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Marktentwicklung: Platten und Planfilme, fotografisch, sensibilisiert, unbelichtet, bei denen mindestens eine Seite > 255 mm misst, aus Stoffen aller Art (ausg. Papier, Pappe oder Spinnstoffe) (CN 370130) — 2015–2025

Einleitung

Der Markt für fotografische Platten und Planfilme (CN 370130) hat sich im Zeitraum 2015 bis 2025 grundlegend gewandelt. Was einst ein von der EU dominiertes Exportprodukt war, wandelt sich zu einem Markt, in dem Importe eine zunehmend zentrale Rolle spielen. Die EU-Exporte sind im Betrachtungszeitraum sowohl mengen- als auch wertmäßig rückläufig, während die Einfuhren — insbesondere aus China — dramatisch gestiegen sind. Gleichzeitig hat die europäische Produktion massiv abgenommen, was die strukturelle Abhängigkeit von Drittlandlieferungen erhöht hat. Dieser Bericht analysiert die wichtigsten Handelsdynamiken, die Verschiebungen der Lieferantenstruktur sowie die wachsende Vulnerabilität des EU-Marktes. Die Daten sind dem EU Trade Dashboard entnommen.


1. Rückläufige EU-Ausfuhren trotz stabiler Abnehmerbeziehungen

1.1 Exportwert und -menge zeigen klaren Abwärtstrend

Die EU-Exporte sind im Zeitraum 2015–2025 sowohl im Wert als auch in der Menge deutlich gesunken:

Kennzahl 2015 2025 Veränderung
Exportwert (Mio. €) 511,9 429,7 −16,1 %
Exportmenge (t) 47.963 36.042 −24,9 %
Exportpreis (€/t) 10.673 11.922 +11,7 %

Die Exporte erreichten ihren Höchstwert 2019 mit 527,6 Mio. € und 60.925 t. Seitdem fielen sie kontinuierlich, wobei der Mengenrückgang stärker ausfiel als der Rückgang des Werts — was auf steigende Preise hindeutet. Der Exportpreis stieg von 10.673 €/t im Jahr 2015 auf 11.922 €/t im Jahr 2025, was einen strukturellen Wandel hin zu hochwertigeren Produkten oder eine Verknappung des Angebots auf EU-Seite widerspiegeln könnte.

1.2 Das Vereinigte Königreich verliert als wichtigster Absatzmarkt

Das Vereinigte Königreich war 2015 mit 94,9 Mio. € der mit Abstand größte Exportpartner der EU. Bis 2025 sank der Exportwert dorthin auf 49,3 Mio. € (−48,1 %). Die Mengenentwicklung fiel noch dramatischer aus: von 12.972 t auf 6.565 t (ca. −50 %).

Dieser Rückgang ist teilweise auf den Brexit und die damit verbundenen Handelsbarrieren zurückzuführen. Die Verlagerung des Handelsstroms ist jedoch nicht nur eine Brexit-Geschichte: Auch die Exporte nach Russland sanken von 31,6 Mio. € (2015) auf 13,7 Mio. € (2025, −56,7 %), was auf die Sanktionen nach 2022 zurückzuführen ist.

1.3 Gegenläufige Trends bei einzelnen Partnern

Während einige Märkte schrumpften, wuchsen andere:

Partner 2015 (Mio. €) 2025 (Mio. €) Veränderung
Vereinigtes Königreich 94,9 49,3 −48,1 %
Vereinigte Staaten 39,7 62,5 +57,5 %
Türkei 39,5 37,0 −6,5 %
Japan 14,5 16,6 +14,9 %
Russische Föderation 31,6 13,7 −56,7 %
Indien 21,9 18,6 −15,2 %
Schweiz 9,6 13,5 +40,6 %

Die Partneranalyse zeigt, dass die USA den Platz des größten Exportpartners eingenommen haben. Deutschland blieb mit einem Exportanteil von rund 43 % (239 Mio. € im Jahr 2025) der mit Abstand wichtigste Produzent und Exporteur innerhalb der EU, während Belgien (142 Mio. €) und die Niederlande (nur noch 2,5 Mio. €) stark an Bedeutung verloren.


2. Chinas dominante Rolle im Importwachstum

2.1 Die EU-Importe haben sich mehr als vervierfacht

Der dramatischste Trend im betrachteten Zeitraum ist das explosive Wachstum der EU-Importe:

Kennzahl 2015 2025 Veränderung
Importwert (Mio. €) 136,0 335,7 +146,9 %
Importmenge (t) 13.151 61.537 +367,9 %
Importpreis (€/t) 10.341 5.456 −47,2 %

Die Importmenge stieg um fast das Vierfache, während der Importpreis nahezu halbiert wurde. Dies deutet auf eine massive Volumenausweitung zu deutlich niedrigeren Stückkosten hin — ein Muster, das typisch für industrielle Skaleneffekte ist.

2.2 China als Motor des Importbooms

China hat sich vom Nischenlieferanten zum dominanten Importpartner der EU entwickelt:

Jahr China-Importe (Mio. €) Anteil an EU-Importen
2015 15,1 11,1 %
2018 60,2 33,5 %
2022 205,8 63,6 %
2024 241,6 68,8 %
2025 235,4 70,1 %

Die Importpartneranalyse zeigt, dass die chinesischen Importe einen Anstieg von 1.462 % verzeichneten. Gleichzeitig sanken die Importe aus dem Vereinigten Königreich von 35,1 Mio. € auf 6,9 Mio. € (−80,4 %), was die Verschiebung der globalen Lieferketten widerspiegelt.

Japan und die USA blieben als Lieferanten relativ stabil (Japan: 42,2 → 45,7 Mio. €, USA: 37,9 → 42,0 Mio. €), konnten aber mit dem chinesischen Wachstum nicht mithalten.

2.3 Starker Anstieg der Importkonzentration

Der Herfindahl-Hirschman-Index (HHI) für die Importkonzentration verdoppelte sich nahezu:

Indikator 2015 2025 Veränderung
HHI Import (Wert) 2.532 5.272 +108,2 %
HHI Export (Wert) 623 630 +1,1 %

Während die Exporte der EU breit gestreut blieben, konzentrierten sich die Importe zunehmend auf China. Ein HHI über 5.000 gilt als Zeichen einer hohen Markt- konzentration, was die EU in eine Abhängigkeit von einem einzelnen Lieferanten bringt.

2.4 Preischock bei chinesischen Importen im Jahr 2022

Ein besonderes Ereignis war der Preisanstieg bei Importen aus China im Jahr 2022: Der Preis pro Tonne stieg von 3.744 €/t (2021) auf 4.815 €/t (+29,3 %), bei gleichzeitigem Mengenanstieg von 32.517 t auf 42.744 t. Dieses Ereignis hatte eine Abnormalität von 38,3 und einen Anteil am Importwert von 71,9 %. Die Volatilität der chinesischen Lieferungen (Variationskoeffizient: 0,74) war deutlich höher als die der japanischen (0,16) oder US-amerikanischen (0,11) Lieferungen, wie die Volatilitätsanalyse zeigt.


3. Struktureller Wandel: Von der Produktionsmacht zum Importeur

3.1 Europäische Produktion im freien Fall

Die EU-Produktionsdaten belegen einen dramatischen Einbruch der inländischen Fertigung:

Kennzahl 2015 2024 Veränderung
Produktionsmenge (Stück) 239.574.863 90.000.000 −62,4 %
Produktionswert (€) 1.089.860.551 630.000.000 −42,2 %
Produktionspreis (€/Stück) 4,55 7,00 +53,8 %

Betrachtet man den gesamten Zeitraum seit 2003, so ist der Rückgang noch gravierender: Die Produktionsmenge fiel von 331 Mio. auf 90 Mio. Stück (−72,8 %), der Produktionswert von 1,8 Mrd. € auf 630 Mio. € (−65,1 %). Die Produktionsdaten sind teilweise gerundet, was auf vertrauliche Angaben einzelner Unternehmen hindeutet — ein Hinweis auf eine stark konzentrierte Produktionsstruktur.

3.2 Deutschland als letztes EU-Produktionszentrum

Die Spezialisierungsanalyse für 2025 zeigt, dass nur noch wenige EU-Mitgliedstaaten eine nennenswerte Spezialisierung aufweisen:

Land RSCA RCA Anteil an EU-Produktion
Belgien 0,571 3,66 31,0 %
Deutschland 0,342 2,04 43,2 %
Lettland 0,238 1,63 0,5 %
Niederlande 0,022 1,05 15,2 %

Deutschland und Belgien dominieren die EU-Produktion mit einem kombinierten Anteil von über 74 %. Die meisten anderen EU-Länder haben keine oder nur marginale Produktionskapazitäten — Dänemark, Luxemburg, Portugal und Estland weisen RSCA-Werte nahe −1,0 auf.

3.3 Steigende Handelsintensität und Exportquote

Trotz des Produktionsrückgangs ist die Handelsaktivität der EU in diesem Segment gestiegen:

Indikator 2015 2024 Veränderung
Handelsintensität (%) 59,8 94,8 +58,5 %
Exportquote (%) 59,7 94,8 +58,7 %
Netto-Importabhängigkeit (%) −61,3 −23,1 +38,2 %-Pkt.

Die Netto-Importabhängigkeit bleibt zwar negativ (die EU ist Nettoexporteur), doch der Wert hat sich von −61,3 % (2015) auf −23,1 % (2024) angenähert. Die Handelsbilanz schrumpfte von 375,9 Mio. € (2015) auf 93,9 Mio. € (2025, −75,0 %). Bei Fortsetzung dieses Trends könnte die EU innerhalb weniger Jahre zum Nettoimporteur werden.

3.4 Innerhalb der EU vollzieht sich eine Verschiebung

Innerhalb der EU haben sich die Importmuster stark verändert. Die Niederlande verzeichneten einen Anstieg der Einfuhren von 3,8 Mio. € (2015) auf 85,3 Mio. € (2025, +2.134 %), was auf eine Umstrukturierung der europäischen Logistikketten hindeutet. Spanien (+730 %), Polen (+1.257 %) und Belgien (+299 %) wiesen ebenfalls starke Importsteigerungen auf. Deutschland blieb mit 72,0 Mio. € der größte EU-Importeur, allerdings mit nur marginaler Veränderung (+0,5 %).


Schlussfolgerung

Der Markt für fotografische Platten und Planfilme (CN 370130) durchlebt eine tiefgreifende Transformation. Die EU verliert ihre historische Rolle als globaler Produktions- und Exportstandort: Die Produktion ist um mehr als zwei Drittel eingebrochen, die Exporte sind rückläufig, und die Handelsbilanz schrumpft rapide. Parallel dazu haben sich die EU-Importe — angeführt von China mit einem Marktanteil von 70 % — mehr als vervierfacht.

Diese Verschiebung birgt erhebliche strategische Risiken. Die hohe Konzentration der Importe auf China (HHI > 5.000) macht die EU anfällig für Lieferunterbrechungen, Preisschwankungen und geopolitische Spannungen. Der Preischock bei chinesischen Lieferungen im Jahr 2022 hat gezeigt, dass solche Risiken nicht hypothetisch sind. Gleichzeitig ist die verbleibende europäische Produktion auf wenige Unternehmen in Deutschland und Belgien konzentriert, was die Resilienz des Binnenmarktes weiter einschränkt.

Die langfristige Entwicklung deutet auf einen möglichen Übergang der EU vom Nettoexporteur zum Nettoimporteur hin. Politische Entscheidungsträger sollten die strategische Bedeutung dieses Nischenmarktes — insbesondere im Kontext von Röntgenmedizin, technischer Fotografie und speziellen industriellen Anwendungen — im Blick behalten und Maßnahmen zur Diversifizierung der Lieferketten und zum Erhalt europäischer Produktionskapazitäten erwägen.

Erstellt am 2026-08-05. Die Zahlen geben die Eurostat-Daten zum Zeitpunkt der Erstellung wieder und enthalten keine späteren Revisionen.

Automatisch erstellt: Dieser Bericht soll die menschliche Analyse beschleunigen, aber nicht ersetzen.

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