Live-Daten erkunden

Marktentwicklung: Haarbehandlungsmittel, zubereitet (ausg. Haarwaschmittel [Shampoo], Dauerwellmittel und Entkrausungsmittel [Zubereitungen zur Haardauerverformung] und Haarlacke) (CN 330590) — 2015–2025

Einleitung

Dieser Bericht analysiert die Handelsentwicklung der Europäischen Union (EU) für zubereitete Haarbehandlungsmittel (Zolltarifnummer 330590) im Zeitraum von 2015 bis 2025. Das untersuchte Produkt umfasst eine breite Palette an Pflege- und Stylingprodukten, ausgenommen Shampoos, Dauerwellmittel und Haarlacke, und fällt unter den Residualcode der Kategorie. Die Analyse basiert auf umfassenden Handelsdaten zwischen der EU und Nicht-EU-Ländern. Die folgenden Abschnitte beleuchten die wichtigsten Trends bei Exporten und Importen, die Veränderungen in den Handelsbeziehungen sowie die sich entwickelnde Marktstruktur und spezifische Risikofaktoren.

1. Stärkeres Exportwachstum und wachsende Handelsüberschüsse prägen die Bilanz

Die EU hat ihre Position als globaler Exporteur von Haarbehandlungsmitteln im betrachteten Jahrzehnt deutlich ausgebaut. Der Handelsüberschuss ist signifikant gestiegen, was auf eine zunehmende Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie hindeutet.

1.1 Exporte übersteigen Importe bei Wachstum und Wertentwicklung

Die Exporte der EU sind von 2015 bis 2025 sowohl im Wert als auch im Volumen stetig gestiegen, während die Importe zwar ebenfalls wuchsen, aber in einem geringeren Ausmaß. Dies führte zu einer kontinuierlichen Verbesserung des Handelsbilanzüberschusses.

  • Exportentwicklung: Der Exportwert stieg von 1,47 Mrd. EUR (2015) auf 2,33 Mrd. EUR (2025), was einem Wachstum von +58,2% entspricht. Das Exportvolumen wuchs im selben Zeitraum um 7,7% von 283.708 auf 305.653 Tonnen.
  • Importentwicklung: Der Importwert erhöhte sich von 389 Mio. EUR auf 743 Mio. EUR (+91,0%). Das Importvolumen stieg von 49.972 auf 66.185 Tonnen (+32,4%).
  • Handelsbilanz: Der Überschuss vergrößerte sich von 1,08 Mrd. EUR auf 1,58 Mrd. EUR (+46,4%). Die EU war in diesem Segment durchgehend Nettoexporteur.

Weitere Handelskennzahlen auf dem EU Trade Dashboard

1.2 Preisentwicklung zeigt Trend zur Premiumisierung

Parallel zur Wertsteigerung stiegen die durchschnittlichen Export- und Importpreise erheblich, was auf einen Fokus auf hochwertigere Produkte oder allgemeine Kostensteigerungen hindeutet.

  • Der durchschnittliche Exportpreis erhöhte sich von 5.181 EUR/Tonne (2015) auf 7.606 EUR/Tonne (2025), ein Anstieg von +46,8%.
  • Der durchschnittliche Importpreis stieg von 7.781 EUR/Tonne auf 11.222 EUR/Tonne (+44,2%).
Indikator 2015 (Start) 2025 (Ende) Veränderung (%)
Exportwert (Mrd. EUR) 1,47 2,33 +58,2
Importwert (Mrd. EUR) 0,39 0,74 +91,0
Handelsbilanzüberschuss (Mrd. EUR) 1,08 1,58 +46,4
Durchschn. Exportpreis (EUR/Tonne) 5.181 7.606 +46,8
Durchschn. Importpreis (EUR/Tonne) 7.781 11.222 +44,2

2. Neuausrichtung der Handelspartner: Aufstieg der USA, Rückgang bei Russland

Die Zusammensetzung der wichtigsten Handelspartner der EU hat sich im Zeitraum 2015–2025 signifikant verändert. Während traditionelle Märkte an Bedeutung gewannen, verloren andere deutlich an Anteil.

2.1 Die USA festigen ihre Stellung als wichtigster Exportmarkt

Die Vereinigten Staaten sind für die EU der mit Abstand wichtigste Exportmarkt für diese Produkte geworden. Der Exportwert in die USA stieg von 179 Mio. EUR auf 322 Mio. EUR (+79,8%), wodurch die USA das Vereinigte Königreich als primären Abnehmer ablösten.

2.2 Ukraine und Australien verzeichnen das stärkste relatives Exportwachstum

Neben den etablierten Märkken weisen einige Handelspartner ein überproportional starkes Wachstum der EU-Exporte auf.

  • Ukraine: Die Exporte stiegen um 221,1% von 30 Mio. EUR auf 96 Mio. EUR.
  • Australien: Die Exporte erhöhten sich um 74,4% von 49 Mio. EUR auf 85 Mio. EUR.

2.3 Russland als traditioneller Exportmarkt verliert an Bedeutung

Im Gegensatz zu anderen Märkten sind die EU-Exporte nach Russland im Zeitraum rückläufig. Der Exportwert sank von 151 Mio. EUR (2015) auf 126 Mio. EUR (2025), was einem Rückgang von -16,8% entspricht. Russland rutschte vom zweitwichtigsten auf den drittgrößten Exportmarkt der EU ab.

2.4 Importe aus dem Vereinigten Königreich bleiben dominant, aus der Türkei und China wachsen rasant

Auch bei den Importen haben sich die Strukturen verschoben. Das Vereinigte Königreich bleibt der größte Lieferant, aber neuere Partner gewinnen schnell an Boden.

  • Vereinigtes Königreich: Die Importe blieben mit 194 Mio. EUR (2025) das wichtigste Importgut (+33,1% gegenüber 2015).
  • USA: Der Importwert verdoppelte sich nahezu von 136 Mio. EUR auf 248 Mio. EUR (+83,1%).
  • Stärkstes Wachstum: Die Importe aus der Türkei (+484,4%), China (+404,8%) und Brasilien (+539,5%) verzeichneten die höchsten Steigerungsraten.
Handelspartner (Exporte) Exportwert 2015 (Mio. EUR) Exportwert 2025 (Mio. EUR) Veränderung (%)
Vereinigtes Königreich 270 400 +48,2
Russische Föderation 151 126 -16,8
Vereinigte Staaten 179 322 +79,8
Ukraine 30 96 +221,1
Handelspartner (Importe) Importwert 2015 (Mio. EUR) Importwert 2025 (Mio. EUR) Veränderung (%)
Vereinigtes Königreich 146 194 +33,1
Vereinigte Staaten 136 248 +83,1
Türkei 8 44 +484,4
China 8 42 +404,8

Details zu den wichtigsten Handelspartnern

3. Zunehmende Diversifizierung und regionale Spezialisierung innerhalb der EU

Die Handelskonzentration bei den Lieferanten hat abgenommen, während innerhalb der EU eine deutliche regionale Spezialisierung bei der Produktion und dem Export dieses Produktsegments zu beobachten ist.

3.1 Geringere Konzentration der Importquellen

Die Konzentration der Importe auf wenige Herkunftsländer ist signifikant zurückgegangen, was auf eine diversifiziertere Lieferkette hindeutet. Der Herfindahl-Hirschman-Index (HHI) für den Importwert sank von 2.707 (2015) auf 1.995 (2025), eine Abnahme um 26,3%. Die Konzentration bei den Exporten blieb dagegen relativ stabil auf niedrigerem Niveau.

Herfindahl-Hirschman-Index (HHI) auf dem EU Trade Dashboard

3.2 Klare Spezialisierungslinien zwischen EU-Mitgliedstaaten

Die Analyse der Handelsdaten für 2025 zeigt eine ausgeprägte Spezialisierung innerhalb der EU. Einige Mitgliedstaaten weisen einen deutlichen komparativen Vorteil (Revealed Symmetric Comparative Advantage, RSCA > 0) in der Produktion und dem Export von CN 330590 auf.

  • Am stärksten spezialisiert: Slowenien (RSCA = 0,63), Italien (0,29) und Kroatien (0,28) sind die am stärksten spezialisierten Exporteure. Slowenien hat mit 4,47 einen besonders hohen RCA-Index.
  • Geringe Spezialisierung: Länder wie Malta (RSCA = -0,97), Irland (-0,88) und Rumänien (-0,58) sind bei diesem Produkt vergleichsweise unspezialisiert und Nettoimporteur.
  • Große Exportnationen: Italien (585 Mio. EUR), Deutschland (447 Mio. EUR) und Spanien (317 Mio. EUR) sind die absolut größten Exporteure innerhalb der EU, mit unterschiedlichen Wachstumsraten.
EU-Mitgliedstaat (Top-Exporteure) Exportwert 2025 (Mio. EUR) Spezialisierungsindex (RSCA, 2025)
Italien 585 0,29
Deutschland 447 -0,18
Spanien 317 0,15
Frankreich 259 0,19

Spezialisierungskarte der EU-Länder

3.3 Preisvolatilität variiert stark nach Partnerland

Die Volatilität der Handelsmengen, gemessen am Variationskoeffizienten (CV), unterscheidet sich erheblich zwischen den Handelspartnern und zeigt unterschiedliche Risikoprofile.

  • Hohe Volatilität bei Importen: Brasilien (CV=0,67) und China (CV=0,56) weisen die unregelmäßigsten Exportmengen in die EU auf.
  • Stabile Exportbeziehungen: Die EU-Exporte nach Australien (CV=0,13) und in die Türkei (CV=0,14) sind besonders stabil.
  • Identifizierte Preisschocks: Im Zeitraum wurden mehrere signifikante Preisschocks im Export identifiziert, so z.B. nach China (2019, +54,6%) und in die USA (2022, +20,4%).

Volatilitätsanalyse auf dem EU Trade Dashboard

Schlussfolgerung

Zwischen 2015 und 2025 hat sich die EU als zunehmend wettbewerbsfähiger Exporteur von zubereiteten Haarbehandlungsmitteln (CN 330590) positioniert. Die Handelsbilanz weist durchgehend einen wachsenden Überschuss auf, getrieben von steigenden Exportwerten und -preisen. Die Exportlandschaft wurde dabei neu geordnet: Die USA lösten das Vereinigte Königreich als wichtigsten Absatzmarkt ab, während die Exporte in die Ukraine und nach Australien überdurchschnittlich wuchsen. Die Importseite zeigt eine Diversifizierung der Lieferanten, mit einem starken Zuwachs an Lieferungen aus der Türkei und China. Innerhalb der EU besteht eine klare regionale Spezialisierung, wobei Italien, Deutschland und Spanien die exportstärksten Mitgliedstaaten sind, während eine Reihe von mittel- und osteuropäischen Ländern eine starke Spezialisierung aufweist. Der Markt ist durch steigende Preisniveaus, eine geringere Importkonzentration und partnerabhängige Volatilitäten gekennzeichnet. Diese Entwicklungen unterstreichen die dynamische Anpassungsfähigkeit der europäischen Industrie in diesem verarbeitenden Industriesegment.

Erstellt am 2026-08-05. Die Zahlen geben die Eurostat-Daten zum Zeitpunkt der Erstellung wieder und enthalten keine späteren Revisionen.

Automatisch erstellt: Dieser Bericht soll die menschliche Analyse beschleunigen, aber nicht ersetzen.

Wenn Sie Beratung zur europäischen Handelspolitik benötigen oder Vertretung für Ihre Interessen in Brüssel, kontaktieren Sie mich bitte unter support@tradedashboard.eu. Sie finden meinen Lebenslauf unter dieser Adresse.