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Marktentwicklung: Kiefernholz der Art „Pinus spp.“, in der Längsrichtung gesägt oder gesäumt, gemessert oder geschält, auch gehobelt, geschliffen oder an den Enden verbunden, mit einer Dicke von > 6 mm (ausg. S-P-F aus Fichten-, Kiefern- und Tannenholz) (CN 440711) — 2015–2025

Einleitung

Der vorliegende Bericht analysiert die Marktentwicklung von Kiefernholz (CN 440711) im EU-Außenhandel über den Zeitraum 2017 bis 2025. Die beobachteten Daten umfassen Exporte und Importe der Europäischen Union mit Drittländern und liefern ein Bild eines Marktes, der in diesem Zeitraum durch drei zentrale Entwicklungen geprägt wurde: einen dramatischen Preisanstieg, geopolitisch bedingte Lieferunterbrechungen aus Belarus und Russland sowie eine fortschreitende Verlagerung der Exportströme. Die EU ist bei diesem Produkt ein Nettoexporteur mit einem deutlichen Handelsüberschuss, der im Zeitverlauf sogar noch gewachsen ist — trotz erheblicher Rückgänge bei den Handelsvolumina. Ein vollständiges Produktprofil bietet ergänzende Informationen.


1. Preisschocks und Volumeneinbruch — Eine Transformation des Handelswerts

1.1 Exporte: Werteplus trotz drastischer Mengenrückgänge

Die EU-Exporte von CN 440711 entwickelten sich im Zeitraum 2017–2025 gegenläufig in Wert und Menge. Während der Exportwert von rd. 2,22 Mrd. EUR (2017) auf rd. 2,73 Mrd. EUR (2025) stieg — ein Plus von 23,1 % — sank die exportierte Menge im gleichen Zeitraum von rd. 10,2 Mio. auf rd. 5,85 Mio. Tonnen, was einem Rückgang von 42,8 % entspricht.

Kennzahl 2017 2021 (Peak) 2025 Veränderung 2017→2025
Exportwert (Mrd. EUR) 2,22 3,14 2,73 +23,1 %
Exportmenge (Mio. t) 10,22 5,64 5,85 −42,8 %
Exportpreis (EUR/t) 217 557 467 +115,2 %

Der Exportwert erreichte seinen Höchststand im Jahr 2021 mit rd. 3,14 Mrd. EUR — dem Jahr, in dem die Holzpreise infolge der COVID-19-Pandemie und globaler Lieferkettenstörungen explodierten. Der Durchschnittspreis stieg von rd. 217 EUR/t (2017) auf rd. 557 EUR/t (2021, dem absoluten Maximum) und lag 2025 bei rd. 467 EUR/t. Dies entspricht einem Preisanstieg von 115,2 % über den gesamten Zeitraum. Die Produktsegment-Analyse zeigt, dass dieser Trend über alle drei Unterpositionen konsistent ist.

1.2 Importe: Parallelentwicklung mit noch stärkerem Volumeneinbruch

Die EU-Importe folgten einem ähnlichen Muster, jedoch mit einem noch gravierenderen Mengenrückgang. Der Importwert fiel von rd. 480 Mio. EUR (2017) auf rd. 327 Mio. EUR (2025, −32,0 %), während die Importmenge von rd. 2,02 Mio. Tonnen auf rd. 650.000 Tonnen einbrach — ein Rückgang von 67,8 %. Der durchschnittliche Importpreis stieg im gleichen Zeitraum von rd. 238 EUR/t auf rd. 502 EUR/t (+111,2 %).

Kennzahl 2017 2021 (Peak) 2025 Veränderung 2017→2025
Importwert (Mio. EUR) 480 1.028 327 −32,0 %
Importmenge (Mio. t) 2,02 2,46 0,65 −67,8 %
Importpreis (EUR/t) 238 418 502 +111,2 %

Bemerkenswert ist der Importwert-Peak von rd. 1,03 Mrd. EUR im Jahr 2021, der fast ausschließlich preisgetrieben war: Die Menge lag 2021 bei rd. 2,46 Mio. Tonnen und damit nur leicht über dem Vorjahresniveau, während der Wert nahezu verdoppelt wurde. Ab 2022 brachen dann sowohl Wert als auch Menge ein — ein Effekt, der primär auf geopolitische Ursachen zurückzuführen ist (siehe Abschnitt 2).

1.3 Der Handelsüberschuss der EU wächst — trotz Mengenrückgang

Die EU erzielte im gesamten Beobachtungszeitraum einen positiven Handelsbilanzsaldo bei CN 440711. Dieser Überschuss stieg von rd. 1,74 Mrd. EUR (2017) auf rd. 2,41 Mrd. EUR (2025), was einem Plus von 38,4 % entspricht. Der Höchstwert wurde 2021 mit rd. 2,41 Mrd. EUR erreicht, 2022 nahezu gehalten und nach einem Rückgang 2023 (rd. 1,94 Mrd. EUR) 2025 wieder auf ein ähnlich hohes Niveau zurückgekehrt. Die Nettoimportabhängigkeit lag 2024 bei rd. −62,8 % und bestätigt damit den starken Nettoexporteur-Status der EU.


2. Geopolitische Erdbeben — Belarus und Russland als Importpartner vollständig ausgeschieden

2.1 Der Zusammenbruch der östlichen Holzlieferungen

Die dramatischste Veränderung im EU-Handel mit CN 440711 betrifft die Importstruktur. Belarus und die Russische Föderation — 2021 noch die beiden mit Abstand wichtigsten EU-Importquellen — sind seit 2022 bzw. 2023 als Lieferanten praktisch vollständig verschwunden. Die Importkonzentrationsdaten dokumentieren diesen Einbruch eindrücklich:

Partnerland Importwert 2021 (Mio. EUR) Importwert 2025 (Mio. EUR) Veränderung
Belarus 456 0 (seit 2023) −100 %
Russische Föderation 221 0,01 (seit 2023) −100 %
Ukraine 181 139 −23,2 %
Norwegen 49 45 −6,9 %
Neuseeland 54 57 +5,3 %

Belarus war 2021 mit rd. 456 Mio. EUR der mit Abstand wichtigste Importpartner der EU für dieses Produkt — allein Belarus machte rd. 44 % des gesamten EU-Importwerts aus. Ab 2022 sank der Wert auf rd. 156 Mio. EUR, ab 2023 auf null. Die Volatilitätsanalyse identifiziert diesen Rückgang als vollständigen Lieferausfall (exit).

Noch gravierender war der Einbruch bei Russland: von rd. 221 Mio. EUR (2021) über rd. 83 Mio. EUR (2022) auf praktisch null (2023–2025). Der Importpreis von Russland zeigte zudem extreme Volatilität: von rd. 492 EUR/t (2021) auf rd. 529 EUR/t (2022) und rd. 782 EUR/t (2024) — ein Anzeichen dafür, dass die verbleibenden Restmengen unter außergewöhnlichen Bedingungen gehandelt wurden. Die Schockanalyse bestätigt einen vollständigen Lieferausfall mit einer Abnormalität von 3,5 Standardabweichungen.

2.2 Die globale Preistransmission von 2021

Neben den geopolitisch bedingten Lieferausfällen war das Jahr 2021 ein Jahr extremer Preisvolatilität auf dem Weltmarkt. Die Preisschockanalyse identifiziert mehrere signifikante Schockereignisse:

Markt Schocktyp Preissprung 2021 Abnormalität
Ukraine (Importe) Preis +68,6 % 42,8
Ägypten (Exporte) Preis +51,5 % 50,1
Marokko (Exporte) Preis +48,7 % 30,0
Großbritannien (Exporte) Preis +66,6 % 17,6

Die Preisanstiege bei den EU-Importen aus der Ukraine (+68,6 % gegenüber der Basislinie) reflektieren die globale Holzpreisexplosion im Zuge der COVID-19-Pandemie, die zu einer massiven Nachfrage nach Bau- und Verpackungsholz führte. Bei den Exporten verteuerten sich die Lieferungen nach Ägypten um 51,5 % und nach Großbritannien um 66,6 %. Die Abnormalitätswerte (gemessen in Standardabweichungen) zeigen, dass diese Preisbewegungen historisch beispiellos waren.

2.3 Folgen für die EU-internen Importmärkte

Die EU-internen Importländer spüren die Lieferunterbrechungen aus Osteuropa unterschiedlich stark. Die baltischen Staaten Lettland und Litauen — die geographisch und logistisch eng mit Belarus und Russland verflochten waren — verzeichneten die stärksten Rückgänge:

EU-Land Importwert 2021 (Mio. EUR) Importwert 2025 (Mio. EUR) Veränderung
Deutschland 118 17 −86,1 %
Lettland 193 8 −95,8 %
Litauen 141 13 −90,9 %
Polen 73 22 −69,8 %
Niederlande 76 75 −2,2 %
Spanien 40 35 −12,3 %

Lettlands Importe brachen von rd. 193 Mio. EUR (2021) auf rd. 8 Mio. EUR (2025) ein — ein Rückgang von 95,8 %. Ähnlich drastisch war der Einbruch in Litauen (−90,9 %) und Deutschland (−86,1 %). Die Niederlande und Spanien blieben hingegen relativ stabil, was auf eine diversifiziertere Importbasis hindeutet. Der HHI-Konzentrationsindex bei den Importen stieg von rd. 2.158 (2017) auf rd. 2.472 (2025), was auf eine insgesamt höhere Konzentration der verbliebenen Importquellen hindeutet.


3. Neue Exportdynamiken — Skandinavien festigt seine Führungsrolle, die USA werden zum Wachstumsmarkt

3.1 Schweden und Finnland dominieren den EU-Export

Die Exportstruktur nach EU-Ländern zeigt eine stabile Führungsposition der nordischen Holzexporteure. Schweden und Finnland zusammen stellten 2025 rd. 69 % des gesamten EU-Exportwerts:

EU-Exportland Exportwert 2017 (Mio. EUR) Exportwert 2025 (Mio. EUR) Veränderung
Schweden 894 1.148 +28,3 %
Finnland 658 748 +13,7 %
Deutschland 191 341 +78,6 %
Lettland 201 201 +0,3 %
Litauen 43 80 +83,5 %

Schwedens Exporte stiegen von rd. 894 Mio. EUR auf rd. 1,15 Mrd. EUR, was das Land als mit Abstand wichtigsten EU-Exporteur für CN 440711 positioniert. Deutlich gewachsen ist auch Deutschland (+78,6 %), das seinen Exportanteil von rd. 191 Mio. EUR (2017) auf rd. 341 Mio. EUR (2025) ausbaute. Die Spezialisierungsanalyse zeigt, dass Lettland (RSCA: 0,92), Finnland (0,91), Estland (0,87) und Schweden (0,79) die am stärksten auf dieses Produkt spezialisierten EU-Länder sind — ein Ergebnis, das die natürliche Verfügbarkeit von Kiefernholz in den nordeuropäischen Waldgebieten widerspiegelt.

3.2 Diversifizierung der Exportmärkte: USA als dynamischer Wachstumstreiber

Die EU-Exportdestinationen haben sich zwischen 2017 und 2025 erheblich verschoben. Der Partnerländervergleich zeigt:

Exportziel Exportwert 2017 (Mio. EUR) Exportwert 2025 (Mio. EUR) Veränderung
Großbritannien 445 577 +29,8 %
Ägypten 375 433 +15,5 %
Vereinigte Staaten 95 328 +245,2 %
Japan 244 258 +6,0 %
China 133 57 −57,1 %
Algerien 125 151 +20,2 %
Marokko 129 151 +16,4 %

Der auffälligste Trend ist das Wachstum der EU-Exporte in die USA: von rd. 95 Mio. EUR (2017) auf rd. 328 Mio. EUR (2025) — eine Steigerung von 245,2 %. Die USA stiegen damit vom achten zum drittgrößten Exportmarkt auf. Dies reflektiert die gestiegene Nachfrage nach importiertem Nadelholz in den USA, die u. a. durch Engpässe bei der inländischen Holzversorgung und die Nachfrageimpulse im Wohnungsbau getrieben wurde. Auffällig bei den USA ist die extreme Mengenvolatilität: Die exportierte Menge fiel 2020 auf rd. 193.000 Tonnen (von rd. 2,04 Mio. Tonnen 2019), bevor sie sich bis 2025 langsam auf rd. 618.000 Tonnen erholte.

Umgekehrt sind die EU-Exporte nach China deutlich geschrumpft (−57,1 %), was auf eine schwächere chinesische Bautätigkeit und geopolitische Handelsverschiebungen hindeuten könnte. Der HHI-Index bei den Exporten lag 2025 bei rd. 1.073 und damit nur leicht über dem Wert von 2017 (rd. 1.031), was auf eine insgesamt relativ diversifizierte Exportstruktur hindeutet.

3.3 EU-Produktion und Handelsintensität

Die verfügbaren Produktionsdaten für die Jahre 2022–2024 zeigen eine weitgehend stabile EU-Produktion bei rd. 22–24 Mio. Tonnen, während der Produktionswert von rd. 6,86 Mrd. EUR (2022) auf rd. 5,59 Mrd. EUR (2024) sank — ein Spiegelbild des Preiseinbruchs nach dem 2021er-Boom. Die Handelsintensität sank leicht von rd. 49,9 % (2022) auf rd. 46,4 % (2024), während die Exportneigung mit rd. 43,6 % (2024) ebenfalls leicht rückläufig war. Die EU ist und bleibt bei CN 440711 ein dominierender Nettotexporteur, dessen Autonomie sich durch den Wegfall osteuropäischer Importquellen sogar noch verstärkt hat.


Fazit

Der EU-Markt für Kiefernholz (CN 440711) hat sich zwischen 2017 und 2025 grundlegend transformiert. Drei Entwicklungen prägen das Bild:

  1. Preisexplosion und Volumeneinbruch: Die Handelsvolumina — sowohl bei Exporten als auch bei Importen — sind erheblich geschrumpft, während die Preise sich mehr als verdoppelten. Der Handelswert wurde damit zunehmend preis- statt mengengetrieben. Nach dem Preishöhepunkt 2021 haben sich die Preise zwar leicht normalisiert, liegen aber weiter deutlich über dem Vorkrisenniveau.

  2. Geopolitische Umwälzung der Importstruktur: Der Wegfall von Belarus und Russland als Lieferanten — die 2021 zusammen rd. 66 % der EU-Importe ausmachten — hat die Importstruktur radikal verändert. Die Ukraine, Norwegen und Neuseeland haben diese Lücke teilweise, aber nicht vollständig geschlossen. Die Importe sind insgesamt um fast 70 % eingebrochen.

  3. Festigung des Nettoexporteur-Status: Die EU hat ihren Handelsüberschuss trotz der Herausforderungen ausbauen können. Schweden und Finnland dominieren die Exportseite, während die USA zum dynamischsten Wachstumsmarkt aufstiegen. China verliert hingegen als Exportziel an Bedeutung.

Die vollständige Datenübersicht bietet weiterführende Detailanalysen zu allen berichteten Kennzahlen.

Erstellt am 2026-08-05. Die Zahlen geben die Eurostat-Daten zum Zeitpunkt der Erstellung wieder und enthalten keine späteren Revisionen.

Automatisch erstellt: Dieser Bericht soll die menschliche Analyse beschleunigen, aber nicht ersetzen.

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