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Marktentwicklung: Aminophenole (CN 292250) — 2015–2025

Einleitung

Dieser Bericht analysiert die Handelsentwicklung der Europäischen Union (EU) für den Zolltarifcode 292250 (Aminophenole und verwandte Verbindungen) im Zeitraum 2015 bis 2025. Die Daten zeigen eine fundamentale Umkehr der Handelsstruktur: Die EU ist von einem bedeutenden Nettoexporteur zu einem stark nettoimportabhängigen Markt geworden. Diese Veränderung wurde durch einen dramatischen Rückgang der Exporte bei gleichzeitigem starken Anstieg der Importe verursacht und führt zu wachsenden strategischen Herausforderungen.

1. Vom Nettoexporteur zum Nettoimporteur: Eine fundamentale Handelsumkehr

Die Handelsbilanz der EU für CN 292250 hat sich zwischen 2015 und 2025 drastisch verschlechtert. Der einstige Überschuss wandelte sich in ein erhebliches Defizit um, was auf divergierende Trends bei Exporten und Importen zurückzuführen ist.

Der Zusammenbruch des EU-Exportsektors

Der Wert der EU-Ausfuhren für dieses Produkt ist im Betrachtungszeitraum um 65,6 % eingebrochen, von 704,7 Mio. EUR (2015) auf 242,7 Mio. EUR (2025). Parallel dazu sanken die exportierten Mengen um 19,3 %, während der durchschnittliche Exportpreis um 57,5 % einbrach. Dies deutet auf einen erheblichen Wettbewerbsdruck und mögliche Verlagerung der Produktionsstandorte hin.

Kennzahl (Exporte) Wert 2015 Wert 2025 Veränderung
Wert (Mio. EUR) 704,7 242,7 -65,6 %
Menge (t) 31.903 25.741 -19,3 %
Preis (EUR/t) 22.079 9.388 -57,5 %

Der starke Importanstieg trotz fallender Preise

Im Gegensatz zu den Exporten sind die EU-Importe von CN 292250 deutlich gestiegen. Der importierte Wert erhöhte sich um 20,5 % auf 533,2 Mio. EUR. Besonders bemerkenswert ist die massiv gestiegene Importmenge, die sich nahezu verdreifachte (+141,8 %) und 2025 über 185.000 Tonnen erreichte. Der Importpreis halbierte sich jedoch nahezu (-50,2 %), was auf einen globalen Überangebot oder aggressive Preisgestaltung der Lieferanten schließen lässt.

Kennzahl (Importe) Wert 2015 Wert 2025 Veränderung
Wert (Mio. EUR) 442,4 533,2 +20,5 %
Menge (t) 76.702 185.468 +141,8 %
Preis (EUR/t) 5.767 2.874 -50,2 %

2. Geographische Umorientierung der Handelsströme

Die Handelspartnerstruktur hat sich grundlegend verändert. Traditionelle Exportmärkte verloren an Bedeutung, während neue Importlieferanten, insbesondere aus Asien, dominant wurden.

Der Bedeutungsverlust der USA als Exportziel

Der mit Abstand wichtigste Exportpartner der EU, die Vereinigten Staaten, verlor rapide an Bedeutung. Die Ausfuhren in die USA brachen um 88,7 % ein, von 458,2 Mio. EUR auf nur noch 51,6 Mio. EUR. Dieser Rückgang war der Haupttreiber des gesamten Exportverfalls.

Die Dominanz Chinas bei den Importen

China hat sich als der dominierende Importeur für die EU etabliert. Die Importe aus China stiegen um 68,0 % auf 306,8 Mio. EUR (2025) und machen damit einen Großteil des gesamten EU-Importwertes aus. Indien als zweitwichtigster Partner verzeichnete sogar eine Zunahme von 90,1 %. Diese Konzentration erhöht die Abhängigkeit der EU von wenigen, primär asiatischen Lieferanten.

Top 3 Importpartner (nach Wert 2025) Wert 2015 (Mio. EUR) Wert 2025 (Mio. EUR) Veränderung
China 182,5 306,8 +68,0 %
Indien 46,3 88,1 +90,1 %
Schweiz 32,8 42,0 +28,1 %

3. Wachsende Importabhängigkeit und erhöhte Marktverwundbarkeit

Aus den Handelsströmen ergibt sich ein Bild steigender strategischer Verwundbarkeit für die EU. Sowohl die Nettoimportabhängigkeit als auch die Konzentration der Importe haben zugenommen.

Steigende Nettoimportabhängigkeit

Die Nettoimportabhängigkeit, d.h. der Anteil des Imports am scheinbaren Verbrauch, stieg von 32,6 % im Jahr 2015 auf 40,6 % im Jahr 2025. In Spitzenjahren erreichte dieser Indikator bereits über 66 %. Gleichzeitig blieb die Handelsintensität mit 76,2 % (2025) sehr hoch, was bedeutet, dass der EU-Markt weiterhin stark international verflochten ist.

Zunahme der Importkonzentration

Der Herfindahl-Hirschman-Index (HHI) für Importe nach Wert stieg von 2.676 auf 3.778, was auf eine höhere Konzentration der Importlieferanten hindeutet. Im Gegensatz dazu sank der HHI für Exporte erheblich, was die verminderte Bedeutung der EU als diversifizierter Exportakteur widerspiegelt. Die EU-Produktion von CN 292250 ist zwar von 2015 bis 2025 um 19,5 % (nach Menge) gestiegen, konnte jedoch den rasanten Importanstieg nicht kompensieren.

Indikator 2015 2025 Veränderung
HHI Importe (Wert) 2.676 3.778 +41,2 %
Nettoimportabhängigkeit (%) 32,6 40,6 +24,9 %
EU-Produktion (Menge, Index) 100 119,5 +19,5 %

Schlussfolgerung

Die Handelsentwicklung von CN 292250 zwischen 2015 und 2025 kennzeichnet eine strukturelle Transformation des EU-Marktes. Die EU hat ihre Rolle als Nettoexporteur fast vollständig eingebüßt und ist nun stark nettoimportabhängig. Dieser Wandel wurde durch den drastischen Einbruch der Exporte, insbesondere in die USA, und den massiven Anstieg der Importe, geführt von China und Indien, getrieben. Die gleichzeitige Konzentration der Importquellen und die hohe Handelsintensität führen zu einer erhöhten strategischen Verwundbarkeit der EU-Industrie in diesem Segment. Die Zukunft dieses Marktes wird von der Fähigkeit der EU abhängen, ihre Wettbewerbsfähigkeit wiederherzustellen oder ihre Lieferketten zu diversifizieren, um die Abhängigkeit zu reduzieren.

Erstellt am 2026-08-08. Die Zahlen geben die Eurostat-Daten zum Zeitpunkt der Erstellung wieder und enthalten keine späteren Revisionen.

Automatisch erstellt: Dieser Bericht soll die menschliche Analyse beschleunigen, aber nicht ersetzen.

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