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Marktentwicklung: Grüner Kaffee (CN 090111) — 2015–2025

Einleitung

Dieser Bericht analysiert die Handelsentwicklung der Europäischen Union mit dem Produkt „Kaffee, nichtgeröstet, unentkoffeiniert" (Zolltarifnummer 090111) im Zeitraum von 2015 bis 2025. Als全球最大er Importeur und Verbraucher von Kaffee ist die EU von den globalen Dynamiken auf dem Rohkaffeemarkt maßgeblich betroffen. Die Untersuchung konzentriert sich auf die wichtigsten Handelsströme, Partnerländer, Marktstruktur und auftretende Preisvolatilität, um die wesentlichen Triebkräfte und Veränderungen auf diesem Markt zu identifizieren. Die Daten beziehen sich ausschließlich auf den Handel der EU mit Drittländern (Gesamtübersicht).

Dynamik des Importwachstums und der Kostenexplosion

Die EU-Importe von grünem Kaffee haben zwischen 2015 und 2025 einen bemerkenswerten Wertanstieg erfahren, während die importierten Mengen nur moderat wuchsen. Dies führt zu einem erheblichen Anstieg der durchschnittlichen Importpreise und unterstreicht zunehmende Kostenpressuren in der Lieferkette.

Steigende Importwerte bei gedämpftem Mengenwachstum

Der Gesamtwert der EU-Importe stieg von 6,98 Mrd. EUR im Jahr 2015 auf 16,90 Mrd. EUR im Jahr 2025, was einem Anstieg von 142,3 % entspricht. Im Gegensatz dazu vergrößerte sich die importierte Menge im selben Zeitraum lediglich von 2,66 Mio. Tonnen auf 2,84 Mio. Tonnen (+6,9 %). Diese Diskrepanz zwischen Wert- und Mengenentwicklung ist ein klares Zeichen für erhebliche Preissteigerungen.

Indikator 2015 2025 Veränderung
Importwert (Mrd. EUR) 6,98 16,90 +142,3 %
Importmenge (Mio. Tonnen) 2,66 2,84 +6,9 %
Durchschnittlicher Importpreis (EUR/t) 2.622 5.942 +126,6 %

Der dominierende Einfluss der Preisentwicklung

Der durchschnittliche Importpreis verdoppelte sich nahezu von 2.622 EUR/t auf 5.942 EUR/t. Die Preissteigerung war der Haupttreiber des Wertwachstums. Dies spiegelt wahrscheinlich eine Kombination aus globalen Angebotsengpässen, erhöhten Logistikkosten und Inflation wider. Der Preis-Chart zeigt diesen Trend deutlich. Selbst in Jahren wie 2018–2020, in denen die Importmengen leicht rückläufig waren, stiegen die Gesamtkosten weiterhin oder blieben auf hohem Niveau.

Struktur der Handelspartnerschaften und regionale Konzentration

Die EU bezieht ihren Rohkaffee aus einem konzentrierten Kreis von Lieferantenländern, wobei Brasilien eine absolut dominierende Stellung einnimmt. Gleichzeitig haben sich die Exportziele der EU für grünen Kaffee diversifiziert, wobei die Schweiz zum wichtigsten Abnehmer aufgestiegen ist.

Brasilien als unangefochtener Hauptlieferant

Brasilien war in jedem Jahr des Betrachtungszeitraums der größte Einzellieferant der EU. Der Importwert aus Brasilien stieg von 2,40 Mrd. EUR (2015) auf 6,39 Mrd. EUR (2025), was einer Steigerung von 165,9 % entspricht. Weitere wichtige Lieferanten sind Vietnam, Honduras, Uganda, Kolumbien, Indien und Peru. Die Top-Partner-Übersicht zeigt, dass der Anteil Brasiliens an den EU-Importen trotz leichter Schwankungen dominant bleibt.

Wachsende Exporte in die Schweiz und Diversifizierung der Abnehmer

Die EU exportiert grünen Kaffee, der in der Regel aus anderen Regionen umgeschlagen wird, in erster Linie in nicht-produzierende Länder. Die Schweiz wurde zum wichtigsten Exportziel: Der Wert stieg von 20,0 Mio. EUR auf 68,6 Mio. EUR (+244,1 %). Andere bedeutende Abnehmer sind das Vereinigte Königreich, die Ukraine und die Vereinigten Staaten. Die Top-Reporters-Übersicht zeigt, dass Deutschland sowohl bei den Importen als auch bei den Exporten innerhalb der EU die führende Rolle einnimmt.

Marktstruktur, Volatilität und Schocks

Trotz einer gewissen Diversifizierung der Lieferanten zeigt die Marktstruktur bei den Importen eine moderate Konzentration. Gleichzeitig ist der Markt durch Preisvolatilität gekennzeichnet, wobei ein spektakulärer Preisschock bei den Exporten nach Australien im Jahr 2022 auffällt.

Konzentrationsgrade und Spezialisierungsmuster

Der Herfindahl-Hirschman-Index (HHI) für die Importe nach Wert lag 2025 bei 1.920, was auf einen moderat konzentrierten Markt hindeutet (oberhalb von 1.500). Der HHI für die Exporte ist mit 893 deutlich niedriger, was eine diversifizierte Exportstruktur anzeigt. Die Konzentrations-Analyse zeigt zudem, dass innerhalb der EU Belgien (RSCA: 0,64) und Slowenien (RSCA: 0,43) eine starke Spezialisierung im Handel mit grünem Kaffee aufweisen.

Preisvolatilität und identifizierte Schocks

Die Volatilität (gemessen am Variationskoeffizienten der Mengen) ist bei den Exporten generell höher als bei den Importen. Herausragend ist ein identifizierter Preisschock bei den Exporten nach Australien im Jahr 2022. Die Daten zeigen, dass die exportierte Menge nach Australien 2022 im Vergleich zum Vorjahr um 63,4 % einbrach, während der durchschnittliche Exportpreis um 99,2 % in die Höhe schnellte. Dieser extreme Preisschock (Schock-Analyse) führte dazu, dass Australien 2022 mit einem Anteil von 7,1 % am gesamten EU-Exportwert zum zweitwichtigsten Exportziel nach der Schweiz wurde, was die extreme Preisabhängigkeit einzelner Handelsströme verdeutlicht.

Schlussfolgerung

Der EU-Markt für grünen Kaffee (CN 090111) wurde zwischen 2015 und 2025 von einer fundamentalen Verschiebung der Kostenstrukturen geprägt. Während die physischen Importmengen nur leicht stiegen, explodierten die Kosten aufgrund massiver Preissteigerungen. Die EU bleibt in hohem Maße von wenigen großen Lieferantenländern, insbesondere Brasilien, abhängig. Die Exporte der EU, ein Spiegelbild des Handels im Binnenmarkt, sind ebenfalls gewachsen und haben sich stärker diversifiziert, mit der Schweiz als wichtigstem Ziel. Der Markt zeigt zwar eine gewisse Konzentration bei den Importquellen, aber auch Anzeichen von Volatilität und ist anfällig für spezifische Preisschocks, wie der Fall Australiens im Jahr 2022 eindrucksvoll belegt. Diese Entwicklungen unterstreichen die Notwendigkeit für europäische Unternehmen, ihre Beschaffungsstrategien an die Realität steigender und volatiler Rohkaffeepreise anzupassen.

Erstellt am 2026-08-04. Die Zahlen geben die Eurostat-Daten zum Zeitpunkt der Erstellung wieder und enthalten keine späteren Revisionen.

Automatisch erstellt: Dieser Bericht soll die menschliche Analyse beschleunigen, aber nicht ersetzen.

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