sind die Handelsströme mit Drittländern wie Thailand und Pakistan stark schwankend, was auf opportunistische oder projektbezogene Lieferungen schließen lässt.
Segmentanalyte: Wachstum bei dickeren Folien
Die Aufschlüsselung nach Produktsegmenten offenbart strukturelle Verschiebungen innerhalb des Codes 392062:
Importe nach Segment (2025):
| Segment | Menge (t) | Wert (Mio. EUR) | Preis (EUR/t) | Mengenwachstum 2015→2025 |
|---|---|---|---|---|
| ≤0,35 mm (39206219) | 247.080 | 630,9 | 2.553 | +17,1 % |
| >0,35 mm (39206290) | 75.711 | 162,4 | 2.145 | +122,9 % |
| Spezialfolien (39206212) | 271 | 2,4 | 8.836 | −48,8 % |
Exporte nach Segment (2025):
| Segment | Menge (t) | Wert (Mio. EUR) | Preis (EUR/t) | Mengenwachstum 2015→2025 |
|---|---|---|---|---|
| ≤0,35 mm (39206219) | 92.547 | 391,3 | 4.228 | +15,0 % |
| >0,35 mm (39206290) | 64.079 | 158,9 | 2.480 | +39,6 % |
| Spezialfolien (39206212) | 811 | 4,8 | 5.948 | +126,4 % |
Die Importe von Folien mit einer Stärke über 0,35 mm wuchsen mengenmäßig um 122,9 % — ein deutlich höheres Tempo als bei den Standardfolien (≤0,35 mm, +17,1 %). Dies deutet auf eine steigende Nachfrage nach stärkeren PET-Folien hin, die beispielsweise in technischen Anwendungen, im Industriebereich oder bei dickeren Verpackungsfolien zum Einsatz kommen.
Auffällig ist die erhebliche Preisdifferenz zwischen Importen und Exporten im Standardsegment: Die EU exportiert dünne PET-Folien (≤0,35 mm) im Durchschnitt zu 4.228 EUR/t und importiert sie zu 2.553 EUR/t — ein Premium von 66 %. Dies unterstreicht die Positionierung der europäischen PET-Industrie im qualitativ hochwertigen Segment.
Schlussfolgerung
Der Markt für PET-Folien (CN 392062) im EU-Außenhandel zeigte im Zeitraum 2015–2025 drei zentrale Dynamiken:
-
Wachsende Importabhängigkeit: Trotz steigender inländischer Produktion (+19 % mengenmäßig) konnte die EU dem Nachfrageanstieg nicht vollständig begegnen. Die Netto-Importquote stieg von 9,0 % auf 11,4 %, und das Handelsdefizit weitete sich 2025 auf −241,3 Mio. EUR aus — der zweithöchste Wert im Beobachtungszeitraum.
-
Geopolitische Neuausrichtung: Die Handelspartnerstruktur verschob sich erheblich. Die Türkei, Indien und China gewannen als Importquellen stark hinzu, während klassische Nahost-Lieferanten und Korea an Bedeutung verloren. Auf der Exportseite führte der vollständige Wegfall des russischen Marktes zu einer Diversifikation hin zu den USA, der Türkei und Mexiko.
-
Nachhaltige Preiswirkung der Energiekrise: Der Preisschock von 2022, ausgelöst durch die Energiekrise, hinterließ bei mehreren Handelspartnern anhaltende Preis- und Mengeneffekte. Während sich einige Beziehungen (Türkei, Indien) rasch erholten, blieben andere (Bahrain, Oman) geschwächt.
Die europäische PET-Folienindustrie positioniert sich zunehmend im Hochpreissegment mit Exportpreisen, die die Importpreise um 40–66 % übersteigen. Die Zabhäng Zdiversation des Marktes — verbunden mit der Frage der strategischen Autonomie bei einem Grundstoff der Verpackungs- Verpackungs — — — sollte weiterhin be Aufmerksamkeit derater werden werden Behörden.