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Marktentwicklung: Monitore zum direkten Anschluss an und für die Verwendung mit einer automatischen Datenverarbeitungsmaschine der Position 8471 (ausg. CRT sowie mit TV-Empfänger) (CN 852852) — 2015–2025

Einleitung

Der EU-Markt für Computermonitore (CN 852852) hat sich im Zeitraum 2017–2025 erheblich gewandelt. Die Nachfrage nach Monitoren — sowohl für professionelle Anwendungen als auch für den Endverbrauchermarkt — wurde durch die Digitalisierung, die COVID-19-Pandemie sowie geopolitische Verwerfungen stark beeinflusst. Der vorliegende Bericht analysiert die Handelsströme der EU mit Drittländern und beleuchtet die wichtigsten strukturellen Veränderungen auf Angebots- und Nachfrageseite. Grundlage bilden die verfügbaren Jahresdaten von 2017 bis 2025 des EU Trade Dashboard.


1. Wachsende Importabhängigkeit und eine sich vertiefende Handelslücke

Die Handelslücke hat sich zwischen 2017 und 2025 um fast die Hälfte vergrößert

Das grundlegende Merkmal des EU-Monitorhandels ist ein strukturell negatives Handelsbilanzdefizit, das im Betrachtungszeitraum kontinuierlich zugenommen hat. Lag das Defizit 2017 bei −2,89 Mrd. €, so betrug es 2025 −4,31 Mrd. € — eine Verschlechterung um 49,3 %. Den negativsten Wert verzeichnete das Jahr 2022 mit −5,51 Mrd. €.

Jahr Exporte (Mrd. €) Importe (Mrd. €) Saldo (Mrd. €)
2017 1,37 4,26 −2,89
2019 1,68 4,98 −3,30
2020 1,79 5,26 −3,46
2021 1,87 6,31 −4,43
2022 1,98 7,49 −5,51
2023 1,68 5,61 −3,93
2025 1,73 6,04 −4,31

Quelle: EU Trade Dashboard – Handelsübersicht

Die EU ist beim Monitorimport auf Drittländer angewiesen — und diese Abhängigkeit wächst

Der Nettoimportanteil (Net Import Reliance) stieg von 66,5 % (2008) auf 89,8 % (2024). Das bedeutet, dass nahezu der gesamte heimische Verbrauch über Importe gedeckt wird. Die inländische EU-Produktion kann diese Nachfrage bei Weitem nicht decken — die Produktionsmenge lag 2024 bei geschätzten 5,1 Mio. Stück bei einem Produktionswert von 612 Mio. €, was nur einem Bruchteil des Importwerts entspricht.

Der Importpreis sinkt — Mengen wachsen stärker als Werte

Obwohl die Einfuhren in Wert um 41,8 % stiegen (von 4,26 Mrd. € auf 6,04 Mrd. €), wuchs die importierte Menge um 54,2 % (von 151.752 auf 234.063 Tonnen). Der durchschnittliche Importpreis fiel um 8,1 % — von 28.091 €/t auf 25.819 €/t. Dies deutet auf eine zunehmende Verbilligung der importierten Monitore hin, was sowohl auf technologische Fortschritte (höhere Produktivität bei der Fertigung) als auch auf verstärkten Wettbewerb unter den Herstellerländern zurückzuführen ist. Ein ähnlicher, wenn auch schwächerer Trend zeigt sich bei den Exporten (+26 % Wert, +31,8 % Menge, −4,4 % Preis).


2. Umstrukturierung der Lieferketten: Von China abhängig, aber zunehmend diversifiziert

China dominiert, verliert aber Marktanteil

China ist und bleibt mit großem Abstand der wichtigste Lieferant für Computermonitore in die EU. Die Importe aus China stiegen von 3,48 Mrd. € (2017) auf 4,30 Mrd. € (2025), was einem Plus von 23,4 % entspricht. Allerdings sank der relative Anteil Chinas an den Gesamteinfuhren erheblich: Die Herfindahl-Hirschman-Konzentration (HHI) der Importe fiel von 6.730 (2017) auf 5.342 (2025) — ein Rückgang von 20,6 %, der auf eine substantielle Diversifizierung der Lieferantenbasis hindeutet.

Vietnam als aufstrebender Alternativlieferant

Der bemerkenswerteste strukturelle Wandel vollzieht sich bei den Importen aus Vietnam. Diese stiegen von lediglich 82 Mio. € (2017) auf 965 Mio. € (2025) — eine Steigerung von 1.073,5 %. Vietnam ist damit vom kaum ins Gewicht fallenden Lieferanten zum zweitwichtigsten Importpartner der EU aufgestiegen. Dies spiegelt die globale Verschiebung von Produktionskapazitäten aus China in südostasiatische Länder wider, getrieben durch Handelskonflikte, Kostenvorteile und die Strategie multinationaler Unternehmen, ihre Lieferketten zu diversifizieren (China+1-Strategie).

Partnerland Importe 2017 (Mio. €) Importe 2025 (Mio. €) Veränderung
China 3.484 4.299 +23,4 %
Vietnam 82 965 +1.073,5 %
Japan 166 139 −16,6 %
Taiwan 118 87 −26,0 %
Thailand 21 168 +686,8 %
Ägypten 0,002 71

Quelle: EU Trade Dashboard – Top-Partner

Thailand, Ägypten und Malaysia als neue Akteure

Neben Vietnam haben auch Thailand (+686,8 % auf 168 Mio. €) und Ägypten (von praktisch null auf 71 Mio. €) stark an Bedeutung gewonnen. Thailand profitiert dabei wahrscheinlich von der Verlagerung japanischer und koreanischer Produktionsstätten. Ägyptens rasanter Anstieg — mit einem Variationskoeffizienten (CV) von 0,99 bei den Importmengen — deutet auf punktuelle Kapazitätsaufbauten hin, möglicherweise verbunden mit regionalen Fertigungsinitiativen.

Die Exportseite: Russland bricht weg, die Schweiz gewinnt

Auf der Exportseite vollzog sich ein dramatischer Wandel bei den Exporten in die Russische Föderation: Diese fielen von 134 Mio. € (2017) auf nur noch 0,7 Mio. € (2025) — ein Rückgang um 99,5 %. Die Exporte nach Russland erreichten 2021 mit 204 Mio. € ihren Höchststand und brachen danach im Zuge der Sanktionen infolge des Ukraine-Krieges ein. Der Variationskoeffizient von 0,72 bei dieser Handelsbeziehung unterstreicht die extreme Instabilität. Gleichzeitig stiegen die Exporte in die Schweiz (von 119 Mio. € auf 248 Mio. €, +107,9 %) und nach Norwegen (von 103 Mio. € auf 173 Mio. €, +67,9 %) — beides EWR/EFTA-Staaten mit engen Handelsbeziehungen zur EU.

Innerhalb der EU: Niederlande als Drehkreuz, Polen als aufstrebender Markt

Die Niederlande sind sowohl bei den Einfuhren (3,26 Mrd. €) als auch bei den Ausfuhren (600 Mio. €) der wichtigste EU-Mitgliedstaat — ein Indiz für die Rolle Rotterdams als europäisches Logistikzentrum. Besonders auffällig ist der Aufstieg Polens als Importeur: von 35 Mio. € (2017) auf 586 Mio. € (2025), ein Anstieg von 1.575,8 %. Dies korreliert mit dem Ausbau polnischer Fertigungs- und Logistikkapazitäten im IT-Bereich. Auch die Slowakei (+246 %) und Belgien (+74,4 %) verzeichneten deutliche Zuwächse bei den Einfuhren.


3. Preiseinbrüche, Nachfrageschocks und die Folgen für Produzenten und Händler

Pandemie-Nachfrageboom und anschließende Korrektur

Die COVID-19-Pandemie löste 2020–2021 einen massiven Nachfrageschub für Computermonitore aus, bedingt durch Homeoffice und Remote-Arbeit. Die EU-Importmengen stiegen von 181.554 t (2019) auf 267.261 t (2022) — ein Plus von 47,2 % in nur drei Jahren. Der Nachfrageschock führte auch zu einem signifikanten Preisschock bei Importen aus China im Jahr 2021: Der durchschnittliche Importpreis stieg um 16,2 % über den Basiswert (Abnormalitätsscore: 7,1), bevor er sich 2022–2023 wieder normalisierte. Die importierte Menge aus China erreichte 2022 mit 236.191 t ihren Höchststand.

Rückläufige Preise bei gleichbleibendem Wettbewerbsdruck

Die Preiskompression ist ein durchgehendes Thema: Sowohl Import- als auch Exportpreise sind über den gesamten Zeitraum rückläufig. Besonders markant ist der EU-Produktionspreis, der von durchschnittlich 274 €/Stück (2008) auf 120 €/Stück (2024) fiel — ein Rückgang von mehr als 56 %. Dies reflektiert den weltweiten Trend zu erschwinglichen LCD-Monitoren und den intensiven Preiswettbewerb zwischen Herstellern in Ostasien.

Indikator 2017 2019 2022 2025
Ø Importpreis (€/t) 28.091 27.387 25.015 25.819
Ø Exportpreis (€/t) 33.697 33.893 19.550 32.205
Ø Produktionspreis (€/Stück) 231 198 160 120

Quelle: EU Trade Dashboard – Marktstruktur/Produktion

Spezialisierungsmuster innerhalb der EU: Konzentration in wenigen Mitgliedstaaten

Die Spezialisierungsanalyse (RSCA-Index, 2025) zeigt, dass nur fünf EU-Staaten einen komparativen Vorteil bei Computermonitoren aufweisen:

Mitgliedstaat RSCA RCA Anteil an EU-Produktion
Niederlande 0,533 3,28 47,7 %
Tschechien 0,367 2,16 10,4 %
Slowakei 0,358 2,11 4,5 %
Polen 0,297 1,85 12,3 %
Lettland 0,100 1,22 0,4 %

Die Niederlande dominieren mit einem RCA-Wert von 3,28 und einem Produktionsanteil von fast 48 %. Die Mehrheit der EU-Mitgliedstaaten (darunter Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien) weist hingegen negative RSCA-Werte auf — sie sind Nettoimporteur und in diesem Segment nicht wettbewerbsfähig.

Schocks bei Exportpreisen: Israel und das Vereinigte Königreich

Neben dem Importpreisschock bei China wurden bei den Exporten zwei signifikante Preisschocks identifiziert. Bei den Exporten nach Israel stieg der Preis 2022 um 26,9 % über den Basiswert (Abnormalität: 7,9), was möglicherweise mit einer Verschiebung in Richtung höherwertiger Geräte oder Angebotsschwierigkeiten zusammenhängt. Die Exporte ins Vereinigte Königreich verzeichneten 2021 einen Preisanstieg von 17,8 % (Abnormalität: 6,2) — das Vereinigte Königreich ist mit Abstand der wichtigste Exportmarkt der EU (48,8 % Anteil am Exportwert), weshalb solche Schwankungen eine gesamtwirtschaftliche Bedeutung haben.


Schlussfolgerung

Der EU-Markt für Computermonitore (CN 852852) zeichnet sich im Zeitraum 2017–2025 durch drei zentrale Dynamiken aus:

Erstens hat sich die Importabhängigkeit der EU weiter vertieft. Die Nettoimportquote nähert sich 90 %, und das Handelsdefizit hat sich auf über 4 Mrd. € ausgeweitet. Die inländische Produktion — trotz gewachsener Stückzahlen — kann mit den Importen preislich nicht konkurrieren.

Zweitens vollzieht sich eine strukturelle Umorientierung der Lieferketten. China bleibt der dominante Lieferant, verliert aber an relativer Marktanteil. Vietnam, Thailand und Ägypten sind zu bedeutenden Quellen aufgestiegen, was auf eine geopolitisch und wirtschaftlich motivierte Diversifizierung hinweist. Gleichzeitig haben EU-Sanktionen den Export nach Russland praktisch zum Erliegen gebracht.

Drittens führt der anhaltende Preiswettbewerb und die Preiskompression zu einem Spannungsfeld zwischen wachsenden Mengen und sinkenden Preiseinheiten. Dies setzt sowohl asiatische Hersteller als auch europäische Händler und Produzenten unter Druck, und es zeigt sich in den identifizierten Preisschocks — insbesondere in den Jahren 2021 und 2022, als Pandemienachfrage und Lieferkettenengpässe gleichzeitig wirkten.

Die Daten legen nahe, dass die EU im Segment der Computermonitore weiterhin stark von asiatischer Fertigung abhängig bleibt. Eine Stärkung der europäischen Wertschöpfungskette — etwa durch gezielte Industriepolitik in den spezialisierten Mitgliedstaaten Niederlande, Tschechien, Polen und der Slowakei — wäre ein möglicher Ansatz, um diese Abhängigkeit mittelfristig zu reduzieren.

Erstellt am 2026-08-04. Die Zahlen geben die Eurostat-Daten zum Zeitpunkt der Erstellung wieder und enthalten keine späteren Revisionen.

Automatisch erstellt: Dieser Bericht soll die menschliche Analyse beschleunigen, aber nicht ersetzen.

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