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Marktentwicklung: Instrumente, Apparate und Geräte für physikalische oder chemische Untersuchungen, die optische Strahlen "UV-Strahlen, sichtbares Licht, Infrarotstrahlen" verwenden (ausg. Spektrometer, Spektrofotometer und Spektrografen sowie Untersuchungsgeräte für Gase oder Rauch) (CN 902750) — 2015–2025

Einleitung

Die Produktgruppe CN 902750 umfasst als Residualkategorie innerhalb des CN-Codes 9027 Instrumente, Apparate und Geräte für physikalische oder chemische Untersuchungen, die optische Strahlen (UV, sichtbares Licht, Infrarot) verwenden — mit Ausnahme von Spektrometern, Spektrofotometern, Spektrografen sowie Untersuchungsgeräten für Gase oder Rauch. Sie korrespondiert mit dem PRODCOM-Code 26.70.24.50 („Andere Instrumente, Apparate und Geräte, die optische Strahlen verwenden"). Diese Geräte kommen in Industrie, Forschung, Umweltüberwachung und Qualitätskontrolle zum Einsatz.

Im Zeitraum 2015 bis 2025 durchlief der EU-Außenhandel mit diesen Geräten eine bemerkenswerte Transformation: Sowohl Exporte als auch Importe verzeichneten ein Wertwachstum von über 55 %, wobei die Dynamik stark von Preissteigerungen und nicht primär von Mengenexpansion getrieben wurde. Gleichzeitig verschob sich die geopolitische Handelslandschaft erheblich — nicht zuletzt durch den Einbruch der Exporte nach Russland ab 2022 — und die europäische Eigenproduktion verlor deutlich an Volumen.

Dieser Bericht analysiert die wichtigsten Trends anhand von Eurostat-Handelsdaten und gliedert sich in drei Abschnitte: Erstens wird das preisgetriebene Wachstum und die Entwicklung der Handelsbilanz beleuchtet. Zweitens werden die Verschiebungen im Handelspartnergefüge untersucht. Drittens stehen die europäische Produktionsentwicklung und die sich wandelnde Handelsverflechtung im Mittelpunkt.

Übersicht und Zeitreihen


1. Preisgetriebenes Wachstum und schwankende Handelsbilanz

Der EU-Markt wuchs im Wert um über 55 %, doch das Mengenwachstum blieb deutlich dahinter zurück

Der Gesamtwert der EU-Exporte in diese Produktgruppe stieg von 1,43 Mrd. EUR im Jahr 2015 auf 2,24 Mrd. EUR im Jahr 2025, was einem Anstieg von 57,1 % entspricht. Die Importe wuchsen im gleichen Zeitraum von 1,26 Mrd. EUR auf 1,97 Mrd. EUR (+55,7 %). In Mengen (Tonnen) betrug das Wachstum der Exporte jedoch lediglich 22,6 % und das der Importe sogar nur 5,2 %. Dieser deutliche Gap zwischen Wert- und Mengenentwicklung zeigt, dass die Preisentwicklung der dominante Wachstumstreiber war.

Jahr Exporte (Mrd. EUR) Importe (Mrd. EUR) Saldo (Mio. EUR) Exp.-Menge (t) Imp.-Menge (t) Ø Exp.-Preis (EUR/t) Ø Imp.-Preis (EUR/t)
2015 1,43 1,26 +161,9 6.573 7.171 217.021 176.372
2016 1,53 1,35 +177,4 6.822 7.198 224.434 188.084
2017 1,56 1,34 +215,3 6.967 7.285 223.436 184.119
2018 1,63 1,59 +43,7 7.204 8.191 226.280 193.684
2019 1,81 1,78 +32,2 7.623 8.582 237.282 206.998
2020 1,85 1,76 +96,7 7.743 8.221 239.303 213.629
2021 2,14 2,05 +95,1 8.473 9.104 253.154 225.152
2022 2,22 2,28 −64,3 7.788 8.262 284.680 276.135
2023 2,11 2,10 +2,8 6.997 7.756 301.027 271.126
2024 2,15 2,07 +88,2 7.095 7.949 303.460 259.810
2025 2,24 1,97 +271,4 8.055 7.540 278.176 261.197

Quelle: Allgemeine Übersicht

Die Preise stiegen insbesondere auf der Importseite stark an — die EU bezahlte 2025 fast 50 % mehr pro Tonne als 2015

Die Exportpreise erhöhten sich von durchschnittlich 217.021 EUR/t (2015) auf einen Höchstwert von 303.460 EUR/t (2024), bevor sie 2025 wieder auf 278.176 EUR/t fielen — insgesamt ein Anstieg von 28,2 %. Noch deutlicher war der Preisanstieg bei den Importen: von 176.372 EUR/t auf 261.197 EUR/t (+48,1 %). Der stärkste Preissprung trat 2022 ein, als die Importpreise von 225.152 EUR/t auf 276.135 EUR/t (+22,6 % in einem einzigen Jahr) sprangen — ein Effekt, der auf die globalen Lieferkettenstörungen und Inflationseffekte nach der COVID-19-Pandemie zurückzuführen ist.

Bemerkenswert ist zudem, dass die Importpreise 2025 mit 261.197 EUR/t weiterhin deutlich über dem Vorkrisenniveau lagen, während die Exportpreise nach einem Zwischenhöchstwert 2023/2024 (über 301.000 EUR/t) wieder nachgaben. Die EU exportierte also tendenziell zu steigenden Kosten, aber importierte ebenfalls zu höheren Preisen — ein Umfeld, das sowohl Hersteller als auch Abnehmer unter Druck setzte.

Die Handelsbilanz schwankte erheblich und erreichte 2022 erstmals ein Defizit

Die EU verzeichnete im gesamten Betrachtungszeitraum fast durchgehend einen Handelsüberschuss im Segment CN 902750. Dieser Überschuss nahm von 161,9 Mio. EUR (2015) zunächst zu und erreichte 2017 mit 215,3 Mio. EUR einen vorläufigen Höhepunkt. In den Jahren 2018 und 2019 schrumpfte der Überschuss jedoch drastisch auf 43,7 bzw. 32,2 Mio. EUR — bedingt durch einen stärkeren Anstieg der Importe (2018: +18,3 %) gegenüber den Exporten (2018: +4,7 %).

Besonders bemerkenswert ist das Jahr 2022: Die EU geriet erstmals in ein Handelsdefizit von 64,3 Mio. EUR. Die Importe erreichten mit 2,28 Mrd. EUR ihren Spitzenwert, während die Exporte mit 2,22 Mrd. EUR leicht darunter blieben. Dieses Defizit war vor allem preisbedingt, da die Mengen auf beiden Seiten bereits rückläufig waren. Ab 2023 erholte sich die Handelsbilanz rasch, und 2025 wurde mit +271,4 Mio. EUR der höchste Überschuss des gesamten Betrachtungszeitraums verzeichnet — ein Anstieg von 67,7 % gegenüber dem Ausgangswert von 2015.


2. Geopolitische Umbrüche im Handelspartnergefüge

Die USA und Japan blieben die wichtigsten Importquellen, doch die Wachstumsmuster divergierten

Auf der Importseite dominieren die Vereinigten Staaten und Japan das Handelsvolumen. Japan war mit einem Importvolumen von 448,2 Mio. EUR im Jahr 2025 der zweitgrößte Lieferant der EU (+21,2 % gegenüber 2015). Japan zeichnete sich zudem durch die mit Abstand geringste Mengenvolatilität aller großen Partner aus (Variationskoeffizient: 0,055), was auf eine stabile und zuverlässige Lieferbeziehung hindeutet — ein wichtiger Faktor für planungsintensive Analysegeräte.

Die Vereinigten Staaten hingegen übernahmen die führende Rolle unter den Importpartnern und steigerten ihre Lieferungen von 400,8 Mio. EUR auf 661,7 Mio. EUR (+65,1 %). Allerdings schwankten die US-Lieferungen in den letzten Jahren erheblich — der Höchstwert lag 2023 bei 817,0 Mio. EUR, bevor die Importe 2025 wieder auf 661,7 Mio. EUR sanken.

Rang Partner Importe 2015 (Mio. EUR) Importe 2025 (Mio. EUR) Veränderung (%)
1 Vereinigte Staaten 400,8 661,7 +65,1
2 Japan 369,9 448,2 +21,2
3 Schweiz 161,8 221,6 +36,9
4 China 114,0 185,5 +62,7
5 Vereinigtes Königreich 68,1 128,9 +89,4
6 Singapur 85,0 171,0 +101,2
7 Israel 8,9 43,3 +387,4

Quelle: Handelspartner

Singapur und Israel stiegen zu den am schnellsten wachsenden Importquellen auf

Besonders bemerkenswert ist das Wachstum bei Singapur (+101,2 %) und Israel (+387,4 %). Singapur fungiert als Drehkreuz für asiatische Hochtechnologieprodukte; das Importvolumen stieg von 85,0 Mio. EUR auf 171,0 Mio. EUR. Allerdings war Singapur auch der volatilste der großen Importpartner (Variationskoeffizient: 0,467), mit einem Höchstwert von 212,1 Mio. EUR (2022) und einem Rückgang in den Folgejahren.

Israels starkes Wachstum — von unter 9 Mio. EUR auf über 43 Mio. EUR — spiegelt die Expansion israelischer Analytik- und Optikunternehmen wider. Der Importanteil Israels blieb mit rund 2,2 % am Gesamtmarkt jedoch gering.

Der Exportmarkt nach Russland brach nach 2021 nahezu vollständig zusammen

Auf der Exportseite war die dramatischste Veränderung der Zusammenbruch der EU-Exporte nach Russland. Diese stiegen zunächst von 50,4 Mio. EUR (2015) auf 118,9 Mio. EUR im Jahr 2021 — ein Wachstum von 135,7 % — und fielen danach auf lediglich 2,6 Mio. EUR im Jahr 2024 (−97,8 % gegenüber dem Höchststand). In Mengen ausgedrückt war der Rückgang noch eindrücklicher: von 715,8 Tonnen (2021) auf nur 7,0 Tonnen (2024). Im Jahr 2025 erholten sich die Exporte leicht auf 10,2 Mio. EUR bzw. 64,9 Tonnen, blieben aber weit unter dem Vorkrisenniveau. Dieser Einbruch ist klar auf die Sanktionen der EU gegen Russland nach dem Angriffskrieg gegen die Ukraine seit Februar 2022 zurückzuführen.

Rang Partner Exporte 2015 (Mio. EUR) Exporte 2025 (Mio. EUR) Veränderung (%)
1 Vereinigte Staaten 275,7 434,3 +57,5
2 China 151,9 298,5 +96,5
3 Vereinigtes Königreich 132,4 196,7 +48,6
4 Türkei 45,8 97,5 +112,8
5 Russland 50,4 10,2 −79,8
6 Brasilien 42,1 46,0 +9,3
7 Indien 40,7 80,9 +98,6

Quelle: Handelspartner

Die Türkei und Indien entwickelten sich zu stark wachsenden Exportmärkten

Während Russland als Exportmarkt wegbrach, gewannen andere Märkte an Bedeutung. Die Türkei verdoppelte ihre EU-Importe nahezu (45,8 Mio. EUR → 97,5 Mio. EUR, +112,8 %), Indien steigerte sich von 40,7 Mio. EUR auf 80,9 Mio. EUR (+98,6 %). China festigte seine Position als zweitgrößter Exportmarkt der EU: von 151,9 Mio. EUR auf 298,5 Mio. EUR (+96,5 %). Die USA blieben mit Abstand der größte Einzelmarkt mit 434,3 Mio. EUR in 2025.

Preispreisschocks bei Exporten in die Türkei und die USA waren die markantesten Volatilitätsereignisse

Die Volatilitätsanalyse identifizierte mehrere bemerkenswerte Preisschocks bei EU-Exporten:

  • Türkei (2021): Die Exportpreise stiegen um 32,7 % über den Baseline-Wert, während die Mengen gleichzeitig um 36,4 % sanken. Die Abnormalität betrug 43,3 — der höchste Wert aller identifizierten Schocks. Die Preise blieben auch in den Folgejahren auf erhöhtem Niveau (Baseline: 151.680 EUR/t, Post-Shock-Durchschnitt: 190.565 EUR/t).
  • Vereinigte Staaten (2022): Die Exportpreise in die USA sprangen um 43,1 % (von 329.460 EUR/t auf 471.393 EUR/t), bei gleichzeitigem Rückgang der Mengen um 22,5 %. Dieser Schock traf den mit Abstand größten Exportmarkt (Wertanteil: 23,8 %).
  • China-Importe (2022): Auf der Importseite stiegen die Preise für chinesische Lieferungen um 31 % über den Baseline-Wert, während die Mengen auf 92,4 % des Vorjahresniveaus sanken.

Quelle: Schockereignisse

Die Handelskonzentration blieb bei Importen mäßig hoch, bei Exporten niedrig

Der Herfindahl-Hirschman-Index (HHI) für Importe lag 2015 bei 2.182 und sank bis 2025 auf 1.991 (−8,7 %). Dies deutet auf einen mäßig konzentrierten Markt hin, in dem die drei größten Lieferanten (USA, Japan, Schweiz) zusammen etwa 68 % der Importe ausmachen. Die Exporte sind deutlich diversifizierter (HHI: 699 → 753), was auf eine breitere Streuung der Absatzmärkte hinweist.

Die Konzentrationsanalyse zeigt, dass die Importkonzentration 2020 mit einem HHI von 1.896 ihren niedrigsten Wert erreichte — ein Jahr, in dem COVID-19 die Lieferketten störte —, bevor sie 2023 mit 2.289 wieder ihren Höchstwert erreichte.


3. Europäische Produktionskrise und wachsende Handelsverflechtung

Die EU-Produktionsmengen halbierten sich nahezu, während die Produktionswerte leicht stiegen

Die Produktionsdaten zeichnen ein bemerkenswertes Bild: Die EU-Produktionsmengen (gemessen an PRODCOM-Daten) fielen von 2.177.312 Stück (2016) auf 1.000.000 Stück (2024) — ein Rückgang von 54,1 %. Parallel dazu stiegen die Produktionswerte leicht von 934,1 Mio. EUR auf 1.100,0 Mio. EUR (+17,8 %). Die durchschnittlichen Produktionspreise stiegen damit von 429 EUR/Stück (2016) auf 1.100 EUR/Stück (2024) — eine Verdreinhalbfachung.

Jahr Produktionsmenge (Stück) Produktionswert (Mio. EUR) Ø Preis (EUR/Stück)
2016 2.177.312 934,1 429
2017 2.273.663 1.000,5 440
2018 1.642.943 966,6 588
2019 1.308.869 1.001,8 765
2020 796.656 913,7 1.147
2021 932.400 1.020,0 1.094
2022 1.147.309 1.069,0 932
2023 1.218.000 1.132,0 929
2024 1.000.000 1.100,0 1.100

Quelle: Produktionsvolumina

Dieser Trend deutet auf eine fundamentale Verschiebung hin: Die EU produziert weniger Geräte, aber diese Geräte sind deutlich teurer — vermutlich weil die Produktion in Richtung hochspezialisierter, hochpreisiger Analysegeräte wandert. Der stärkste Mengeneinbruch fällt in die Jahre 2018–2020, als die Produktionsmengen von 1,64 Mio. auf 0,80 Mio. Stück sanken (−51,3 %). Seit 2021 erholten sich die Mengen teilweise, blieben aber weit unter dem Ausgangsniveau.

Die Exportquote stieg erheblich: Die EU exportiert immer mehr relativ zur eigenen Produktion

Die Export Propensity — gemessen als Exporte in Prozent der eigenen Produktion — stieg von 164,0 % (2016) auf 195,6 % (2024), ein Anstigkeit von 19,3 Prozentpunkten. Im Jahr 2021 lag der Wert sogar bei 210,3 %. Ein Wert über 100 % bedeutet, dass die EU mehr exportiert als sie selbst produziert, was auf Re-Exporte, Handelsumschlag über europäische Logistikzentren oder differenzierte Wertschöpfungsketten hindeutet.

Gleichzeitig stieg die Handelsintensität (Trade Intensity, gemessen als Exporte + Importe relativ zur Produktion) von 126,1 % auf 133,2 % (+5,6 %). Diese Kennzahlen zeigen, dass die EU in diesem Segment zunehmend auf internationalen Handel angewiesen ist.

Die Nettoumportabhängigkeit schwankte stark und erreichte 2022 kurzzeitig einen positiven Wert

Die Nettoimportabhängigkeit lag 2016 bei −23,4 % — die EU war also ein starker Nettoexporteur. Der Wert schwankte in den Folgejahren erheblich und erreichte 2022 mit +5,8 % sogar einen positiven Wert, was bedeutet, dass die EU in diesem Jahr mehr importierte als sie exportierte. Bis 2024 normalisierte sich der Wert wieder auf −8,6 %, was immer noch eine deutliche Schwächung gegenüber dem Ausgangsniveau darstellt. Im Zeitraum 2016–2024 näherte sich der Indikator dem Gleichgewichtspunkt um 63,2 % an.

Deutschland dominiert den EU-Handel, aber die Niederlande verzeichneten das stärkste Wachstum

Innerhalb der EU war Deutschland mit Abstand der größte Handelsakteur. Die deutschen Exporte stiegen von 842,8 Mio. EUR auf 1.203,4 Mio. EUR (+42,8 %), die Importe von 688,6 Mio. EUR auf 881,8 Mio. EUR (+28,1 %). Deutschland allein verantwortete 2025 rund 54 % der EU-Exporte und 45 % der EU-Importe in diesem Segment.

Land Exporte 2015 (Mio. EUR) Exporte 2025 (Mio. EUR) Wachstum (%) Importe 2015 (Mio. EUR) Importe 2025 (Mio. EUR) Wachstum (%)
Deutschland 842,8 1.203,4 +42,8 688,6 881,8 +28,1
Niederlande 113,7 241,6 +112,5 203,7 503,6 +147,3
Frankreich 143,8 162,2 +12,8 83,7 125,9 +50,4
Belgien 49,8 134,9 +170,8 100,7 103,7 +3,1
Schweden 71,1 95,9 +34,8 32,6 33,4 +2,3
Finnland 32,9 44,4 +35,1
Dänemark 54,8 39,8 −27,4

Quelle: Berichterstatter

Die Niederlande verzeichneten das mit Abstand stärkste Wachstum bei den Importen (+147,3 %) — ein Trend, der wahrscheinlich mit der Rolle Rotterdams als europäischem Drehkreuz für den Warenverkehr zusammenhängt. Belgien wiederum verzeichnete bei den Exporten ein Wachstum von 170,8 %, was auf den Hafen von Antwerpen als Umschlagplatz hindeuten könnte. Dänemark hingegen verzeichnete als einziges großes EU-Land einen Rückgang der Exporte (−27,4 %).

Irland und Deutschland weisen die höchste Spezialisierung in diesem Segment auf

Die Spezialisierungsanalyse (Datenstand 2025) zeigt, dass innerhalb der EU erhebliche Unterschiede in der Exportkompetenz bestehen:

Land RSCA RCA Anteil am EU-Produktexport (%)
Irland 0,639 4,54 9,5
Luxemburg 0,382 2,24 0,7
Deutschland 0,317 1,93 40,8
Lettland 0,244 1,65 0,6
Finnland 0,228 1,59 1,6
Niederlande 0,170 1,41 20,4
Schweden 0,101 1,22 2,9

Irland weist mit einem RSCA-Wert von 0,639 und einem RCA von 4,54 die mit Abstand höchste Spezialisierung auf — möglicherweise bedingt durch die Anwesenheit internationaler Analytik- und Pharmaunternehmen im Land. Deutschland (RSCA: 0,317) folgt an dritter Stelle und dominiert mit 40,8 % den EU-Produktexport. Am anderen Ende des Spektrums stehen Portugal (RSCA: −0,963), Slowenien (−0,951) und Polen (−0,896), die in diesem Segment kaum exportkompetitiv sind.


Schlussfolgerung

Der EU-Außenhandel mit optischen Untersuchungsgeräten (CN 902750) hat sich zwischen 2015 und 2025 auf mehreren Ebenen grundlegend verändert:

Erstens: Preisdominanz über Mengenwachstum. Der Wertzuwachs von über 55 % bei Exporten wie Importen wurde überwiegend durch Preissteigerungen getrieben. Die Exportpreise stiegen um 28 %, die Importpreise sogar um 48 %. Dies spiegelt sowohl technologische Aufwertung und höhere Qualitätsansprüche als auch die globale Inflation der Jahre 2021–2023 wider. Die Mengenentwicklung blieb dagegen mit +5 % (Importe) bzw. +23 % (Exporten) deutlich moderater.

Zweitens: Geopolitische Neuausrichtung. Der Zusammenbruch der Exporte nach Russland (von 119 Mio. EUR im Spitzenjahr 2021 auf nur 3 Mio. EUR 2024) und das Aufstarken der Türkei (+113 %), Indiens (+99 %) und Chinas (+97 %) als Exportmärkte kennzeichnen eine geopolitische Umorientierung. Auf der Importseite blieben Japan (stabil) und die USA (wachsend) die dominierenden Lieferanten. Die kurzfristige Handelsbilanzkrise von 2022 — als die EU erstmals einen Nettoimporteur-Status erreichte — hat sich inzwischen wieder normalisiert; 2025 wurde mit +271 Mio. EUR der höchste Überschuss des Betrachtungszeitraums verzeichnet.

Drittens: Strukturelle Transformation der europäischen Produktion. Die EU-Produktionsmengen halbierten sich nahezu (−54 %), während die Produktionswerte leicht stiegen (+18 %). Dies deutet auf eine Verschiebung hin zu hochwertigen Spezialgeräten mit deutlich höheren Stückpreisen. Die gleichzeitig gestiegene Exportquote (196 % der Produktion) zeigt eine zunehmende internationale Verflechtung.

Ob der anhaltende Rückgang der Produktionsmengen langfristig die europäische Wettbewerbsfähigkeit in diesem strategischen Segment gefährden könnte, bleibt eine offene Frage. Die steigende Exportpropensity und die volatile Preisentwicklung deuten darauf hin, dass die EU zunehmend auf internationale Lieferketten angewiesen ist — sowohl als Beschaffungsquelle als auch als Absatzmarkt.

Erstellt am 2026-08-04. Die Zahlen geben die Eurostat-Daten zum Zeitpunkt der Erstellung wieder und enthalten keine späteren Revisionen.

Automatisch erstellt: Dieser Bericht soll die menschliche Analyse beschleunigen, aber nicht ersetzen.

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