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Marktentwicklung: Propylen Copolymer (CN 390230) — 2015–2025

Einleitung

Dieser Bericht analysiert die Handelsentwicklung der Europäischen Union mit Propylen-Copolymeren in Primärformen (Zolltarifnummer 390230) im Zeitraum von 2015 bis 2025. Basierend auf den bereitgestellten Daten zeigt sich ein grundlegender Wandel in der Handelsbilanz: Die EU wandelt sich von einem starken Nettoexporteur zu einem Markt mit erheblicher Importabhängigkeit. Die drei folgenden Abschnitte beleuchten die zentralen Triebkräfte dieser Transformation.

I. Wachsende Importabhängigkeit bei sinkenden Exportmengen

Im analysierten Zeitraum vollzog sich eine bemerkenswerte Verschiebung der EU-Handelsströme. Während die Exportmengen signifikant zurückgingen, stiegen die Importe stark an, was zu einer dramatischen Verschlechterung des Handelsüberschusses führte.

Die Importnachfrage verdoppelte sich nahezu

Die Einfuhren von Propylen-Copolymeren in die EU stiegen zwischen 2015 und 2025 um 92,9 % von 302.840 Tonnen auf 584.066 Tonnen. Parallel dazu erhöhte sich der Importwert um 70,4 % auf rund 768,5 Mio. EUR. Dieses starke Wachstum führte dazu, dass die EU ihre Nettoexportposition massiv abschwächte: Der positive Handelsüberschuss sank um 42,9 % von 991 Mio. EUR auf 566 Mio. EUR (Gesamtübersicht).

Südkorea wurde zum dominanten Importlieferanten

Die Herkunft der Importe veränderte sich fundamental. Südkorea verdrängte das Vereinigte Königreich als wichtigsten Lieferanten. Die Importe aus Südkorea explodierten um 342,5 % von 69 Mio. EUR auf 306 Mio. EUR. Im Gegensatz dazu sanken die Importe aus dem Vereinigten Königreich, nach dem Brexit, um 72,2 % (Top-Importpartner nach Wert).

Importpartner (Top 3 nach Wertänderung) Wertänderung 2015–2025
Korea, Republik +342,5 %
Vereinigte Staaten +139,9 %
Israel +88,9 %

Die Konzentration der Importe nahm zu

Der Herfindahl-Hirschman-Index (HHI) für Importe nach Wert stieg um 41,2 % von 1.417 auf 2.001. Dies deutet auf eine zunehmende Konzentration der Importe auf wenige Lieferländer hin, was die Anfälligkeit der EU-Produktionsketten erhöhen könnte (Konzentrationsanalyse).

II. Exportrückgänge und Umorientierung der Absatzmärkte

Parallel zur Importzunahme zeigten die EU-Exporte eine gegenläufige Dynamik, gekennzeichnet durch schrumpfende Volumina und geopolitisch bedingte Umstrukturierungen der Zielmärkte.

EU-Exportvolumina schrumpften erheblich

Die exportierte Menge sank im Zeitraum um 21,9 % von 1.005.062 Tonnen auf 784.670 Tonnen. Der Exportwert verringerte sich trotz steigender Preise um 7,4 % auf 1,33 Mrd. EUR. Dies führte zu einem Rückgang des Handelsüberschusses, da das Importwachstum den Exportrückgang überkompensierte (Gesamtübersicht).

Russland als Markt brach vollständig weg

Ein besonders drastischer Einbruch betraf die Exporte in die Russische Föderation. Diese sanken von 81 Mio. EUR auf praktisch null (33.835 EUR). Dieser Rückgang von -100 % ist mit hoher Wahrscheinlichkeit eine direkte Folge der internationalen Sanktionen nach 2022. Russland war 2015 noch der fünftwichtigste Exportmarkt der EU (Top-Exportpartner nach Wert).

Traditionelle Märkte blieben wichtig, doch China gewann an Bedeutung

Das Vereinigte Königreich und die Türkei blieben die wichtigsten Exportziele mit einem stabilen Handelsvolumen. Auffällig ist jedoch das 48,9%ige Wachstum der Exporte nach China. Die EU diversifizierte ihre Exportmärkte, wobei der HHI für Exporte um -18,0 % sank, was auf eine etwas geringere Konzentration hindeutet (Konzentrationsanalyse).

III. Produktionswachstum und Spezialisierung der Mitgliedstaaten

Obwohl die EU-Produktion von Propylen-Copolymeren wuchs, reichte dies nicht aus, um die steigende Nachfrage vollständig zu decken. Innerhalb der EU bestehen zudem deutliche Unterschiede in der handelsspezifischen Spezialisierung.

EU-Produktion stieg, konnte aber mit der Nachfrage nicht Schritt halten

Die inländische Produktionsmenge der EU erhöhte sich um 32,9 % von 1,52 Mrd. kg auf 2,01 Mrd. kg. Der Produktionswert stieg sogar um 111,4 %. Dennoch wuchsen die Importe (quantitativ um 92,9 %) deutlich stärker als die heimische Produktion, was die gestiegene Importabhängigkeit erklärt (Produktionsvolumina).

Belgien ist der unangefochtene Spezialist in der EU

Innerhalb der EU zeigt sich eine klare geografische Arbeitsteilung. Belgien weist mit einem Revealed Symmetric Comparative Advantage (RSCA) von 0,60 die mit Abstand höchste Spezialisierung auf diesen Produktbereich auf. Auch Österreich und Finnland sind spezialisiert. Im Gegensatz dazu haben Länder wie Irland oder Bulgarien keinerlei Spezialisierung (Spezialisierungsanalyse).

EU-Mitgliedstaat RSCA (Spezialisierung) Anteil an EU-Produktion
Belgien 0,599 33,8 %
Niederlande 0,038 15,7 %
Frankreich 0,053 8,7 %

Italien und Griechenland entwickelten sich zu stark wachsenden Importmärkten

Auch bei den importierenden Mitgliedstaaten gab es klare Gewinner. Die Importe nach Italien stiegen um 276,0 %, nach Griechenland um 254,1 %. Diese Dynamik spiegelt möglicherweise regionale Verschiebungen in der verarbeitenden Industrie wider (EU-Importer nach Wert).

Schlussfolgerung

Zwischen 2015 und 2025 durchlief der EU-Markt für Propylen-Copolymere einen Strukturwandel. Die EU verwandelte sich von einer stark exportorientierten Region mit einem signifikanten Handelsüberschuss in einen Markt, der zunehmend von Importen abhängig ist. Die wichtigsten Treiber waren:

  1. Ein rapider Anstieg der Importe, insbesondere aus Südkorea und anderen asiatischen Herstellern, bei gleichzeitiger Stagnation oder Rückgang der Exporte in traditionelle Märkte.
  2. Geopolitische Schocks, die zum vollständigen Wegfall von Exporten nach Russland führten.
  3. Einheimisches Produktionswachstum, das zwar stattfand, aber nicht ausreichte, um die gestiegene Nachfrage im Binnenmarkt vollständig zu kompensieren.

Das Ergebnis ist eine verringerte Handelsintensität und Exportneigung der EU in diesem Segment, kombiniert mit einer gewachsenen Abhängigkeit von einer kleineren Zahl von außereuropäischen Lieferanten. Die Handelspolitik der EU steht somit vor der Herausforderung, die Resilienz der Lieferkette für dieses wichtige Polymer zu sichern.

Erstellt am 2026-08-08. Die Zahlen geben die Eurostat-Daten zum Zeitpunkt der Erstellung wieder und enthalten keine späteren Revisionen.

Automatisch erstellt: Dieser Bericht soll die menschliche Analyse beschleunigen, aber nicht ersetzen.

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