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Marktentwicklung: Röntgengeräte (CN 9022) — 2015–2025

Einführung

Der Markt für Röntgenapparate und Geräte mit ionisierenden Strahlen (KN 9022) zeigt im Zeitraum 2015–2025 eine bemerkenswerte Dynamik. Die Europäische Union ist in diesem Sektor ein dominierender Nettoexporteur mit einem Handelsüberschuss, der von rd. 3,8 Mrd. EUR auf über 5,0 Mrd. EUR gewachsen ist. Der vorliegende Bericht analysiert die zentralen Markttrends, beleuchtet geografische Verschiebungen und untersucht die strukturelle Entwicklung der wichtigsten Produktsegmente. Die Produktübersicht umfasst dabei sämtliche Unterpositionen — von Computertomografen über medizinische und industrielle Röntgengeräte bis hin zu Röntgenröhren und Zubehör.


1. Stabiles Wachstum bei Exporten und einem sich vertiefenden Handelsüberschuss

1.1 Die EU festigt ihre Position als globaler Exporteur medizinischer Bildgebungstechnologie

Über den gesamten Zeitraum hinweg stiegen die EU-Ausfuhren von KN-9022-Waren von 5,79 Mrd. EUR (2015) auf 8,12 Mrd. EUR (2025), was einem Anstieg von 40,3 % entspricht. Der Höchstwert wurde 2022 mit 8,19 Mrd. EUR erreicht. Die exportierte Menge wuchs im selben Zeitraum von 43.395 t auf 53.086 t (+22,3 %). Parallel dazu stieg der durchschnittliche Exportpreis von rd. 133.421 EUR/t auf 153.004 EUR/t (+14,7 %), was auf eine zunehmende Verschiebung hin zu höherwertigen Produkten schließen lässt.

Kennzahl 2015 2025 Veränderung
Exportwert (Mrd. EUR) 5,79 8,12 +40,3 %
Exportmenge (t) 43.395 53.086 +22,3 %
Exportpreis (EUR/t) 133.421 153.004 +14,7 %

Handelsübersicht

1.2 Importe wachsen noch schneller, bleiben aber weit unter dem Exportvolumen

Die Einfuhren in die EU stiegen von 1,99 Mrd. EUR auf 3,08 Mrd. EUR (+54,3 %) — ein Wachstum, das das Exportwachstum übertrifft. Die importierte Menge erhöhte sich von 24.206 t auf 32.485 t (+34,2 %). Der Importpreis lag 2025 bei 94.750 EUR/t und damit deutlich unter dem Exportpreis — ein Hinweis darauf, dass die EU tendenziell hochpreisigere Güter exportiert als sie importiert. Der Handelsüberschuss vertiefte sich dennoch um 32,9 % auf 5,04 Mrd. EUR, was den starken komparativen Vorteil der EU in diesem Sektor unterstreicht.

Kennzahl 2015 2025 Veränderung
Importwert (Mrd. EUR) 1,99 3,08 +54,3 %
Importmenge (t) 24.206 32.485 +34,2 %
Importpreis (EUR/t) 82.406 94.750 +15,0 %
Handelsüberschuss (Mrd. EUR) 3,80 5,04 +32,9 %

1.3 Die EU-Produktion verdoppelt sich nahezu — ein Zeichen für industrielle Stärke

Die EU-Produktion von KN-9022-Waren stieg im Zeitraum 2015–2025 sowohl mengen- als auch wertmäßig erheblich: Die Produktionsmenge erhöhte sich von 143.374 Stück auf 345.010 Stück (+140,6 %), der Produktionswert von 4,37 Mrd. EUR auf 8,29 Mrd. EUR (+89,8 %). Diese Dynamik spiegelt die wachsende globale Nachfrage nach medizinischer Bildgebungstechnologie wider, die durch die COVID-19-Pandemie und den Ausbau der Gesundheitssysteme in Schwellenländern zusätzlich befeuert wurde.

Kennzahl 2015 2025 Veränderung
Produktionsmenge (Stück) 143.374 345.010 +140,6 %
Produktionswert (Mrd. EUR) 4,37 8,29 +89,8 %

Produktionsvolumen


2. Geografische Verschiebungen: Asien gewinnt, die USA bleiben der wichtigste Partner

2.1 China wird zum zweitgrößten Handelspartner — mit divergierenden Dynamiken

Die auffälligste Verschiebung im Zeitraum 2015–2025 betrifft die Handelsbeziehungen mit China. Die EU-Importe aus China stiegen um 253,5 % von 214 Mio. EUR auf 756 Mio. EUR — das stärkste Wachstum aller großen Partnerländer. Gleichzeitig wuchsen die EU-Exporte nach China um 70,5 % von 780 Mio. EUR auf 1,33 Mrd. EUR. China ist damit sowohl der am schnellsten wachsende Import- als auch Exportpartner der EU. Dies spiegelt die tiefe Integration Chinas in globale Lieferketten wider: Die EU exportiert hochwertige Geräte nach China, importiert aber zunehmend auch Komponenten und günstigere Geräte.

Partnerland Importe 2015 (Mio. EUR) Importe 2025 (Mio. EUR) Veränderung Exporte 2015 (Mio. EUR) Exporte 2025 (Mio. EUR) Veränderung
USA 935 943 +0,8 % 1.905 2.612 +37,1 %
China 214 756 +253,5 % 780 1.331 +70,5 %
Vereinigtes Königreich 224 362 +61,5 % 383 418 +9,1 %
Japan 258 243 −5,8 % 365 286 −21,7 %
Indien 26 75 +190,0 % 162 338 +108,6 %
Südkorea 77 176 +128,5 %

Ländervergleich – Partner

2.2 Deutschland dominiert den EU-Export; die Niederlande verfolgen eine Aufholstrategie

Innerhalb der EU ist Deutschland der mit Abstand größte Exporteur von KN-9022-Waren: Die Ausfuhren stiegen von 3,02 Mrd. EUR auf 4,15 Mrd. EUR (+37,2 %), was einem Anteil von über 50 % an den gesamten EU-Exporten entspricht. Die Niederlande verzeichneten das stärkste relative Wachstum unter den großen Exporteuren (+60,7 %) und erreichten 2025 ein Exportvolumen von 2,06 Mrd. EUR. Italien wuchs sogar um 86,6 % auf 284 Mio. EUR, wenngleich von einer niedrigeren Basis. Frankreichs Exporte gingen leicht um 8,0 % zurück, was auf einen relativen Bedeutungsverlust hindeutet.

EU-Mitglied Exporte 2015 (Mio. EUR) Exporte 2025 (Mio. EUR) Veränderung
Deutschland 3.024 4.150 +37,2 %
Niederlande 1.284 2.064 +60,7 %
Frankreich 736 678 −8,0 %
Italien 152 284 +86,6 %
Finnland 205 182 −11,0 %

Ländervergleich – Berichterstatter

2.3 Die Importkonzentration sinkt — eine Diversifizierung der Bezugsquellen

Der Herfindahl-Hirschman-Index (HHI) für Importe nach Wert sank von 2.670 auf 1.909 (−28,5 %), was eine deutliche Diversifizierung der EU-Importquellen anzeigt. Während die USA 2015 noch mit rd. 935 Mio. EUR und damit fast der Hälfte aller Importe dominierten, verteilten sich die Importe 2025 breiter: China, das Vereinigte Königreich, Südkorea und Indien gewannen erheblich an Gewicht. Der HHI für Exporte blieb hingegen mit rd. 1.409–1.420 nahezu unverändert, was auf stabile Exportmärkte hindeutet.

Kennzahl 2015 2025 Veränderung
HHI Importe (nach Wert) 2.670 1.909 −28,5 %
HHI Exporte (nach Wert) 1.410 1.420 +0,7 %

Konzentrationsanalyse


3. Produktsegmente im Wandel: Komponenten und Zubehör gewinnen an Bedeutung

3.1 Teile und Zubehör (KN 902290) werden zum größten Importsegment

Das Segment „Vorrichtungen, Hochspannungsgeneratoren, Schaltpulte, Teile und Zubehör" (KN 902290) verzeichnete das stetigste Importwachstum: Die Einfuhren stiegen von 887 Mio. EUR auf 1,26 Mrd. EUR (+41,7 %) bei gleichzeitigem Anstieg der Menge von 6.864 t auf 13.497 t (+96,6 %). Der Importpreis fiel dabei von 129.261 EUR/t auf 93.151 EUR/t (−27,9 %), was auf steigende Importe von günstigeren Komponenten — etwa aus Asien — hindeutet. Dies ist ein Hinweis auf die zunehmende vertikale Desintegration der europäischen Wertschöpfungskette: Während die EU High-End-Geräte montiert und exportiert, werden zunehmend Vorprodukte importiert.

Segment (KN) Importwert 2015 (Mio. EUR) Importwert 2025 (Mio. EUR) Veränderung Importpreis 2015 (EUR/t) Importpreis 2025 (EUR/t)
902290 – Teile & Zubehör 887 1.257 +41,7 % 129.261 93.151
902214 – Med. Röntgengeräte 332 580 +74,5 % 50.638 99.963
902212 – Computertomografen 347 453 +30,4 % 77.010 73.724
902230 – Röntgenröhren 149 370 +148,7 % 208.707 176.419

3.2 Computertomografen bleiben das Export-Flaggschiff

Der Export von Computertomografen (KN 902212) ist das am schnellsten wachsende Segment auf der Ausfuhrseite: von 876 Mio. EUR (2015) auf 1,80 Mrd. EUR (2025), was einem Anstieg von 105,4 % entspricht. Damit hat sich der Anteil der CT-Scanner an den Gesamtexporten von 15,1 % auf 22,2 % erhöht. Der Exportpreis blieb mit rd. 125.000–141.000 EUR/t relativ stabil, was auf konstant nachgefragte Qualitätssegmente hindeutet. Auch die klassischen medizinischen Röntgengeräte (KN 902214) verzeichneten Exportwachstum (+27,7 %), wenngleich mit leicht sinkenden Preisen — möglicherweise ein Zeichen zunehmender Wettbewerbsintensität.

Segment (KN) Exportwert 2015 (Mio. EUR) Exportwert 2025 (Mio. EUR) Veränderung
902212 – Computertomografen 876 1.800 +105,4 %
902214 – Med. Röntgengeräte 2.050 2.618 +27,7 %
902290 – Teile & Zubehör 1.567 1.775 +13,3 %
902219 – Sonstige Röntgengeräte 533 854 +60,2 %
902230 – Röntgenröhren 293 683 +132,9 %

3.3 Strahlentherapiegeräte zeigen hohe Volatilität

Das Segment „Apparate für ionisierende Strahlen, medizinisch" (KN 902221) weist eine bemerkenswerte Instabilität auf. Die Importe brachen von rd. 47 Mio. EUR (2015) auf 10 Mio. EUR (2025) ein — ein Rückgang von 78,7 % —, wobei die Mengen teils extrem schwankten (von 1.808 t bis zu 4.354 t in 2017). Die Exporte schwankten zwischen 66 Mio. EUR und 193 Mio. EUR mit einem hohen Variationskoeffizienten. Diese Volatilität dürfte mit projektbezogenen Großaufträgen (etwa den Export ganzer Strahlentherapie-Einrichtungen) zusammenhängen, die naturgemäß unregelmäßig auftreten.

Segmentvergleich


Schlussfolgerung

Der EU-Markt für Röntgen- und Strahlungsgeräte (KN 9022) hat sich im Zeitraum 2015–2025 als stabiler Wachstumsmarkt mit zunehmender internationaler Verflechtung erwiesen. Drei zentrale Erkenntnisse lassen sich zusammenfassen:

Erstens ist die EU ein dominanter und wachsender Nettoexporteur in diesem Hochtechnologiesektor. Der Handelsüberschuss von über 5 Mrd. EUR und eine Exportquote von rd. 97 % belegen die technologische Führerschaft der europäischen Industrie, allen voran Deutschlands und der Niederlande.

Zweitens vollzieht sich eine bemerkenswerte geografische Neuorientierung. China ist sowohl als Absatzmarkt als auch als Lieferant erheblich an Bedeutung gewonnen, während die Beziehungen mit Japan und teilweise auch den USA stagnieren. Die sinkende Importkonzentration weist auf eine gesunde Diversifizierung der Beschaffungsquellen hin.

Drittens zeigt die Segmentanalyse eine klare Tendenz zur Verschiebung hin zu hochwertigen Exportgütern (insbesondere CT-Scanner) bei gleichzeitig steigenden Importen von Komponenten und Teilen. Diese Entwicklung legt nahe, dass die europäische Röntgenindustrie sich zunehmend auf Systemintegration und High-End-Fertigung konzentriert, während Vorprodukte verstärkt aus globalen Beschaffungsnetzwerken bezogen werden. Die höchste Spezialisierung weisen dabei Finnland, Frankreich und Deutschland auf — Länder mit traditionsreichen Medizintechnik-Sektoren.

Erstellt am 2026-08-07. Die Zahlen geben die Eurostat-Daten zum Zeitpunkt der Erstellung wieder und enthalten keine späteren Revisionen.

Automatisch erstellt: Dieser Bericht soll die menschliche Analyse beschleunigen, aber nicht ersetzen.

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