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Marktentwicklung: Mandeln (CN 080212) — 2015–2025

Einleitung

Dieser Bericht analysiert die Handelsentwicklung der Europäischen Union für geschälte Mandeln (Zolltarifnummer 080212) im Zeitraum von 2015 bis 2025. Die EU ist ein bedeutender Nettoimporteur dieses Produkts, wobei die Handelsströme, Partnerbeziehungen und Marktbedingungen über den betrachteten Zeitraum erheblichen Veränderungen unterlagen. Die Auswertung basiert auf den bereitgestellten Handelsdaten und konzentriert sich auf die Identifikation und Interpretation wesentlicher Dynamiken in Import, Export, Marktstruktur und Verwundbarkeit.

1. Preisrückgänge trotz stabiler Mengen: Ein Wandel der Handelsbedingungen

Die Periode 2015–2025 war durch einen signifikanten Rückgang der Einheitspreise bei gleichzeitig relativ stabilen oder sogar steigenden Handelsmengen geprägt. Diese Entwicklung führte zu sinkenden Handelswerten trotz teils hoher Mengenvolumina.

1.1. Die EU als konsistenter Nettoimporteur mit wachsenden Volumina

Die EU weist im gesamten Zeitraum eine hohe und relativ stabile Nettoimportabhängigkeit auf, die zuletzt bei 83,8 % lag. Während der Importwert von 1,85 Mrd. EUR (2015) auf 1,49 Mrd. EUR (2025) sank (-19,1 %), stieg die importierte Menge im selben Zeitraum von 222.592 Tonnen auf 276.465 Tonnen an (+24,2 %). Dies unterstreicht den dominanten Einfluss des Preisverfalls auf den Handelswert.

1.2. Ein deutlicher Einbruch der Exportpreise prägt die Wettbewerbsfähigkeit

Auch die EU-Exporte litten unter dem Preisdruck. Der Exportwert fiel von 235,5 Mio. EUR (2015) auf 166,7 Mio. EUR (2025), was einem Rückgang von 29,2 % entspricht. Bemerkenswert ist, dass sich die exportierte Menge im selben Zeitraum nahezu stabil hielt (+2,2 %). Der durchschnittliche Exportpreis sank demnach um 30,8 % von über 10.000 EUR/t auf unter 7.000 EUR/t. Dies deutet auf einen verschärften Wettbewerbsdruck und/oder eine Veränderung der Produktmixes hin.

Kennzahl 2015 (Erster Wert) 2025 (Letzter Wert) Veränderung (%)
Importe
Wert (EUR) 1.847.638.530 1.494.563.190 -19,1 %
Menge (t) 222.592 276.465 +24,2 %
Durchschnittspreis (EUR/t) 8.301 5.406 -34,9 %
Exporte
Wert (EUR) 235.477.472 166.679.920 -29,2 %
Menge (t) 23.451 23.978 +2,2 %
Durchschnittspreis (EUR/t) 10.041 6.951 -30,8 %
Quelle: Allgemeine Übersicht

2. Strukturelle Verschiebungen: Neue Handelspartner und veränderte Konzentration

Die Zusammensetzung der wichtigsten Handelspartner der EU hat sich über den Zeitraum teilweise grundlegend verändert, während sich die innereuropäische Marktstruktur weiterentwickelt hat.

2.1. Abnehmende Bedeutung traditioneller Partner, Aufstieg neuer Akteure bei Importen

Die USA blieben mit großem Abstand der wichtigste Importeur der EU, lieferten aber 2025 einen um 10,5 % geringeren Wert als 2015. Deutlich stärkere Rückgänge verzeichneten andere traditionelle Partner: Die Lieferungen aus Australien sanken um 73,2 %, aus dem Vereinigten Königreich (als Partner außerhalb der EU) um 98,0 %. Dies ist wahrscheinlich eine direkte Folge des Brexit. Gleichzeitig stiegen die Importwerte aus Afghanistan um 337,5 % an, was auf eine Diversifizierung der Beschaffungsquellen oder Lieferengpässe bei etablierten Partnern hindeuten könnte. Die Importkonzentration (HHI) ist dementsprechend von 7.417 (2015) auf 8.964 (2025) gestiegen (+20,9 %), was eine höhere Abhängigkeit von weniger, dafür oft größeren Lieferanten zeigt.

2.2. Dynamische Neuausrichtung der EU-Exportmärkte

Auf der Exportseite vollzog sich eine bemerkenswerte Neuorientierung. Der Exportwert in das Vereinigte Königreich, einst der wichtigste Markt, brach um 66,7 % ein. Ebenso sanken die Exporte in die USA um 86,6 %. Demgegenüber verzeichneten einige Märkte explosionsartige Wachstumsraten: Die Exporte nach Ägypten stiegen um 3.364,5 %, in die Türkei um 732,2 % und nach Albanien um 706,2 %. Diese Verschiebung spiegelt sich in der stark gesunkenen Exportkonzentration (HHI) wider, die von 2.678 auf 1.071 fiel (-60,0 %), was auf eine deutlich diversifizierte Exportbasis hindeutet.

2.3. Spanien als unbestrittener Produzent und Exporteur innerhalb der EU

Innerhalb der EU zeigt sich eine klare Arbeitsteilung. Spanien ist mit einem enormen Vorsprung der spezialisierteste Produzent (RSCA von 0,80) und dominierte 2025 mit einem Produktionsanteil von 51,6 % an der EU-Gesamtproduktion. Entsprechend war Spanien auch der mit Abstand größte Exporteur der EU mit einem Wert von 113 Mio. EUR im Jahr 2025. Gleichzeitig sind Deutschland, Italien und die Niederlande die größten Importeure innerhalb der EU und fungieren wahrscheinlich als zentrale Umschlagplätze.

3. Preisschocks und dauerhafte Marktvolatilität als strukturelle Merkmale

Neben dem generellen Trend des Preisverfalls weisen die Handelsströme eine beachtliche Volatilität und das Auftreten spezifischer Preisschocks auf, die auf die Verwundbarkeit der Lieferketten hinweisen.

3.1. Hohe Preisschwankungen bei Schlüsselpartnern und neue Handelsströme

Die Volatilität der Handelswerte (gemessen am Variationskoeffizienten) war bei vielen Partnern hoch. Besonders auffällig ist die extreme Schwankung bei den Exporten nach Ägypten (CV: 1,31) und der Türkei (CV: 0,99), die das schnelle Wachstum dieser Märkte unterstreichen. Auch bei Importen aus Afghanistan (CV: 1,03) oder dem Vereinigten Königreich (CV: 0,91) waren die Werte stark schwankend. Dies zeigt, dass der Mandelmarkt nicht nur Preisverfall, sondern auch häufige und zum Teil extreme Preisausschläge erfährt.

3.2. Identifizierte Preisschocks als Hinweis auf Lieferkettenstörungen

Die Datenanalyse hat spezifische Preisschocks identifiziert, die auf Störungen oder ungewöhnliche Marktbedingungen hindeuten. Ein bemerkenswerter Preisschock betraf 2023 Exporte nach Sierra Leone, mit einer abnormalen Preisausschlag von 1.070,6 %. Während der Handelswert dort gering war, illustriert es die mögliche Volatilität in Nischenmärkten. Ein anderer signifikanter Schock betraf die Exportpreise nach Kanada im Jahr 2017 (Abnormalität: 400,0), was einen größeren Marktanteil von 2,3 % betraf.

3.3. Andauernde Verwundbarkeit durch hohe Importabhängigkeit

Die hohe Nettoimportabhängigkeit von über 83 % stellt die grundlegendste Verwundbarkeit der EU im Mandelmarkt dar. Diese Abhängigkeit blieb über den gesamten Zeitraum nahezu konstant. In Kombination mit der zunehmenden Konzentration der Importe auf weniger Partner und der dokumentierten Marktvolatilität ergibt sich ein Bild eines Marktes, der anfällig für externe Angebots- und Preisschocks ist. Die gleichzeitig hohe Handelsintensität (93 % im letzten Jahr) unterstreicht, wie stark der EU-Markt in globale Handelsströme eingebunden ist.

Schlussfolgerung

Zusammenfassend unterlag der EU-Mandelmarkt (CN 080212) im Zeitraum 2015–2025 drei zentralen Dynamiken: erstens einem anhaltenden Einbruch der Handelspreise, der zu sinkenden Handelswerten trotz teils steigender Mengen führte. Zweitens einer grundlegenden Umstrukturierung der Handelspartner, sowohl auf der Import- als auch auf der Exportseite, mit dem Wegfall des Vereinigten Königreichs als wichtigem Partner und dem Aufstieg neuer Märkte wie Ägypten und der Türkei. Drittens einer strukturellen Verwundbarkeit, die sich aus der konstant hohen Importabhängigkeit, der zunehmenden Konzentration auf wenige Lieferanten sowie der inhärenten Preisvolatilität des Marktes ergibt. Trotz wachsender EU-eigener Produktion, dominiert von Spanien, bleibt der Markt stark in globale Lieferketten eingebettet und damit externen Einflüssen ausgesetzt.

Erstellt am 2026-08-08. Die Zahlen geben die Eurostat-Daten zum Zeitpunkt der Erstellung wieder und enthalten keine späteren Revisionen.

Automatisch erstellt: Dieser Bericht soll die menschliche Analyse beschleunigen, aber nicht ersetzen.

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