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Marktentwicklung: Milch und Rahm, in Pulverform, granuliert oder in anderer fester Form, mit einem Milchfettgehalt von <= 1,5 GHT (CN 040210) — 2015–2025

Einführung

Dieser Bericht analysiert die Handelsentwicklung der Europäischen Union mit Drittländern für das Produkt CN 040210 — Magermilchpulver und vergleichbare Erzeugnisse mit einem Fettgehalt von höchstens 1,5 % — im Zeitraum von 2015 bis 2025. Die EU ist bei diesem Produkt ein erheblicher Nettoexporteur: Während die Exporte im Jahr 2025 einen Wert von rund 2,03 Mrd. EUR erreichten, beliefen sich die Importe auf lediglich 109 Mio. EUR. Der Nettohandelsüberschuss betrug zuletzt 1,92 Mrd. EUR. Im Folgenden werden die zentralen Marktdynamiken in drei Abschnitten dargestellt: die Exportentwicklung und die Verschiebung der Absatzmärkte, die Importseite und die Versorgungsstruktur sowie schließlich die Preis- und Schockdynamik der Jahre 2021–2023.


1. Wachstum und regionale Umorientierung der EU-Exporte

Die EU-Exporte von CN 040210 sind im Betrachtungszeitraum nominal deutlich gewachsen, haben dabei jedoch eine ausgeprägte zyklische Schwankungsbreite durchlaufen. Gleichzeitig hat sich die geographische Zusammensetzung der wichtigsten Abnehmerländer spürbar verschoben — weg von einem starken Fokus auf China, hin zu einer breiteren Basis afrikanischer und südostasiatischer Märkte.

Die EU exportiert jährlich zwischen 600.000 und 950.000 Tonnen, mit klarem Aufwärtstrend im Wert

Der Exportwert stieg von 1,51 Mrd. EUR (2015) auf 2,03 Mrd. EUR (2025), was einem Anstieg von 34,3 % entspricht. Der absolute Höhepunkt wurde 2022 mit 2,64 Mrd. EUR erreicht. Die exportierte Menge bewegte sich zwischen 597.000 Tonnen (2016) und 945.000 Tonnen (2019); im Jahr 2025 wurden 796.000 Tonnen ausgeführt (+12,7 % gegenüber 2015). Der Anstieg des Exportwertes ist somit sowohl auf mengen- als auch auf preisgetriebene Faktoren zurückzuführen, wobei die Preisentwicklung den dominierenden Einfluss ausübte.

Jahr Exportwert (Mrd. EUR) Exportmenge (t) Durchschnittspreis (EUR/t)
2015 1,51 706.558 2.136
2019 1,94 945.497 2.048
2020 2,00 831.062 2.407
2022 2,64 707.243 3.726
2025 2,03 795.950 2.546

Algerien ist zum wichtigsten Exportmarkt aufgestiegen, während China als Abnehmer stark an Bedeutung verloren hat

Die Zusammensetzung der wichtigsten Exportpartner hat sich im Zeitraum erheblich verändert:

Partnerland Exportwert 2015 (Mio. EUR) Exportwert 2025 (Mio. EUR) Veränderung (%)
Algerien 221 328 +48,2 %
China 119 76 −35,6 %
Indonesien 97 124 +27,1 %
Ägypten 115 139 +20,4 %
Philippinen 63 111 +75,6 %
Saudi-Arabien 54 134 +150,3 %
Malaysia 47 93 +95,9 %

Algerien ist durchgehend der größte Einzelmarkt und erreichte 2022 mit 432 Mio. EUR seinen Spitzenwert. China hingegen — 2021 noch mit 337 Mio. EUR der zweitgrößte Markt — verlor in den Folgejahren rapide an Bedeutung: 2025 wurden nur noch 76 Mio. EUR nach China exportiert. Diese Entwicklung dürfte mit Chinas eigener zunehmender Milchpulverproduktion, der Diversifizierung seiner Importquellen (insbesondere Neuseeland) sowie geopolitischen Spannungsfeldern zusammenhängen. Saudi-Arabien (+150 %) und Malaysia (+96 %) kompensierten diesen Rückgang teilweise.

Die Exportkonzentration blieb moderat und relativ stabil

Der Herfindahl-Hirschman-Index (HHI) für Exporte lag im gesamten Zeitraum zwischen 529 und 784 (auf Wertbasis) — ein Bereich, der auf eine verbreiterte Exportbasis hindeutet. Innerhalb der EU dominieren Frankreich (345 Mio. EUR), Belgien (414 Mio. EUR), Deutschland (312 Mio. EUR) und die Niederlande (226 Mio. EUR) den Export, wobei Irland mit einem Revealed Comparative Advantage (RCA) von 8,3 die mit Abstand höchste Spezialisierung aufweist.


2. Importseite: Geringe Volumina, aber strukturelle Veränderungen

Die EU importiert CN 040210 in vergleichsweise geringem Umfang. Die Importe machten 2025 nur rund 5 % des Exportwertes aus. Dennoch zeigen sich auf der Importseite bemerkenswerte Verschiebungen — insbesondere der dramatische Aufstieg der Ukraine als Lieferant.

Die Importmenge sank um 14 %, während der Importwert um 67 % stieg

Die Importentwicklung zeigt ein gegenläufiges Bild: Die eingeführte Menge fiel von 52.893 Tonnen (2015) auf 45.450 Tonnen (2025, −14,1 %), während der Wert von 66 Mio. EUR auf 109 Mio. EUR kletterte (+66,5 %). Der durchschnittliche Importpreis verdoppelte sich damit nahezu von 1.243 EUR/t auf 2.409 EUR/t (+93,8 %).

Jahr Importwert (Mio. EUR) Importmenge (t) Durchschnittspreis (EUR/t)
2015 65,8 52.893 1.243
2019 80,1 55.591 1.440
2022 118,0 36.253 3.256
2025 109,5 45.450 2.409

Ukraine und das Vereinigte Königreich dominieren die EU-Importe

Das Importpartner-Portfolio weist zwei dominante Akteure auf:

Partnerland Importwert 2015 (Mio. EUR) Importwert 2025 (Mio. EUR) Veränderung (%)
Vereinigtes Königreich 59,5 67,0 +12,6 %
Ukraine 0,6 34,3 +5.488 %
Norwegen 1,3 1,0 −19,5 %
USA 0,04 3,9 +10.116 %
Schweiz 0,1 1,9 +1.298 %

Das Vereinigtes Königreich war durchgehend der größte Importeur mit relativ stabiler Größenordnung. Der spektakulärste Anstieg betrifft die Ukraine: Von praktisch null im Jahr 2015 (erstmals 2016 mit 0,6 Mio. EUR gemeldet) auf 34,3 Mio. EUR im Jahr 2025. In den Jahren 2022–2024 lag der Wert sogar bei 23–35 Mio. EUR jährlich. Diese Entwicklung ist sowohl auf die EU-Ukraine-Assoziierung (DCFTA, in Kraft seit 2016) als auch auf die seit 2022 geltende Autonomiehandelsmaßnahme (ATM) zurückzuführen, die zollfreien Zugang für ukrainische Agrarprodukte gewährt. Die USA und die Schweiz verzeichneten ebenfalls starke prozentuale Zuwächse, blieben aber absolut deutlich kleiner.

Die Importkonzentration hat sich deutlich verringert

Der HHI für Importe sank von 8.225 (2015) auf 4.784 (2025), was einer Diversifizierung der Importquellen entspricht. Der Höchstwert wurde 2017 mit 9.124 erreicht, als das Vereinigte Königreich noch einen überproportionalen Anteil hatte. Die Zunahme der Ukraine als zweiter Großlieferant hat die Konzentration spürbar gesenkt.


3. Preisschocks und Marktturbulenzen der Jahre 2021–2023

Die Jahre 2021 und 2022 waren von einem globalen Preisschock bei Milchpulver geprägt, der sich in den EU-Handelsdaten eindrücklich widerspiegelt. Dieser Schock hatte sowohl auf der Export- als auch auf der Importseite deutliche Spuren hinterlassen.

Der durchschnittliche Exportpreis erreichte 2022 mit 3.726 EUR/t seinen Spitzenwert

Die Preisentwicklung der EU-Exporte zeigt ein markantes Muster: Nach einem Tiefststand von 1.727 EUR/t (2016) stieg der Preis kontinuierlich an und erreichte 2022 mit 3.726 EUR/t sein Maximum — ein Anstieg von 116 % in sechs Jahren. Bis 2025 fiel der Preis wieder auf 2.546 EUR/t ab. Der globale Milchpulverpreisanstieg 2022 war durch mehrere Faktoren bedingt: steigende Energie- und Futterkosten, gestörte Lieferketten nach der COVID-19-Pandemie sowie der Ausbruch des Krieges in der Ukraine, der die globalen Getreide- und Düngemittelmärkte destabilisierte.

Die Schockanalyse identifiziert 2022 als zentrales Schockjahr bei den Exporten

Die Schockerkennung hat mehrere markante Preisschocks bei den EU-Exporten für 2022 identifiziert:

Zielland Preisschock 2022 (%) Abnormalitätswert Anteil am Exportwert
Jemen +47,2 % 48,9 3,9 %
Singapur +48,2 % 20,3 2,9 %
China +45,1 % 9,1 13,1 %
Saudi-Arabien +54,1 % 8,7 5,1 %
Nigeria +51,9 % 7,5 5,3 %
Thailand +51,8 % 7,4 3,5 %

In allen Fällen stieg der durchschnittliche Exportpreis 2022 um 45–54 % gegenüber der Basisperiode 2020–2021, während die exportierten Mengen teils deutlich zurückgingen — ein klassisches Muster eines angebots- und kostenseitigen Preisschocks. Besonders bei China ging die Exportmenge 2022 um 34 % gegenüber dem Vorjahr zurück, bei Singapur und Nigeria um mehr als 30 %. Der Preiseffekt überkompensierte den Mengenrückgang jedoch, sodass die Exportwerte in den meisten Märkten stiegen.

Die EU-Importe aus der Ukraine zeigen ebenfalls eine ausgeprägte Schockdynamik

Auf der Importseite wurde ein Preis- und Mengenschock bei Importen aus der Ukraine um 2019 identifiziert. Der Importpreis aus der Ukraine stieg 2019 um 55,5 % gegenüber der Basis (2017–2018), gefolgt von einer massiven Mengenausweitung in 2020–2021 (Verdreifachung). Dies spiegelt die schrittweise Liberalisierung des Handels und die steigende Wettbewerbsfähigkeit ukrainischer Magermilchpulverproduzenten wider. Die Ukraine weist mit einem Variationskoeffizienten von 1,18 eine der höchsten Volatilitäten unter den Importpartnern auf.


Schlussfolgerung

Der EU-Markt für CN 040210 zeichnet sich durch eine klare Exportdominanz aus: Die EU produziert und exportiert Magermilchpulver in erheblichem Umfang und ist nur marginal auf Importe angewiesen. Der Netto-Importabhängigkeitsindikator lag 2025 bei −71,5 %, was die starke Nettoexportposition bestätigt. Im Zeitraum 2015–2025 lassen sich drei übergreifende Trends festhalten: Erstens ein struktureller Shift der Exportdestinationen weg von China hin zu Nordafrika und dem Nahen Osten. Zweitens der Aufstieg der Ukraine als neuer, relevanter Importlieferant der EU — begünstigt durch Handelsliberalisierung und geopolitische Rahmenbedingungen. Und drittens der globale Preisschock von 2022, der den Exportwert auf ein Rekordhoch trieb, gleichzeitig aber auch die Volatilität in den Handelsbeziehungen verstärkte. Die Exportquote stieg im selben Zeitraum von 13 % auf 44 % der EU-Produktion, was auf eine zunehmende Exportorientierung des Sektors hindeutet.

Erstellt am 2026-08-05. Die Zahlen geben die Eurostat-Daten zum Zeitpunkt der Erstellung wieder und enthalten keine späteren Revisionen.

Automatisch erstellt: Dieser Bericht soll die menschliche Analyse beschleunigen, aber nicht ersetzen.

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