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Marktentwicklung: Dosen, Kisten, Verschläge und ähnl. Transport- oder Verpackungsmittel, aus Kunststoffen (CN 392310) — 2015–2025

Einleitung

Der Markt für Dosen, Kisten, Verschläge und ähnliche Transport- oder Verpackungsmittel aus Kunststoffen (KN-Code 392310) hat sich im Zeitraum 2015–2025 dynamisch entwickelt. Die EU ist in diesem Segment sowohl im Export als auch im Import aktiv und konnte ihren Handelsüberschuss gegenüber Drittländern im Betrachtungszeitraum mehr als verdoppeln. Dieser Bericht analysiert die wesentlichen Marktdynamiken anhand von EU-Drittlandsdaten aus dem Trade Dashboard und beleuchtet Wachstumstrends, Partnerschaftsverschiebungen sowie strukturelle Marktveränderungen.


1. Durchgehendes Wachstum und ein sich verbessernder Handelsüberschuss

Die EU-Exporte wuchsen nahezu kontinuierlich und verdoppelten sich beinahe

Die EU-Ausfuhren von Kunststoffverpackungsmitteln stiegen von 952 Mio. € (2015) auf 1.842 Mio. € (2025), was einem Zuwachs von 93,4 % entspricht. Auch die exportierten Mengen wuchsen kräftig – von 321.386 Tonnen auf 521.164 Tonnen (+62,2 %). Die Exportentwicklung zeigt, dass lediglich 2020 – im Zuge der COVID-19-Pandemie – ein leichter Rückgang der Exporte auf 1.307 Mio. € zu verzeichnen war, bevor sich der Aufwärtstrend fortsetzte.

Jahr Exporte (Mio. €) Exportmenge (t) Importe (Mio. €) Importmenge (t) Saldo (Mio. €)
2015 952 321.386 720 211.354 +232
2017 1.063 360.604 779 208.663 +284
2019 1.342 400.723 902 256.857 +440
2020 1.307 403.725 865 253.639 +441
2021 1.597 482.367 1.125 314.006 +472
2022 1.648 484.110 1.286 332.478 +362
2025 1.842 521.164 1.295 355.503 +546

Der Handelsüberschuss stieg um 135,6 % und erreicht neue Höchstwerte

Der positive Handelssaldo der EU wuchs von 232 Mio. € (2015) auf 546 Mio. € (2025) – ein Plus von 135,6 %. Die EU ist somit in diesem Segment ein Nettexporteur. Der Nettoimportabhängigkeitssaldo verschob sich dabei von −1,5 % im Jahr 2015 auf −6,8 % im Jahr 2024, was eine zunehmende Exportorientierung der EU-Wertschöpfungskette widerspiegelt.

Die Preise stiegen moderat, getrieben durch eine Verschiebung der Nachfrage hin zu höherwertigen Produkten

Die durchschnittlichen Exportpreise erhöhten sich von 2.963 €/t (2015) auf 3.533 €/t (2025, +19,2 %). Die Importpreise lagen 2025 bei 3.643 €/t und damit etwas über dem Exportniveau (+6,9 % gegenüber 2015). Diese Preisdynamik deutet auf eine Verschiebung der Handelsstruktur hin zu höherwertigen Segmenten – insbesondere zu Verpackungen für Halbleiterscheiben (KN 39231010) – hin.


2. Diversifizierung der Handelspartner und Aufstieg neuer Wachstumsmärkte

Die EU-Ausfuhren verteilten sich zunehmend auf mehr Zielländer

Der Herfindahl-Hirschman-Index (HHI) für Exportkonzentration sank von 1.350 (2015) auf 1.025 (2025), was einer signifikanten Diversifizierung der Exportmärkte entspricht. Ähnlich verlief die Importseite: Der HHI fiel von 1.450 auf 1.227. Beide Werte liegen im Bereich moderater Konzentration (zwischen 1.000 und 1.500), wobei der abnehmende Trend auf eine breitere Streuung der Handelsbeziehungen hindeutet.

Marokko, Serbien und die Türkei entwickelten sich zu den dynamischsten Exportmärkten

Ein zentrales Ergebnis ist der bemerkenswerte Aufstieg mehrerer Handelspartner, die im Zeitraum 2015–2025 erhebliche Wachstumsraten verzeichneten:

Partner (Export) 2015 (Mio. €) 2025 (Mio. €) Veränderung
Marokko 39 268 +580,6 %
Serbien 23 165 +624,8 %
Türkei 78 164 +111,0 %
USA 56 134 +139,9 %
Schweiz 88 146 +65,2 %
Norwegen 67 82 +21,7 %

Marokko und Serbien hoben sich durch ihr exponentielles Wachstum besonders hervor. Die Partnerentwicklung zeigt, dass Marokkos Anteil an den EU-Exporten von 39 Mio. € auf 268 Mio. € stieg – ein Indiz für die vertikale Integration europäischer Unternehmen in nordafrikanische Produktionsstandorte. Serbiens Anstieg von 23 auf 165 Mio. € spiegelt den fortgeschrittenen EU-Beitrittsprozess und die zunehmende wirtschaftliche Integration wider.

Auf der Importseite sind China, die Türkei und Serbien die dynamischsten Lieferanten

Auch bei den Importen verschoben sich die Gewichte deutlich:

Partner (Import) 2015 (Mio. €) 2025 (Mio. €) Veränderung
China 174 292 +67,7 %
Vereinigtes Königreich 173 182 +5,4 %
Türkei 80 206 +155,8 %
Serbien 17 121 +609,2 %
USA 56 126 +124,5 %

China blieb der größte Einzellieferant, doch die Türkei und Serbien gewannen erheblich an Marktanteilen. Das Vereinigte Königreich, das 2015–2020 noch mengenmäßiger Spitzenreiter war, büßte nach dem Brexit und insbesondere 2022/2023 an relativer Bedeutung ein.

Deutschland, Spanien und Polen sind die führenden EU-Exportmitgliedstaaten

Innerhalb der EU war Deutschland mit 384 Mio. € (2025) der mit Abstand größte Exporteur, gefolgt von Frankreich (223 Mio. €) und Spanien (268 Mio. €). Besonders bemerkenswert ist Spaniens Exportwachstum von +276 % – von 71 Mio. € auf 268 Mio. € – wodurch das Land an Frankreich vorbeizog und zum zweitgrößten EU-Exporteur aufstieg. Polen (+130 %) und die Niederlande (+96 %) verzeichneten ebenfalls kräftige Zuwächse.


3. Produktsegmente, Preisentwicklung und konjunkturelle Schocks

Allgemeine Kunststoffverpackungen dominieren, Halbleiterverpackungen sind ein wertintensiver Nischenmarkt

Der CN-Code 392310 umfasst zwei Unterpositionen: 39231090 (allgemeine Transport- und Verpackungsmittel) und 39231010 (Verpackungen speziell für Halbleiterscheiben, Masken und Retikeln). Die Produktaufschlüsselung zeigt, dass 39231090 sowohl bei Importen als auch bei Exporten mengen- und wertmäßig dominiert:

Segment Exporte 2025 (Mio. €) Exporte 2025 (t) Ø-Preis (€/t)
39231090 (allgemein) 1.684 480.514 3.505
39231010 (Halbleiter) 157 40.650 3.863

Für Importe lag der Preisunterschied noch deutlicher: Während allgemeine Verpackungsmittel zu durchschnittlich 3.555 €/t importiert wurden, belief sich der Importpreis für Halbleiterverpackungen auf 5.407 €/t – ein Preispremium von rund 52 %. Die Importmenge von 39231010 sank jedoch von 28.385 t (2017) auf 16.699 t (2025), was auf eine zunehmende inländische Produktion oder einen Strukturwandel in der Halbleiterlieferkette hindeuten könnte.

Einzelne Handelsbeziehungen zeigten hohe Volatilität mit erkennbaren Preisschocks

Die Volatilitätsanalyse identifizierte mehrere bemerkenswerte Preisschocks:

  • Südkorea (Export, 2019): Der Exportpreis stieg um 42,4 % (Anomalie-Score: 58,0), von einem Baseline-Niveau von 2.471 €/t auf 3.518 €/t – ein Hinweis auf eine qualitative Aufwertung der exportierten Ware oder kurzfristige Engpässe.
  • Norwegen (Export, 2018): Der Exportpreis kletterte um 31,3 % (Anomalie: 7,4), verbunden mit einer mengenmäßigen Ausweitung auf 19.811 t (+14,5 % gegenüber dem Vorjahresdurchschnitt).
  • Vereinigtes Königreich (Import, 2017): Die Importmengen aus dem UK fielen 2017 um rund 43 % gegenüber dem Vorjahr, bei gleichzeitig gestiegenen Preisen (+22,9 %). Dieser Schock – bei einem Importanteil von damals 24,1 % – markierte möglicherweise erste Lieferkettenanpassungen in Erwartung des Brexit.

Die EU-Produktion stieg kräftig, Preise und Mengen divergierten zeitweise

Die EU-Produktionsvolumina verzeichneten im Betrachtungszeitraum ein Wachstum von 44,0 % bei den Mengen (von 2,74 Mrd. t auf 2,48 Mrd. t – wobei 2019 ein Hoch von 3,30 Mrd. t erreicht wurde) und von 77,3 % beim Produktionswert (von 6,41 Mrd. € auf 8,80 Mrd. €). Der höhere Wertzuwachs gegenüber dem Mengenwachstum unterstreicht die bereits bei den Handelsdaten beobachtete Aufwertung der Produkte. In den Jahren 2021–2024 waren einzelne Produktionsdaten als geschätzt oder gerundet gekennzeichnet, was eine genauere Interpretation einzelner Jahre einschränkt.


Schlussfolgerung

Der EU-Markt für Kunststoffverpackungsmittel (CN 392310) zeigte im Zeitraum 2015–2025 ein robustes und breit abgestütztes Wachstum. Die EU konnte ihre Rolle als Nettexporteur kontinuierlich ausbauen, wobei sich der Handelsüberschuss auf 546 Mio. € mehr als verdoppelte. Zentrale Treiber waren die steigende Exportnachfrage aus Marokko, Serbien, der Türkei und den USA sowie eine zunehmende Diversifizierung der Handelsbeziehungen. Innerhalb der EU stachen Spanien und Polen als neue Exportwachstumsmotoren hervor, während Deutschland seine Marktführerschaft verteidigte. Die Verschiebung hin zu höherwertigen Produktsegmenten – insbesondere Halbleiterverpackungen – trug zu steigenden Durchschnittspreisen bei und deutet auf eine technologische Aufwertung der EU-Produktionsbasis hin. Trotz vereinzelter Preisschocks und der pandemiebedingten Delle 2020 blieb der Gesamttrend der Branche über den gesamten Betrachtungszeitraum hinweg ungebunden positiv.

Erstellt am 2026-08-04. Die Zahlen geben die Eurostat-Daten zum Zeitpunkt der Erstellung wieder und enthalten keine späteren Revisionen.

Automatisch erstellt: Dieser Bericht soll die menschliche Analyse beschleunigen, aber nicht ersetzen.

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