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Marktentwicklung: Haarwaschmittel "Shampoo" (CN 330510) — 2015–2025

Einleitung

Der vorliegende Bericht analysiert die Handelsentwicklung der Europäischen Union bei Haarwaschmittel (Shampoo), klassifiziert unter CN 330510, im Zeitraum 2015 bis 2025. Grundlage bilden die Handelsströme zwischen der EU und Drittländern. Der Bericht beleuchtet drei zentrale Entwicklungen: das überproportionale Wachstum der Exporte und den damit verbundenen Überschuss, die geopolitisch bedingten Verschiebungen bei den Handelspartnern sowie strukturelle Veränderungen in Spezialisierung, Konzentration und Preisentwicklung.

Im Untersuchungszeitraum hat sich die EU als zunehmend relevanter Nettoexporteur von Shampoo positioniert. Der Handelsüberschuss verdoppelte sich beinahe auf fast eine Milliarde Euro, gestützt durch eine expandierende inländische Produktion. Gleichzeitig prägten Brexit, der Ukraine-Konflikt und pandemiebedingte Schocks die Handelsströme nachhaltig — und führten sowohl zu einer Diversifizierung der Partner als auch zu bemerkenswerten Preisausschlägen.

1. Verdoppelter Überschuss: EU-Exporte profitieren von Mengen- und Preiswachstum

Der EU-Handelsüberschuss bei Shampoo stieg von 516,7 Mio. € (2015) auf 936,7 Mio. € (2025), was einem Zuwachs von 81,3 % entspricht. Getrieben wurde dies durch ein starkes und konstantes Exportwachstum, das Importwachstum bei Weitem übertraf.

1.1 Exporte wachsen in jedem Jahr und erreichen 2025 fast 1,3 Mrd. Euro

Die EU-Exporte von Shampoo verzeichneten im gesamten Betrachtungszeitraum ein bemerkenswert konstantes Wachstum: Der Exportwert erreichte in jedem einzelnen Jahr ein neues Hoch und stieg insgesamt um 72,1 %. Dieses Wachstum wurde gleichermaßen von einer Mengenausweitung (+34,3 %) und einem Preisanstieg (+28,2 %) getragen.

Kennzahl 2015 2025 Veränderung
Exportwert 740,8 Mio. € 1.275,3 Mio. € +72,1 %
Exportmenge 247.535 t 332.416 t +34,3 %
Exportpreis 2.993 €/t 3.836 €/t +28,2 %

Die Mengenentwicklung verlief dabei nicht vollständig linear: 2022 sank die Exportmenge auf 287.576 t (nach 306.938 t im Vorjahr), erholte sich jedoch rasch und erreichte 2025 mit 332.416 t ein neues Allzeithoch.

1.2 Importe steigen vor allem preisgetrieben bei stagnierenden Mengen

Das Importwachstum (+51,0 %) fiel schwächer aus als das Exportwachstum und war überwiegend preisbedingt. Während der Importwert von 224,1 Mio. € auf 338,5 Mio. € stieg, nahm die Importmenge nur um 8,8 % zu. Die mengenmäßigen Importe hatten ihren Höhepunkt bereits 2016 mit 62.524 t erreicht und lagen 2024 mit 49.960 t sogar unter dem Niveau von 2015 (48.186 t). Der gesamte Importwertzuwachs war damit im Wesentlichen auf den Preisanstieg von 4.651 €/t auf 6.458 €/t (+38,8 %) zurückzuführen.

Kennzahl 2015 2025 Veränderung
Importwert 224,1 Mio. € 338,5 Mio. € +51,0 %
Importmenge 48.186 t 52.415 t +8,8 %
Importpreis 4.651 €/t 6.458 €/t +38,8 %

Bemerkenswert ist die zunehmende Preislücke zwischen Importen und Exporten: Importiertes Shampoo war 2015 im Schnitt 1,55-mal so teuer wie exportiertes; 2025 betrug das Verhältnis bereits 1,68. Dies deutet darauf hin, dass die EU zunehmend höherwertige oder premiumpositionierte Produkte importiert — namentlich aus Großbritannien und den USA —, während die Exportproduktion stärker im Massenmarktsegment angesiedelt ist.

1.3 Steigende Exportquote und expandierende Produktion stützen den Überschuss

Das starke Exportwachstum wird durch eine expandierende EU-Produktion untermauert. Der Produktionswert der EU stieg von 1,79 Mrd. € (2015) auf 2,65 Mrd. € (2024), ein Plus von 48 %. Den Höhepunkt bildete 2023 mit 2,80 Mrd. €. Lediglich 2020 — im Zuge der COVID-19-Pandemie — gab es einen Rückgang auf 1,92 Mrd. €, gefolgt von einer kräftigen Erholung.

Parallel dazu stieg die Exportquote (Exporte als Anteil der Produktion) von 41,4 % (2015) auf 47,1 % (2024), mit einem Spitzenwert von 50,6 % im Pandemiejahr 2020. Die Nettoimportabhängigkeit verschärfte sich von −40,7 % (2015) auf −54,8 % (2024): Die EU ist nicht nur Nettoexporteur, sondern wird es zunehmend stärker.

2. Neue Handelspartner, neue Abhängigkeiten: Geopolitische Umbrüche prägen die Handelsströme

Die geografische Struktur der EU-Shampoo-Handelsströme hat sich zwischen 2015 und 2025 erheblich verschoben. Brexit, der Ukraine-Konflikt und die steigende Wettbewerbsfähigkeit asiatischer Hersteller haben die Partnerlandschaft sowohl auf der Import- als auch auf der Exportseite neu geordnet.

2.1 Türkei und China als dynamischste Importquellen, Großbritannien als stabilster Partner

Auf der Importseite blieb Großbritannien der mit Abstand wichtigste Lieferant mit einem Volumen von 136,5 Mio. € im Jahr 2025 (+28,5 % gegenüber 2015). Die mengenmäßigen Importe aus Großbritannien sanken jedoch deutlich — von 25.018 t (2015) auf 18.717 t (2025), ein Rückgang von 25 % —, während der Wert stieg. Dies deutet auf eine Verschiebung hin zu hochpreisigeren britischen Markenprodukten oder auf brexitbedingte Handelsreibungen hin.

Importpartner 2015 2025 Veränderung
Großbritannien 106,2 Mio. € 136,5 Mio. € +28,5 %
USA 59,7 Mio. € 69,6 Mio. € +16,5 %
Schweiz 22,4 Mio. € 32,0 Mio. € +43,1 %
China 8,1 Mio. € 22,0 Mio. € +172,3 %
Türkei 4,0 Mio. € 21,1 Mio. € +423,0 %
Israel 5,7 Mio. € 5,6 Mio. € −0,5 %
Russland 1,9 Mio. € 0,001 Mio. € −100,0 %

Die mit Abstand dynamischste Entwicklung verzeichnete die Türkei: Die Importe stiegen von 4,0 Mio. € auf 21,1 Mio. € — ein Plus von 423 %. Mengenmäßig wuchsen die türkischen Shampoo-Importe in die EU von 2.082 t auf 8.513 t (+309 %). China legte ebenfalls kräftig zu (+172 % auf 22,0 Mio. €), die mengenmäßigen Importe verdoppelten sich von 2.632 t auf 5.800 t.

2.2 Exportziele verschieben sich: USA, Ukraine und VAE als neue Wachstumsmärkte

Auf der Exportseite blieb Großbritannien ebenfalls der wichtigste Partner (209,3 Mio. €, +35,1 %). Die mengenmäßigen Exporte dorthin waren mit 77.960 t (2025) gegenüber 85.737 t (2015) jedoch leicht rückläufig — ein bemerkenswerter Kontrast zum mengenmäßigen Importrückgang aus Großbritannien.

Exportpartner 2015 2025 Veränderung
Großbritannien 155,0 Mio. € 209,3 Mio. € +35,1 %
Russland 82,2 Mio. € 118,3 Mio. € +44,0 %
Türkei 69,6 Mio. € 106,5 Mio. € +52,9 %
USA 38,3 Mio. € 88,1 Mio. € +130,3 %
Ukraine 20,7 Mio. € 59,3 Mio. € +185,9 %
Schweiz 38,1 Mio. € 56,6 Mio. € +48,7 %
VAE 16,5 Mio. € 35,4 Mio. € +114,3 %

Das stärkste Wachstum verzeichneten die Ukraine (+185,9 %), die USA (+130,3 %) und die Vereinigten Arabischen Emirate (+114,3 %). Die Ukraine verdoppelte ihre Importmengen von EU-Shampoo von 9.189 t auf 18.441 t, was teilweise durch den Wiederaufbaubedarf und westliche Unterstützungsdynamiken erklärt werden könnte. Die mengenmäßigen Exporte in die USA vervierfachten sich beinahe von 4.837 t auf 16.205 t.

Innerhalb der EU verschob sich die Exportführerschaft erheblich. Rumänien war 2015 mit 138,3 Mio. € der größte EU-Exporteur, wurde aber von Frankreich überholt, das seine Exporte von 129,5 Mio. € auf 262,2 Mio. € mehr als verdoppelte (+102,5 %). Die stärksten Wachstumsraten innerhalb der EU verzeichneten Polen (+219,3 %), Spanien (+180,5 %) und Italien (+151,9 %).

2.3 Russland als Sonderfall: Importkollaps trotz fortgesetzter Exporte

Die Handelsbeziehungen mit Russland zeigen ein asymmetrisches Muster. Die EU-Importe russischen Shampoos brachen nach dem Beginn des Ukraine-Konflikts vollständig zusammen: von einem Höhepunkt von 4,3 Mio. € (2020) auf unter 1.000 € im Jahr 2025 — ein Rückgang um praktisch 100 %.

Überraschenderweise blieben die EU-Exporte nach Russland auf hohem Niveau. Sie stiegen von 82,2 Mio. € (2015) auf 118,3 Mio. € (2025), mit einem Spitzenwert von 161,7 Mio. € im Jahr 2023. Da Shampoo als Konsumgut nicht unter die umfassenden EU-Sanktionen gegen Russland fiel, konnten europäische Hersteller ihren russischen Markt trotz geopolitischer Spannungen im Wesentlichen halten — wenngleich die Volumina 2022 vorübergehend sanken (von 42.731 t auf 32.121 t), bevor sie sich erholten.

3. Marktstruktur im Wandel: Spezialisierung, Diversifizierung und Preisschocks

Die innere Struktur des EU-Shampoo-Marktes unterlag im Betrachtungszeitraum tiefgreifenden Veränderungen: Spezialisierungsmuster innerhalb der EU verschoben sich, die Konzentration der Handelsbeziehungen nahm ab, und es kam zu teils erheblichen Preisschocks.

3.1 Frankreich, Polen und Rumänien als Spezialisierungstreiber innerhalb der EU

Die Spezialisierungsmuster der EU-Mitgliedstaaten bei Shampoo-Exporten unterscheiden sich erheblich. Im Jahr 2025 wiesen Frankreich, Rumänien und Polen die höchsten bereinigten Spezialisierungsindizes (RSCA) auf:

EU-Mitgliedstaat RSCA RCA Produktionsanteil Exportanteil
Frankreich 0,47 2,76 21,6 % 7,8 %
Rumänien 0,34 2,02 3,4 % 1,7 %
Griechenland 0,24 1,62 1,1 % 0,7 %
Polen 0,22 1,55 10,3 % 6,6 %
Kroatien 0,18 1,45 0,6 % 0,4 %

Frankreich ragt besonders hervor: Mit einem RCA-Wert von 2,76 und einem Anteil von 21,6 % an der EU-Produktion ist Frankreich sowohl der spezialisierte als auch der volumenmäßig größte Produzent innerhalb der EU. Polen nimmt eine interessante Mittelstellung ein: mit einem hohen Produktionsanteil (10,3 %) und zugleich wachsender Spezialisierung (RSCA 0,22).

Demgegenüber stehen Länder mit negativer Spezialisierung, die netto eher Shampoo importieren:

EU-Mitgliedstaat RSCA RCA
Irland −0,93 0,04
Malta −0,89 0,06
Slowakei −0,49 0,34
Österreich −0,48 0,35
Ungarn −0,44 0,39

Deutschland — als größte Volkswirtschaft der EU — ist mit einem RSCA von −0,15 und einem RCA von 0,73 trotz seines hohen Produktionsanteils (15,5 %) ein relativer Nettoimporteur von Shampoo, was seinen großen Binnenmarkt und die hohe Importnachfrage widerspiegelt.

3.2 Fallende HHI-Werte signalisieren zunehmende Diversifizierung

Der Herfindahl-Hirschman-Index (HHI) als Maß für die Konzentration der Handelsbeziehungen sank im Betrachtungszeitraum auf beiden Seiten:

HHI 2015 2020 2025 Veränderung
Importe (nach Wert) 3.086 2.846 2.256 −26,9 %
Exporte (nach Wert) 797 700 617 −22,6 %

Die Importkonzentration sank besonders stark, was vor allem auf den Bedeutungsgewinn der Türkei und Chinas sowie den Wegfall Russlands als Lieferant zurückzuführen ist. Großbritannien und die USA blieben zwar die dominierenden Importquellen, ihr kombinierter Anteil ging jedoch von 74 % (2015) auf 61 % (2025) zurück. Die Exportkonzentration war bereits 2015 niedriger und sank weiter, was die breite geografische Streuung der EU-Exporte unterstreicht.

Auch die Volatilitätsanalyse bestätigt die Diversifierungsstrategie. Auf der Importseite zeigt Russland mit einem Variationskoeffizienten (CV) von 0,86 die mit Abstand höchste Volatilität — eine direkte Folge des Importsollbruchs. Die Türkei (CV 0,61) und Norwegen (CV 0,65) weisen ebenfalls hohe Schwankungen auf. Am stabilsten sind die Lieferbeziehungen zur Schweiz (CV 0,15) und in die USA (CV 0,16).

Auf der Exportseite ist die Schweiz mit einem CV von 0,06 der stabilste Partner, während China (CV 0,57), Kasachstan (CV 0,43) und die USA (CV 0,42) höhere Schwankungen aufweisen.

3.3 Preisschocks 2020–2022: Türkei als Epizentrum der Preisvolatilität

Im Zeitraum 2020–2022 wurden mehrere signifikante Preisschocks identifiziert, die pandemiebedingte und geopolitische Ursachen widerspiegeln:

Schockereignis Jahr Typ Abnormalität Preisänderung Anteil am Gesamtwert
Türkei, Importe 2022 Preis 76,8 +52,8 % 5,0 %
Kasachstan, Exporte 2020 Preis 43,5 +71,7 % 2,4 %
Südafrika, Exporte 2021 Preis 13,7 −14,8 % 1,6 %
Türkei, Exporte 2022 Preis 7,5 +54,4 % 10,5 %

Der ausgeprägteste Schock betraf die Importe aus der Türkei im Jahr 2022. Der durchschnittliche Importpreis stieg von 1.621 €/t (Durchschnitt 2020–2021) auf 2.478 €/t (+52,8 %), während gleichzeitig die Mengen um 23,7 % sanken. Im Zeitraum 2023–2024 erholten sich die Volumina jedoch auf 9.912 t — fast das Doppelte des Vor-Schock-Niveaus —, wobei die Preise mit durchschnittlich 2.162 €/t moderat nachgaben, aber über dem Vor-Schock-Niveau blieben.

Ähnlich verlief der Preisschock bei EU-Exporten in die Türkei 2022: Der Preis kletterte um 54,4 % von 2.025 €/t auf 3.127 €/t, bei nahezu unveränderten Mengen. In den Folgejahren blieben die Exportpreise mit rund 2.887 €/t deutlich erhöht.

Der Preisschock bei den Exporten nach Kasachstan im Jahr 2020 (+71,7 %) fiel in die COVID-19-Pandemie und ist wahrscheinlich auf pandemiebedingte Lieferkettenunterbrechungen und Engpässe zurückzuführen. Dieser Schock war vorübergehend: In den Jahren 2021–2022 normalisierten sich die Preise wieder.

Fazit

Die EU hat ihre Position als Nettoexporteur von Shampoo im Zeitraum 2015–2025 erheblich ausgebaut. Der Handelsüberschuss verdoppelte sich beinahe auf 936,7 Mio. €, gestützt durch ein robustes Exportwachstum (+72,1 %), das sowohl mengen- als auch preisgetrieben war, sowie durch eine expandierende inländische Produktion (+48 %). Die Importe wuchsen schwächer (+51 %) und waren überwiegend preisbedingt — die mengenmäßigen Importe stagnierten.

Geopolitische Umbrüche haben die Handelspartnerstruktur nachhaltig verändert. Die Türkei (+423 %) und China (+172 %) stiegen zu dynamischen Importquellen auf, während Russland als Importlieferant vollständig wegfiel. Auf der Exportseite gewannen die USA, die Ukraine und die VAE als Absatzmärkte stark an Bedeutung. Innerhalb der EU verschob sich die Exportführerschaft: Frankreich überholte Rumänien als größter Exporteur, und Polen, Spanien und Italien verzeichneten die stärksten Wachstumsraten.

Die Marktstruktur wurde gleichzeitig diversifizierter und volatiler. Die sinkenden HHI-Werte auf Import- und Exportseite deuten auf eine breitere Streuung der Handelsbeziehungen hin. Gleichzeitig zeigten die identifizierten Preisschocks — insbesondere in der Türkei und in Kasachstan —, dass der Markt anfällig für externe Störungen bleibt. Die zunehmende Preislücke zwischen Importen und Exporten (Verhältnis von 1,55 auf 1,68) legt nahe, dass sich die EU im Shampoo-Handel zunehmend als Hersteller von volumenstarken Standardprodukten positioniert, während hochwertige Markenprodukte verstärkt importiert werden.

Erstellt am 2026-08-05. Die Zahlen geben die Eurostat-Daten zum Zeitpunkt der Erstellung wieder und enthalten keine späteren Revisionen.

Automatisch erstellt: Dieser Bericht soll die menschliche Analyse beschleunigen, aber nicht ersetzen.

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