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Marktentwicklung: Acrylpolymere (CN 39069090) — 2015–2025

Einleitung

Dieser Bericht analysiert die Handelsentwicklung der Europäischen Union (EU) für Acrylpolymere in Primärformen (ausgenommen bestimmte spezifische Typen, Zollcode 39069090) im Zeitraum von 2015 bis 2025. Die EU fungiert bei diesem Produkt als bedeutender Akteur auf dem globalen Markt, sowohl als Exporteur als auch als Importeur. Die Auswertung konzentriert sich auf die Dynamiken von Handelsvolumen, -wert, Partnern, Marktstruktur sowie auftretende Schocks, um ein umfassendes Bild der Marktentwicklung zu zeichnen.

I. Starke Exportorientierung trotz mengenmäßiger Kontraktion

Die EU zeigt bei Acrylpolymeren eine klare Exportorientierung, mit einem durchgehend positiven Handelsüberschuss. Im analysierten Zeitraum entwickelten sich die Werte und Mengen von Exporten und Importen jedoch divergierend.

Der Handelsüberschuss ist trotz schwankender Ausprägung dauerhaft positiv

Die EU verzeichnete im gesamten Zeitraum einen konstant positiven Handelsbilanzüberschuss bei Acrylpolymeren. Dieser betrug 2015 rund 1,22 Milliarden EUR und blieb bis 2025 mit 1,05 Milliarden EUR weiterhin deutlich positiv, obwohl er sich um 13,9 % verringerte (Handelsübersicht). Dies unterstreicht die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Produktion auf dem Weltmarkt.

Die Exportpreise stiegen deutlich, während die Mengen nachließen

Ein auffälliger Trend ist die inverse Entwicklung von Exportpreisen und -mengen. Während der Exportwert zwischen 2015 und 2025 um 5,8 % auf 1,99 Mrd. EUR zunahm, sank das exportierte Volumen im selben Zeitraum um 15,0 % auf 765.365 Tonnen (Allgemeine Übersicht). Dies führte zu einem erheblichen Preisanstieg von 2.086 EUR/t auf 2.597 EUR/t (+24,5 %). Diese Dynamik deutet auf eine Verschiebung hin zu hochwertigeren Produkten oder auf inflationsbedingte Kostensteigerungen hin.

Die Importe wachsen überproportional, sowohl im Wert als auch in der Menge

Gleichzeitig stiegen die EU-Importe für dieses Produkt stärker als die Exporte. Der Importwert erhöhte sich um 42,3 % auf 936 Mio. EUR, und die importierte Menge wuchs um 34,7 % auf 427.824 Tonnen (Allgemeine Übersicht). Diese Zunahme übertraf das Wachstum der inländischen Produktion (Produktionsvolumen), was auf eine steigende Nachfrage oder Veränderungen in globalen Lieferketten hindeuten könnte.

II. Diversifizierte Handelsbeziehungen mit sich verändernden Schwerpunkten

Die EU bezieht Acrylpolymere aus einer Vielzahl von Drittländern und exportiert in noch mehr Märkte. Die Zusammensetzung der wichtigsten Partner hat sich jedoch im Zeitverlauf leicht verschoben.

Der UK und die Türkei sind zu den wichtigsten Importquellen für die EU aufgestiegen

Die drei wichtigsten Importpartner der EU im Jahr 2025 waren das Vereinigte Königreich, Japan und Südkorea (Wichtigste Partner nach Wert). Besonders das Vereinigte Königreich (+69,2 %) und die Türkei (+104,4 %) verzeichneten über das Jahrzehnt ein sehr starkes Wachstum ihrer Lieferungen in die EU. Diese Entwicklung könnte mit der Neuordnung der Handelsbeziehungen nach dem Brexit und einer veränderten regionalen Produktionslandschaft zusammenhängen.

Partnerland Importwert 2025 (EUR) Wachstum 2015-2025
Vereinigtes Königreich 228 Mio. EUR +69,2 %
Japan 175 Mio. EUR +25,3 %
Südkorea 138 Mio. EUR +26,3 %
Türkei 96 Mio. EUR +104,4 %
USA 161 Mio. EUR +8,3 %
China 59 Mio. EUR +106,5 %
Taiwan 15 Mio. EUR +182,4 %

Quelle: Wichtigste Partner nach Wert

Russland als Exportmarkt brach vollständig weg

Im Export ist die Veränderung bei Russland besonders auffällig. Der Exportwert sank von 142 Mio. EUR (2015) auf praktisch null (2025), was einem Rückgang von -100 % entspricht (Wichtigste Partner nach Wert). Dieser Einbruch, der sich wahrscheinlich ab 2022 infolge geopolitischer Ereignisse und Sanktionen beschleunigte, führte dazu, dass der UK, die Türkei und die USA (alle mit stabilem Wachstum) die führenden Exportziele der EU wurden.

Die Marktstruktur bleibt bei Importen leicht konzentrierter als bei Exporten

Die Marktstruktur, gemessen am Herfindahl-Hirschman-Index (HHI), zeigt eine moderat konzentrierte Importseite und eine stärker fragmentierte Exportseite. Der HHI für Importe nach Wert lag 2025 bei 1.613, während er für Exporte bei 707 lag (Konzentration HHI). Der Rückgang des Import-HHI um 7,2 % weist auf eine leichte Diversifizierung der Einkaufsquellen hin, während der Anstieg des Export-HHI (+11,6 %) auf eine marginale Konzentration der Absatzmärkte hindeutet.

III. Schocks, Volatilität und strategische Autonomie

Der Markt wurde durch spezifische Preisschocks bei einigen Partnern geprägt. Die EU bleibt netto ein starker Exporteur, zeigt jedoch eine hohe Exportneigung, was die Bedeutung des Welthandels für diesen Sektor unterstreicht.

Signifikante Preisschocks traten bei Russland-Exporten und Japan-Importen auf

Die Analyse der Volatilität zeigt außergewöhnliche Schock-Ereignisse. Der gravierendste Schock betraf die Exporte in die Russische Föderation im Jahr 2023, wo ein abnormaler Preisanstieg von +518,9 % zu verzeichnen war (Volatilität & Schocks). Ein weiterer bemerkenswerter Schock war ein Preisanstieg bei Importen aus Japan im Jahr 2022 (+43,1 %). Diese Ereignisse spiegeln wahrscheinlich die extreme Marktverwerfung durch den Krieg in der Ukraine und nachfolgende Lieferkettenprobleme wider.

Schock-Ereignis Jahr Preisänderung Typ
Exporte in die Russische Föderation 2023 +518,9 % Preis
Exporte in die Vereinigten Staaten 2017 +26,7 % Preis
Importe aus Japan 2022 +43,1 % Preis

Quelle: Volatilität & Schocks

Die EU ist und bleibt ein Nettexporteur mit hoher Exportneigung

Die Netto-Importabhängigkeit der EU war durchgehend negativ (2025: -26,8 %), was den Status als Nettoexporteur bestätigt. Gleichzeitig zeigt die Exportneigung mit 41,2 % (2025), dass ein großer Teil der inländischen Produktion für den Export bestimmt ist. Diese hohe Exportorientierung macht den Sektor anfällig für globale Nachfrageschwankungen und Handelsbarrieren, was durch die oben genannten Schocks illustriert wird.

Frankreich und Deutschland sind die führenden Spezialisten innerhalb der EU

Innerhalb der EU bestehen deutliche Spezialisierungsunterschiede. Im Jahr 2025 wiesen Frankreich (RSCA: 0,45) und Belgien (RSCA: 0,38) die höchsten Spezialisierungsindizes für diesen Produktbereich auf (Spezialisierung). Deutschland dominiert mit einem Produktionsanteil von 29 % und einem Exportanteil von 21 % innerhalb der EU (EU-Länder) absolut betrachtet den Markt.

Schlussfolgerung

Der EU-Markt für Acrylpolymere (CN 39069090) zeichnet sich zwischen 2015 und 2025 durch eine robuste Exportbasis aus, die jedoch mengenmäßig unter Druck geriet. Steigende Preise kompensierten den Rückgang der Exportmengen und ließen den Wert moderat wachsen. Die Importe wuchsen überproportional, was auf eine zunehmende Integration in globale Wertschöpfungsketten oder eine Deckung spezifischer Bedarfe hindeutet.

Geopolitische Ereignisse wie der Wegfall des russischen Exportmarktes und damit verbundene extreme Preisschocks prägten die Periode. Der Markt zeigte eine leichte Diversifizierung auf der Importseite. Strategisch gesehen ist die EU eindeutig ein Nettexporteur, jedoch mit einer hohen Exportabhängigkeit, die sie für externe Schocks anfällig macht. Die Produktion und Spezialisierung konzentrierte sich stark auf Kernländer wie Deutschland, Frankreich und Belgien.

Erstellt am 2026-08-08. Die Zahlen geben die Eurostat-Daten zum Zeitpunkt der Erstellung wieder und enthalten keine späteren Revisionen.

Automatisch erstellt: Dieser Bericht soll die menschliche Analyse beschleunigen, aber nicht ersetzen.

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