Live-Daten erkunden

Marktentwicklung: Gefrorenes Schweinefleisch ohne Knochen (CN 02032955) — 2015–2025

Einführung

Dieser Bericht analysiert die Handelsentwicklung der EU für das Zollprodukt CN 02032955 — Fleisch von Hausschweinen, ohne Knochen, gefroren (ausg. Bäuche „Bauchspeck" und Teile davon) im Zeitraum 2015–2025. Die EU ist bei diesem Produkt ein ausgeprägter Nettoexporteur: Die Ausfuhren lagen im gesamten Zeitraum um ein Vielfaches über den Einfuhren. Der Handelsbilanzüberschuss belief sich 2025 auf rund 1,57 Mrd. EUR. Im Analysezeitraum vollzog sich ein tiefgreifender Strukturwandel: Die exportierten Mengen sind spürbar zurückgegangen, während die Preise erheblich gestiegen sind — ein Muster, das auf fundamentale Veränderungen in der globalen Schweinefleischnachfrage, insbesondere aus Asien, hindeutet. Die drei folgenden Abschnitte beleuchten die zentralen Dynamiken.


1. Mengenrückgang bei Exporten, aber Preisstabilisierung der Gesamtausfuhren

1.1 Die EU exportiert deutlich weniger gefrorenes Schweinefleisch als noch 2019

Die exportierte Menge von CN 02032955 ist über den gesamten Betrachtungszeitraum erheblich gesunken: von 626.214 t im Jahr 2015 auf 470.653 t im Jahr 2025 — ein Rückgang von 24,8 %. Der Höchstwert wurde im Zeitraum bei 969.737 t erreicht, der Tiefstwert bei 446.356 t. Diese Entwicklung zeigt sich auch in der EU-weiten Exportübersicht.

Kennzahl 2015 2025 Veränderung
Exportmenge (t) 626.214 470.653 −24,8 %
Exportwert (EUR) 1.616 Mio. 1.628 Mio. +0,8 %
Durchschnittspreis (EUR/t) 2.580 3.459 +34,0 %

1.2 Höhere Preise kompensieren den Mengenrückgang weitgehend

Trotz des deutlichen Mengenrückgangs blieb der Gesamtexportwert nahezu stabil: Er stieg von 1,616 Mrd. EUR auf 1,628 Mrd. EUR (+0,8 %). Der durchschnittliche Ausfuhrpreis erhöhte sich im selben Zeitraum um 34,0 % — von 2.580 EUR/t auf 3.459 EUR/t. Im Höchstjahr lag der Preis sogar bei 3.766 EUR/t. Dies deutet darauf hin, dass die EU ihre Exporte zunehmend auf hochwertigere Märkte und Produkte ausrichtet und dass die globale Schweinefleischnachfrage — trotz rückläufiger Mengen — preislich robust geblieben ist.

1.3 Die Importe sind hingegen stark gestiegen, bleiben aber mengenmäßig marginal

Die EU-Importe von CN 02032955 haben sich im selben Zeitraum sowohl im Wert (+103,8 %) als auch in der Menge (+63,1 %) mehr als verdoppelt. Die importierte Menge stieg von 9.170 t auf 14.956 t, der Importwert von 27,3 Mio. EUR auf 55,6 Mio. EUR. Der Importpreis lag 2025 bei 3.716 EUR/t und damit leicht über dem Exportpreis. Die Importe bleiben jedoch absolut gesehen sehr klein — sie betragen weniger als 3 % des Exportwerts. Die EU-Handelsbilanz weist durchgehend einen signifikanten Überschuss aus, der sich im Zeitraum von 1,59 Mrd. EUR auf 1,57 Mrd. EUR veränderte (−1,0 %).


2. Der Aufstieg und Rückgang Chinas als Exportpartner prägt die Handelsstruktur

2.1 China war zeitweise der mit Abstand wichtigste Exportmarkt der EU

Die Analyse der Hauptexportpartner nach Wert zeigt eine dramatische Dynamik: China war 2015 mit 115 Mio. EUR ein bedeutender, aber nicht dominanter Markt. Die Ausfuhren stiegen in den Folgejahren sprunghaft an und erreichten im Höchstjahr 1,266 Mrd. EUR — das war mehr als der gesamte EU-Exportwert 2015. Der Grund lag im massiven Importbedarf Chinas nach dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) ab 2018, die die chinesische Schweineherde drastisch dezimierte. Bis 2025 brachen die EU-Exporte nach China jedoch auf nur noch 31 Mio. EUR ein (−73,2 % gegenüber 2015), was auf die Erholung der chinesischen Inlandsproduktion und den Aufbau alternativer Lieferketten zurückzuführen ist.

2.2 Japan und Südkorea bleiben stabile Kernmärkte, während Taiwan und die Philippinen stark wachsen

Partnerland 2015 (EUR) 2025 (EUR) Veränderung
Japan 655,6 Mio. 355,2 Mio. −45,8 %
China 115,2 Mio. 30,9 Mio. −73,2 %
Südkorea 226,5 Mio. 287,9 Mio. +27,1 %
Australien 132,8 Mio. 195,5 Mio. +47,3 %
Philippinen 34,7 Mio. 80,0 Mio. +130,5 %
Taiwan 43,6 Mio. 131,4 Mio. +201,4 %
Vereinigtes Königreich 90,4 Mio. 79,1 Mio. −12,5 %

Japan, traditionell der größte Einzelmarkt, verlor ebenfalls an Bedeutung (−45,8 %), blieb aber 2025 mit 355 Mio. EUR der wichtigste Abnehmer. Südkorea entwickelte sich zum stabilsten wichtigen Partner (+27,1 %). Besonders auffällig sind die starken Zuwächse bei Taiwan (+201,4 %) und den Philippinen (+130,5 %), die als neue Wachstumsmärkte für EU-Schweinefleisch hervortreten. Die Konzentrationsmessung (HHI) bestätigt diese Diversifizierung: Der HHI für Exporte fiel von 2.038 auf 1.134 (−44,4 %), was eine deutliche Verringerung der Konzentration auf einzelne Märkte bedeutet.

2.3 Chile wird zum dominanten Importpartner, während Kanada neu hinzukommt

Auch bei den Importen haben sich die Gewichte verschoben. Chile war 2015 mit 10,5 Mio. EUR der zweitwichtigste Importeur und entwickelte sich bis 2025 mit 31,1 Mio. EUR (+196,4 %) zum dominierenden Herkunftsland. Das Vereinigte Königreich blieb mit 15,9 Mio. EUR der zweitgrößte Lieferant. Bemerkenswert ist der Aufstieg Kanadas von praktisch Null (1.722 EUR) auf 2,2 Mio. EUR — ein Zuwachs, der den verstärkten Handelsbeziehungen im Rahmen des CETA-Abkommens geschuldet sein dürfte. Die Schweiz als Importquelle verlor hingegen erheblich an Bedeutung (−75,9 %).


3. EU-weite Umstrukturierung: Spezialisierung und steigende Exportorientierung

2.3 Spanien und Frankreich gewinnen als Exporteure, Deutschland verliert an Boden

Die Verteilung der EU-Exporte unter den Mitgliedstaaten hat sich im Zeitraum erheblich verschoben. Dänemark blieb mit rund 496 Mio. EUR der mit Abstand größte Exporteur — nahezu unverändert gegenüber 2015. Spanien hingegen steigerte seine Ausfuhren um 134,3 % von 223 Mio. EUR auf 522 Mio. EUR und wurde zum zweitgrößten Exporteur. Deutschland verlor als Exporteur hingegen massiv an Bedeutung: von 214 Mio. EUR auf nur noch 88 Mio. EUR (−58,8 %). Die Niederlande verzeichneten ebenfalls einen Rückgang (−26,2 %), während Frankreich seine Exporte fast verdoppelte (+72,9 %) und Österreich um 40,3 % zulegte.

EU-Mitgliedstaat Exporte 2015 (EUR) Exporte 2025 (EUR) Veränderung
Dänemark 496,6 Mio. 496,1 Mio. −0,1 %
Spanien 222,8 Mio. 521,9 Mio. +134,3 %
Deutschland 213,8 Mio. 88,2 Mio. −58,8 %
Niederlande 231,3 Mio. 170,6 Mio. −26,2 %
Frankreich 52,7 Mio. 91,1 Mio. +72,9 %
Österreich 54,8 Mio. 76,9 Mio. +40,3 %

3.2 Dänemark und Spanien sind die spezialisiertesten Exporteure innerhalb der EU

Die Analyse der Spezialisierungsindizes (RSCA) für das Jahr 2025 zeigt, dass Dänemark (RSCA 0,708, RCA 5,85) und Spanien (RSCA 0,647, RCA 4,66) die mit Abstand stärkste Spezialisierung auf CN 02032955 aufweisen. Beide Länder haben einen deutlichen komparativen Vorteil bei diesem Produkt. Estland, Zypern und Deutschland folgen mit deutlich geringerer Spezialisierung. Am anderen Ende des Spektrums weisen Slowenien (RSCA −0,970), Rumänien (RSCA −0,957) und Schweden (RSCA −0,894) eine stark negative Spezialisierung auf — sie sind Nettoimporteur dieses Produkts innerhalb des EU-Binnenmarktes.

3.3 Die EU-Produktion wächst stärker als der Export — die Exportquote steigt dennoch

Die EU-Produktion von CN 02032955 stieg im Zeitraum von 1,19 Mrd. kg auf 2,02 Mrd. kg (+69,3 %) mengenmäßig und von 2,17 Mrd. EUR auf 5,88 Mrd. EUR (+170,4 %) wertmäßig. Die Exportquote lag 2025 bei 80,5 % (Export Propensity), was bedeutet, dass über vier Fünftel der EU-Produktion in Drittländer exportiert werden. Die Handelsintensität (Trade Intensity) lag bei 80,7 %. Beide Kennzahlen sind gegenüber 2015 gestiegen (um rund 21 bzw. 20 Prozentpunkte), was die wachsende außenwirtschaftliche Verflechtung der EU bei diesem Produkt unterstreicht.

Die Nettoimportabhängigkeit ist mit −381 % (2025) stark negativ — die EU ist ein erheblicher Nettoexporteur. Im Vergleich zu 2015 (−178 %) hat sich die Exportabhängigkeit sogar noch verstärkt, was die Verwundbarkeit der EU gegenüber Nachfrageeinbrüchen auf Drittlandsmärkten erhöht.


Fazit

Die Handelsentwicklung der EU bei CN 02032955 im Zeitraum 2015–2025 lässt sich als eine Geschichte in zwei Akten zusammenfassen: Auf einen durch die Afrikanische Schweinepest in China ausgelösten Exportboom (ca. 2018–2020) folgte eine Phase der Normalisierung und Umstrukturierung. Die exportierten Mengen sind gegenüber dem Höchststand drastisch gesunken, doch höhere Preise haben den Gesamtwert stabilisiert — ein Indiz dafür, dass die EU ihre Positionierung in Richtung hochwertigerer Märkte und Produkte verschoben hat.

Strukturell hat sich die EU-Exportlandschaft diversifiziert: Während China als Abnehmer weitgehend weggefallen ist, haben Märkte wie Taiwan, die Philippinen, Südkorea und Australien an Bedeutung gewonnen. Innerhalb der EU haben sich Spanien und Frankreich als Exportnationen gestärkt, während Deutschland stark an Boden verloren hat. Dänemark und SpanThe request was rejected because it was considered high risk

Erstellt am 2026-08-08. Die Zahlen geben die Eurostat-Daten zum Zeitpunkt der Erstellung wieder und enthalten keine späteren Revisionen.

Automatisch erstellt: Dieser Bericht soll die menschliche Analyse beschleunigen, aber nicht ersetzen.

Wenn Sie Beratung zur europäischen Handelspolitik benötigen oder Vertretung für Ihre Interessen in Brüssel, kontaktieren Sie mich bitte unter support@tradedashboard.eu. Sie finden meinen Lebenslauf unter dieser Adresse.