Live-Daten erkunden

Marktentwicklung: Geräte, elektrisch, zum Schließen, Unterbrechen, Schützen oder Verbinden von elektrischen Stromkreisen, für eine Spannung von > 1.000 V (ausg. Sicherungen, Leistungsschalter, Trennschalter, Ein- und Ausschalter, Blitzschutzvorrichtungen, Spannungsbegrenzer, Überspannungsableiter sowie Schaltschränke, Schaltpulte, Steuerungen usw. der Pos. 8537) (CN 853590) — 2015–2025

Einleitung

Der vorliegende Bericht analysiert die Handelsentwicklung der Europäischen Union (EU) im Zeitraum 2015 bis 2025 für die Zolltarifnummer 853590. Diese Position umfasst elektrische Geräte zum Schließen, Unterbrechen, Schützen oder Verbinden von Stromkreisen bei einer Spannung von mehr als 1.000 Volt – ausgenommen Sicherungen, Leistungsschalter, Trennschalter, Ein- und Ausschalter sowie Blitzschutzvorrichtungen, Spannungsbegrenzer, Überspannungsableiter und die unter Position 8537 fallenden Schaltschränke, Schaltpulte und Steuerungen. Die Produkte dieser Zollposition finden breite Anwendung in der Hochspannungstechnik, insbesondere in der Energieverteilung, der industriellen Automatisierung und im Bereich erneuerbarer Energien.

Der analysierte Zeitraum ist durch mehrere strukturelle Veränderungen geprägt: die COVID-19-Pandemie (2020–2021), den russischen Überfall auf die Ukraine (ab 2022) und die damit verbundenen Sanktionen sowie den globalen Trend zur Energiewende, der die Nachfrage nach Hochspannungskomponenten erheblich beeinflusst. Die EU zeigt sich dabei als dominanter Nettexporteur mit einem starken Handelsbilanzüberschuss, dessen Stabilität im Zeitverlauf variiert. Die drei folgenden Abschnitte beleuchten die wichtigsten Dynamiken dieses Marktes, die sich über die genannten Jahre hinweg herausgebildet haben.

Detaillierte Handelsdaten finden Sie im Überblick.


I. Pandemiebedingter Einbruch und dynamische Erholung der EU-Exporte

Der Exportwert schwankt stark, zeigt aber über den gesamten Zeitraum hinweg einen deutlichen Aufwärtstrend

Die EU-Ausfuhren des Produkts 853590 lagen im Jahr 2015 bei rund 1,074 Mrd. € und bewegten sich bis 2019 relativ stabil zwischen 1,065 Mrd. € und 1,109 Mrd. €. Ab 2020 setzte ein deutlicher Rückgang ein: Der Exportwert sank zunächst auf 859 Mio. € (2020) und erreichte mit 823 Mio. € (2021) seinen Tiefpunkt im gesamten Beobachtungszeitraum. Ab 2022 begann eine kräftige Erholung, die 2024 den Wert auf 1,426 Mrd. € und 2025 schließlich auf 1,588 Mrd. € anhob – ein Plus von 47,8 % gegenüber 2015.

Jahr Exportwert (Mrd. €) Veränderung gg. Vorjahr
2015 1,074
2016 1,065 −0,9 %
2017 1,099 +3,2 %
2018 1,084 −1,3 %
2019 1,109 +2,3 %
2020 0,859 −22,6 %
2021 0,823 −4,2 %
2022 0,948 +15,2 %
2023 1,057 +11,5 %
2024 1,426 +34,8 %
2025 1,588 +11,4 %

Die Exportvolumina erholen sich langsamer als die Werte, was auf steigende Preise hindeutet

Die exportierte Menge (in Tonnen) folgte einem ähnlichen Muster, fiel jedoch relativ stärker und erholte sich langsamer. Von 30.977 Tonnen im Jahr 2015 sank die Menge auf 24.094 Tonnen im Jahr 2021 (−22,2 %) und stieg bis 2025 auf 36.278 Tonnen (+17,1 % gegenüber 2015). Die Exportpreise (Wert pro Tonne) stiegen hingegen kontinuierlich: von 34.680 €/t im Jahr 2015 auf 43.769 €/t im Jahr 2025 (+26,2 %). Dies deutet auf eine Verschiebung in der Produktmischung hin – die EU exportiert zunehmend hochwertigere Komponenten – oder auf generelle Preissteigerungen im Zuge von Inflation und Rohstoffverteuerung.

Jahr Menge (t) Preis (€/t)
2015 30.977 34.680
2019 27.203 40.778
2021 24.094 34.178
2023 28.086 37.647
2025 36.278 43.769

Deutschland dominiert die EU-Exporte, doch mittelosteuropäische Volkswirtschaften gewinnen stark an Bedeutung

Deutschland blieb über den gesamten Zeitraum der mit Abstand größte EU-Exporteur, stellte aber seinen Exportanteil von 740 Mio. € (2015) auf 843 Mio. € (2025) nur moderat aus (+14 %). Demgegenüber vollzog sich in mehreren mittelosteuropäischen Staaten ein bemerkenswerter Aufstieg:

Land Export 2015 (Mio. €) Export 2025 (Mio. €) Veränderung
Deutschland 740 843 +14,0 %
Schweden 25 248 +881 %
Polen 9 74 +736 %
Tschechien 8 88 +1.021 %
Österreich 46 115 +149 %
Frankreich 69 63 −9,6 %
Italien 48 44 −8,4 %

Schweden hob sich besonders hervor: von 25 Mio. € im Jahr 2015 auf über 290 Mio. € im Jahr 2024, bevor es 2025 leicht auf 248 Mio. € korrigierte. Polen und Tschechien verzeichneten jeweils Wachstumsraten von über 700 % und entwickelten sich zu bedeutenden Exporteuren. Diese Verschiebung spiegelt die industrielle Verlagerung innerhalb der EU wider, wobei insbesondere Polen und Tschechien als Standorte für die Elektroindustrie stark aufgestiegen sind.

Weitere Details zu den Handelsströmen nach Partnern und berichtenden Mitgliedstaaten.


II. Strukturelle Neuordnung der Handelsbeziehungen: China und Indien als neue Importquellen, die USA als wachstumsstärkster Exportmarkt

Die EU-Importe verdoppeln sich nahezu über den gesamten Zeitraum, getrieben durch ein starkes Wachstum aus Asien

Während die EU-Importe im Zeitraum 2015–2021 vergleichsweise moderat von 157 Mio. € auf 190 Mio. € wuchsen, setzte ab 2022 ein deutlicher Beschleunigungseffekt ein. Bis 2025 erreichten die Importe einen Wert von 408 Mio. € – ein Anstieg von 159,5 % gegenüber 2015. Die importierte Menge verdoppelte sich sogar von 5.778 Tonnen auf 11.868 Tonnen (+105,4 %), wobei auch hier die Einheitspreise stiegen (von 27.194 €/t auf 34.355 €/t).

Jahr Importwert (Mio. €) Menge (t) Preis (€/t)
2015 157 5.778 27.194
2019 190 6.836 27.750
2021 190 6.964 27.293
2023 283 8.897 31.822
2025 408 11.868 34.355

China wird zum dominanten Importpartner mit einem Anstieg von 379 %

Die bemerkenswerteste Dynamik im Importbereich zeigt sich bei China. Die chinesischen Lieferungen an die EU stiegen von 21 Mio. € (2015) auf 101 Mio. € (2025) – eine Steigerung von fast 379 %. China überholte dabei traditionelle Lieferanten und wurde nach der Schweiz (110 Mio. €) der zweitgrößte Importpartner der EU.

Importpartner 2015 (Mio. €) 2025 (Mio. €) Veränderung
Schweiz 50 110 +121 %
China 21 101 +379 %
USA 20 50 +145 %
Vereinigtes Königreich 38 40 +5 %
Indien 3 47 +1.546 %
Südkorea 0,3 9 +2.986 %
Türkei 2 8 +395 %

Indien verzeichnete mit +1.546 % die stärkste prozentuale Steigerung aller großen Importpartner (von 3 Mio. € auf 47 Mio. €), was auf den Ausbau indischer Fertigungskapazitäten im Hochspannungsbereich hindeuten könnte. Südkorea verfünfzehnfachte seine Lieferungen von 0,3 Mio. € auf 9 Mio. €. Die Schweiz als traditioneller Handelspartner blieb zwar der größte Importeur in absoluten Zahlen, wuchs aber mit +121 % deutlich langsamer als die asiatischen Lieferanten.

Die USA werden zum am schnellsten wachsenden Exportmarkt der EU

Auf der Exportseite zeichnete sich eine klare Trendwende ab: Während China über den gesamten Zeitraum hinweg der größte Exportmarkt blieb (234 Mio. € in 2015, 331 Mio. € in 2025, +41 %), wuchsen die EU-Ausfuhren in die USA mit +178 % am stärksten – von 59 Mio. € auf 163 Mio. €. Die USA stiegen damit vom fünft- zum zweitgrößten Exportmarkt der EU innerhalb des Beobachtungszeitraums auf.

Exportmarkt 2015 (Mio. €) 2025 (Mio. €) Veränderung
China 234 331 +41 %
USA 59 163 +178 %
Saudi-Arabien 81 92 +13 %
Vereinigtes Königreich 69 89 +29 %
Indien 36 60 +70 %
Schweiz 20 46 +132 %
Norwegen 22 32 +44 %

Das Wachstum der EU-Exporte in die USA ist im Kontext der amerikanischen Infrastruktur- und Energiewende-Initiativen zu sehen (Inflation Reduction Act, Investitionen in Hochspannungsnetze). Ebenso auffällig ist das schnelle Wachstum der Ausfuhren in die Schweiz (+132 %), die als Transit- und Verarbeitungsstandort eine Rolle spielen dürfte.

Informationen zur Konzentration nach Partnern.

Preisvolatilität zeigt sich vor allem bei Importen aus dem Vereinigten Königreich und bei Exporten in Nahost-Märkte

Die Volatilitätsanalyse (gemessen am Variationskoeffizienten der Mengen) zeigt, dass Importe aus den wichtigsten Partnern relativ stabil verliefen – mit Ausnahme von Südkorea (CV = 0,98) und Indien (CV = 0,71), bei denen die starken Mengensteigerungen naturgemäß mit hoher Schwankung einhergingen. Auf der Exportseite fielen Preispreis-Schocks in mehreren Märkten auf:

  • Oman: Extremer Preisanstieg 2019 (+117,7 %), bei gleichzeitigem Mengenrückgang um 63,5 % – ein Hinweis auf projektbezogene Einzellieferungen hoher Qualität.
  • Saudi-Arabien: Preisanstieg 2020 um 79,8 %, möglicherweise im Zusammenhang mit Großprojekten wie NEOM.
  • Brasilien: Preisrückgang 2020 um 51,7 %, gefolgt von Mengenanstieg – ein Zeichen für die Verschiebung hin zu günstigeren Produktvarianten.

Detailinformationen zur Volatilität der Handelsströme und zu erkannten Angebotsschocks.


III. Die EU als Nettexporteur mit wachsender Abhängigkeit von Importen und zunehmender innerer Diversifikation

Der Handelsbilanzüberschuss bleibt positiv, doch die Importabhängigkeit nimmt zu

Die EU weist über den gesamten Zeitraum einen positiven Handelsbilanzüberschuss aus, der von 917 Mio. € (2015) auf 1.180 Mio. € (2025) anwuchs (+28,7 %). Der Überschuss schwankte allerdings erheblich: sein Tiefpunkt lag 2021 bei 633 Mio. €, als die Exporte pandemiebedingt besonders stark einbrachen, während die Importe stabil blieben.

Die Netto-Importabhängigkeit blieb durchgehend negativ (die EU ist Nettexporteur), sank jedoch von −103,6 % (2015) auf −128,9 % (2025) – ein Rückgang um 24,4 %. Anders ausgedrückt: Obwohl die EU stets mehr exportiert als importiert, wuchs der Importanteil am Gesamthandel stärker als der Exportanteil. Die Handelsintensität stieg von 65,2 % auf 77,6 % (+19,1 %), was bedeutet, dass der Außenhandel an Bedeutung innerhalb der gesamtwirtschaftlichen Aktivität in diesem Sektor gewonnen hat.

Schweden, Frankreich und die baltischen Staaten zeigen die stärkste Spezialisierung

Die Analyse der Spezialisierung im Jahr 2025 offenbart erhebliche Unterschiede zwischen den EU-Mitgliedstaaten. Gemessen am korrigierten Spezialisierungsindex (Rsca) weisen folgende Staaten die höchste Spezialisierung auf:

Land Rsca RCA Anteil an EU-Produktion Anteil an EU-Gesamtexport
Schweden 0,59 3,91 9,4 % 2,4 %
Frankreich 0,40 2,33 18,2 % 7,8 %
Estland 0,39 2,29 0,8 % 0,3 %
Tschechien 0,31 1,92 9,2 % 4,8 %
Polen 0,20 1,51 10,0 % 6,6 %

Schweden hebt sich mit einem RCA-Wert von 3,91 besonders hervor und zeigt die höchste relative Spezialisierung in der gesamten EU. Demgegenüber weisen Irland (Rsca = −0,94), Portugal (−0,90) und Griechenland (−0,83) die geringste Spezialisierung auf und sind Nettoimporteure dieses Produkts innerhalb des Binnenmarktes.

Die EU-Produktion wächst dynamisch, doch die Importkonzentration bleibt ein potenzielles Risiko

Die verfügbaren Produktionsdaten (Produktionsvolumen) zeigen eine Verdopplung des Produktionswerts: von 1,296 Mrd. € im Jahr 2015 auf 1,937 Mrd. € im Jahr 2024 (+50 %). Die Produktionsmenge stieg ebenfalls deutlich an – mit starken Schwankungen, die teils auf Rundungen und Schätzungen in den Erhebungsdaten zurückzuführen sind.

Die Importkonzentration (HHI) sank von 2.007 (2015) auf 1.768 (2025) – eine Diversifizierung der Importquellen. Allerdings lag der Wert in manchen Jahren deutlich höher (z. B. 2.157 im Jahr 2016), was die Abhängigkeit von wenigen Hauptlieferanten widerspiegelt. Die Exportkonzentration blieb mit Werten zwischen 616 und 1.005 gering, was auf eine breite Streuung der Exportmärkte hindeutet – ein Zeichen für geringere Verwundbarkeit gegenüber Schocks in einzelnen Märkten.

Ein besonders markantes Ereignis war der vollständige Exportstopp in die Russische Föderation ab 2023, der mit den EU-Sanktionen im Zuge des Ukraine-Kriegs zusammenhängt. Die EU exportierte 2022 noch für 296 Tonnen (ca. 12 Mio. €) in die Russische Föderation; ab 2023 fielen die Werte auf null. Dieser vollständige Abbrch betraf lediglich 2,2 % der Exporte, war also handelspolitisch absorbierbar, illustriert jedoch die geopolitischen Risiken im Hochspannungssektor.


Schlussfolgerung

Der Markt für die Produkte der Zolltarifnummer 853590 hat sich im Zeitraum 2015–2025 trotz temporärer Einbrüche durch die COVID-19-Pandemie dynamisch entwickelt. Die EU blieb throughout als Nettexporteur mit einem Handelsbilanzüberschuss von über 1 Mrd. €, wobei die Exporte um 48 % und die Importe um 160 % wuchsen. Die wichtigsten Trends lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  1. Erholung nach der Pandemie: Die EU-Exporte erholten sich 2022–2025 kräftig und übertrafen das Vorkrisenniveau um rund 45 %, getrieben sowohl durch steigende Preise als auch durch wachsende Mengen.

  2. Asiatische Importpartner gewinnen stark an Bedeutung: China, Indien und Südkorea haben ihre Lieferungen an die EU dramatisch ausgeweitet und diversifizieren die Importbasis der Union, wenn auch die Schweiz derzeit noch der größte Importpartner bleibt.

  3. Strukturwandel innerhalb der EU: Neben Deutschland als traditionellem Exportführer haben Schweden, Polen und Tschechien ihre Exporte exponentiell gesteigert und spiegeln die industrielle Verlagerung in Richtung Mitteleuropa wider.

  4. Geopolitische und marktbedingte Schocks: Der russische Markt brach 2023 vollständig weg, während die USA und der Golfraum zu dynamischen Wachstumsmärkten für EU-Ausfuhren wurden. Preisvolatilität blieb in einigen Märkten hoch, insbesondere bei projektbezogenen Großaufträgen.

  5. Steigende Handelsintensität bei wachsender Verwundbarkeit: Obwohl die EU ihre Nettexporteur-Position festigte, stieg die Handelsintensität auf 77,6 % – ein Indiz für die zunehmende Einbindung in globale Wertschöpfungsketten, die Chancen, aber auch Abhängigkeiten mit sich bringt.

Die anhaltende Energiewende und der massive Ausbau von Hochspannungsnetzen weltweit dürften die Nachfrage nach den Produkten dieser Zollposition auch in den kommenden Jahren stützen. Die EU verfügt über eine breite Produktionsbasis und diverse Handelsbeziehungen, sollte jedoch die zunehmende Importabhängigkeit – insbesondere von Lieferanten aus Asien – im Auge behalten, um strategische Resilienz zu sichern.

Erstellt am 2026-08-05. Die Zahlen geben die Eurostat-Daten zum Zeitpunkt der Erstellung wieder und enthalten keine späteren Revisionen.

Automatisch erstellt: Dieser Bericht soll die menschliche Analyse beschleunigen, aber nicht ersetzen.

Wenn Sie Beratung zur europäischen Handelspolitik benötigen oder Vertretung für Ihre Interessen in Brüssel, kontaktieren Sie mich bitte unter support@tradedashboard.eu. Sie finden meinen Lebenslauf unter dieser Adresse.