Marktentwicklung: Maschinen zum Pressen oder Formen von festen mineralischen Brennstoffen, keramischen Massen, Zement, Gips und anderen pulver- oder breiförmigen mineralischen Stoffen; Maschinen zum Herstellen von Gießformen aus Sand (ausg. zum Gießen oder Pressen von Glas sowie Maschinen für die additive Fertigung) (CN 847480) — 2015–2025
Einleitung
Der Zollcode 847480 erfasst Maschinen zum Pressen oder Formen von festen mineralischen Brennstoffen, keramischen Massen, Zement, Gips und anderen pulver- oder breiförmigen mineralischen Stoffen sowie Maschinen zum Herstellen von Gießformen aus Sand — ausgenommen Maschinen zum Gießen oder Pressen von Glas sowie für die additive Fertigung. Innerhalb der übergeordneten Position 8474 stellt CN 847480 eine Residualkategorie dar, die sich in zwei Unterpositionen gliedert: 84748010 (Maschinen zum Pressen oder Formen von keramischen Massen) und 84748090 (sonstige Press- und Formmaschinen einschließlich Sandformmaschinen).
Der vorliegende Bericht analysiert die Handelsentwicklung der EU mit Drittländern im Zeitraum 2015 bis 2025. Die EU ist in diesem Segment ein dominanter Nettoexporteur: Im Jahr 2025 beliefen sich die Ausfuhren auf 744,9 Mio. EUR bei einem Handelsbilanzüberschuss von 688,0 Mio. EUR. Gleichwohl haben sich die Marktstrukturen zwischen 2015 und 2025 erheblich verändert. Drei zentrale Dynamiken lassen sich identifizieren:
- Die EU-Exportmengen halbierten sich nahezu, während die Durchschnittspreise um 84 % stiegen — ein deutlicher Hinweis auf eine qualitative Aufwertung des Exportportfolios.
- Geopolitische Umbrüche — insbesondere die Sanktionen gegen Russland nach 2022, der Aufstieg der Türkei und Indiens sowie Chinas Wandel vom Exportziel zur Importquelle — haben die Handelsströme grundlegend umgestaltet.
- Die Importkonzentration stieg signifikant an, was auf eine zunehmende Abhängigkeit der EU von wenigen Drittland-Lieferanten hindeutet.
1. Weniger Volumen, höhere Preise — Qualitativer Strukturwandel der EU-Exporte
Die EU-Exportmengen sanken zwischen 2015 und 2025 um über 50 %
Im Zeitraum 2015 bis 2025 verlor der EU-Außenhandel mit CN 847480 erheblich an Volumen. Die Exportmenge fiel von 101.803 t im Jahr 2015 auf 50.180 t im Jahr 2025, was einem Rückgang von 50,7 % entspricht. Der Höhepunkt des Exportwertes wurde 2018 mit 912,2 Mio. EUR erreicht; danach setzte ein deutlicher Rückgang ein, der im Jahr 2021 mit 697,6 Mio. EUR — dem niedrigsten Wert des gesamten Zeitraums — seinen Tiefpunkt fand. Der Rückgang 2020/2021 ist teilweise auf die COVID-19-Pandemie und die damit verbundenen Lieferkettenstörungen sowie Investitionszurückhaltung im Baugewerbe und in der Industrie zurückzuführen. In den Folgejahren erholte sich der Exportwert teilweise (2023: 854,0 Mio. EUR), ohne jedoch das Volumenniveau von 2015 wiederzuerreichen.
| Jahr | Exporte (Mio. EUR) | Exporte (t) | Exportpreis (EUR/t) | Importe (Mio. EUR) | Importe (t) | Importpreis (EUR/t) | Saldo (Mio. EUR) |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2015 | 821,4 | 101.803 | 8.068 | 45,7 | 4.472 | 10.224 | 775,6 |
| 2016 | 843,3 | 93.166 | 9.054 | 39,8 | 4.419 | 9.005 | 803,5 |
| 2017 | 870,3 | 87.902 | 9.901 | 52,7 | 4.384 | 12.027 | 817,6 |
| 2018 | 912,2 | 89.830 | 10.155 | 41,6 | 4.165 | 9.991 | 870,6 |
| 2019 | 835,8 | 79.606 | 10.500 | 56,7 | 6.977 | 8.129 | 779,1 |
| 2020 | 733,2 | 62.697 | 11.694 | 51,8 | 5.536 | 9.358 | 681,4 |
| 2021 | 697,6 | 71.551 | 9.750 | 60,2 | 6.513 | 9.241 | 637,5 |
| 2022 | 721,8 | 62.740 | 11.506 | 52,1 | 6.765 | 7.704 | 669,7 |
| 2023 | 854,0 | 64.993 | 13.140 | 58,0 | 5.014 | 11.568 | 796,0 |
| 2024 | 713,2 | 46.856 | 15.220 | 59,1 | 6.923 | 8.537 | 654,1 |
| 2025 | 744,9 | 50.180 | 14.836 | 56,9 | 8.236 | 6.909 | 688,0 |
Quelle: Allgemeine Übersicht
Die Exportpreise stiegen im gleichen Zeitraum um fast 84 % auf rund 15.000 EUR/t
Der deutlichste Trend der Berichtsperiode ist die Gegenläufigkeit von Mengen- und Preisentwicklung bei den EU-Ausfuhren. Der durchschnittliche Exportpreis erhöhte sich von 8.068 EUR/t (2015) auf 14.836 EUR/t (2025), was einem Anstieg von 83,9 % entspricht. Der Höchstwert wurde 2024 mit 15.220 EUR/t erreicht.
Diese Entwicklung deutet auf einen qualitativen Strukturwandel hin: Die EU exportierte zwar weniger Maschinen, dafür jedoch solche mit höherem Stückwert — etwa Spezialpressen für anspruchsvolle industrielle Anwendungen oder hochwertige Formmaschinen. Ein leichter Preisrückgang 2021 auf 9.750 EUR/t korreliert mit dem pandemiebedingten Einbruch und einer möglichen Verschiebung hin zu günstigeren Produktvarianten. Der starke Preisanstieg ab 2022 (von 11.506 auf 15.220 EUR/t in 2024) dürfte sowohl auf Inflationseffekte, Lieferkettenverknappung als auch auf eine weitere Verschiebung des Produktmixes zurückzuführen sein.
Parallel dazu wuchsen die EU-Importe mengenmäßig um 84 % bei sinkenden Preisen
Während die EU-Exporte an Volumen verloren, stiegen die Importe von Drittländern deutlich an. Die Einfuhrmenge wuchs von 4.472 t (2015) auf 8.236 t (2025), ein Plus von 84,2 %. Der Importwert erhöhte sich im selben Zeitraum von 45,7 auf 56,9 Mio. EUR (+24,5 %). Bemerkenswert ist, dass der durchschnittliche Importpreis im gleichen Zeitraum um 32,4 % sank — von 10.224 EUR/t auf 6.909 EUR/t. Die Importe werden also sowohl mengenmäßig als auch pro Einheit günstiger.
Diese gegenläufige Preisentwicklung bei Exporten und Importen vergrößert die Preisspanne: Exportpreise liegen 2025 mehr als doppelt so hoch wie Importpreise. Dies könnte auf eine zunehmende Segmentierung des Marktes hindeuten — mit hochwertigen EU-Exporten auf der einen Seite und preisgünstigen Importen, vor allem aus Schwellenländern, auf der anderen. Der Handelsbilanzüberschuss blieb mit 688,0 Mio. EUR (2025) zwar weiterhin stark positiv, ging jedoch gegenüber 2015 (775,6 Mio. EUR) um 11,3 % zurück.
Innerhalb der Produktsegmente zeigen sich unterschiedliche Dynamiken
Die beiden Unterpositionen von CN 847480 entwickelten sich im Berichtszeitraum unterschiedlich:
| Segment | Beschreibung | Exportwert 2015 (Mio. EUR) | Exportwert 2025 (Mio. EUR) | Veränderung | Exportpreis 2015 (EUR/t) | Exportpreis 2025 (EUR/t) | Preisänderung |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 84748090 | Pressen/Formen mineralischer Stoffe, Sandformmaschinen | 543,0 | 468,5 | −13,7 % | 8.861 | 17.188 | +94,0 % |
| 84748010 | Maschinen zum Pressen/Formen keramischer Massen | 278,5 | 276,9 | −0,6 % | 6.872 | 12.067 | +75,5 % |
Quelle: Produktvergleich
Das Segment 84748090 (nicht-keramische Pressen und Formmaschinen) verlor mengenmäßig am stärsten (von 61.281 t auf 27.238 t, −55,6 %), kompensierte dies jedoch teilweise durch einen Preisanstieg von 94 %. Das Keramiksegment (84748010) blieb exportseitig wertmäßig nahezu stabil, bei einem moderateren Preisplus von 76 %.
Auf der Importseite wuchs das Segment 84748090 mengenmäßig besonders stark (von 3.520 auf 7.156 t, +103 %), bei gleichzeitigem Preisrückgang von 10.519 auf 5.904 EUR/t (−44 %). Dies deutet auf verstärkten Wettbewerbsdruck durch kostengünstige Drittlandslieferanten hin, insbesondere im Bereich der Standardpressen und Formmaschinen für mineralische Stoffe.
2. Sanktionen, neue Märkte und geopolitische Neuorientierung
Russland fiel als Exportmarkt nach 2022 nahezu vollständig weg
Die dramatischste einzelne Veränderung in den Handelsströmen von CN 847480 betrifft die Exporte in die Russische Föderation. Russland war 2015 mit 75,3 Mio. EUR und 2016 sogar mit 90,6 Mio. EUR einer der wichtigsten Exportmärkte der EU für diese Maschinenkategorie. Im Durchschnitt der Jahre 2015–2022 machten die Exporte nach Russland rund 7 % des gesamten EU-Außenhandels mit CN 847480 aus.
Nach dem Beginn der russischen Invasion in der Ukraine im Februar 2022 und der Verhängung umfassender EU-Sanktionen brachen die Exporte 2023 auf nahezu null zusammen. Die Angebotschock-Analyse identifiziert diesen Marktexit als signifikanten Schock: Der Rückgang betrug −100 % gegenüber dem Basiszeitraum (2015–2022), bei einem durchschnittlichen Exportvolumen von 5.344 t in der Basisperiode. Im Jahr 2024 wurde lediglich ein Restbetrag von 735.373 EUR gemeldet. Der Wegfall dieses Absatzmarktes hat die EU-Industrie gezwungen, alternative Märkte zu erschließen und hat damit die gesamte Handelsstruktur nachhaltig verändert.
Die Türkei und Indien sind zu den wichtigsten Wachstumsmärkten aufgestiegen
Der Wegfall des russischen Marktes wurde teilweise durch das starke Wachstum in anderen Destinationen kompensiert. Besonders hervorzuheben sind die Türkei und Indien als neue Wachstumsmärkte:
| Exportpartner | 2015 (Mio. EUR) | 2025 (Mio. EUR) | Veränderung | Anteil 2025 |
|---|---|---|---|---|
| Türkei | 38,6 | 106,9 | +176,8 % | 14,3 % |
| USA | 115,8 | 81,1 | −29,9 % | 10,9 % |
| Indien | 33,3 | 69,9 | +110,1 % | 9,4 % |
| Mexiko | 28,8 | 39,2 | +36,0 % | 5,3 % |
| China | 62,3 | 32,4 | −48,1 % | 4,3 % |
| Algerien | 79,5 | 29,8 | −62,5 % | 4,0 % |
| Russland | 75,3 | 0,7 | −99,0 % | 0,1 % |
Quelle: Handelspartner nach Wert
Die Türkei stieg vom viertgrößten (2015) zum mit Abstand größten Exportziel der EU auf. Die Exporte verdreifachten sich nahezu von 38,6 auf 106,9 Mio. EUR. Gleichzeitig wuchs die Türkei auch als Importquelle der EU massiv (von 4,2 auf 14,9 Mio. EUR, +256 %). Diese bidirektionale Dynamik spiegelt die Industrialisierung der Türkei wider, die sowohl EU-Maschinen nachfragt als auch zunehmend eigene Produkte auf den EU-Markt bringt.
Indien entwickelte sich zum drittgrößten Exportmarkt mit einem Plus von 110 % (von 33,3 auf 69,9 Mio. EUR). Das indische Wachstum dürfte durch die massive Infuktions- und Industrialisierungsdynamik des Landes sowie den Ausbau der Zement- und Baustoffindustrie getrieben sein.
Demgegenüber verloren die USA als traditionell größter Einzelmarkt der EU 30 % ihres Exportvolumens (von 115,8 auf 81,1 Mio. EUR), blieben aber zweitgrößter Abnehmer. Algerien verlor sogar 63 % (von 79,5 auf 29,8 Mio. EUR), was auf politische Instabilität und veränderte Investitionszyklen in Nordafrika zurückzuführen sein könnte.
Chinas Rolle wandelt sich: Rückgang als Exportziel, Zunahme als Importquelle
China durchlebte eine bemerkenswerte Wandlung in seiner Rolle im Handel mit CN 847480. Als Exportziel der EU verlor China 48 % seines Volumens — von 62,3 Mio. EUR (2015) auf 32,4 Mio. EUR (2025). Der Höhepunkt wurde 2018 mit 205,4 Mio. EUR erreicht, als China zeitweise der größte einzelne Exportmarkt der EU war. Der anschließende Rückgang ist wahrscheinlich auf den massiven Ausbau der eigenen chinesischen Maschinenindustrie zurückzuführen.
Gleichzeitig wuchsen die EU-Importe aus China von 8,8 Mio. EUR (2015) auf 24,5 Mio. EUR (2025) — ein Plus von 178 %. China wurde damit zum größten Drittland-Lieferanten der EU. Der durchschnittliche Importpreis aus China sank im selben Zeitraum erheblich, was auf eine zunehmende preisliche Wettbewerbsfähigkeit chinesischer Hersteller hindeutet. Diese Rolle als „Importquelle Nr. 1" bei gleichzeitigem Bedeutungsverlust als Absatzmarkt spiegelt Chinas Aufstieg als Maschinenbauer wider.
Innerhalb der EU verschob sich die Exportführerschaft von Deutschland zu Italien
Auch innerhalb der EU-Mitgliedstaaten vollzog sich eine bemerkenswerte Verschiebung der Exportführerschaft:
| EU-Mitgliedstaat | Exporte 2015 (Mio. EUR) | Exporte 2025 (Mio. EUR) | Veränderung | RSCA 2025 |
|---|---|---|---|---|
| Italien | 280,9 | 307,1 | +9,3 % | 0,65 |
| Deutschland | 282,1 | 217,9 | −22,8 % | 0,26 |
| Spanien | 90,9 | 53,6 | −41,0 % | −0,04 |
| Dänemark | 27,0 | 33,8 | +25,1 % | 0,34 |
| Frankreich | 37,6 | 30,1 | −19,9 % | −0,33 |
| Belgien | 19,0 | 18,8 | −1,3 % | −0,75 |
| Österreich | 12,4 | 9,0 | −27,7 % | 0,07 |
Quelle: EU-Mitgliedstaaten nach Wert; Spezialisierung
Italien überholte Deutschland als größter EU-Exporter und erhöhte seine Ausfuhren um 9,3 % auf 307,1 Mio. EUR. Mit einem RSCA-Wert von 0,65 (RCA 4,74) weist Italien die stärkste komparative Spezialisierung in diesem Segment innerhalb der EU auf. Italien produzierte 2022 rund 38 % des EU-weiten Produktionswertes in diesem Segment.
Deutschland hingegen verlor 22,8 % seiner Exporte und sank von 282,1 auf 217,9 Mio. EUR. Deutschland ist dennoch weiterhin der zweitgrößte Exporteur und mit einem RSCA von 0,26 und einer Produktionsquote von 36 % ein wichtiger Produzent. Der Rückgang könnte auf veränderte Wettbewerbsstrukturen, Standortfaktoren oder die Verschiebung von Produktionskapazitäten innerhalb Europas zurückzuführen sein.
Spanien verlor mit −41 % am stärksten an Boden, während Dänemark (+25 %) als Nischenakteur mit Spezialisierung auf bestimmte Maschinenarten (RSCA 0,34) zulegen konnte.
Auf der Importseite innerhalb der EU fiel besonders der Rückgang Deutschlands auf: Die deutschen Einfuhren aus Drittländern sanken um 81 % (von 14,2 auf 2,6 Mio. EUR). Gleichzeitig stiegen die Importe Polens um 957 % (von 0,8 auf 8,4 Mio. EUR), was auf die Industrialisierung und den Infuktionsboom in Polen hindeuten könnte.
3. Zunehmende Importkonzentration und Handelsvolatilität
Die Importkonzentration (HHI) stieg um 59 % auf fast 2.900 Punkte
Der Herfindahl-Hirschman-Index (HHI) für die EU-Importe nach Wert stieg von 1.830 Punkten (2015) auf 2.902 Punkte (2025) — ein Anstieg von 58,6 %. Nach üblicher Klassifikation liegt ein HHI über 2.500 bereits im Bereich hoher Konzentration. Der Index verlief dabei nicht linear, sondern zeigte erhebliche Schwankungen (Minimum: 1.459 in 2019; Maximum: 2.902 in 2025).
Der HHI nach Mengen wuchs sogar noch deutlicher — von 1.586 auf 3.153 Punkte (+98,8 %). Dies bedeutet, dass die EU mengenmäßig noch stärker auf wenige Lieferanten konzentriert ist als es die Wertdaten vermuten lassen.
Demgegenüber blieb die Exportkonzentration mit einem HHI von 593 (2015) bzw. 631 (2025) auf niedrigem Niveau stabil (+6,3 %). Die EU-Ausfuhren sind also deutlich breiter diversifiziert als die Einfuhren.
| Indikator | 2015 | 2019 | 2022 | 2025 | Veränderung 2015→2025 |
|---|---|---|---|---|---|
| Import-HHI (Wert) | 1.830 | 1.459 | 2.165 | 2.902 | +58,6 % |
| Import-HHI (Menge) | 1.586 | — | — | 3.153 | +98,8 % |
| Export-HHI (Wert) | 593 | 699 | 538 | 631 | +6,3 % |
| Export-HHI (Menge) | 505 | — | — | 596 | +18,0 % |
Quelle: Konzentration (HHI)
China und die Türkei dominieren zunehmend die EU-Importe — die Schweiz verlor stark an Bedeutung
Der Anstieg der Importkonzentration ist maßgeblich auf die wachsende Dominanz von China und der Türkei als Lieferanten zurückzuführen:
| Importquelle | 2015 (Mio. EUR) | 2025 (Mio. EUR) | Veränderung | Anteil 2025 |
|---|---|---|---|---|
| China | 8,8 | 24,5 | +178,4 % | 43,1 % |
| Türkei | 4,2 | 14,9 | +256,4 % | 26,2 % |
| Großbritannien | 5,5 | 6,6 | +21,7 % | 11,6 % |
| Schweiz | 15,0 | 1,2 | −91,8 % | 2,2 % |
| Serbien | 1,1 | 2,1 | +101,6 % | 3,8 % |
| USA | 5,3 | 2,6 | −50,1 % | 4,6 % |
Quelle: Handelspartner nach Wert
Im Jahr 2025 entfielen zusammen rund 69 % aller EU-Importe aus Drittländern auf China (43 %) und die Türkei (26 %). Beide Länder sind zudem stark preiswettbewerbsfähig: Die Importpreise aus diesen Quellen liegen deutlich unter dem EU-Durchschnittspreis für Exporte.
Demgegenüber verlor die Schweiz als Importquelle dramatisch an Bedeutung: von 15,0 Mio. EUR (2015) auf nur noch 1,2 Mio. EUR (2025), ein Rückgang von 91,8 %. Die Schweiz war 2015 noch die wichtigste einzelne Importquelle — 2025 rangiert sie nur noch auf Platz fünf. Diese Verschiebung könnte mit der Verlagerung von Produktions- und Handelsaktivitäten in Niedriglohnländer sowie mit der Reorganisation von Lieferketten innerhalb Europas zusammenhängen.
Auch die USA als Importquelle verloren 50 % (von 5,3 auf 2,6 Mio. EUR), was die allgemeine Tendenz unterstreicht, dass nicht-asiatische Quellen an Boden verlieren.
Preis- und Angebotschocks kennzeichnen den Handel mit mehreren Schlüsselpartnern
Die Volatilitätsanalyse zeigt, dass der Handel mit CN 847480 durch erhebliche Preisschwankungen bei einzelnen Partnern geprägt ist. Die identifizierten Schockereignisse betreffen vor allem die Exportseite:
| Partnerland | Schocktyp | Jahr | Preisverschiebung | Wertanteil |
|---|---|---|---|---|
| Vereinigtes Königreich | Preisschock | 2019 | +60,0 % | 3,9 % |
| Israel | Preisschock | 2020 | +202,1 % | 1,0 % |
| Usbekistan | Preisschock | 2023 | +160,0 % | 1,8 % |
| Indien | Preisschock | 2022 | +131,0 % | 5,9 % |
Diese Schocks treten typischerweise bei gleichzeitigem Rückgang der Mengen auf, was auf projektbezogene Einzelaufträge (etwa Großanlagen) oder auf Verwerfungen in bestimmten Märkten hindeuten kann. Der Preisschock bei Exporten nach Indien 2022 (Preisverdopplerung auf 15.666 EUR/t bei halbiertem Volumen) ist besonders bemerkenswert, da Indien gleichzeitig zum drittgrößten Exportmarkt aufstieg.
Auch auf der Importseite wurden Preisschocks festgestellt, darunter ein Preispeak bei Importen aus der Türkei 2018 (+103 % gegenüber dem Vorjahresniveau) sowie ein Preischock bei Einfuhren aus dem Vereinigten Königreich 2017 (+193 %). Diese Schwankungen unterstreichen die Volatilität der Beschaffungsmärkte.
Die EU bleibt ein starker Nettoexporteur, doch der Überschuss schrumpft tendenziell
Trotz der beschriebenen Veränderungen ist die EU in diesem Segment ein ausgeprägter Nettoexporteur. Die Netto-Importabhängigkeit lag 2022 bei −400 % und 2024 bei −343 %, was bedeutet, dass die EU etwa vier- bis fünfmal so viel exportiert wie importiert.
Die Handelsintensität (Anteil des Handels am Gesamtaufkommen) lag 2022–2024 bei rund 87 %, und die Exportneigung bei 84–86 %. Diese sehr hohen Werte kennzeichnen CN 847480 als hochgradig exportorientiertes Segment, in dem der Binnenmarkt nur eine untergeordnete Rolle spielt.
Dennoch zeigt der Trend: Während die Netto-Exportüberschüsse absolut bleiben, nähern sich Import- und Exportentwicklung tendenziell an. Die EU-Importe wuchsen mengenmäßig um 84 %, die Exportmengen sanken um 51 %. Sollte sich diese Gegenläufigkeit fortsetzen, könnte sich die Handelsbilanz perspektivisch weiter einengen.
Schlussfolgerung
Die Marktentwicklung von CN 847480 im Zeitraum 2015–2025 lässt sich als drei sich überlagernde Transformationsprozesse zusammenfassen:
Erstens vollzog sich ein deutlicher qualitativer Strukturwandel bei den EU-Exporten. Die halbierten Exportmengen bei nahezu verdoppelten Preisen deuten auf eine Verschiebung hin zu hochwertigeren, spezialisierteren Maschinen hin — ein Muster, das mit dem industriellen Wettbewerbsvorteil der EU in der Hochtechnologie konsistent ist.
Zweitens haben geopolitische Ereignisse die Handelslandschaft grundlegend umgestaltet. Der Wegfall Russlands als Absatzmarkt, der Aufstieg der Türkei und Indiens sowie Chinas Transformation vom Exportziel zur dominanten Importquelle haben die traditionelle Handelsarchitektur nachhaltig verändert. Innerhalb der EU verschob sich die Führerschaft von Deutschland zu Italien.
Drittens ist die zunehmende Importkonzentration auf wenige Lieferanten — allen voran China und die Türkei — ein strategischer Beobachtungspunkt. Während die EU insgesamt ein starker Nettoexporteur bleibt und ihre Ausfuhren breit diversifiziert sind, könnte die wachsende Abhängigkeit von kostengünstigen Importen aus wenigen Quellen mittelfristig sowohl Wettbewerbs- als auch Lieferkettenrisiken bergen.
Die EU-Produktion belief sich 2024 auf schätzungsweise 850 Mio. EUR, was in etwa dem Exportniveau entspricht. Für die kommenden Jahre wird die weitere Entwicklung der Infuktionsinvestitionen in Schwellenländern (Indien, Türkei, Mexiko), die Wettbewerbsfähigkeit chinesischer Anbieter sowie die Auswirkungen europäischer Industriepolitik (etwa im Kontext des Green Deal und der strategischen Autonomie) bestimmende Faktoren für die Marktdynamik von CN 847480 sein.