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Marktentwicklung: Rohre und Schläuche, biegsam, aus Kunststoffen, weder mit anderen Stoffen verstärkt, noch in Verbindung mit anderen Stoffen, ohne Formstücke, Verschlussstücke oder Verbindungsstücke (CN 391732) — 2015–2025

Einleitung

Dieser Bericht analysiert die Handelsentwicklung der Europäischen Union im Zeitraum 2015–2025 für flexible Kunststoffrohre und -schläuche (KN-Code 391732), die weder mit anderen Stoffen verstärkt noch mit Form-, Verschluss- oder Verbindungsstücken versehen sind. Die Produktdefinition umfasst biegsame Rohre und Schläuche aus Kunststoffen aller Art und bildet innerhalb des Kapitels 3917 einen Sammelposition mit verbleibender Funktion (Residualcode). Der Zeitraum ist durch drei prägende Dynamiken gekennzeichnet: ein robustes, exportgetriebenes Wachstum bei gleichzeitig steigender Handelsintensität, eine geopolitisch bedingte Umstrukturierung der Handelsströme — insbesondere durch den Zusammenbruch des Handels mit Russland — sowie eine deutliche Verteuerung der Einheitspreise in Verbindung mit spezifischen Preisschocks. Die EU hat sich über den gesamten Beobachtungszeitraum hinweg als Nettoexporteur mit wachsendem Überschuss positioniert.


1. Exportgetriebenes Wachstum bei sich ausweitendem Handelsbilanzüberschuss

Die EU-Ausfuhren haben sich zwischen 2015 und 2025 nahezu verdoppelt

Die EU-Exporte von CN 391732 stiegen im Betrachtungszeitraum von 554 Mio. € (2015) auf 1.030 Mio. € (2025), was einem Anstieg von 85,9 % entspricht. Damit hat die EU erstmals die Milliardengrenze bei den Ausfuhren dieses Produkts überschritten (Gesamthandelsentwicklung). Das Wachstum verlief nicht linear: Von 2015 bis 2020 war ein stetiger Anstieg auf 768 Mio. € zu beobachten, gefolgt von einem sprungartigen Zuwachs auf 925 Mio. € (2021) und 1.018 Mio. € (2022). In den Jahren 2023 und 2024 stabilisierte sich das Exportniveau auf dem erreichten Plateau.

Jahr Exporte (Mio. €) Importe (Mio. €) Saldo (Mio. €)
2015 554 288 266
2016 572 301 270
2017 630 323 307
2018 665 366 298
2019 726 401 325
2020 768 360 408
2021 925 442 484
2022 1.018 521 497
2023 994 474 521
2024 1.019 445 574
2025 1.030 483 547

Die Einfuhren wuchsen ebenfalls kräftig, aber langsamer als die Ausfuhren

Die EU-Importe stiegen von 288 Mio. € auf 483 Mio. € (+67,5 %). Bemerkenswert ist der Rückgang im Jahr 2020 (360 Mio. €), der auf die COVID-19-Pandemie und die damit verbundene Nachfrageeinbuße zurückzuführen ist. Ab 2021 setzte eine rasante Erholung ein, die 2022 mit 521 Mio. € ihren Höhepunkt erreichte. In den Folgejahren pendelte sich das Importvolumen auf einem leicht niedrigeren Niveau ein. Der HHI-Konzentrationsindex für Importe stieg von 2.079 auf 2.333 (+12,2 %), was auf eine leicht erhöhte Konzentration der Importquellen hindeutet — ein Hinweis auf das Verschwinden Russlands als diversifizierender Lieferant.

Der Handelsbilanzüberschuss hat sich mehr als verdoppelt

Der positive Handelssaldo der EU wuchs von 266 Mio. € (2015) auf 547 Mio. € (2025), was einem Zuwachs von 105,8 % entspricht. Der Höchstwert wurde 2024 mit 574 Mio. € erreicht. Die Nettoimportabhängigkeit (Net Import Reliance) verschärfte sich von −7,1 % (2015) auf −31,3 % (2025), wobei negative Werte eine Nettoexportposition kennzeichnen. Die EU ist damit in diesem Segment zunehmend selbstversorgend und exportstark.

Die EU-Produktion wuchs im Wert stärker als im Volumen — die Einheitspreise stiegen merklich

Die EU-Produktion von CN 391732 (Produktionsvolumen) stieg mengenmäßig von 532.875 Tonnen (2015) auf 682.469 Tonnen (2024), ein Plus von rund 28 %. Der Produktionswert hingegen nahm von 1.682 Mio. € auf 2.421 Mio. € zu (+44 %). Die Differenz zwischen mengen- und wertmäßiger Entwicklung spiegelt die gestiegenen Einheitspreise in der Produktion wider, die von 3,16 €/kg (2015) auf 3,55 €/kg (2024) anstiegen. Ein Produktionspeak wurde 2021 mit 914.103 Tonnen verzeichnet, gefolgt von einem Rückgang in den Folgejahren — möglicherweise bedingt durch Lieferkettenengpässe und Rohstoffpreisanstiege.


2. Geopolitische Umstrukturierung der Handelspartner: Russlands Niedergang und die Türkei als neues Exportwachstumszentrum

Russland als Handelspartner ist praktisch vollständig vom Markt verschwunden

Die dramatischste Veränderung im Beobachtungszeitraum ist der Zusammenbruch des Handels mit der Russischen Föderation. Die EU-Exporte nach Russland fielen von 37 Mio. € (2015) auf praktisch null (2025: 0,16 Mio. €), was einem Rückgang von 99,6 % entspricht (Exportpartner). Auf der Importseite sanken die russischen Lieferungen von 5,8 Mio. € auf 3 €. Der Schokereignisanalyse zufolge (Preisschocks) vollzog sich der Rückgang abrupt: 2022 sanken die Exportmengen nach Russland von 9.814 Tonnen auf 2.553 Tonnen, 2023 auf nur noch 5 Tonnen. Dies ist eine direkte Folge der Sanktionsmaßnahmen nach dem Beginn des Krieges in der Ukraine im Februar 2022. Der Variationskoeffizient der Exportmengen nach Russland (0,73) ist der höchste aller Handelspartner und bestätigt die extreme Volatilität dieses Zusammenbruchs. Auffällig ist, dass die Einheitspreise der verbleibenden Restexporte nach Russland auf über 99.000 €/kg (2024) stiegen — ein Hinweis auf Nischenlieferungen oder Vertragsabwicklungen.

Die Türkei hat sich zum dynamischsten Exportmarkt der EU entwickelt

Der spektakulärste Gegenpol zum russischen Wegfall ist die Türkei: Die EU-Exporte dorthin stiegen von 30 Mio. € (2015) auf 113 Mio. € (2025), was einem Anstieg von 276,5 % entspricht. Die Türkei avancierte damit zum drittgrößten Exportmarkt der EU nach der Schweiz und den USA. Das mengenmäßige Wachstum ist ebenfalls beeindruckend: Von 4.499 Tonnen auf 12.539 Tonnen. Die Importe aus der Türkei stiegen ebenfalls deutlich von 3,2 Mio. € auf 14,5 Mio. € (+356 %), wenn auch von einem niedrigeren Niveau aus. Der türkische Markt dürfte teilweise auch als Umschlagplatz für Drittmärkte fungieren.

Die USA und China bleiben zentrale Partner, entwickeln sich aber gegenläufig

Die Vereinigten Staaten blieben throughout der gesamte Periode der größte Importeur der EU (Importpartner): Die Importe stiegen von 106 Mio. € auf 200 Mio. € (+88,2 %). Die US-Importe erreichten 2022 mit 206 Mio. € ihren Höhepunkt und liegen seitdem unter diesem Wert. China als Importquelle wuchs sogar noch stärker: von 26 Mio. € auf 70 Mio. € (+171,5 %), wobei die mengenmäßige Zunahme mit +155 % ebenfalls beachtlich ist. Auf der Exportseite sind die USA mit 147 Mio. € (2025) der zweitgrößte Abnehmer der EU; die Ausfuhren verdoppelten sich nahezu (+105 %). China als Exportziel nahm von 51 Mio. € auf 86 Mio. € zu (+68,6 %), zeigt aber in den letzten Jahren leicht rückläufige Mengen — ein möglicher Hinweis auf die zunehmende Eigenproduktion Chinas.

Innerhalb der EU verschiebt sich die Exportgewichtung zugunsten von Italien, Tschechien und Polen

Deutschland blieb der mit Abstand größte Exporteur innerhalb der EU (Berichterstattende Mitgliedstaaten) mit 330 Mio. € (2025), allerdings mit moderatem Wachstum (+34,7 %). Deutlich dynamischer entwickelten sich Italien (von 40 Mio. € auf 167 Mio. €, +320,6 %), Tschechien (von 37 Mio. € auf 128 Mio. €, +247,2 %) und Polen (von 28 Mio. € auf 74 Mio. €, +167,6 %). Diese Verschiebung deutet auf eine Verlagerung der Produktions- und Exportkapazitäten in mittel- und osteuropäische Mitgliedstaaten hin, die von günstigeren Produktionsbedingungen und der Nähe zu Wachstumsmärkten wie der Türkei profitieren. Die Spezialisierungskarte bestätigt, dass Litauen (RSCA: 0,47), Estland (0,40), Schweden (0,28) und Deutschland (0,25) die höchsten komparativen Vorteile aufweisen.


3. Steigende Einheitspreise, Preisschocks und zunehmende Handelspartner-Konzentration

Die EU-Exportpreise stiegen im Einklang mit den Importpreisen um rund 40 %

Die durchschnittlichen Exporteinheitspreise erhöhten sich von 7.061 €/t (2015) auf 9.889 €/t (2025), was einem Anstieg von 40,0 % entspricht (Gesamtübersicht). Die Importpreise lagen systematisch über den Exportpreisen und stiegen von 9.929 €/t auf 13.986 €/t (+40,9 %). Diese Differenz reflektiert, dass die EU tendenziell hochwertigere oder spezialisiertere Produkte importiert (z. B. Hochdruckschläuche aus den USA und Japan), während die Exporte in mengenmäßig größere Märkte mit geringerem Preisniveau fließen. Im Jahr 2021 stiegen die Exportpreise sprunghaft von 7.974 €/t auf 8.792 €/t, parallel zum globalen Rohstoff- und Energiepreisanstieg.

Mehrere Preisschocks in den Jahren 2021–2022 kennzeichnen die Krisenzeit

Die Schockanalyse identifiziert vier signifikante Preisschocks:

Partnerland Richtung Schockjahr Preisabweichung (%) Preisshift (%) Wertanteil (%)
Marokko Exporte 2022 340,2 +55,3 4,1
Türkei Importe 2022 96,8 +50,4 2,6
Tunesien Exporte 2022 59,5 +30,6 4,5
Australien Exporte 2021 32,8 +28,1 3,3

Besonders hervorzuheben ist Marokko: Die Exportpreise sprangen 2022 von 6.542 €/t auf 10.169 €/t (+55,3 %), bei gleichzeitig steigenden Mengen (+44,3 %). Dies deutet auf eine außergewöhnliche Nachfrage am marokkanischen Markt hin, möglicherweise im Zusammenhang mit Infrastrukturprojekten oder Lieferengpässen bei konkurrierenden Anbietern. Die Exporte nach Marokko stiegen in der Folge von 13,8 Mio. € (2015) auf 49,1 Mio. € (2025), was einem Zuwachs von 255,8 % entspricht. Tunesien zeigt ein ähnliches Muster mit einem Preischock 2022 (+30,6 %), wobei sich die Preise in der Nach-Schock-Phase nicht vollständig normalisierten.

Ukraine-Krise führte zu kurzfristigem Mengeneinbruch bei Exporten, der sich nicht vollständig erholte

Die EU-Exporte in die Ukraine (Volatilitätsanalyse) sanken 2022 von 4.017 Tonnen auf 2.512 Tonnen (−37,5 %), bei einem Preisanstieg von 7.245 €/t auf 9.783 €/t (+35,0 %). Die Mengen haben sich bis 2025 nicht auf das Vorkrisenniveau erholt (3.071 Tonnen), während die Preise auf einem erhöhten Niveau verharrten (8.126 €/t). Der Variationskoeffizient der Exportmengen nach Ukraine (0,25) ist moderat, was darauf hindeutet, dass der Handel zwar beeinträchtigt wurde, aber nicht wie im Falle Russlands zusammenbrach.

Die Importkonzentration nahm zu, die Exportkonzentration blieb stabil

Der Herfindahl-Hirschman-Index (Konzentrationsanalyse) stieg bei den Importen von 2.079 auf 2.333 (+12,2 %) und bei den Exporten nur geringfügig von 620 auf 623 (+0,5 %). Die erhöhte Importkonzentration erklärt sich vor allem durch das Wegbrechen Russlands als Lieferanten, das die verbleibenden Quellen — allen voran die USA (41 % der Importe), das Vereinigte Königreich (16 %) und China (15 %) — noch stärker gewichtet. Die stabile Exportkonzentration hingegen zeigt, dass die EU ihre Exporte erfolgreich diversifiziert hat: Die Abhängigkeit von einzelnen Märkten ist geringer, und die Handelsströme verteilen sich breiter auf die Türkei, die Schweiz, die USA, das Vereinigte Königreich, Serbien und China.

Die Exportquote der EU stieg signifikant, was auf eine zunehmende internationale Wettbewerbsfähigkeit hindeutet

Die Exportneigung (Exporte als Anteil der Produktion) stieg von 32,9 % (2015) auf 42,2 % (2025), was einem Zuwachs von 86,7 % relativ zum Ausgangswert entspricht. Die Handelsintensität (Trade Intensity) nahm von 33,3 % auf 51,2 % zu (+53,9 %). Diese Entwicklung unterstreicht, dass CN 391732 ein zunehmend exportorientiertes Segment innerhalb der europäischen Kunststoffindustrie darstellt. Die wachsende Exportneigung steht im Einklang mit der Beobachtung, dass Italien, Tschechien und Polen — drei Länder mit starkem industriellen Wachstum — ihre Exporte in diesem Segment überproportional ausgeweitet haben.


Schlussfolgerung

Der Markt für flexible Kunststoffrohre und -schläuche (CN 391732) hat sich im Zeitraum 2015–2025 als dynamisches, exportstarkes Segment der europäischen Kunststoffindustrie erwiesen. Die EU-Exporte haben sich nahezu verdoppelt, der Handelsbilanzüberschuss hat sich mehr als verdoppelt, und die EU hat ihre Position als globaler Nettoexporteur kontinuierlich ausgebaut. Die drei zentralen Erkenntnisse lauten:

Erstens, das Wachstum war primär exportgetrieben und wurde durch eine steigende Exportquote (von 33 % auf 42 % der Produktion) unterstrichen. Die EU produziert zunehmend für den Weltmarkt, nicht nur für den Binnenmarkt.

Zweitens, die geopolitischen Umbrüche — insbesondere die Sanktionen gegen Russland nach 2022 — haben die Handelsströme fundamental umstrukturiert. Der Wegfall Russlands als Handelspartner wurde durch das explosive Wachstum des Handels mit der Türkei, Marokko und Tunesien kompensiert, was auf eine Diversifizierung in Richtung südlicher und östlicher Nachbarregionen hindeutet.

Drittens, die durchgehend steigenden Einheitspreise — sowohl in der Produktion (+12 %) als auch im Außenhandel (+40 %) — spiegeln globale Rohstoff- und Energiepreisanstiege wider, wurden aber auch durch spezifische regionale Schocks verstärkt. Trotz dieser Preissteigerungen blieb die mengenmäßige Exportentwicklung robust, was auf eine anhaltende Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Hersteller schließen lässt. Die zunehmende Konzentration der Importquellen (HHI-Anstieg um 12 %) stellt ein gewisses Risiko dar, das durch die gleichzeitige Stärkung der Exportdiversifizierung jedoch teilweise abgemildert wird.

Erstellt am 2026-08-05. Die Zahlen geben die Eurostat-Daten zum Zeitpunkt der Erstellung wieder und enthalten keine späteren Revisionen.

Automatisch erstellt: Dieser Bericht soll die menschliche Analyse beschleunigen, aber nicht ersetzen.

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