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Marktentwicklung: Denim (CN 520942) — 2015–2025

Einleitung

Dieser Bericht analysiert die Entwicklung des EU-Außenhandels mit dem Produkt CN 520942 (Denim-Gewebe aus Baumwolle, >= 85 % Baumwolle, > 200 g/m², buntgewebt) im Zeitraum von 2015 bis 2025. Die Daten zeigen einen deutlichen Strukturwandel, der durch einen starken Rückgang der Handelsvolumina, eine Verschiebung der Handelspartner und eine wachsende Abhängigkeit der EU von Importen gekennzeichnet ist.

1. Struktureller Rückgang von Handelsvolumen und Produktionsbasis

Der gesamte Zeitraum ist von einem signifikanten Rückgang der Handelsaktivitäten geprägt, sowohl bei den Einfuhren als auch bei den Ausfuhren.

Die Einfuhren haben überproportional an Volumen verloren

Die Einfuhren der EU in diesem Warensegment sind im betrachteten Zeitraum massiv zurückgegangen. Der Gesamtwert der Importe sank von 152,5 Mio. EUR (2015) auf 88,8 Mio. EUR (2025), was einem Rückgang von 41,8 % entspricht. Noch deutlicher fällt der Rückgang bei der physischen Menge aus: Importiert wurden nur noch 14.075 Tonnen gegenüber 19.938 Tonnen zu Beginn des Zeitraums, ein Minus von 29,4 %. Allgemeine Übersicht.

Die Ausfuhren sind noch stärker eingebrochen

Der Rückgang bei den EU-Ausfuhren war noch gravierender als bei den Einfuhren. Der Exportwert fiel um 45,0 % von 144,5 Mio. EUR auf 79,5 Mio. EUR. Auch hier ist der Mengenrückgang mit -42,1 % (von 15.018 auf 8.701 Tonnen) extrem. Dies führte dazu, dass die EU von einem Nettoimporteur im Jahr 2015 (Handelsbilanz: -8,0 Mio. EUR) zu einem leichten Nettoexporteur im Jahr 2025 wurde (+9,3 Mio. EUR). Allgemeine Übersicht.

Die heimische Produktionsbasis ist kollabiert

Parallel zum Rückgang des Handels ist die Produktion innerhalb der EU eingebrochen. Das Produktionsvolumen (in Quadratmetern) sank um 79,9 % von 158,9 Mio. m² (2015) auf 32,0 Mio. m² (2025). Der Produktionswert brach sogar um 85,5 % ein, von 819,6 Mio. EUR auf nur noch 119,0 Mio. EUR. Dies deutet auf eine massive Verlagerung der Produktionsstandorte außerhalb der EU hin. Produktionsvolumen.

2. Verschiebung der Handelspartner und steigende Importabhängigkeit

Neben dem Volumenrückgang haben sich die Quellen und Bestimmungsorte des EU-Denimhandels verändert.

Die wichtigsten Importpartner haben an Bedeutung verloren, während neue Akteure aufsteigen

Türkei und Pakistan blieben die wichtigsten Lieferanten der EU, verloren aber deutlich an Marktanteilen. Der Importwert aus der Türkei fiel um 49,7 %, aus Pakistan um 38,2 %. Im Gegensatz dazu gewannen Ägypten (+43,9 %) und insbesondere Marokko (+200,9 %) stark an Bedeutung. Dies könnte auf wettbewerbsfähigere Kosten, Handelsabkommen (wie das EU-Marokko-Freihandelsabkommen) oder geografische Nähe hindeuten. Wichtigste Handelspartner.

Die Exportmärkte konzentrieren sich stärker, während Italien dominiert

Der Exportmarkt konzentrierte sich stärker auf wenige Länder. Der Herfindahl-Hirschman-Index (HHI) für Exporte stieg um 37,6 % an. Innerhalb der EU dominierte Italien den Export von Denim, dessen Anteil am EU-Gesamtexportwert zwar von 101,4 Mio. EUR auf 49,3 Mio. EUR sank, aber dennoch weit abgeschlagen vor Spanien (19,1 Mio. EUR) lag. Marktkonzentration.

Die EU ist von Nettoexporteur zu nahezu ausgeglichenem Handel übergegangen

Die Netto-Importabhängigkeit der EU (Anteil der Importe am inlandischen Verbrauch) veränderte sich dramatisch. Sie stieg von -23,7 % (2015), was einen Nettoexportüberschuss anzeigt, auf 1,0 % (2025). Dies signalisiert, dass die EU ihre eigene Nachfrage nun fast vollständig durch Importe deckt, was die Kombination aus kollabierter Produktion und weiterhin vorhandener Nachfrage widerspiegelt. Netto-Importabhängigkeit.

3. Volatilität und marktprägende Schocks

Der Denimmarkt war von ungleichmäßigen Bewegungen und einzelnen, starken Preisschocks geprägt, die die Handelsströme beeinflussten.

Die Volatilität der Handelsströme variierte stark zwischen den Partnern

Die Handelsströme mit bestimmten Partnern waren sehr volatil. Dies wird durch den Variationskoeffizienten (CV) gemessen. Besonders unbeständig waren die Importe aus der Schweiz (CV: 2,02) und Turkmenistan (CV: 0,63). Bei den Exporten zeigten die Ströme nach Hongkong (CV: 0,62) und China (CV: 0,89) eine hohe Schwankung. Volatilität.

Im Jahr 2022 trat ein markanter Preisschock bei Schlüsselpartnern auf

Das Jahr 2022 war durch extreme Preisabweichungen gekennzeichnet. Bei den Exporten in die USA wurde eine "Abnormalität" von 128,9 % festgestellt, bei einem gleichzeitigen Preisanstieg von 24,2 %. Ebenso stiegen die Importpreise aus Pakistan um 50,4 %. Diese Schocks deuten auf massive Angebots- oder Nachfrageverschiebungen hin, möglicherweise verursacht durch Nachholeffekte nach der Pandemie, Unterbrechungen der Lieferketten oder geopolitische Ereignisse. Preisschocks.

Die Handelsintensität und Exportneigung der EU nahmen zu

Trotz des absoluten Rückgangs der Handelsvolumina nahm die relative Bedeutung des Handels für den EU-Markt zu. Die Handelsintensität (Handelsvolumen in % der Produktion) stieg von 61,0 % auf 88,7 %. Noch deutlicher erhöhte sich die Exportneigung (Exporte in % der Produktion) von 49,3 % auf 79,5 %. Dies zeigt, dass der verbleibende, schrumpfende Produktionssektor der EU immer stärker auf den Export ausgerichtet ist. Handelsintensität.

Schlussfolgerung

Zusammenfassend unterliegt der EU-Denimmarkt (CN 520942) einem tiefgreifenden Strukturwandel. Die heimische Produktionsbasis ist dramatisch geschrumpft, was zu einem starken Rückgang der Handelsvolumina und einer fast vollständigen Abhängigkeit von Importen geführt hat. Der Handel zeigt sich volatil und war 2022 von erheblichen Preisschocks betroffen. Die verbleibende EU-Produktion ist dabei immer stärker auf den Export orientiert, während sich die Handelsströme auf neue, oft geografisch nahe Partner wie Marokko und Ägypten verlagern. Diese Entwicklung spiegelt globale Verschiebungen in der Textilproduktion wider und stellt die Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz des EU-Denimsektors vor Herausforderungen.

Erstellt am 2026-08-09. Die Zahlen geben die Eurostat-Daten zum Zeitpunkt der Erstellung wieder und enthalten keine späteren Revisionen.

Automatisch erstellt: Dieser Bericht soll die menschliche Analyse beschleunigen, aber nicht ersetzen.

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