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Marktentwicklung: Gesellschaftsspiele (CN 950490) — 2015–2025

Einleitung

Dieser Bericht analysiert die Handelsentwicklung der Europäischen Union (EU) für die Warengruppe „Glücksspieltische, automatische Kegelanlagen und andere Gesellschaftsspiele“ (Zolltarifnummer CN 950490) im Zeitraum von 2015 bis 2025. Der Fokus liegt auf der Beschreibung und Interpretation der wesentlichen Handelsdynamiken, einschließlich der Wert- und Mengenentwicklung von Im- und Exporten, der Konzentration auf Handelspartner sowie der spezifischen Marktstruktur. Die Analyse basiert ausschließlich auf den bereitgestellten Daten und identifiziert die zentralen Trends und strukturellen Veränderungen in diesem Marktsegment.

1. Steigende Importabhängigkeit und starkes Wachstum der Einfuhren

Die EU verzeichnete im untersuchten Zeitraum ein signifikantes Wachstum der Importe bei gleichzeitiger Stagnation der Exportmengen, was zu einer erheblichen Ausweitung des Handelsdefizits führte.

1.1. Verdopplung des Importwerts und -volumens

Die Importe der EU aus Nicht-EU-Ländern haben sich zwischen 2015 und 2025 nahezu verdoppelt. Der Importwert stieg von rund 429 Mio. EUR auf über 914 Mio. EUR, was einer Steigerung von 113,3 % entspricht. Noch deutlicher war das Wachstum der importierten Menge, die von etwa 60.632 Tonnen auf 137.810 Tonnen zunahm (+127,3 %). Diese Entwicklung zeigt eine stark gestiegene Nachfrage nach Gesellschaftsspielen in der EU, die zunehmend durch Importe gedeckt wird.

Kennzahl 2015 2025 Veränderung
Importwert (Mrd. EUR) 0,43 0,91 +113,3 %
Importmenge (t) 60.632 137.810 +127,3 %
Durchschnittlicher Importpreis (EUR/t) 7.072 6.636 -6,2 %

1.2. Dominante und wachsende Rolle Chinas

China ist der mit Abstand wichtigste Handelspartner der EU für diese Produktgruppe und war maßgeblich für das Importwachstum verantwortlich. Die Einfuhren aus China stiegen von 305 Mio. EUR (2015) auf 695 Mio. EUR (2025) und machten damit im letzten Jahr rund 76 % der gesamten EU-Importe aus. Die importierte Menge aus China wuchs sogar um 128 %.

Weitere bedeutende Lieferanten sind das Vereinigte Königreich, die USA und – mit starkem Zuwachs – Vietnam und Kenia. Die Importe aus Vietnam stiegen von 1,1 Mio. EUR auf 36,0 Mio. EUR (+3.054 %), die aus Kenia von 1,2 Mio. EUR auf 38,5 Mio. EUR (+3.058 %).

Top-Importpartner Importwert 2015 (Mio. EUR) Importwert 2025 (Mio. EUR) Veränderung
China 305,0 695,1 +127,9 %
Vereinigtes Königreich 34,5 30,8 -10,8 %
Vereinigte Staaten 36,1 52,3 +44,7 %
Vietnam 1,1 36,0 +3.054 %
Kenya 1,2 38,5 +3.058 %

1.3. Expandierendes Handelsdefizit

Das Handelsbilanzdefizit der EU in diesem Sektor hat sich mehr als verdreifacht. Es vergrößerte sich von -214 Mio. EUR im Jahr 2015 auf -619 Mio. EUR im Jahr 2025. Dies unterstreicht die zunehmende Importabhängigkeit der EU. Der Indikator der „Netto-Importabhängigkeit“ bestätigt dies, lag jedoch Ende 2025 bei 88,8 % und damit leicht unter dem Höchststand von 95,8 % in den Vorjahren. (Übersicht über den Handel)

2. Moderates Exportwachstum bei sinkenden Mengen und steigenden Preisen

Im Gegensatz zu den dynamischen Importen zeigten die EU-Exporte ein differenziertes Bild: moderates Wertwachstum, gepaart mit rückläufigen Mengen und steigenden durchschnittlichen Preisen.

2.1. Wertsteigerung trotz Mengenrückgang

Der Exportwert der EU in Drittländer wuchs zwischen 2015 und 2025 um 37,6 % von 214 Mio. EUR auf 295 Mio. EUR. Die exportierte Menge sank jedoch im gleichen Zeitraum um 12,5 % von 19.502 Tonnen auf 17.073 Tonnen. Dieses Muster führt zu einem deutlichen Anstieg des durchschnittlichen Exportpreises um 57,1 % (von 10.996 EUR/t auf 17.277 EUR/t). Es deutet darauf hin, dass die EU sich auf qualitativ hochwertigere oder spezialisiertere Produkte konzentriert oder dass die allgemeine Inflation die Preise getrieben hat.

2.2. Stabile westliche Märkte, Rückgang bei Russland

Die wichtigsten Exportziele der EU sind das Vereinigte Königreich, die USA und die Schweiz, deren Bedeutung über den Zeitraum relativ stabil blieb. Der Export in die USA wies das stärkste Wachstum auf (+57,8 %). Ein dramatischer Rückgang ist bei den Exporten in die Russische Föderation zu beobachten: Sie fielen von 14,9 Mio. EUR (2015) auf nur noch 3,0 Mio. EUR (2025), was einem Rückgang von 79,7 % entspricht. Dies ist sehr wahrscheinlich auf die nach 2014 und insbesondere nach 2022 verhängten Sanktionen zurückzuführen.

Top-Exportpartner Exportwert 2015 (Mio. EUR) Exportwert 2025 (Mio. EUR) Veränderung
Vereinigtes Königreich 57,0 60,6 +6,3 %
Vereinigte Staaten 48,3 76,2 +57,8 %
Schweiz 17,5 33,4 +91,2 %
Norwegen 18,0 18,2 +0,9 %
Russische Föderation 14,9 3,0 -79,7 %

2.3. Volatilität und ein identifizierter Preisschock

Die Exporte in verschiedene Märkte weisen eine unterschiedliche Volatilität auf (gemessen am Variationskoeffizienten). Besonders volatil waren die Exporte nach Israel (CV: 0,52) und in die Türkei (CV: 0,60). Ein signifikanter Preisschock wurde für die EU-Exporte in die USA im Jahr 2023 identifiziert. Der durchschnittliche Exportpreis in die USA stieg in diesem Jahr ungewöhnlich stark um 43,6 %, was als Preisshock mit hoher Abnormalität (4,2) eingestuft wurde. (Volatilität und Schocks)

3. Produktstruktur, Spezialisierung und binnenwirtschaftliche Dynamiken

Die Analyse der Produktsegmente und der innerhalb der EU erfassten Werte liefert Einblicke in die Marktstruktur und die Wettbewerbsposition einzelner Mitgliedstaaten.

3.1. Dominanz des Allgemeinen Gesellschaftsspiele-Segments

Unter dem übergeordneten Code 950490 werden zwei Subsegmente erfasst:

  • 95049080: Glücksspieltische, automatische Kegelanlagen und andere Gesellschaftsspiele (einschl. mechanisch betriebene Spiele, ausg. bestimmter ausgenommener Spielarten).
  • 95049010: Elektrische Auto-Rennspiele, die den Charakter von Gesellschaftsspielen haben.

Das Segment 95049080 dominiert sowohl bei Importen als auch bei Exporten klar. Im Jahr 2025 machte es 94 % des Importwerts und 98 % des Exportwerts aus. Die Importe in diesem Hauptsegment sind im Wert um 122 % gestiegen. Auffällig ist die Entwicklung des Segments 95049010: Während die importierten Mengen relativ stabil blieben, ist der durchschnittliche Importpreis zwischen 2015 und 2025 um 38 % gestiegen (von 10.657 EUR/t auf 14.682 EUR/t). Bei den Exporten dieses Segments ist der Preis sogar stärker gestiegen, wobei das Exportvolumen seit 2017 stark rückläufig ist. (Produktvergleich nach Segmenten)

3.2. Spezialisierung innerhalb der EU und Konzentrationsmaße

Die EU-Mitgliedstaaten weisen eine sehr unterschiedliche Spezialisierung im Export von Gesellschaftsspielen auf. Gemäß dem Revealed Symmetric Comparative Advantage (RSCA) Index im Jahr 2025 sind Tschechien (RSCA: 0,38), Polen (0,22) und die Niederlande (0,20) am stärksten auf diesen Sektor spezialisiert. Im Gegensatz dazu weisen Länder wie Zypern (RSCA: -1,00) oder Bulgarien (-0,99) eine extreme Despezialisierung auf. (Spezialisierung nach Ländern)

Der Herfindahl-Hirschman-Index (HHI) für den Importwert zeigt eine moderate und leicht steigende Konzentration (von 5.229 auf 5.940), was die zunehmende Dominanz weniger Lieferanten (v.a. Chinas) spiegelt. Die Exportkonzentration ist niedriger und rückläufig (HHI von 1.436 auf 1.322), was auf eine breitere Streuung der Exportmärkte hindeutet. (Handelskonzentration (HHI))

3.3. Inner-EU-Produktion und Handelssalden der Mitgliedstaaten

Die in der EU gemeldete Produktion für diesen Warenbereich ist im Wert von 3 Mio. EUR (2015) auf 68 Mio. EUR (2025) gestiegen, bleibt jedoch im Vergleich zum Handelsvolumen (Importe: 914 Mio. EUR) sehr gering. Das bedeutet, dass der Binnenmarkt stark von Importen abhängig ist.

Betrachtet man die Handelssalden der einzelnen Mitgliedstaaten mit der Nicht-EU-Welt, so weisen große Volkswirtschaften wie Deutschland, Frankreich und die Niederlande große und wachsende Defizite auf. Die Niederlande haben das mit Abstand größte Defizit (-198 Mio. EUR), was auf ihre Rolle als Importdrehscheibe hindeutet. (Übersicht der Handelssalden nach Ländern)

Schluss

Der EU-Markt für Gesellschaftsspiele (CN 950490) hat sich zwischen 2015 und 2025 durch eine klare Dualität entwickelt: starkes, mengengetriebenes Importwachstum auf der einen Seite und preisgetriebenes, mengenrückläufiges Exportwachstum auf der anderen. Die EU hat ihre ohnehin schon hohe Importabhängigkeit weiter ausgebaut, wobei China seine dominierende Lieferantenstellung weiter zementiert hat.

Die Exporte der EU konzentrieren sich auf hochpreisige Produkte in stabile westliche Märkte, während politische Ereignisse wie Sanktionen (Russland) oder Handelsumlenkungen (Wachstum in Vietnam, Kenia) die Lieferketten umstrukturiert haben. Innerhalb der EU ist eine klare regionale Spezialisierung erkennbar, mit einer führenden Rolle mittel- und osteuropäischer Länder wie Tschechien und Polen in der Produktion und dem Export.

Die Daten legen nahe, dass der EU-Binnenmarkt für diese Produkte kaum eigenständig bedient werden kann. Die zukünftige Entwicklung wird maßgeblich von der globalen Nachfrage, der Preisentwicklung in den Lieferländern und der Handelspolitik geprägt sein.

Erstellt am 2026-08-08. Die Zahlen geben die Eurostat-Daten zum Zeitpunkt der Erstellung wieder und enthalten keine späteren Revisionen.

Automatisch erstellt: Dieser Bericht soll die menschliche Analyse beschleunigen, aber nicht ersetzen.

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