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Marktentwicklung: Teile von Personenaufzügen, Lastenaufzügen oder Rolltreppen, a.n.g. (CN 843131) — 2015–2025

Einführung

Dieser Bericht analysiert die Handelsentwicklung der Europäischen Union (EU) mit Drittländern für die Zolltarifnummer 843131 – Teile von Personenaufzügen, Lastenaufzügen oder Rolltreppen, soweit nicht anderweitig genannt (a.n.g.) – im Zeitraum 2015 bis 2025. Die EU ist in diesem Segment traditionell ein bedeutender Exporteur, insbesondere aus Italien, Spanien und Deutschland. Gleichzeitig wächst die Importabhängigkeit von asiatischen und nahöstlichen Lieferanten. Der untersuchte Zeitraum umfasst einschneidende Ereignisse wie die COVID-19-Pandemie, den Beginn des Krieges in der Ukraine und die damit verbundenen Sanktionen gegen Russland sowie die fortlaufende Verschiebung globaler Lieferketten. Anhand der vorliegenden Handelsdaten werden drei zentrale Entwicklungslinien identifiziert, die den europäischen Markt für Aufzugsteile in diesem Jahrzehnt geprägt haben.


1. Rückläufige Exporte bei steigenden Preisen – Die EU verliert Marktanteile im Ausland

Die EU verzeichnete zwischen 2015 und 2025 einen deutlichen Rückgang der Exportvolumina

Der Exportwert der EU in Drittländer sank von 897 Mio. € (2015) auf 756 Mio. € (2025), was einem Rückgang von 15,8 % entspricht (Übersicht). Noch dramatischer war der Einbruch der exportierten Menge: von 129.705 Tonnen im Jahr 2015 auf nur noch 73.464 Tonnen im Jahr 2025 – ein Rückgang von 43,4 %. Damit sank die Exportmenge in nahezu jedem Jahr des Betrachtungszeitraums. Der Höchstwert wurde bereits 2016 mit 131.265 Tonnen erreicht; seitdem folgte ein kontinuierlicher Abbau.

Kennzahl 2015 2025 Veränderung
Exportwert (Mio. €) 897 756 −15,8 %
Exportmenge (t) 129.705 73.464 −43,4 %
Exportpreis (€/t) 6.915 10.283 +48,7 %

Die EU verlagert sich bei Exporten hin zu höherwertigen Produkten

Während die Mengen sanken, stieg der durchschnittliche Exportpreis pro Tonne um 48,7 % – von 6.915 €/t (2015) auf 10.283 €/t (2025). Der Höchstwert wurde 2024 mit 10.509 €/t erreicht. Dies deutet darauf hin, dass die EU zunehmend spezialisierte, höherwertige Aufzugskomponenten exportiert, während volumenstarke Standardteile verstärkt in Drittländern (insbesondere in China und der Türkei) produziert werden. Die EU konzentriert sich damit auf technologisch anspruchsvollere Nischen, verliert jedoch im Gesamtvolumen an Wettbewerbsfähigkeit.

Italien, Spanien und Deutschland bleiben die wichtigsten Exporteure innerhalb der EU, büßen aber Marktanteile ein

Die drei größten EU-Exportländer – Italien, Spanien und Deutschland – verloren im Zeitraum 2015–2025 jeweils an Exportvolumen (Top-Reporter):

Land Exportwert 2015 (Mio. €) Exportwert 2025 (Mio. €) Veränderung
Italien 277 239 −13,6 %
Spanien 177 143 −19,5 %
Deutschland 118 112 −5,4 %
Frankreich 69 21 −69,4 %
Schweden 34 54 +60,8 %

Besonders auffällig ist der Einbruch Frankreichs, dessen Exporte von 69 Mio. € auf 21 Mio. € (−69,4 %) fielen. Schweden hingegen konnte seine Exporte um 60,8 % steigern und ist 2025 mit 54 Mio. € der viertgrößte EU-Exporteur – noch vor Frankreich und Österreich.

Trotz sinkender Mengen blieben die traditionellen Absatzmärkte bestehen, verloren aber an Bedeutung

Die wichtigsten Exportziele der EU waren 2025 die Schweiz (123 Mio. €), das Vereinigte Königreich (104 Mio. €), die USA (86 Mio. €) und Saudi-Arabien (63 Mio. €) (Top-Partner). Die Exporte in die USA stiegen im Wert um 28,3 % und wiesen eine bemerkenswert niedrige Volatilität auf (Variationskoeffizient nur 0,06). Demgegenüber halbierten sich die EU-Exporte in die Türkei (−53,7 %) und nach China (−54,1 %), was auf die gestiegene inländische Produktion in diesen Ländern hindeutet.


2. Erdrutsch auf der Importseite – China und die Türkei als neue Lieferanten dominieren, Russland fällt weg

Die EU-Importe stiegen insgesamt um 19,5 %, mit einer dramatischen Verschiebung der Lieferantenstruktur

Der EU-Importwert wuchs von 341 Mio. € (2015) auf 407 Mio. € (2025), was einem Anstieg von 19,5 % entspricht. Die importierte Menge stieg im selben Zeitraum um 9,7 %, der Importpreis um 8,9 % (Übersicht). Der Importwert erreichte seinen Höhepunkt 2022 mit 425 Mio. € – ein Jahr, in dem die globalen Lieferketten noch stark von Nach-COVID-Effekten und dem Beginn des Ukraine-Krieges geprägt waren.

China ist mit Abstand der wichtigste Importlieferant der EU und hat seinen Anteil nahezu verdoppelt

China lieferte 2025 Aufzugsteile im Wert von 219 Mio. € an die EU – das entspricht 54 % aller EU-Importe aus Drittländern. Im Vergleich dazu betrug der chinesische Anteil 2015 noch 121 Mio. € (36 % der EU-Importe). Der Anstieg von 81,4 % in absoluten Zahlen spiegelt die fortlaufende Industrialisierung der chinesischen Aufzugsproduktion wider. Auffällig ist die außergewöhnlich niedrige Volatilität der chinesischen Lieferungen: Der Variationskoeffizient beträgt lediglich 0,065 – der niedrigste Wert aller Importpartner (Volatilität). China ist damit nicht nur der größte, sondern auch der verlässlichste Lieferant. Der durchschnittliche Importpreis aus China liegt bei rund 2.936 €/t – deutlich unter dem EU-Gesamtdurchschnitt von 4.311 €/t –, was auf preisgünstige Volumenprodukte schließen lässt.

Partner Importwert 2015 (Mio. €) Importwert 2025 (Mio. €) Veränderung VK (Volatilität)
China 121 219 +81,4 % 0,065
Vereinigtes Königreich 62 76 +22,6 % 0,602
Türkei 14 37 +159,2 % 0,440
Schweiz 123 34 −72,7 % 0,576
Indien 1,8 10,8 +487,8 % 0,348
Russland 1,0 0,001 −99,9 % 0,861

Die Türkei und Indien als schnell wachsende Lieferanten

Die türkischen Lieferungen an die EU verfünffachten sich von 14 Mio. € (2015) auf 37 Mio. € (2025), was einem Anstieg von 159,2 % entspricht. Die importierte Menge stieg von 3.028 Tonnen auf 9.934 Tonnen. Die Türkei profitiert hierbei von geografischer Nähe, günstigen Produktionskosten und der Zollunion mit der EU. Einen noch dynamischeren Anstieg verzeichnete Indien: Die Importe stiegen von 1,8 Mio. € auf 10,8 Mio. € (+487,8 %), wenngleich der absolute Umfang weiterhin moderat bleibt.

Die Schweiz – einst zweitgrößter Importlieferant – verlor drei Viertel ihrer Bedeutung

Die Schweizer Lieferungen an die EU sanken von 123 Mio. € (2015) auf 34 Mio. € (2025), was einem Rückgang von 72,7 % entspricht. Die importierte Menge fiel von 7.132 Tonnen auf 1.628 Tonnen. 2015 war die Schweiz noch der zweitgrößte Importlieferant der EU; 2025 rangiert sie nur noch auf dem vierten Platz. Dieser Rückgang könnte mit der Verlagerung von Produktionskapazitäten in Niedriglohnländer, insbesondere nach China, zusammenhängen. Der Schweizer Importpreis blieb mit rund 20.671 €/t (2025) deutlich über dem Durchschnitt – die Schweiz liefert demnach hochspezialisierte Komponenten, deren Volumen jedoch schrumpft.

Russland als Import- und Exportpartner ist nach 2022 praktisch verschwunden

Die EU-Importe aus Russland betrugen 2025 nur noch 946 € (nahezu null), nachdem sie 2019 mit 7,4 Mio. € ihren Höchststand erreicht hatten. Gleichzeitig brachen die EU-Exporte nach Russland ein – von 44,6 Mio. € (2019) auf null (2025). Diese Entwicklung ist eine direkte Folge der EU-Sanktionen nach dem russischen Überfall auf die Ukraine im Februar 2022. Der vollständige Handelsabriss mit Russland stellt eine bemerkenswerte geopolitische Zäsur dar, die sowohl die Export- als auch die Importseite betrifft.

Die Handelskonzentration bei Importen hat sich erhöht, was die Abhängigkeit von wenigen Lieferanten verstärkt

Der Herfindahl-Hirschman-Index (HHI) für Importe stieg von 2.940 (2015) auf 3.423 (2025), was eine zunehmende Konzentration auf wenige Lieferländer signalisiert (Konzentration). Der Höchstwert wurde 2022 mit 3.819 erreicht. Auf der Exportseite blieb die Konzentration mit einem HHI von rund 796 relativ niedrig und stabil, was auf eine breite Diversifizierung der EU-Absatzmärkte hindeutet.


3. Schrumpfende Exportabhängigkeit, wachsende Eigenproduktion – Strukturelle Umorientierung des europäischen Marktes

Die EU ist weiterhin Nettoexporteur, doch der Überschuss hat sich deutlich verringert

Der Handelsbilanzüberschuss der EU sank von 556 Mio. € (2015) auf 348 Mio. € (2025), was einem Rückgang von 37,4 % entspricht (Übersicht). Der niedrigste Überschuss wurde 2025 erreicht, der höchste 2016 mit 606 Mio. €. Der Nettoimportreliance-Indikator verbesserte sich zwar von −24,5 % (2015) auf −14,0 % (2025), was bedeutet, dass die EU weniger stark exportabhängig wurde; gleichzeitig sank jedoch auch der absolute Exportüberschuss (Nettoimportreliance).

Die Exportneigung und Handelsintensität der EU sind signifikant gesunken – der Markt wird geschlossener

Die Exportneigung (Exporte als Anteil der Produktion) sank von 30,9 % (2015) auf 24,3 % (2025), ein Rückgang von 21,3 % (Exportneigung). Die Handelsintensität (Handel als Anteil der Produktion) sank von 37,8 % auf 32,4 % (−14,4 %) (Handelsintensität). Diese Entwicklung deutet auf ein strukturell zunehmend nach innen orientiertes Produktions- und Absatzmodell: Die EU produziert mehr für den eigenen Markt und exportiert einen geringeren Anteil ins Ausland.

Die EU-Produktion von Aufzugsteilen hat sich seit 2003 verdoppelt

Die EU-Inlandsproduktion (gemessen am Produktionswert) stieg von 1.603 Mio. € (2003) auf 3.200 Mio. € (2025), was einem Anstieg von 99,6 % entspricht. Der Höchstwert wurde 2022 mit 4.500 Mio. € erreicht (Produktionsvolumen). Diese starke Produktionsausweitung erklärt sowohl den Rückgang der Exportneigung als auch den Anstieg der Importe: Die EU produziert mehr für den Binnenmarkt und benötigt trotz steigender Gesamtnachfrage weniger Importe pro Produktionseinheit. Allerdings sind die Importe in absoluten Zahlen gestiegen, weil das Produktionswachstum den Importbedarf nicht vollständig kompensierte.

Spezialisierte Produzenten in Mittel- und Osteuropa gewinnen an Bedeutung

Die Analyse der Handelsspezialisierung zeigt, dass die EU-Länder eine zunehmend heterogene Exportstruktur aufweisen (Spezialisierung). Die am stärksten spezialisierten Exporteure im Jahr 2025 sind:

Land RSCA-Index RCA Produktionsanteil Exportanteil
Estland 0,722 6,19 2,1 % 0,3 %
Slowakei 0,674 5,14 10,9 % 2,1 %
Spanien 0,564 3,59 20,8 % 5,8 %
Griechenland 0,524 3,21 2,2 % 0,7 %
Finnland 0,333 2,00 2,0 % 1,0 %

Estland weist mit einem RCA-Wert von 6,19 die höchste Spezialisierung auf – obwohl es nur einen marginalen Anteil an der EU-Gesamtproduktion hält. Slowakei und Tschechien haben sich zu bedeutenden Produktionsstandorten entwickelt (Produktionsanteil 10,9 % bzw. 8,4 %). Demgegenüber weisen traditionelle Industrieländer wie Deutschland (RSCA: −0,27) und Frankreich (RSCA: −0,10) eine negative Spezialisierung auf – sie importieren in diesem Segment mehr, als sie im Verhältnis zu ihrer Gesamtwirtschaft exportieren.

Preis-Schocks bei EU-Exporten in die USA im Jahr 2022

Ein signifikanter Preis-Schock wurde bei den EU-Exporten in die USA im Jahr 2022 identifiziert (Schock-Ereignisse). Der Exportpreis pro Tonne stieg von 10.386 €/t (Durchschnitt 2020–2021) auf 13.048 €/t im Jahr 2022 (+25,6 %), bei gleichzeitigem Rückgang der exportierten Menge um 12,9 %. Die Abnormalität dieses Ereignisses betrug 14,5 – ein außergewöhnlich hoher Wert. In den Folgejahren (2023–2024) stabilisierte sich der Preis auf einem erhöhten Niveau von durchschnittlich 13.143 €/t, während die Menge nur teilweise zurückkehrte (91,9 % des Baseline-Niveaus). Dieser Schock hängt vermutlich mit den gestiegenen Energie- und Transportkosten im Zuge der globalen Inflation sowie dem Ukraine-Krieg zusammen.


Schlussfolgerung

Der europäische Markt für Teile von Personenaufzügen, Lastenaufzügen und Rolltreppen hat sich zwischen 2015 und 2025 erheblich gewandelt. Die EU bleibt zwar ein Nettoexporteur mit einem Überschuss von 348 Mio. € (2025), doch der Handelsüberschuss ist um 37,4 % geschrumpft. Auf der Exportseite dominiert ein struktureller Mengenrückgang (−43,4 %), der durch steigende Preise (+48,7 %) nur teilweise kompensiert wird – ein Indiz für eine Verlagerung hin zu höherwertigen Nischenprodukten. Auf der Importseite hat sich die Lieferantenstruktur grundlegend verschoben: China dominiert mit 54 % der EU-Importe, die Türkei hat sich als zweitwachstumsstärkster Partner etabliert, und Russland ist als Handelspartner vollständig weggebrochen. Die EU-Produktion hat sich indessen verdoppelt, was die sinkende Exportneigung erklärt und auf eine zunehmende Binnenmarkt-Orientierung hindeutet. Gleichzeitig hat sich die Konzentration der Importe erhöht, was die Abhängigkeit von wenigen – insbesondere chinesischen – Lieferanten verstärkt. Für die europäische Aufzugsindustrie stellen diese Entwicklungen sowohl Chancen (Wertschöpfung in Spezialsegmenten, starkes Binnenmarktwachstum) als auch Risiken (Lieferkettenabhängigkeit, geopolitische Umbrüche) dar.

Erstellt am 2026-08-05. Die Zahlen geben die Eurostat-Daten zum Zeitpunkt der Erstellung wieder und enthalten keine späteren Revisionen.

Automatisch erstellt: Dieser Bericht soll die menschliche Analyse beschleunigen, aber nicht ersetzen.

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