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Marktentwicklung: Kekse und ähnl. Kleingebäck, gesüßt (CN 190531) — 2015–2025

Einleitung

Dieser Bericht analysiert die Entwicklung des EU-Außenhandels mit gesüßten Keksen und ähnlichem Kleingebäck (Zolltarifnummer 190531) im Zeitraum von 2015 bis 2025. Die Daten umfassen den Handel der EU mit Drittländern und zeigen eine insgesamt positive Dynamik mit einem deutlichen Wachstum bei Exporten, einem steigenden Handelsüberschuss und sich wandelnden Handelsbeziehungen.

Der analysierte Produktcode umfasst verschiedene Unterpositionen wie Schokoladenkekse, Doppelkekse mit Füllung sowie Kekse mit unterschiedlichem Milchfettgehalt, wie in der Produktübersicht detailliert aufgeführt ist.

1. Exportboom und steigender Handelsüberschuss als zentrale Trends

Der EU-Außenhandel mit gesüßten Keksen und ähnlichem Kleingebäck zeigte im gesamten Betrachtungszeitraum ein bemerkenswertes Wachstum. Die allgemeine Handelsentwicklung weist eine fast Verdopplung der Exportwerte aus, während die Importe moderater stiegen. Dies führte zu einer signifikanten Ausweitung des Handelsbilanzüberschusses.

1.1 Die EU festigt ihre Position als Nettoexporteur

Die EU konnte ihre Stellung als Nettoexporteur von Keksen und Kleingebäck im Zeitraum 2015–2025 erheblich ausbauen. Der Handelsüberschuss wuchs von 783,6 Mio. € im Jahr 2015 auf 1.690,6 Mio. € im Jahr 2025, was einem Anstieg von 115,7 % entspricht.

Kennzahl 2015 2025 Veränderung
Exportwert (Mrd. €) 1,11 2,19 +96,8 %
Importwert (Mio. €) 330,5 501,8 +51,9 %
Handelsüberschuss (Mio. €) 783,6 1.690,6 +115,7 %
Nettoimportabhängigkeit (%) -8,3 -24,5 -196,6 %

Die negative Nettoimportabhängigkeit verstärkte sich von -8,3 % auf -24,5 %, was die zunehmende Exportorientierung des Sektors unterstreicht. Dies bedeutet, dass die EU ihre Keksproduktion in zunehmendem Maße für die Ausfuhr nutzt.

1.2 Quantität und Preise treiben das Exportwachstum

Das Exportwachstum wurde sowohl durch steigende Mengen als auch durch höhere Preise vorangetrieben, wie die Handelsdaten zeigen:

Komponente 2015 2025 Veränderung
Exportmenge (Tausend Tonnen) 356,2 478,4 +34,3 %
Exportpreis (€/Tonne) 3.128 4.583 +46,5 %

Der Preisanstieg von 46,5 % bei den Exporten übertraf damit die mengenmäßige Steigerung von 34,3 % deutlich. Dies deutet auf eine Verschiebung hin zu hochwertigeren Produkten oder allgemeine Preissteigerungen im Backwarensektor hin. Der Anstieg der Produktionspreise in der EU von 2,87 €/kg (2015) auf 3,57 €/kg (2024) bestätigt diesen Trend.

1.3 Der COVID-19-Effekt und die Erholung

Auffällig ist der Einbruch der Exportwerte im Jahr 2020 auf 1.268,1 Mio. €, nachdem sie 2019 noch 1.324,1 Mio. € betragen hatten. Dies entspricht einem Rückgang von 4,2 % und ist wahrscheinlich auf die COVID-19-Pandemie und damit verbundene Lieferkettenstörungen sowie Nachfrageeinbrüche zurückzuführen. Die Erholung verlauft jedoch schnell und dynamisch, mit einem jährlichen Wachstum von durchschnittlich 11,5 % zwischen 2020 und 2025.

Die Importe zeigten sich hingegen weniger konjunktursensitiv und stiegen kontinuierlich von 330,5 Mio. € (2015) auf 501,8 Mio. € (2025), mit einem leichten Rückgang von 311,1 Mio. € im Pandemiejahr 2020.

2. Preisentwicklung und strukturelle Verschiebungen im Segmentmix

Neben dem quantitativen Wachstum zeigen sich signifikante Preissteigerungen und strukturelle Veränderungen innerhalb der verschiedenen Produktunterpositionen. Diese Entwicklung spiegelt sowohl makroökonomische Inflationsprozesse als auch eine mögliche Premiumisierung des Produktmixes wider.

2.1 Allgemeine Preissteigerungen über alle Segmente

Die durchschnittlichen Exportpreise sind im gesamten betrachteten Zeitraum deutlich gestiegen. Die Produktsegmentanalyse zeigt diese Entwicklung detailliert auf:

Produktsegment (Export) Preis 2015 (€/t) Preis 2025 (€/t) Veränderung
19053119: Schokoladeüberzogene Kekse >85g 4.206 5.855 +39,2 %
19053130: Kekse mit ≥8% Milchfett 4.979 6.341 +27,4 %
19053111: Schokoladeüberzogene Kekse ≤85g 3.208 5.723 +78,4 %
19053199: Kekse mit <8% Milchfett (sonst.) 2.563 3.691 +44,0 %

Besonders auffällig ist der Preisanstieg bei den kleinteiligen, schokoladeüberzogenen Keksen (19053111), die sich preislich fast verdoppelten. Die Kekse mit hohem Milchfettgehalt (19053130) bleiben mit 6.341 €/t das teuerste Segment, was auf die höheren Produktionskosten durch den Milchfettanteil zurückzuführen ist.

2.2 Mengenmäßige Verschiebungen zugunsten von Schokoladenprodukten

Während die Preise über alle Segmente stiegen, verlief die mengenmäßige Entwicklung heterogener:

Produktsegment (Export) Menge 2015 (t) Menge 2025 (t) Veränderung
19053199: Kekse mit <8% Milchfett (sonst.) 174.443 231.106 +32,5 %
19053191: Doppelkekse mit Füllung 50.352 97.525 +93,7 %
19053119: Schokoladeüberzogene Kekse >85g 61.925 72.157 +16,5 %
19053111: Schokoladeüberzogene Kekse ≤85g 40.841 45.886 +12,4 %
19053130: Kekse mit ≥8% Milchfett 28.643 31.706 +10,7 %

Das Segment der Doppelkekse mit Füllung verzeichnete mit +93,7 % das mit Abstand stärkste mengenmäßige Wachstum. Dies könnte auf eine steigende Beliebtheit gefüllter Kekse oder verstärkte Exportaktivitäten europäischer Hersteller in diesem Segment hindeuten.

2.3 Steigende Importpreise trotz stabiler Mengen

Auf der Importseite stiegen die Preise ebenfalls deutlich, während die Mengen relativ stabil blieben:

Kennzahl 2015 2025 Veränderung
Importmenge (Tausend Tonnen) 122,5 136,0 +11,0 %
Importpreis (€/Tonne) 2.697 3.691 +36,8 %

Die mengenmäßige Stabilität der Importe bei gleichzeitig stark steigenden Preisen deutet darauf hin, dass die EU ihre Importe nicht wesentlich ausweitet, aber für eingeführte Kekse zunehmend höhere Preise zahlt. Dies könnte auf eine Verschiebung hin zu hochwertigeren Importen oder allgemeine Kostensteigerungen bei den Lieferanten zurückzuführen sein.

3. Geopolitische Verschiebungen und neue Handelsmuster

Die Analyse der Handelspartner zeigt signifikative geopolitische Verschiebungen, die durch Ereignisse wie den Brexit und den Krieg in der Ukraine beeinflusst wurden. Gleichzeitig blieben die Handelsströme bei den wichtigsten Partnern bemerkenswert stabil.

3.1 Das Vereinigte Königreich als dominierender Handelspartner

Trotz des Brexits im Jahr 2020 blieb das Vereinigte Königreich der mit Abstand wichtigste Handelspartner für gesüßte Kekse.

Fluss 2015 2025 Veränderung Anteil 2025
EU-Exporte nach UK (Mio. €) 349,8 666,5 +90,6 % 30,4 %
EU-Importe aus UK (Mio. €) 191,7 246,4 +28,5 % 49,1 %

Die Exporte in das Vereinigte Königreich stiegen trotz Brexit-Uncertainty deutlich an. Dies deutet darauf hin, dass die Lieferketten und Handelsbeziehungen im Lebensmittelsektor relativ robust blieben. Allerdings ist der Handelsüberschuss mit dem UK von 158,1 Mio. € (2015) auf 420,1 Mio. € (2025) gestiegen, was die zunehmende Exportabhängigkeit der britischen Keksmärkte von der EU zeigt.

3.2 Ukraine als dynamischer Wachstumsmarkt bei Importen

Ein besonders auffälliger Trend zeigt sich bei den Importen aus der Ukraine, die sich fast verfünffachten:

Kennzahl 2015 2025 Veränderung
Importe aus Ukraine (Mio. €) 9,5 49,8 +421,5 %
Anteil an EU-Gesamtimporten 2,9 % 9,9 % +7,0 Pkt.

Dieses starke Wachstum könnte mehrere Ursachen haben: die Liberalisierung des Handels im Rahmen des EU-Assoziierungsabkommens, das Bestreben der Ukraine, ihre Agrarexporte zu diversifizieren, und möglicherweise günstigere Produktionskosten. Der Beginn des russischen Angriffskrieges im Jahr 2022 scheint diesen Trend nicht gebremst zu haben – im Gegenteil, die Importe stiegen von 22,8 Mio. € (2022) auf 49,8 Mio. € (2025) weiter an, was auf eine strategische Bedeutung dieser Handelsbeziehung hindeuten könnte.

3.3 Bedeutungszuwachs südosteuropäischer Lieferanten

Neben der Ukraine gewannen auch andere südosteuropäische Länder als Importquellen an Bedeutung:

Land Importe 2015 (Mio. €) Importe 2025 (Mio. €) Veränderung
Türkei 34,9 67,9 +94,5 %
Serbien 8,5 26,9 +216,6 %
Bosnien und Herzegovina 7,7 14,5 +88,8 %

Diese Entwicklung deutet auf eine zunehmende Integration der westbalkanischen Wirtschaften in den EU-Binnenmarkt hin. Die Kekse aus diesen Regionen könnten aufgrund niedrigerer Produktionskosten wettbewerbsfähig sein, während gleichzeitig Qualitätsstandards erreicht werden, die den Zugang zum EU-Markt ermöglichen.

3.4 Schweiz als rückläufiger Handelspartner

Im Gegensatz zu den aufstrebenden Märkten in Osteuropa verzeichnete die Schweiz als traditioneller Handelspartner einen deutlichen Rückgang bei den Exporten in die EU:

Kennzahl 2015 2025 Veränderung
Exporte aus CH in die EU (Mio. €) 40,5 13,9 -65,6 %
Mengenentwicklung (t) 5.266 1.227 -76,7 %

Dieser Rückgang könnte auf gestiegene Produktionskosten in der Schweiz, eine verstärkte Konkurrenz aus anderen Ländern oder veränderte Konsummuster zurückzuführen sein. Auffällig ist, dass der Preisanstieg bei den Schweizer Exporten moderater ausfiel als bei anderen Lieferanten, was auf Wettbewerbsdruck hindeuten könnte.

3.5 Exportdiversifizierung zu außereuropäischen Märkten

Auf der Exportseite zeigt sich eine bemerkenswerte Diversifizierung zu Märkten außerhalb Europas:

Zielland Exporte 2015 (Mio. €) Exporte 2025 (Mio. €) Veränderung
USA 148,9 357,9 +140,4 %
Australien 35,0 68,8 +96,4 %
China 60,2 83,4 +38,4 %
Israel 22,7 62,2 +174,6 %

Die Exporte in die USA wuchsen besonders stark und machten 2025 bereits 16,3 % der gesamten EU-Keksexporte aus. Dies deutet auf eine erfolgreiche Markterschließung und möglicherweise auf eine steigende Nachfrage nach europäischen Backwaren in Übersee hin. Die Handelskonzentration blieb bei den Exporten mit einem HHI von rund 1.298 relativ stabil, was auf eine gesunde Diversifizierung der Exportmärkte hindeutet.

Schluss

Der EU-Außenhandel mit gesüßten Keksen und ähnlichem Kleingebäck (CN 190531) zeigte im Zeitraum 2015–2025 eine bemerkenswerte Dynamik. Die wichtigsten Erkenntnisse lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  1. Starker Exportboom: Die EU konnte ihre Exporte nahezu verdoppeln und ihren Handelsüberschuss mehr als verdoppeln, was den Sektor zu einem wichtigen Devisenbringer macht.

  2. Preisgetriebenes Wachstum: Die Exportpreise stiegen stärker als die Mengen, was auf eine Premiumisierung oder allgemeine Inflationseffekte hindeutet. Besonders Schokoladenprodukte verzeichneten überproportionale Preissteigerungen.

  3. Geopolitische Neuausrichtung: Der Brexit hatte trotz anfänglicher Unsicherheiten keinen nachhaltigen negativen Effekt auf den Handel mit dem Vereinigten Königreich. Gleichzeitig gewannen südosteuropäische Länder und die Ukraine als Lieferanten an Bedeutung.

  4. Marktdiversifizierung: Die EU exportiert zunehmend in außereuropäische Märkte, wobei die USA zum wichtigsten Wachstumsmarkt avancierten.

Die Produktion in der EU stieg im gleichen Zeitraum von 2,94 Mio. Tonnen (2015) auf 3,35 Mio. Tonnen (2025), was das steigende Exportvolumen unterstützt. Die Spezialisierungsmuster zeigen, dass Länder wie Lettland, Kroatien und Belgien eine besondere komparative Advantage in diesem Segment aufweisen, während größere Volkswirtschaften wie Deutschland und Frankreich trotz hoher absoluter Produktionsmengen keine Spezialisierung zeigen.

Insgesamt ist der EU-Kekssektor gut positioniert, um von der wachsenden globalen Nachfrage nach qualitativ hochwertigen Backwaren zu profitieren, sofern die Lieferketten stabil bleiben und die Preiskonkurrenz aus aufstehenden Märkten bewältigt werden kann.

Erstellt am 2026-08-05. Die Zahlen geben die Eurostat-Daten zum Zeitpunkt der Erstellung wieder und enthalten keine späteren Revisionen.

Automatisch erstellt: Dieser Bericht soll die menschliche Analyse beschleunigen, aber nicht ersetzen.

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