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Marktentwicklung: Kunststofffiguren (CN 392640) — 2015–2025

Einleitung

Dieser Bericht analysiert die Handelsentwicklung der Europäischen Union mit dem Zollcode 392640 (Statuetten und andere Ziergegenstände aus Kunststoffen) im Zeitraum von 2015 bis 2025. Basierend auf den bereitgestellten Daten werden die Hauptdynamiken bei Importen, Exporten, Marktstruktur und Abhängigkeiten identifiziert und interpretiert. Der Zeitraum zeichnet sich durch ein starkes Wachstum des Handelswertes aus, geprägt von einer zunehmenden Importabhängigkeit und einem Rückgang der einheimischen Produktion.

1. Wachstum bei sinkender einheimischer Produktion: Eine vertiefte Importabhängigkeit

Die EU hat über den Analysezeitraum ein deutliches Auseinanderklaffen zwischen stark steigenden Importwerten und rückläufiger inländischer Produktion erlebt. Dies führte zu einer signifikanten Vertiefung der Importabhängigkeit für dieses Warensegment.

Der Handelswert wuchs trotz volatiler Mengenentwicklung

Der Gesamthandelswert (Importe und Exporte) verzeichnete ein robustes Wachstum. Die EU-Importe stiegen im Wert von 387,1 Mio. EUR (2015) auf 635,4 Mio. EUR (2025), was einer Steigerung von 64,2 % entspricht (Allgemeine Übersicht). Parallel dazu wuchsen die EU-Exporte von 63,5 Mio. EUR auf 97,2 Mio. EUR (+53,2 %). Ein wesentlicher Treiber dieser Wertsteigerung waren steigende Einheitspreise. Der durchschnittliche Importpreis erhöhte sich um 41,1 % auf 6.979 EUR/Tonne, der Exportpreis sogar um 91,2 % auf 18.120 EUR/Tonne. Die Handelsmengen (Tonnen) entwickelten sich weitaus unsteter: Die Importmenge stieg nur leicht um 16,3 %, während die Exportmenge um 19,9 % sank.

Der Handelsbilanzdefizit hat sich deutlich vergrößert

Aufgrund des stärkeren Wachstums der Importwerte im Vergleich zu den Exportwerten hat sich das Handelsbilanzdefizit der EU im betrachteten Zeitraum mehr als verdoppelt. Es verschlechterte sich von -323,6 Mio. EUR (2015) auf -538,2 Mio. EUR (2025), eine Verschlechterung um 66,3 % (Allgemeine Übersicht). Der Höhepunkt des Defizits wurde im Jahr 2022 mit -663,8 Mio. EUR erreicht. Diese Entwicklung spiegelt die zunehmende Abdeckung des inländischen Bedarfs durch Importe wider.

Die einheimische Produktion der EU ist kollabiert

Die verfügbaren Produktionsdaten zeigen einen dramatischen Rückgang der EU-internen Herstellung von Kunststoffziergegenständen. Der Produktionswert sank von 266,4 Mio. EUR im Jahr 2015 auf nur noch 85,1 Mio. EUR im Jahr 2025, was einem Rückgang von 68,1 % entspricht (Marktstruktur). Die Produktionsmenge ging im gleichen Zeitraum um 69,7 % auf 8,27 Millionen kg zurück. Dieser Einbruch der heimischen Produktion ist ein zentraler Faktor für die gestiegene Importabhängigkeit.

Die Netto-Importabhängigkeit hat sich fast verdoppelt

Der kombinierte Effekt aus steigenden Importen und schwindender Produktion spiegelt sich im Indikator der Netto-Importabhängigkeit wider. Dieser Anteil stieg von 46,2 % im Jahr 2015 auf einen Spitzenwert von 91,2 % (2024) bzw. 85,6 % im letzten Datenjahr 2025 (Autonomie & Verwundbarkeit). Damit stammten zuletzt über 85 % des in der EU konsumierten Volumens dieses Produkts aus Drittländern, was die stark verringerte Autonomie des Binnenmarktes unterstreicht.

2. Geographische Konzentration und Verlagerung der Handelsströme

Die Herkunft der Importe und die Destination der Exporte zeigen klare Muster der Konzentration sowie interessante Verschiebungen, insbesondere im Zuge des Brexits.

China dominiert den EU-Importmarkt mit wachsendem Anteil

China ist mit großem Abstand der wichtigste Importpartner der EU. Der Importwert aus China wuchs von 323,6 Mio. EUR (2015) auf 553,6 Mio. EUR (2025), was einer Zunahme von 71,1 % entspricht (Allgemeine Übersicht). Dieser Anstieg übertrifft das Gesamtwachstum der EU-Importe. Der chinesische Anteil an den gesamten EU-Importen für dieses Produkt ist daher gestiegen, was die hohe Konzentration der Lieferketten widerspiegelt.

Importe aus dem Vereinigten Königreich sind nach dem Brexit eingebrochen

Der Austritt des Vereinigten Königreichs (UK) aus der EU hat den bilateralen Handelsstrom erheblich gestört. Die EU-Importe aus dem UK fielen von 15,6 Mio. EUR (2015) auf 8,8 Mio. EUR (2025), was einem Rückgang von 43,8 % entspricht (Allgemeine Übersicht). Im Gegensatz dazu nahmen die EU-Exporte in das UK im gleichen Zeitraum um 62,3 % zu und erreichten 19,4 Mio. EUR. Dies deutet auf eine umgekehrte Handelsdynamik nach dem Brexit hin, wobei die EU ihre Exportposition auf dem britischen Markt ausbauen konnte, während Importe aus dem UK zurückgingen.

Die Konzentration auf der Importseite ist hoch und nimmt zu

Die Herkunft der EU-Importe ist stark konzentriert. Der Herfindahl-Hirschman-Index (HHI) für Importe nach Wert lag 2025 bei 7.915, was auf einen hoch konzentrierten Markt hindeutet, und stieg gegenüber 2015 um 12,6 % an (Konzentration (HHI)). Haupttreiber der Konzentration ist China. Auf der Exportseite ist die Konzentration mit einem HHI von 1.108 (2025) deutlich geringer, was auf eine diversifizierere Kundenstruktur der EU-Exporteure hindeutet.

Neue Lieferanten wie die Türkei und die Philippinen gewinnen an Bedeutung

Während China dominiert, haben einige kleinere Partnerländer ihr Handelsvolumen mit der EU deutlich gesteigert. Die EU-Importe aus der Türkei wuchsen um 325,6 % auf 3,1 Mio. EUR, die Importe aus den Philippinen um 44,4 % auf 5,3 Mio. EUR (Allgemeine Übersicht). Dies zeigt eine gewisse, wenn auch begrenzte, Diversifizierung der Lieferketten weg von den etablierten asiatischen Exporteuren.

3. Schwankungsanfälligkeit und sich abzeichnende strukturelle Verwundbarkeit

Der Markt zeigt verschiedene Anzeichen von Volatilität und steht angesichts der festgestellten Importabhängigkeit vor strukturellen Herausforderungen.

Preis-Schocks sind das vorherrschende Störungsmuster

Die Analyse von Handelsschocks identifizierte mehrere signifikante Ereignisse, die hauptsächlich Preisschocks bei Exporten betreffen. Der ausgeprägteste Schock betraf 2022 die Exportpreise in die Schweiz mit einer Anormalität von 10,4 und einem Preisanstieg von 49,9 % (Volatilität & Schocks). Ein weiterer bemerkenswerter Schock war der starke Preisanstieg bei Exporten nach Serbien im Jahr 2019 (+43,3 %). Diese Schocks deuten auf hohe Preissensitivität und mögliche Engpässe bei bestimmten Qualitäts- oder Spezialprodukten hin.

Die Handelspartner weisen unterschiedliche Volatilitätsprofile auf

Die Volatilität (gemessen am Variationskoeffizienten) der Importströme variiert stark. China zeigt mit einem CV von 0,08 die geringste Schwankung, was auf eine zuverlässige, volumenstarke Lieferbasis hindeutet (Volatilitätsanalyse). Im Gegensatz dazu sind Importe aus Ländern wie Malaysia (CV: 1,19) oder Kambodscha (CV: 1,31) hochvolatil, was auf weniger stabile Handelsbeziehungen oder kleinere, schwankende Liefermengen schließen lässt. Auf der Exportseite ist die Volatilität nach Thailand (CV: 1,04) und Venezuela (CV: 0,93) besonders hoch.

Die Spezialisierung innerhalb der EU ist ungleichmäßig verteilt

Die Fähigkeit, mit diesem Produkt zu exportieren, ist nicht gleichmäßig über die EU-Mitgliedstaaten verteilt. Im Jahr 2025 wiesen Zypern (RSCA: 0,57) und Luxemburg (RSCA: 0,55) die höchste relative Spezialisierung auf, obwohl ihr absoluter Handelsanteil gering ist (Marktstruktur). Unter den großen Volkswirtschaften sind die Niederlande (RSCA: 0,29) und Frankreich (RSCA: 0,22) relativ stark spezialisiert. Länder wie Finnland, Malta und Estland hingegen weisen eine negative Spezialisierung (RSCA nahe -0,9) auf, was bedeutet, dass sie bei diesem Produkt netto importabhängig sind. Diese Ungleichheit verdeutlicht die Konzentrierung der EU-internen Wertschöpfungskette.

Die Exportneigung ist stark gestiegen, signalisiert aber möglicherweise ein Ungleichgewicht

Ein bemerkenswerter Trend ist der extreme Anstieg der Exportneigung (Exporte in % der Produktion) von lediglich 18,7 % im Jahr 2015 auf 118,9 % im Jahr 2025 (Autonomie & Verwundbarkeit). Dieser Wert über 100 % ist nur möglich, wenn die inländische Produktion stark gesunken ist und die Exporte sich nun stärker auf Importware (Re-Export) oder auf abnehmende Restproduktion stützen. Zusammen mit dem stark gestiegenen Handelsintensitätsindex (102,3 % in 2025) zeigt dies eine tiefe Integration in den globalen Handel, aber auch eine erhöhte Verwundbarkeit gegenüber externen Handelsstörungen.

Schlussfolgerung

Die Marktentwicklung für EU-Handel mit Kunststoffziergegenständen (CN 392640) zwischen 2015 und 2025 ist durch einen fundamentalen Strukturwandel gekennzeichnet. Der steigende Verbrauch wird zunehmend durch Importe, insbesondere aus China, gedeckt, da die einheimische Produktion der EU dramatisch eingebrochen ist. Dies hat zu einer historisch hohen Netto-Importabhängigkeit von über 85 % und einem gewachsenen Handelsdefizit geführt. Während die Exporte wertmäßig zulegen konnten, deuten hohe Exportpreissteigerungen und -neigungen zusammen mit dem Produktionsrückgang darauf hin, dass die EU sich von einem Hersteller zu einem zunehmend importabhängigen und re-exportierenden Markt entwickelt. Die hohe Konzentration der Importquellen und das Auftreten von Preisschocks unterstreichen die strategische Verwundbarkeit dieses Sektors. Zukünftige Entwicklungen werden maßgeblich davon abhängen, ob es gelingt, resilienzstärkere Lieferketten aufzubauen oder die inländische Wertschöpfung zu stabilisieren.

Erstellt am 2026-08-09. Die Zahlen geben die Eurostat-Daten zum Zeitpunkt der Erstellung wieder und enthalten keine späteren Revisionen.

Automatisch erstellt: Dieser Bericht soll die menschliche Analyse beschleunigen, aber nicht ersetzen.

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