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Marktentwicklung: Motorräder (CN 871130) — 2015–2025

Einleitung

Der Zolltarif CN 871130 umfasst Krafträder mit Hubkolbenverbrennungsmotor mit einem Hubraum von über 250 cm³ bis 500 cm³ und gliedert sich in zwei Unterpositionen: 87113010 (250–380 cm³) und 87113090 (380–500 cm³). Im Zeitraum 2015 bis 2025 hat sich der EU-Außenhandel mit diesem Produktsegment grundlegend verändert. Die Importe stiegen um über 270 %, während die Exporte lediglich moderat wuchsen. Dies führte zu einer Wende der Handelsbilanz von einem Überschuss von rund 58 Mio. EUR (2015) zu einem Defizit von über 280 Mio. EUR (2025). Gleichzeitig verlagerte sich die europäische Produktion hin zu höherwertigen Fahrzeugen. Der vorliegende Bericht analysiert diese Entwicklungen anhand der verfügbaren Handelsdaten und beleuchtet die zugrundeliegenden Dynamiken.


1. Der Importboom: Asien als neuer Zulieferer der EU

1.1 Vervierfachung der EU-Importe innerhalb eines Jahrzehnts

Die Einfuhren der EU im Segment CN 871130 haben im Betrachtungszeitraum ein außerordentliches Wachstum verzeichnet. Der Importwert stieg von 155 Mio. EUR im Jahr 2015 auf 577 Mio. EUR im Jahr 2025, was einem Anstieg von 271,6 % entspricht. Die Einfuhrmenge in Tonnen wuchs im gleichen Zeitraum von 9.425 t auf 33.781 t (+258,4 %), während die importierte Stückzahl von 53.395 auf 190.717 Fahrzeuge zunahm (+257,2 %).

Kennzahl 2015 2025 Veränderung
Importwert (EUR) 155.154.682 576.550.979 +271,6 %
Importmenge (t) 9.425 33.781 +258,4 %
Importe (Stück) 53.395 190.717 +257,2 %
Durchschnittspreis (EUR/t) 16.462 17.067 +3,7 %

Bemerkenswert ist, dass der durchschnittliche Einfuhrpreis pro Tonne mit 16.462 EUR (2015) auf 17.067 EUR (2025) lediglich um 3,7 % stieg. Die Importpreise blieben somit über den gesamten Zeitraum relativ stabil, was darauf hindeutet, dass das Wachstum primär volumen- und nicht preisgetrieben war. Die Importpreisentwicklung lag stets zwischen 16.030 und 17.897 EUR/t.

1.2 China, Thailand und Indien als Haupttreiber des Importwachstums

Hinter dem Importboom stehen vor allem drei asiatische Herkunftsländer, deren Lieferungen an die EU sich zum Teil exponentiell entwickelt haben. Die Hauptlieferanten nach Wert zeigen ein heterogenes Bild:

Lieferant Importwert 2015 (EUR) Importwert 2025 (EUR) Veränderung
China 6.727.199 249.194.522 +3.604 %
Thailand 36.222.284 127.326.301 +252 %
Indien 19.212.320 100.334.339 +422 %
Taiwan 48.118.203 31.770.849 −34 %
Japan 36.812.362 57.888.144 +57 %
Indonesien 5.235.670 7.246.904 +38 %

China hat sich vom quantitativ unbedeutenden Lieferanten (6,7 Mio. EUR, Platz 5 unter den Partnerländern) zum mit Abstand größten Einfuhrpartner der EU entwickelt. Mit einem Importwert von 249 Mio. EUR im Jahr 2025 entfielen auf China bereits rund 43 % des gesamten EU-Importwerts. Der Anstieg von über 3.600 % innerhalb von zehn Jahren ist bemerkenswert und spiegelt die wachsende Wettbewerbsfähigkeit chinesischer Motorradhersteller im mittleren Hubraumsegment wider.

Thailand, das bereits 2015 mit 36 Mio. EUR ein relevanter Lieferant war, verfünffachte seine Exporte in die EU auf 127 Mio. EUR. Thailand profitiert dabei unter anderem von Produktionsstandorten japanischer Hersteller (Honda, Yamaha), die von dort aus die EU beliefern. Indien folgt einem ähnlichen Muster: Von 19 Mio. EUR (2015) auf 100 Mio. EUR (2025), ein Plus von 422 %. Die indischen Hersteller Royal Enfield und Bajaj haben ihre Exportaktivitäten in die EU in diesem Zeitraum massiv ausgebaut.

Im Gegensatz dazu verlor Taiwan an Bedeutung (−34 %), was teilweise auf die Verlagerung von Produktionskapazitäten nach Südostasien zurückzuführen sein könnte.

1.3 Steigende Konzentration der Importquellen

Trotz des Wachstums diverser Lieferanten hat sich die Importkonzentration nach dem Herfindahl-Hirschman-Index (HHI) erhöht. Der HHI für Importe nach Wert stieg von 2.255 (2015) auf 2.793 (2025), ein Anstieg von 23,8 %. Der HHI nach Volumen erhöhte sich sogar von 2.450 auf 3.268 (+33,4 %). Dies bedeutet, dass die EU-Importe sich zunehmend auf wenige Lieferanten konzentrieren — insbesondere auf China, dessen Marktanteil von unter 5 % auf über 43 % anwuchs. Eine derartige Konzentration birgt Abhängigkeitsrisiken, insbesondere im Hinblick auf Lieferkettenunterbrechungen oder handelspolitische Spannungen.

Auch innerhalb der EU ist die Importaktivität unterschiedlich verteilt. Die wichtigsten EU-Importländer sind:

EU-Mitgliedstaat Importwert 2015 (EUR) Importwert 2025 (EUR) Veränderung
Italien 37.443.280 163.105.471 +336 %
Spanien 23.627.898 107.961.949 +357 %
Niederlande 33.549.880 95.376.318 +184 %
Deutschland 10.860.357 35.809.264 +230 %
Frankreich 10.254.596 51.958.017 +407 %

Italien, Spanien und die Niederlande dominieren die EU-Einfuhren und machten 2025 zusammen rund 64 % des EU-Importwerts aus. Frankreich verzeichnete mit +407 % das stärkste relative Wachstum unter den großen EU-Importeuren.


2. Wandel der EU-Exporte: Neue Märkte, neue Dynamik

2.1 Moderates Exportwachstum mit strukturellen Verschiebungen

Die EU-Exporte wuchsen im Vergleich zu den Importen deutlich schwächer: Der Exportwert stieg von 214 Mio. EUR (2015) auf 296 Mio. EUR (2025), was einem Zuwachs von 38,4 % entspricht. Die Exportmenge in Tonnen legte ähnlich um 38,5 % zu (von 6.855 t auf 9.491 t).

Kennzahl 2015 2025 Veränderung
Exportwert (EUR) 213.576.968 295.631.660 +38,4 %
Exportmenge (t) 6.855 9.491 +38,5 %
Exporte (Stück) 47.953 333.985 +596,5 %
Durchschnittspreis (EUR/t) 31.156 31.147 −0,0 %

Ein auffälliges Merkmal der Exportentwicklung ist die Diskrepanz zwischen gewichtsbasierten und stückbasierten Kennzahlen. Während Masse und Wert parallel wuchsen, stieg die exportierte Stückzahl um nahezu 600 %. Der Durchschnittspreis pro Stück sank entsprechend von 4.454 EUR auf 885 EUR (−80,1 %). Diese Diskrepanz konzentriert sich weitgehend auf das Segment 87113010 (250–380 cm³), in dem die Stückzahl von 35.217 (2015) auf 312.157 (2025) explodierte, während die Masse in Tonnen lediglich von 4.828 t auf 6.877 t stieg. Die resultierende durchschnittliche Masse pro Fahrzeug sank damit von 137 kg auf rund 22 kg — ein Wert, der für ein Motorrad mit 250–380 cm³ Hubraum physikalisch unplausibel erscheint. Diese Diskrepanz legt nahe, dass es sich bei einem erheblichen Teil der als „Stück" gemeldeten Einheiten 2025 um eine Meldeanomalie oder Klassifizierungsverschiebung handeln könnte.

2.2 Von traditionellen zu aufstrebenden Absatzmärkten

Die Hauptabsatzmärkte der EU-Exporte haben sich im Betrachtungszeitraum erheblich verschoben:

Absatzmarkt Exportwert 2015 (EUR) Exportwert 2025 (EUR) Veränderung
USA 72.436.352 65.687.948 −9,3 %
Vereinigtes Königreich 27.075.105 24.888.933 −8,1 %
Australien 25.910.715 16.785.175 −35,2 %
Schweiz 13.377.224 24.915.124 +86,3 %
Türkei 2.375.955 45.496.528 +1.815 %
Israel 5.889.424 13.482.463 +128,9 %
Kanada 10.634.212 6.585.976 −38,1 %

Die traditionellen Kernmärkte USA, Vereinigtes Königreich und Australien — 2015 noch die drei wichtigsten Exportziele — verloren an Bedeutung. Die Exporte in die USA sanken von 72 Mio. EUR auf 66 Mio. EUR, nachdem sie zwischenzeitlich (2021) mit 229 Mio. EUR ihren Höchststand erreicht hatten. Die Volatilität des US-Marktes zeigt sich auch im Variationskoeffizient von 0,32 — ein Wert, der auf erhebliche Schwankungen im Zeitverlauf hinweist.

Demgegenüber stiegen die Exporte in die Türkei sprunghaft an: von nur 2,4 Mio. EUR (2015) auf 45,5 Mio. EUR (2025). Die Türkei entwickelte sich damit vom Nischenmarkt zum zweitwichtigsten Exportziel der EU, wobei die hohe Volatilität (CV = 1,21) auf eine instabile, möglicherweise von politischen oder wirtschaftlichen Faktoren getriebene Nachfrage hindeutet. Die Schweiz (+86 %) und Israel (+129 %) entwickelten sich ebenfalls zu wichtigen Wachstumsmärkten.

2.3 Diversifizierung der Exportziele

Während sich die Importquellen der EU zunehmend konzentrierten, vollzog sich bei den Exporten der entgegengesetzte Trend. Der HHI für Exporte nach Wert sank von 1.570 (2015) auf 973 (2025), ein Rückgang von 38,1 %. Auch nach Volumen ging der HHI von 1.186 auf 898 zurück (−24,3 %). Die EU exportierte ihre Motorräder somit 2025 deutlich breiter gestreut als noch zehn Jahre zuvor, was die Anfälligkeit für Nachfrageschwankungen in einzelnen Märkten reduziert.

Innerhalb der EU verschob sich die Rangfolge der Exporteure. Die wichtigsten EU-Exportländer:

EU-Mitgliedstaat Exportwert 2015 (EUR) Exportwert 2025 (EUR) Veränderung
Österreich 137.635.880 98.082.883 −28,7 %
Italien 46.937.707 120.973.676 +158 %
Frankreich 9.054.740 14.603.253 +61 %
Spanien 8.810.329 12.061.220 +37 %
Niederlande 3.470.620 15.120.351 +336 %
Deutschland 2.678.758 12.987.484 +385 %

Österreich war 2015 mit 138 Mio. EUR (64 % des EU-Exportwerts) der dominierende Exporteur — KTM und BMW-Werke in Österreich dürften hierfür verantwortlich sein. Bis 2025 sanken die österreichischen Exporte jedoch auf 98 Mio. EUR (−29 %), nachdem sie zwischenzeitlich (2019) mit 345 Mio. EUR ihren Höhepunkt erreicht hatten. Italien übernahm mit 121 Mio. EUR die Führungsposition. Deutschland (+385 %) und die Niederlande (+336 %) verzeichneten die stärksten relativen Zuwächse.


3. Strukturelle Transformation der europäischen Motorradindustrie

3.1 Vom Handelsüberschuss zum Defizit — und die Frage der Autonomie

Die unterschiedlichen Wachstumspfade von Importen und Exporten führten zu einer bemerkenswerten Wende der Handelsbilanz. Im Jahr 2015 erzielte die EU im Segment CN 871130 noch einen Handelsüberschuss von 58 Mio. EUR. Bis 2019 pendelte die Bilanz nahe dem Ausgleich (Höchstwert: +101 Mio. EUR), bevor sie 2020 in das Minus rutschte. Im Jahr 2025 betrug das Handelsdefizit 281 Mio. EUR — ein Rückgang um 581 % gegenüber dem Ausgangswert.

Gleichzeitig sank die Netto-Importabhängigkeit von 33,7 % (2015) auf 13,9 % (2025). Dieser auf den ersten Blick paradoxe Befund — wachsendes Defizit bei sinkender Importabhängigkeit — erklärt sich durch das rasante Wachstum der europäischen Produktionsbasis, die als Bezugsgröße für die Berechnung dient. Der absolute Importüberschuss wuchs zwar, doch die inländische Wertschöpfung wuchs noch schneller, sodass die relative Abhängigkeit von Drittlandimporten sogar sank.

Die Exportneigung der EU-Produzenten stieg im selben Zeitraum von 23,7 % auf 49,7 % (+110 %). Dies ist der dynamischste Indikator im vorliegenden Datensatz und zeigt, dass die europäische Motorradindustrie zunehmend exportorientiert agiert. Auch die Handelsintensität (Anteil von Im- und Exporten an der Gesamtwirtschaftsleistung des Sektors) nahm von 56,3 % auf 69,7 % zu, was die zunehmende Integration der EU in globale Motorrad-Wertschöpfungsketten unterstreicht.

3.2 Aufwertung der europäischen Produktion: Weniger Stücke, höherer Wert

Die EU-Produktion im Segment CN 871130 durchlief einen deutlichen Strukturwandel. Die Produktionsstückzahl sank von 703.310 Einheiten (2015) auf 600.000 Einheiten (2025), ein Rückgang von 14,7 %. Der Produktionswert hingegen stieg im gleichen Zeitraum von 3,06 Mrd. EUR auf 5,00 Mrd. EUR (+63,6 %). Der durchschnittliche Produktionswert pro Fahrzeug erhöhte sich damit von rund 4.350 EUR auf etwa 8.330 EUR — ein Indiz für eine Verschiebung hin zu höherwertigen, teureren Modellen.

Kennzahl 2015 2025 Veränderung
Produktionsmenge (Stück) 703.310 600.000 −14,7 %
Produktionswert (EUR) 3.057.065.363 5.000.000.000 +63,6 %
Ø Produktionswert/Fahrzeug ~4.348 EUR ~8.333 EUR +92 %

Dieser Trend zur Aufwertung ist konsistent mit der strategischen Neuausrichtung europäischer Hersteller: KTM, BMW, Ducati und Triumph konzentrieren sich zunehmend auf Premium- und Performance-Segmente, während das Volumengeschäft im mittleren Hubraumsegment an asiatische Hersteller verloren geht. Der Exportpreis pro Tonne blieb mit rund 31.150 EUR/t nahezu unverändert, während der Importpreis bei etwa 16.500–17.100 EUR/t stagnierte. Die deutliche Preisdifferenz (Exportpreis rund doppelt so hoch wie Importpreis) bestätigt, dass die EU tendenziell hochwertigere Fahrzeuge exportiert und günstigere importiert.

3.3 Spezialisierungsmuster: Italien und Österreich als Kern der europäischen Produktion

Die Spezialisierungsanalyse für das Jahr 2025 zeigt eine deutliche Konzentration der europäischen Motorradproduktion auf wenige Länder:

EU-Mitgliedstaat RSCA RCA Anteil an EU-Produktion
Italien 0,676 5,171 41,4 %
Österreich 0,567 3,615 11,9 %
Frankreich 0,193 1,479 11,6 %
Belgien 0,050 1,106 9,4 %
Slowenien −0,014 0,973 1,0 %

Italien vereinigt 41,4 % der EU-Produktion im Segment CN 871130 auf sich und weist mit einem RCA-Wert von 5,17 und einem RSCA von 0,68 die mit Abstand höchste Spezialisierung auf. Dies ist vor allem auf Hersteller wie Ducati, Piaggio (Aprilia, Moto Guzzi) und die zahlreichen mittelständischen italienischen Motorradbauer zurückzuführen. Österreich folgt mit 11,9 % Produktionsanteil und einem RCA von 3,62 — getrieben durch KTM und BMW-Motorradproduktion in Steyr.

Am anderen Ende der Skala stehen Länder wie Irland (RSCA: −0,97), Finnland (−0,97) und Polen (−0,95), die praktisch keine inländische Produktion im Segment aufweisen und vollständig auf Importe angewiesen sind.

3.4 Segmentanalyse: Unterschiedliche Dynamiken je Hubraumklasse

Die Aufschlüsselung nach Unterpositionen offenbart unterschiedliche Trends in den beiden Hubraumklassen:

Importe nach Segment (Masse in Tonnen):

Segment 2015 2025 Veränderung
87113010 (250–380 cm³) 4.722 t 15.836 t +235 %
87113090 (380–500 cm³) 4.703 t 17.945 t +282 %

Exporte nach Segment (Masse in Tonnen):

Segment 2015 2025 Veränderung
87113010 (250–380 cm³) 4.828 t 6.877 t +42 %
87113090 (380–500 cm³) 2.027 t 2.615 t +29 %

Bei den Importen ist das Wachstum in beiden Segmenten ähnlich dynamisch, wobei die größere Hubraumklasse (380–500 cm³) mit +282 % etwas stärker zulegte. Bei den Exporten dominiert die kleinere Klasse (250–380 cm³) mit rund 72 % der Exportmasse. Der durchschnittliche Exportpreis pro Tonne lag 2025 bei 31.536 EUR/t (250–380 cm³) bzw. 30.125 EUR/t (380–500 cm³) — also in beiden Segmenten ähnlich und deutlich über dem Importpreis.

Im Importbereich lagen die Preise 2025 bei 14.853 EUR/t (250–380 cm³) bzw. 19.020 EUR/t (380–500 cm³). Die Differenz zwischen Export- und Importpreisen ist somit im Segment 250–380 cm³ besonders ausgeprägt (Faktor 2,1), was auf eine noch stärkere Positionierung europäischer Hersteller in der Premiumklasse dieses Hubraumsegments hindeutet.


Fazit

Die Analyse des EU-Außenhandels mit Motorrädern der Zolltarifnummer 871130 im Zeitraum 2015–2025 lässt drei zentrale Erkenntnisse zusammenfassen:

Erstens haben asiatische Hersteller — allen voran China, Thailand und Indien — den EU-Markt für mittlere Hubraumklassen grundlegend verändert. Die Importe haben sich mehr als vervierfacht, wobei China seinen Marktanteil von unter 5 % auf über 43 % ausbaute. Die gleichzeitig steigende Konzentration der Importquellen (HHI-Anstieg um 24 %) birgt strategische Risiken für die Versorgungssicherheit.

Zweitens haben sich die EU-Exporte zwar in Richtung neuer Märkte wie der Türkei, der Schweiz und Israel orientiert, insgesamt aber deutlich schwächer entwickelt als die Importe. Die traditionellen Kernmärkte USA, Vereinigtes Königreich und Australien verloren an Bedeutung. Die Exportziele haben sich dabei diversifiziert (HHI-Rückgang um 38 %), was die Marktbasis verbreitert hat.

Drittens vollzieht sich ein tiefgreifender Strukturwandel: Die europäische Produktion konzentriert sich zunehmend auf hochwertige Fahrzeuge (Produktionswert +64 % bei rückläufiger Stückzahl), die Handelsbilanz kippte von Überschuss zu Defizit, und die Exportneigung der EU-Industrie hat sich mehr als verdoppelt. Diese Entwicklungen deuten auf eine Polarisierung hin — Europa produziert weniger, aber teurere Motorräder, während das Volumengeschäft zunehmend von Importen aus Asien bedient wird.

Erstellt am 2026-08-09. Die Zahlen geben die Eurostat-Daten zum Zeitpunkt der Erstellung wieder und enthalten keine späteren Revisionen.

Automatisch erstellt: Dieser Bericht soll die menschliche Analyse beschleunigen, aber nicht ersetzen.

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