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Marktentwicklung: Körperpflegemittel (CN 330790) — 2015–2025

Einleitung

Der Zollcode 330790 umfasst Haarentfernungsmittel sowie andere zubereitete Riech-, Körperpflege- und Schönheitsmittel, die nicht anderweitig erfasst sind (Residualposition innerhalb der KN-Unterposition 3307). Die vorliegende Analyse untersucht die Handelsentwicklung der EU mit Drittländern im Zeitraum von 2015 bis 2025 und stützt sich auf Jahresdaten, bei denen unvollständige Perioden bereits ausgeschlossen wurden. Die EU verfügt in diesem Segment über eine klare Exportstärke, die über den gesamten Betrachtungszeitraum hinweg Bestand hat. Gleichzeitig zeigen sich tiefgreifende Veränderungen in den Partnerstrukturen, Preis dynamiken und der regionalen Spezialisierung innerhalb der Union.

Weitere Informationen zum Produktumfang finden Sie unter Scope & Definitions.


1. Robuste Exportdominanz trotz dynamischer Importnachfrage

1.1 Die EU ist ein struktureller Nettoexporteur

Die EU weist über den gesamten Beobachtungszeitraum einen deutlichen Handelsbilanzüberschuss bei CN 330790 auf. Dieser Überschuss stieg von rund 259 Mio. € im Jahr 2015 auf 361 Mio. € im Jahr 2025, was einem Anstieg von 39,5 % entspricht. Die Netto-Importabhängigkeit blieb dabei konstant bei rund −24 %, mit einem Spitzenwert von −35 % (Minimalkonjunktur der Importe) und einem Tiefpunkt von −8 %. Der negative Wert kennzeichnet die EU unverändert als Nettoexporteur.

Kennzahl 2015 2025 Veränderung
Exportwert 448,7 Mio. € 714,5 Mio. € +59,2 %
Importwert 189,7 Mio. € 353,2 Mio. € +86,2 %
Handelsbilanz 259,0 Mio. € 361,3 Mio. € +39,5 %
Netto-Importabhängigkeit −24,2 % −24,1 % +0,4 %

1.2 Importe wachsen schneller als Exporte

Obwohl der Handelsüberschuss erhalten bleibt, wuchsen die EU-Importe im Betrachtungszeitraum mit +86,2 % deutlich stärker als die Exporte (+59,2 %). Die importierte Menge stieg um 45,5 % (von 43.570 t auf 63.388 t), die exportierte Menge um 31,0 % (von 60.219 t auf 78.902 t). Dieses asymmetrische Wachstum deutet auf eine steigende Nachfrage nach importierten Körperpflegeprodukten hin, die über die reine Produktionsverlagerung hinausgeht und möglicherweise auf veränderte Konsumpräferenzen – etwa für Naturkosmetik oder spezialisierte Produkte aus Drittländern – zurückzuführen ist.

1.3 Steigende Einheitspreise auf beiden Seiten

Sowohl Export- als auch Importpreise sind im Zeitverlauf gestiegen:

Preisindikator 2015 2025 Veränderung
Exportpreis 7.452 €/t 9.054 €/t +21,5 %
Importpreis 4.354 €/t 5.572 €/t +28,0 %

Die EU exportiert systematisch zu höheren Preisen als sie importiert, was auf eine Positionierung in hochwertigen Marktsegmenten hindeutet. Das Export-/Import-Preisverhältnis lag 2025 bei rund 1,6:1. Der stärkere Preisanstieg bei Importen (+28 %) gegenüber Exporten (+21,5 %) könnte auf Qualitätsverbesserungen der Lieferanten oder Rohstoffkostensteigerungen in Produktionsländern wie China und der Türkei hinweisen.

Details zu den Handelsströmen.


2. Verschiebung der Handelspartnerschaften und Preis schocks

2.1 Neue Importpartner gewinnen an Bedeutung

Die Struktur der wichtigsten Importpartner der EU hat sich zwischen 2015 und 2025 erheblich verändert. Das Vereinigte Königreich blieb zwar der größte Importpartner, verlor jedoch nach dem Brexit an relativer Bedeutung, während neue Quellländer stark aufholten:

Importpartner 2015 (Mio. €) 2025 (Mio. €) Veränderung
Vereinigtes Königreich 59,6 140,9 +136,5 %
China 16,7 50,9 +204,6 %
USA 49,4 45,0 −8,9 %
Schweiz 26,6 15,2 −42,9 %
Bosnien und Herzegowina 1,4 9,5 +587,9 %
Türkei 7,9 11,9 +50,2 %

Die mit Abstand stärkste prozentuale Steigerung verzeichnete Bosnien und Herzegowina (+587,9 %), gefolgt von China (+204,6 %). Die USA und die Schweiz verloren hingegen an Bedeutung als Importquellen. Diese Verschiebung spiegelt sowohl globale Produktionsverlagerungen als auch die zunehmende Wettbewerbsfähigkeit von Herstellern in Schwellenländern wider.

2.2 China als strategischer Handelspartner mit volatiler Preisentwicklung

China nimmt eine zunehmend wichtige Rolle als Handelspartner ein – sowohl als Import- als auch als Exportziel. Die EU-Exporte nach China stiegen von 8,8 Mio. € auf 46,7 Mio. € (+429,3 %), die Importe aus China von 16,7 Mio. € auf 50,9 Mio. € (+204,6 %). Allerdings war die Preisentwicklung bei chinesischen Importen ausgesprochen volatil: Im Jahr 2021 wurde ein Preisschock mit einer Abnormalitätsbewertung von 22,3 und einem Preisanstieg von 63,5 % festgestellt, der im Zusammenhang mit pandemiebedingten Lieferkettenstörungen und Rohstoffkostensteigerungen stehen dürfte.

2.3 Preisschocks bei türkischen und kanadischen Handelsströmen

Neben China wurden auch bei anderen Partnern signifikante Preisschocks identifiziert:

Schock Partner Jahr Typ Abnormalität Preisänderung
1 China 2021 Importpreis 22,3 +63,5 %
2 Türkei 2022 Importpreis 10,3 +82,2 %
3 Kanada 2018 Exportpreis 12,1 +38,3 %

Der türkische Preisschock von 2022 mit einem Anstieg von 82,2 % fällt in den Zeitraum der weltweiten Inflation und der Lira-Abwertung. Die Volatilitätsanalyse zeigt, dass Israel (CV: 0,69) und Serbien (CV: 0,85) bei Importen sowie Algerien (CV: 0,87) bei Exporten die höchsten Schwankungskoeffizienten aufweisen – ein Hinweis darauf, dass Handelsbeziehungen mit diesen Partnern besonders anfällig für Schwankungen sind.

Die Partnerstruktur und die Volatilitätsdaten liefern hierzu weitere Details.


3. Zunehmende Diversifizierung der EU-Exportstruktur und regionale Spezialisierungsmuster

3.1 Die Exportkonzentration nimmt ab

Ein bemerkenswerter struktureller Trend ist die abnehmende Konzentration der EU-Exporte. Der Herfindahl-Hirschman-Index (HHI) für Exporte sank von 767 auf 599 (−21,9 %), was einer breiteren Verteilung der Exportströme über verschiedene Zielländer entspricht. Im Gegensatz dazu stieg der Import-HHI leicht von 1.998 auf 2.154 (+7,8 %), was auf eine geringfügig stärkere Konzentration der Importquellen hindeutet.

Konzentrationsindikator (HHI) 2015 2025 Veränderung
Exporte (Wert) 767 599 −21,9 %
Importe (Wert) 1.998 2.154 +7,8 %

Der divergierende Trend – sinkende Exportkonzentration bei steigender Importkonzentration – legt nahe, dass die EU ihre Exportmärkte aktiv diversifiziert, während sie bei den Importen stärker auf einige wenige, zuverlässige Lieferanten setzt.

3.2 Frankreich, Spanien und Italien dominieren die EU-Produktion

Innerhalb der EU zeigt sich eine deutliche regionale Spezialisierung. Im Jahr 2025 waren die fünf am stärksten spezialisierten Mitgliedstaaten (gemessen am RSCA-Index):

Land RSCA RCA Produktanteil
Kroatien 0,733 6,48 2,6 %
Dänemark 0,590 3,87 6,7 %
Rumänien 0,519 3,16 5,3 %
Luxemburg 0,396 2,31 0,7 %
Frankreich 0,342 2,04 15,9 %

Kroatien weist die höchste Spezialisierung auf, allerdings bei einem kleinen Gesamtanteil. Frankreich hingegen vereint hohe Spezialisierung mit großem Produktionsanteil und war 2025 mit 189 Mio. € der größte EU-Exporteur, gefolgt von Spanien (108 Mio. €) und Italien (132 Mio. €). Die EU-weite Produktionsleistung stieg von rund 903 Mio. € auf 1.770 Mio. € (+95,9 %) – ein beachtliches Wachstum, das das steigende Exportvolumen erklärt.

3.3 Die Exportneigung als treibende Wachstumskraft

Die Exportneigung (Exportquote der EU-Produktion) stieg von 36,7 % auf 39,8 %, die Handelsintensität von 46,0 % auf 50,0 %. Der Salience-Score für die Exportneigung liegt mit 18,7 deutlich über dem für die Handelsintensität (8,7), was bedeutet, dass die zunehmende Exportorientierung der EU-Industrie der strukturell bedeutsamere Trend ist. Der russische Markt, einst drittgrößtes Exportziel (86 Mio. € in 2015), verlor bis 2025 auf 59,5 Mio. € (−31,1 %), was auf Sanktionen und Handelsumlenkungen zurückzuführen sein dürfte.


Schlussfolgerung

Der EU-Markt für Körperpflegemittel des Zollcodes 330790 zeigt sich im Zeitraum 2015–2025 als dynamisch und widerstandsfähig. Trotz eines schnelleren Importwachstums (+86,2 %) gegenüber Exporten (+59,2 %) verteidigte die EU ihre Position als Nettoexporteur mit einem konstanten Überschuss von rund 24 % der Produktionsbasis. Der starke Anstieg der inländischen Produktion (+95,9 %) und die zunehmende Exportneigung unterstreichen die internationale Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Kosmetik- und Körperpflegeindustrie, insbesondere der Länder Frankreich, Italien und Spanien.

Gleichzeitig deuten die identifizierten Preisschocks bei Importen aus China (2021) und der Türkei (2022) sowie die steigende Importkonzentration (HHI) darauf hin, dass die EU bei bestimmten Lieferantenstrukturen anfälliger für externe Störungen geworden ist. Die Diversifizierung der Exportbasis – erkennbar am sinkenden Export-HHI – stellt hingegen eine Stabilisierungsstrategie dar. Insgesamt liegt das Segment im Einfuhrpreisbereich unter dem Ausfuhrpreisniveau, was die Positionierung der EU in qualitativ hochwertigen Marktsegmenten bestätigt.

Erstellt am 2026-08-09. Die Zahlen geben die Eurostat-Daten zum Zeitpunkt der Erstellung wieder und enthalten keine späteren Revisionen.

Automatisch erstellt: Dieser Bericht soll die menschliche Analyse beschleunigen, aber nicht ersetzen.

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