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Marktentwicklung: Lebende Schweine (CN 0103) — 2015–2025

Einleitung

Dieser Bericht analysiert die Handelsentwicklung der Europäischen Union (EU) mit lebenden Schweinen (Zolltarifnummer 0103) im Zeitraum von 2015 bis 2025. Die Daten umfassen Exporte und Importe der EU mit Drittländern und beleuchten Entwicklungen bei Wert, Menge, Partnern und Marktstruktur. Die Analyse basiert ausschließlich auf den im Zeitraum verfügbaren, vollständigen Jahresdaten.

1. Dynamische Exportentwicklung trotz Mengenkonstanz

Die EU-Exporte lebender Schweine verzeichneten im Betrachtungszeitraum ein beachtliches Wertwachstum, während die physische Handelsmenge relativ stabil blieb. Dies deutet auf signifikante Veränderungen in der Zusammensetzung der exportierten Produkte und der Preisgestaltung hin.

Steigender Exportwert bei moderater Mengenentwicklung

Der Gesamtwert der EU-Exporte stieg von 129,7 Mio. EUR im Jahr 2015 auf 209,4 Mio. EUR im Jahr 2025, was einem Anstieg von 61,4 % entspricht. Die exportierte Menge in Tonnen erhöhte sich im gleichen Zeitraum lediglich von 74.147 t auf 76.847 t (+3,6 %). Dies führt zu einer deutlichen Erhöhung des durchschnittlichen Exportpreises pro Tonne von 1.749 EUR auf 2.724 EUR (+55,8 %), wie im Gesamtüberblick dargestellt.

Veränderte Zusammensetzung der Exportsegmente

Ein Blick auf die Produktsegmente zeigt eine Verschiebung in der Exportzusammensetzung. Der Exportanteil von Schweinen über 50 kg (CN 010392) blieb mengenmäßig dominant (2025: 65.285 t), wertmäßig stieg er von 90,3 Mio. EUR auf 123,0 Mio. EUR. Bemerkenswert ist die Entwicklung bei Schweinen unter 50 kg (CN 010391): Während die exportierte Menge von 8.145 t auf 8.418 t leicht anstieg, verfünffachte sich der Exportwert von 19,5 Mio. EUR auf 38,2 Mio. EUR. Der Durchschnittspreis pro Tier (Stückpreis) stieg hier von 63,79 EUR auf 123,32 EUR. Dies legt nahe, dass hier zunehmend hochwertigere, schwerere Tiere dieses Gewichtssegments exportiert wurden. Die Produktsegmentierung veranschaulicht diese Entwicklung.

Reduktion der exportierten Tierzahl bei steigendem Gewicht

Die Anzahl exportierter Tiere (Stückzahl) entwickelte sich gegenläufig zur Masse. Sie sank von über 1 Mio. Stück (2015) auf rund 729.200 Stück (2025), ein Rückgang um 27,6 %. Dies korreliert mit dem Anstieg des Gewichts pro Tier: Der berechnete Durchschnittspreis pro Stück stieg von 128,75 EUR auf 287,10 EUR. Diese Diskrepanz zwischen Masse- und Stückzahlenentwicklung bestätigt den Trend zu schwereren, ausgewogeneren Tieren in den Exporten.

2. Umstrukturierung der Handelspartnerschaften

Die geografische Ausrichtung der EU-Exporte und -Importe von lebenden Schweinen durchlief eine deutliche Transformation, mit dem Aufkommen neuer Schlüsselpartnern in Südosteuropa und einer Diversifizierung der Importquellen.

Osteuropäische und westbalkanische Staaten als neue Exportmärkte

Während das Vereinigte Königreich mit Abstand der wichtigste Exportpartner blieb (2025: 100,0 Mio. EUR), wuchsen die Exporte in einige Nachbarländer der EU besonders dynamisch. Die Exporte nach Moldawien stiegen von 4,8 Mio. EUR auf 23,6 Mio. EUR (+390 %), die nach Bosnien und Herzegovina von 1,5 Mio. EUR auf 6,4 Mio. EUR (+337 %). Auch Ukraine (von 3,4 Mio. EUR auf 6,0 Mio. EUR, +75,6 %) und Albanien (von 11,3 Mio. EUR auf 15,8 Mio. EUR, +40,7 %) entwickelten sich zu wichtigen Abnehmern. Die Partnerländer-Übersicht visualisiert diese Verschiebung.

Konzentration der Importe auf wenige, teils volatile Partner

Die EU-Importe lebender Schweine blieben im Vergleich zu den Exporten marginal (2025: 4,7 Mio. EUR). Der wichtigste Importpartner war 2025 das Vereinigte Königreich (1,8 Mio. EUR), gefolgt von Norwegen (1,8 Mio. EUR), dessen Exporte in die EU sich mit +108,1 % mehr als verdoppelten. Die Importe aus traditionellen Partnern wie Kanada und den USA verzeichneten hingegen Rückgänge von 23,4 % bzw. 34,4 %. Die Volatilität bei einigen Partnern ist hoch: Der Variationskoeffizient (CV) für Importe aus den USA lag bei 1,12, für die Schweiz sogar bei 2,61, was auf unregelmäßige Handelsströme hindeutet. Diese Volatilitätskennzahlen sind im Volatilitäts-Tab ersichtlich.

Identifizierung eines bemerkenswerten Preis-Schocks

Im Jahr 2022 wurde ein signifikanter Preis-Schock bei Exporten nach Albanien festgestellt. Der Abnormalitätsindex lag bei 9,2, was einen ungewöhnlich starken Preisausschlag bedeutet. Der Exportpreis pro Tonne nach Albanien stieg in diesem Jahr um 20,4 %, was einem Anstieg der albanischen Exporte auf 17,5 Mio. EUR entsprach. Dieser Schock könnte mit lokaler Knappheit oder spezifischen Handelsabkommen zusammenhängen. Details finden sich bei den angebotsbedingten Schocks.

3. Marktstruktur: Spezialisierung und verändernde Konzentration

Die innerhalb der EU bestehende Spezialisierung im Export lebender Schweine blieb bestehen, während sich die Konzentrationsgrade der Handelsströme mit Drittländern leicht verschoben.

Deutliche Spezialisierung innerhalb der EU-Mitgliedstaaten

Die Exportleistung lebender Schweine ist innerhalb der EU stark ungleich verteilt. Dänemark weist mit einem Revealed Symmetric Comparative Advantage (RSCA) von 0,93 die mit Abstand höchste Spezialisierung auf und war 2025 für 44,8 % der gesamten EU-Produktionswertschöpfung in diesem Sektor verantwortlich. Weitere spezialisierte Exporteure sind Kroatien (RSCA: 0,55) und Lettland (0,43). Im Gegensatz dazu sind große Volkswirtschaften wie Italien (RSCA: -1,00) und Polen (-0,96) im Export lebender Schweine stark unspezialisiert. Die vollständige Rangliste der spezialisiertesten und unspezialisiertesten Länder ist im Konzentrationsmenü verfügbar.

Veränderliche Konzentration der Handelsströme mit Drittstaaten

Die Herfindahl-Hirschman-Indizes (HHI) zeigen eine unterschiedliche Entwicklung der Marktkonzentration. Die Exportkonzentration sank von 3.221 (2015) auf 2.651 (2025) um 17,7 %, was auf eine Diversifizierung der Exportpartner hindeutet, wie in den vorherigen Abschnitten beobachtet. Die Importkonzentration hingegen stieg leicht von 3.259 auf 3.396 (+4,2 %), da sich die Importe auf wenige Partner wie das Vereinigte Königreich und Norwegen verlagerten. Diese Kennzahlen sind im Konzentrations-Tab dokumentiert.

Dominanz weniger Mitgliedstaaten bei den Ausfuhren

Die EU-Exporte lebender Schweine werden von wenigen Mitgliedstaaten getätigt. Irland war 2025 der mit Abstand größte Exporteur mit 96,6 Mio. EUR (+44,3 % gegenüber 2015). Dahinter folgten Dänemark (45,6 Mio. EUR, +189,6 %) und Ungarn (32,9 Mio. EUR, +186,2 %). Deutschland verlor hingegen an Bedeutung: Die Exporte sanken von 4,9 Mio. EUR auf 1,3 Mio. EUR (-72,9 %). Auf der Importseite dominierten Irland (1,9 Mio. EUR) und Belgien (1,8 Mio. EUR). Diese Verteilung spiegelt die nationale Spezialisierung wider und ist in der EU-internen Aufschlüsselung detailliert.

Schlussfolgerung

Zwischen 2015 und 2025 entwickelte sich der EU-Außenhandel mit lebenden Schweinen zu einer hochwertigeren, ertragsstärkeren und geografisch diversifizierteren Angelegenheit. Die Kernbefunde sind:

  1. Wertsteigerung bei Mengenstabilität: Der Exportwert stieg deutlich stärker als die physische Menge, bedingt durch höhere Preise und eine Verschiebung zu schwereren, teureren Tieren.
  2. Neue Handelskorridore: Die Exporte verlagerten sich teilweise zu neuen Partnern in Südosteuropa, während Importquellen sich wandelten und teils hohe Volatilität aufwiesen.
  3. Inner-EU-Spezialisierung blieb stabil: Die starke Exportdominanz Dänemarks, Irlands und Ungarns hielt an, während die Konzentration der Handelsströme mit Drittländern sich geringfügig veränderte.

Diese Entwicklungen unterstreichen die Anpassungsfähigkeit des EU-Sektors an Marktveränderungen, wie veränderte Nachfrage, Handelsabkommen oder sektorspezifische Herausforderungen. Die Daten legen nahe, dass der Fokus zunehmend auf dem Export von hochwertigen Tieren liegt, während der Importmarkt klein und von einigen wenigen, teilweise volatilen Quellen geprägt bleibt.

Erstellt am 2026-08-07. Die Zahlen geben die Eurostat-Daten zum Zeitpunkt der Erstellung wieder und enthalten keine späteren Revisionen.

Automatisch erstellt: Dieser Bericht soll die menschliche Analyse beschleunigen, aber nicht ersetzen.

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