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Marktentwicklung: Zubereitete Nüsse (CN 200819) — 2015–2025

Einführung

Dieser Bericht analysiert die Handelsentwicklung der EU für zubereitete Schalenfrüchte und Samen (Zolltarifnummer 200819) im Zeitraum 2015 bis 2025. Die Position umfasst geröstete, gesalzenen oder anderweitig haltbar gemachte Nüsse – ausgenommen Erdnüsse (CN 200811) – sowie Mischungen davon, sowohl in Großgebinden (> 1 kg) als auch in Verbraucherpackungen (≤ 1 kg). Der Markt zeigt im Beobachtungszeitraum eine bemerkenswerte Divergenz: Während die Einfuhren mengenmäßig wuchsen, sanken die Importwerte – ein Zeichen für erhebliche Preisverschiebungen. Gleichzeitig expandierten die EU-Ausfuhren sowohl in Wert als auch in Menge signifikant.

Weitere Details zum Produktumfang und den Definitionen.


1. Importpreisverfall trotz steigender Mengen — ein Strukturwandel im Beschaffungsmarkt

Die EU importiert mehr, zahlt aber weniger

Die auffälligste Dynamik des Beobachtungszeitraums liegt in der gegenläufigen Entwicklung von Importmenge und -wert. Zwischen 2015 und 2025 stiegen die Einfuhren mengenmäßig von 120.601 t auf 146.593 t (+21,6 %), während der Importwert von 1.065 Mio. € auf 954 Mio. € sank (−10,5 %). Der durchschnittliche Einfuhrpreis fiel von 8.832 €/t auf 6.506 €/t (−26,3 %) (Übersicht).

Kennzahl 2015 2025 Veränderung
Importmenge (t) 120.601 146.593 +21,6 %
Importwert (Mio. €) 1.065 954 −10,5 %
Durchschnittspreis (€/t) 8.832 6.506 −26,3 %

Das Volumensegment dominiert den Import

Die Aufschlüsselung nach Produktsegmenten zeigt, dass die Position 20081919 – also zubereitete Nüsse in Großgebinden über 1 kg (ohne geröstete Mandeln, Pistazien und tropische Nüsse) – mit Abstand den größten Anteil stellt. Die Einfuhren dieses Segments lagen 2025 bei 90.371 t und machten damit rund 62 % der Gesamtimportmenge aus. Der Preis dieses Segments sank von 10.853 €/t (2015) auf 7.528 €/t (2025), was einem Rückgang von 30,6 % entspricht.

Demgegenüber wuchs das Verbraucherpackungssegment 20081999 (≤ 1 kg) mengenmäßig von 22.947 t auf 33.483 t (+45,9 %), bei relativ stabileren Preisen (2.803 €/t → 3.731 €/t, +33,1 %). Dies deutet auf eine Verschiebung hin zu mehr Direktimporten im Einzelhandelsformat hin (Produktsegmente).

Segment Beschreibung Menge 2015 (t) Menge 2025 (t) Preis 2015 (€/t) Preis 2025 (€/t)
20081919 Großgebinde > 1 kg (allg.) 85.715 90.371 10.853 7.528
20081999 Verbraucherpack ≤ 1 kg (allg.) 22.947 33.483 2.803 3.731
20081995 Geröstete Nüsse ≤ 1 kg 5.109 9.660 5.478 4.740
20081993 Geröstete Nüsse (Gesamt) 724 1.919 10.911 11.244

Preisdruck durch Herkunftslandverschiebungen

Der Preisverfall bei den Einfuhren lässt sich teilweise durch die Veränderung der Lieferantenstruktur erklären. Die Importe aus der Türkei – dem mit Abstand wichtigsten Herkunftsland – sanken im Wert von 920 Mio. € auf 723 Mio. € (−21,4 %), blieben mengenmäßig jedoch weitgehend stabil. Gleichzeitig stiegen die Einfuhren aus Moldau von 0,5 Mio. € auf 16,7 Mio. € (+3.333 %) und aus dem Libanon von 7,4 Mio. € auf 14,7 Mio. € (+98,3 %) (Partnerländer). Dies deutet auf eine Diversifizierung der Beschaffungsquellen hin, die tendenziell preisdämpfend wirkt.

Herkunftsland Wert 2015 (Mio. €) Wert 2025 (Mio. €) Veränderung
Türkei 920 723 −21,4 %
Vereinigtes Königreich 57 17 −70,1 %
China 12 26 +121,5 %
Russische Föderation 14 15 +7,4 %
Libanon 7 15 +98,3 %
Moldau 0,5 17 +3.333 %
Israel 4 8 +137,4 %

2. Exportboom der EU — vom Nettoimporteur zum wachsenden Exporteur

EU-Ausfuhren wachsen überproportional

Während die Einfuhren stagnierten, verzeichneten die EU-Ausfuhren ein deutliches Wachstum. Der Exportwert stieg von 252 Mio. € auf 415 Mio. € (+64,5 %), die Exportmenge von 30.104 t auf 47.523 t (+57,9 %). Der durchschnittliche Exportpreis blieb mit 8.732 €/t nahezu stabil (+4,2 %), was auf eine qualitätsorientierte Exportausrichtung hindeutet (Übersicht).

Kennzahl 2015 2025 Veränderung
Exportmenge (t) 30.104 47.523 +57,9 %
Exportwert (Mio. €) 252 415 +64,5 %
Durchschnittspreis (€/t) 8.380 8.732 +4,2 %

Drei Kernmärkte tragen das Exportwachstum

Die wichtigsten Exportziele der EU sind das Vereinigte Königreich, die Schweiz und die Vereinigten Staaten. Diese drei Märkte vereinen 2025 rund 65 % des gesamten Exportwerts auf sich. Besonders dynamisch entwickelten sich die Ausfuhren in die USA, die von 11,5 Mio. € auf 45,9 Mio. € (+299,8 %) stiegen, sowie in die Schweiz (von 34 Mio. € auf 77 Mio. €, +125,9 %). Die Exporte nach Russland sanken hingegen von 16,8 Mio. € auf 6,9 Mio. € (−58,7 %), was vermutlich mit Sanktionen und Handelsbeschränkungen zusammenhängt (Partnerländer).

Bestimmungsland Wert 2015 (Mio. €) Wert 2025 (Mio. €) Veränderung
Vereinigtes Königreich 101 146 +44,2 %
Schweiz 34 77 +125,9 %
Vereinigte Staaten 11 46 +299,8 %
Norwegen 10 21 +125,3 %
Marokko 2 8 +213,6 %
Serbien 1 7 +352,8 %
Russische Föderation 17 7 −58,7 %

Italien und die Niederlande als neue Exportakteure

Innerhalb der EU verschoben sich die Exportgewichte. Deutschland blieb zwar der größte Exporteur (85 Mio. € in 2025, +48,3 %), doch Italien überholte Spanien und erreichte 115 Mio. € (+108,1 %). Die Niederlande verfünffachten ihre Ausfuhren nahezu von 7 Mio. € auf 27 Mio. € (+302,1 %) (Berichterstattende Länder).

EU-Mitgliedstaat Exportwert 2015 (Mio. €) Exportwert 2025 (Mio. €) Veränderung
Deutschland 58 85 +48,3 %
Italien 55 115 +108,1 %
Spanien 47 64 +35,6 %
Belgien 19 34 +75,8 %
Frankreich 29 30 +2,2 %
Niederlande 7 27 +302,1 %

3. Sinkende Importabhängigkeit und zunehmende Marktdiversifizierung

Die EU wird unabhängiger von Importen

Die Nettoimportabhängigkeit sank im Beobachtungszeitraum deutlich von 18,1 % auf 11,7 % (−35,6 %). Parallel dazu stieg die Exportquote (export propensity) von 6,6 % auf 9,3 % (+40,1 %). Diese Gleichläufigkeit zeigt, dass die EU ihren Eigenbedarf zunehmend selbst deckt und gleichzeitig eine stärkere Exportposition aufbaut (Verwundbarkeit).

Indikator 2015 2025 Veränderung
Nettoimportabhängigkeit (%) 18,1 11,7 −35,6 %
Exportquote (%) 6,6 9,3 +40,1 %
Handelsintensität (%) 27,5 25,9 −5,6 %

Inlandsproduktion wächst stark

Die Daten zur EU-Inlandsproduktion untermauern diesen Trend. Die Produktionsmenge stieg von 304.612 t auf 850.000 t (+179 %), der Produktionswert sogar von 675 Mio. € auf 3.900 Mio. € (+477,7 %). Dieser überproportionale Wertanstieg deutet auf eine Aufwertung der Produktion hin – möglicherweise bedingt durch den wachsenden Anteil hochwertiger Produkte wie geröstete Mandeln und Pistazien (Produktionsvolumina).

Importkonzentration nimmt ab, Exportmärkte diversifizieren sich

Der Herfindahl-Hirschman-Index (HHI) für die Importe sank von 7.503 auf 5.802 (−22,7 %), was eine abnehmende Konzentration und damit eine breitere Diversifizierung der Lieferantenstrukturen signalisiert. Bei den Exporten fiel der Rückgang geringer aus (1.950 → 1.774, −9,0 %), wobei der Ausgangswert bereits relativ niedrig war (Konzentration).

Spezialisierung zeigt geografische Muster innerhalb der EU

Bei der komparativen Spezialisierung fallen klare geografische Unterschiede auf. Luxemburg (RSCA: 0,85), Litauen (0,49), Bulgarien (0,46), Griechenland (0,43) und Zypern (0,42) weisen die höchste Spezialisierung bei zubereiteten Nüssen auf – Länder mit traditionell starker Verarbeitung von Schalenfrüchten. Am anderen Ende stehen Irland (RSCA: −1,00), Finnland (−0,97) und Schweden (−0,76), die in diesem Segment kaum exportfähig sind (Spezialisierung).

Preisvolatilität bei ausgewählten Lieferanten

Die Analyse der Preisvolatilität (Variationskoeffizient) zeigt, dass einige Lieferanten deutlich höhere Preisschwankungen aufweisen als andere. Moldau (CV: 0,60) und Vietnam (CV: 0,95) gehören zu den volatilsten Importquellen, während die Türkei als Hauptlieferant mit einem CV von nur 0,07 bemerkenswert stabile Preise bietet. Bei den Exporten zeigt sich die höchste Volatilität bei Lieferungen nach Israel (CV: 0,52) und in die Russische Föderation (CV: 0,38) (Volatilität).


Schlussfolgerung

Der EU-Markt für zubereitete Nüsse (CN 200819) hat sich zwischen 2015 und 2025 grundlegend gewandelt. Drei zentrale Trends prägen die Entwicklung:

  1. Preiserosion bei Importen: Trotz steigender Mengen sanken die Importwerte erheblich, bedingt durch Herkunftslandverschiebungen und zunehmende Wettbewerbsdrücke. Die Diversifizierung der Lieferanten — insbesondere das rasante Wachstum von Importen aus Moldau und dem Libanon — hat die Abhängigkeit von der Türkei etwas verringert.

  2. Starker Exportaufbau: Die EU hat ihre Position als Exporteur von zubereiteten Nüssen deutlich ausgebaut. Neben traditionellen Märkten wie dem Vereinigten Königreich gewinnen die Schweiz und die USA zunehmend an Bedeutung. Innerhalb der EU entwickeln sich Italien und die Niederlande zu führenden Exporteuren.

  3. Zunehmende Eigenständigkeit: Die sinkende Nettoimportabhängigkeit und die stark wachsende Inlandsproduktion zeigen, dass die EU ihren Bedarf zunehmend selbst deckt. Diese Entwicklung erhöht die Handelsautonomie und reduziert die Verwundbarkeit gegenüber externen Lieferunterbrechungen.

Insgesamt zeigt der Markt eine Reifung hin zu einer exportorientierteren, diversifizierteren und eigenständigeren Struktur — ein Trend, der die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Nussverarbeitungsindustrie im globalen Kontext stärkt.

Erstellt am 2026-08-09. Die Zahlen geben die Eurostat-Daten zum Zeitpunkt der Erstellung wieder und enthalten keine späteren Revisionen.

Automatisch erstellt: Dieser Bericht soll die menschliche Analyse beschleunigen, aber nicht ersetzen.

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